Wissenschaft

Erwachsener männlicher Schimpanse im Loango Nationalpark in Gabun.

Tödlicher Angriff von Schimpansen auf Gorillas beobachtet

Ein Forschungsteam der Universität Osnabrück und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie aus Leipzig hat erstmals tödliche Angriffe von Schimpansen auf Gorillas in freier Wildbahn beobachtet. Ob dieses Verhalten auf die Konkurrenz um Nahrung oder einen durch den Klimawandel bedingten Rückgang der Produktivität des Regenwaldes zurückzuführen ist, soll nun näher erforscht werden.

Regenwaldabholzung in Brasilien

Der Südosten des Amazonas hat eine negative CO2-Bilanz

Neun Jahre lang hat ein Team von Klimaforscher:innen die atmosphärische Konzentration von Treibhausgasen über dem Amazonas gemessen. Das Ergebnis: Teile des Regenwalds geben aufgrund von Erderwärmung und Abholzung nun mehr CO2 frei, als durch Photosynthese gebunden wird. Der Amazonas wird somit zu einem weiteren Treiber der Klimakrise.

Klimawandel: Es ist mit mehr und stärkeren Extremereignissen zu rechnen

In der Nacht zum Donnerstag, 15. Juli 2021, gingen Regenmengen von mehr als 150 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit über Teilen von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Belgien, Luxemburg, und Nordfrankreich nieder. Besonders betroffen ist die Eifel, wo beispielsweise der Pegel der Ahr in Altenahr mit 5,75 Metern die bisherige Rekordmarke von 3,71 Metern (Juni 2016) um mehr als zwei Meter übertraf. Durch die Flutkatastrophe wurden zahlreiche Menschen getötet und hohe Sachschäden verursacht. Sind Ereignisse wie dieses Folgen des Klimawandels? Und müssen wir uns in Zukunft verstärkt auf solche Extremereignisse einstellen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich auch Klimaforschende des KIT.

"Laut Umfragen sind über 90 Prozent der Menschen Dualisten"

Gibt es einen Dualismus von Leib und Seele, also einen vom Körper unabhängigen Geist? Ist mein Wille frei? Entscheide ich oder etwas in mir? Und wer oder was bin eigentlich "Ich"? Diese Fragen beschäftigen die Philosophie bereits seit Jahrhunderten. Antworten aus Sicht der modernen Hirnforschung gibt John-Dylan Haynes, Professor am Bernstein Center for Computational Neuroscience der Charité Berlin, im Interview mit hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg.

Forschende lokalisieren das "Religionszentrum"

Vor einigen Jahren fand die Wissenschaft heraus, dass religiöse Glücksgefühle im gleichen Bereich des menschlichen Hirns verarbeitet werden wie physiologische Lust. Nun haben Forschende den zerebralen Ursprung religiöser und spiritueller Neigungen entdeckt, verborgen in einem Teil unseres Gehirns, der so alt ist, dass selbst Reptilien eine ähnliche Struktur besitzen: dem Periaquäduktalen Grau des Stammhirns.

Rotkehlchen (Erithacus rubecula)

Singvögel mögen es süß

Der Mensch erkennt ohne Probleme süß schmeckende Lebensmittel – und das sogar sehr gerne. Vielen fleischfressenden Tieren jedoch fehlt diese Fähigkeit. Ob Vögel als Nachfahren fleischfressender Dinosaurier Süßes erkennen, war bislang unklar.

Bonobos

Wird die Anzahl wildlebender Bonobos überschätzt?

Es könnte weniger Bonobos in freier Wildbahn geben als gedacht. In den letzten 40 Jahren haben Forschende den Bestand der gefährdeten Menschenaffenart geschätzt, indem sie die Anzahl ihrer Schlafnester zählten, die diese in den Wäldern des Kongobeckens hinterlassen. Nun berichten Forscher des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Konstanz, dass sich die Verfallszeit der Schlafnester in den letzten 15 Jahren um 17 Tage verlängert hat. Werden diese Veränderungen nicht berücksichtigt, würde die Populationsdichte um bis zu 60 Prozent überschätzt, was wiederum den Erhalt dieser gefährdeten Menschenaffen in freier Wildbahn aufs Spiel setzen würde.

Schwarze Löcher helfen bei der Sterngeburt

Mit einer Kombination von systematischer Beobachtung und kosmologischer Simulation haben Forschende herausgefunden, dass schwarze Löcher bestimmten Galaxien helfen, neue Sterne zu bilden. Dieses Ergebnis eines Teams, dem auch Wissenschafter*innen des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg angehörten, überrascht: Denn üblicherweise wirken die kosmischen Schwerkraftfallen der Sterngeburt entgegen, indem sie das dafür nötige Gas aus den Galaxien gleichsam herausblasen. Aktive schwarze Löcher können jedoch verhindern, dass die Sternentstehung gestört wird, während die Galaxien durch das umgebende intergalaktische Gas fliegen.