Hinrichtung in den USA per Livestream
Das Pentagon will einen dschihadistischen Mörder exekutieren – öffentlich. Und das kurz nach der gescheiterten Exekution von Tennessee, die weltweit Entsetzen auslöste.
Foto: Chad J. McNeeley / U.S. Department of Defense via Wikimedia Commons public domain
Die Anfang Dezember geplante Erschießung des zum Tode verurteilten Attentäters Nidal Hasan auf einem Militärstützpunkt im US-Bundesstaat Texas soll per Livestream übertragen werden. Das verkündete US-Verteidigungsminister Pete Hegseth auf der Plattform X. Im November 2009 hatte Hasan als Psychiater des US-Heeres auf dem Stützpunkt Fort Hood das Feuer eröffnet und zwölf Soldaten sowie einen Zivilisten getötet und Dutzende Menschen verletzt, bevor er selbst angeschossen und festgenommen wurde. Laut New York Times gab er nach dem Attentat an, den Angriff im Namen des „Dschihads“, des sogenannten Heiligen Krieges, verübt zu haben. Die Kriege in Afghanistan und im Irak habe er illegal genannt. Hasan wurde laut US-Medien in den USA als Sohn palästinensischer Eltern geboren und habe sich vor dem Anschlag zunehmend radikalisiert. Für seine Tat war er 2013 von einem Militärgericht zum Tode verurteilt worden. Nach dem Urteilsspruch habe er keine Reue gezeigt und geäußert, er wäre gern bei dem Anschlag selbst gestorben, um als Märtyrer zu gelten.
Man werde nun dafür sorgen, dass Menschen die Hinrichtung „öffentlich beobachten” könnten, sagte Hegseth dem rechtskonservativen US-Sender Real America’s Voice. „Die Menschen müssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen haben“, so der Pentagon-Chef. Eine archaische, grauenvolle Symbolik.
Der demokratische Senator Chris Murphy zeigte sich im US-Sender CNN sichtlich geschockt, als er von Hegseths Ankündigung hörte: „Das ist widerlich. Was ahmt er nach? Hinrichtungen wie durch die Terrormiliz Islamischer Staat?“ Eine live übertragene Hinrichtung würde die USA in die Nähe von Staaten rücken, deren Vorgehensweisen man an anderer Stelle verbscheute, so Murphy.
Präsident Trump hingegen pries bei einem Wahlkampfauftritt in Texas die geplante Hinrichtung Hasans, den er als „bösartigen Mörder“ bezeichnete. Er hatte die Hinrichtung erst kürzlich genehmigt, wenige Tage nachdem im US-Bundesstaat Tennessee ein Hinrichtungsversuch an der wegen Mordes verurteilten Christa Pike gescheitert war. Der wegen Mordes verurteilten Pike wurden nach Angaben der Behörden zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht, doch sie überlebte. Der Fall hat die Debatte um die Todesstrafe in den USA neu entfacht.
Sollte es tatsächlich zu der Exekution kommen, wäre es die erste Militär-Hinrichtung in den USA seit mehr als 60 Jahren. Hasan ist laut dem Death Penalty Information Center einer von vier Todeskandidaten im Militärjustizsystem. Weitere Hinrichtungen im Livestream sind also nicht ausgeschlossen.
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