Max-Planck-Gesellschaft

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Räumliche Ordnung

Wie wir unsere Gedanken navigieren

Sie ist eine der fundamentalsten Fragen überhaupt: Wie funktioniert das menschliche Denken? Bisher gibt es darauf keine schlüssige Antwort. Wissenschaftler in Leipzig und in Trondheim (Norwegen), darunter auch Nobelpreisträger Edvard I. Moser, haben nun die bislang vorhandenen Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammengesetzt und schlagen einen neuen Ansatz vor: Unser Denken funktioniert über das Navigationssystem unseres Gehirns.

Schimpansengruppe im Wolfgang-Köhler-Primatenforschungszentrum im Zoo Leipzig.

Schimpansen erkennen Artgenossen am Geruch

Primaten, uns Menschen eingeschlossen, verlassen sich normalerweise auf ihre Augen, weil sie über einen vergleichsweise schlechten Geruchssinn verfügen. Freilebende Schimpansen riechen auf ihren territorialen Streifzügen jedoch auch am Boden und an der Vegetation. Trotzdem ist der Geruchssinn bei Menschenaffen bisher kaum erforscht.

Eizelle sucht Spermium

Durch eine geschickte Partnerwahl können Tiere den zukünftigen Erfolg ihrer Nachkommen erhöhen. Bei einigen Arten ist diese selbst nach dem Geschlechtsakt noch nicht zu Ende: Forscher des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön haben an Stichlingen herausgefunden, dass die Eizellen der Fische über die Befruchtung mitentscheiden.

Kultureller Wandel ähnelt biologischer Anpassung

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena haben die beliebte Internetplattform Reddit genutzt, um zu untersuchen, wie sich Kultur entwickelt. Ein Online-Kunstprojekt auf Reddit, das über eine Million Teilnehmerinnen und Teilnehmer angezogen hatte, bot Thomas Müller und James Winters die Gelegenheit, die Dynamik kultureller Veränderungen nachzuvollziehen. Die beiden erforschen im Rahmen der Minds and Traditions (Mint)-Forschungsgruppe am Jenaer Institut die Entstehung und Evolution graphischer Codes.

Schimpansen betreiben am liebsten mit Weibchen Fellpflege, die ein Baby haben, oder mit ihren Freunden

Affen passen Fellpflege an soziales Umfeld an

Wenn Menschen miteinander kooperieren wollen, berücksichtigen sie ihre Erfahrungen mit den potenziellen Kooperationspartnern und deren Eignung für eine bestimmte Aufgabe. Sie überlegen, ob die in Frage kommenden Partner zuverlässig sind oder ob vielleicht ein besserer Kandidat verfügbar ist. Zwei Primatenarten, die in komplexen sozialen Gruppen leben, wählen ihre Fellpflegepartner anhand einer Vielzahl von Kriterien aus, darunter ihrer sozialen Beziehung zum Partner und dessen Rangs.

Unsere weitverzweigten afrikanischen Wurzeln

Der moderne Mensch stammt nicht von einer einzigen Gründerpopulation in einer Region Afrikas ab, sondern seine Vorfahren lebten über den gesamten Kontinent verstreut. Die verschiedenen Jäger- und Sammlergruppen waren weitgehend voneinander isoliert. Getrennt durch Wüsten und dichte Wälder lebten sie in unterschiedlichen Lebensräumen. Jahrtausende der Trennung führten zu einer erstaunlichen Vielfalt menschlicher Gruppen, deren Vermischung letztlich unsere Spezies prägte.

Klimawandel: Wer wartet, zahlt drauf

Der Klimawandel wird Folgen haben – aber wann diese auftreten und wie schwerwiegend sie sein werden, lässt sich nicht exakt bestimmen. Genau diese Unsicherheit könnte helfen, Menschen zu schnellerem Handeln gegen den Klimawandel zu bewegen. Dies legen Ergebnisse von Computersimulationen von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön, der Universität Toronto und des Geomar in Kiel nahe.