abc.net.au 16 Jul 2010 Nr. 9962

Missbrauchsopfer unfroh über neue Vatikan-Gesetze

Von Jennifer Macey

Der Vatikan hat seine Regeln für den Umgang mit Missbrauchsfällen an Kindern innerhalb der katholischen Kirche überarbeitet, aber Opfergruppen sagen, die neuen Regeln gehen nicht weit genug.

Die neuen Regeln beschleunigen Prozeduren, mit denen Priester aus dem Amt verstoßen werden können, die des Missbrauchs für schuldig befunden wurden. Sie verdoppeln auch den zeitlichen Rahmen – auf 20 Jahre – in welchem eine Kongregation einen Fall nach dem 18. Geburtstag des Opfers untersuchen kann. Aber Opfergruppen ärgern sich darüber, dass es keine spezifischen Leitlinien dazu gibt, die erfordern, dass die Kirche die Priester der Polizei meldet. (...)

Der sexuelle Missbrauch geistig behinderter Erwachsener wird nun ebenfall so behandelt wie der Missbrauch von Kindern. (...)

Die Sprecherin von Survivors of Clergy Abuse Australia (SCAA; dt. Überlebende klerikalen Missbrauchs, Australien), Nicky Davis, sagte, es sollte keine zeitliche Begrenzung geben, innerhalb derer ein Opfer hervortrete. „Das sind Leitlinien, wie man so tun kann, als ob man etwas anderes unternehme als das übliche Vertuschen“, sagte sie.

„Sie sollten das Statut der Verjährung abschaffen, aber dies ist nur ein Herumspielen an den Ecken. Dies führt nicht dazu, dass Opfern tatsächlich geholfen würde, zu gesunden, oder dass sie sich mit diesen Kriminellen in ihren Reihen befassen würden, welchen sie noch immer gestatten, wiederholt zu missbrauchen, und bis sie mit diesen Themen umgehen, ist alles andere lediglich ein Vermeiden des Problems.“ (...)