Aktuelle Studie des Göttinger Instituts für Demokratieforschung
Pegida-Anhänger: Überdurchschnittlich viele evangelische Christen?
BERLIN. (hpd) Moment mal: Hatten Sie das in den vergangenen Tagen in den Medien nicht irgendwie anders gelesen? Hieß es da nicht in einer Studie, Pegida-Anhänger seien größtenteils konfessionslos? – Es stimmt beides. Ein Paradebeispiel für die Kunst, mit der Wahrheit zu lügen.
Unter dem Titel “Studie über Pegida-Anhänger: Männlich, über 50, verheiratet, konfessionslos” veröffentlichte das Nachrichten-Portal “Spiegel Online” am 31. Januar 2016 um 11:15 Uhr die Ergebnisse einer neuen Studie des Göttinger Instituts für Demokratieforschung.
Aha: “konfessionslos”. Christliche Kolumnisten haben es schon immer geahnt: Durch den Unglauben wird die Gesellschaft ein böses Ende nehmen. Und hier haben wir ihn, den eindeutigen Beweis dafür, dass das Verschwinden des Glaubens zu einer Verrohung der Sitten führt, gar keine Frage! Oder vielleicht doch …
Schon wenige Stunden nach der Veröffentlichung bei Spiegel Online war die Meldung jedenfalls auf der Homepage der ZDF-Nachrichtensendung heute.de nachzulesen: “Pegida-Anhänger geben vor, das christliche Abendland verteidigen zu wollen - kein Protestmarsch ohne Kreuze. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass die Mehrheit der Pegida-Demonstranten nicht nur konfessionslos ist, sondern den Kirchen sogar misstraut.” Kurz danach titelte die katholische Seite kath.ch triumphierend “Studie: Pegida-Anhänger sind mehrheitlich konfessionslos”. Es ist zu erwarten, dass in den kommenden Tagen und Wochen dank des Spiegel-Online-Artikels weitere Medien die mehrheitliche Konfessionslosigkeit der Pegida-Anhänger in den Fokus ihrer Betrachtungen stellen werden.
Ja stimmt es denn etwa nicht, dass die befragten Pegida-Anhänger mehrheitlich konfessionslos sind? Doch, es stimmt. Allerdings verfälscht die besondere Hervorhebung ausgerechnet dieser Eigenschaft des durchschnittlichen Pegida-Anhängers die tatsächlichen Gegebenheiten. Die Daten der Studie wurden unter den Teilnehmern eines Pegida-Marsches in Dresden erhoben – in einer Stadt und einem Bundesland also, in dem die Bevölkerungsmehrheit konfessionslos ist. Die Aussage “Dresdener Pegida-Anhänger sind mehrheitlich konfessionslos” ist also ähnlich gehaltvoll wie die Meldung “Bayrische Steuerhinterzieher sind mehrheitlich katholisch”.
Aber der Reihe nach:
Der erwähnte Spiegel-Online-Artikel vom 31. Januar wurde verfasst von dem Wissenschaftlerteam des Göttinger Instituts für Demokratieforschung, das die Studie über Pegida-Anhänger erstellt hat. In guter Statistiker-Manier leiten sie den Überblick über die ersten Ergebnisse ihrer noch nicht veröffentlichten Studie mit einer Beschreibung ein, wie sie zu ihren Zahlen kommen:
Am 30. November 2015 hatten die Wissenschaftler des Forscherteams unter 3.500 bis 5.000 Pegida-Demonstranten in Dresden 1.800 Print-Fragebögen mit frankierten Rückumschlägen ausgeteilt. 610 dieser Fragebögen wurden bis Ende Dezember ausgefüllt an die Göttinger Universität zurückgeschickt.
Die Autoren des Artikels betonen, dass ihre Ergebnisse lediglich repräsentativ seien für jene 610 Personen, die an der Demonstration in Dresden teilnahmen und die offenbar bereit waren, ihre Beweggründe hierfür mitzuteilen. “Alles andere zu behaupten, ist durch Expertisen dieser Fasson nicht möglich, schon gar nicht die trompetenhaft postulierte, von Wissenschaftlern dabei höchst skeptisch beurteilte flächendeckende Repräsentativität”, ist im Artikel der Wissenschaftler zu lesen. Früheren Pegida-Studien war unter anderem ihre mangelnde Repräsentativität vorgeworfen worden.
Auch wenn aktuelle Studie also nicht als repräsentativ betrachtet werden kann, ist ein Blick auf die Ergebnisse nicht uninteressant. Die Göttinger Wissenschaftler führen die von ihnen gesammelten Umfrageergebnisse in Hinblick auf das Wählerverhalten der befragten Dresdener Pegida-Anhänger, ihre allgemeine Zufriedenheit und ihr Vertrauen in Institutionen aller Art aus. Ebenso werden die Ergebnisse zur Bildungs- und Beschäftigungsstruktur sowie zur Geschlechts- und Altersstruktur der Befragten präsentiert. In einem Halbsatz heißt es: “die Konfessionslosen überwiegen deutlich.”
Ein ganzer Absatz des Artikels beschäftigt sich damit, dass 77,45 % der Befragten angeben, sie würden AfD wählen, wenn heute Bundestagswahl wäre. Ein weiterer Absatz des Artikels befasst sich damit, dass rund 90 % der befragten Pegida-Anhänger unzufrieden sind mit der real etablierten Demokratie in Deutschland.
Keines dieser Attribute schaffte es jedoch in den Titel des Spiegel-Online-Artikels, kein “Studie über Pegida-Anhänger: Männlich, über 50, verheiratet, AfD-Wähler”, kein “Studie über Pegida-Anhänger: Männlich, über 50, verheiratet, unzufrieden mit etablierter Demokratie”. Stattdessen schaffte es an die prominente Stelle im Titel ein Attribut, das in einem einzigen Halbsatz lapidar dahingeschrieben ist: “konfessionslos”.
Besonders bemerkenswert außerdem: Auf seiner Homepage hatte das Göttinger Institut für Demokratieforschung am Tag, an dem der Spiegel-Online-Artikel erschien, die Ergebnisse seiner Studie ebenfalls vorgestellt. Im Text auf der Homepage wird das Attribut “konfessionslos” unter den übrigen Untersuchungsergebnissen keineswegs besonders hervorgehoben – es wird nicht mal erwähnt.
Wie also gelangte es in den Titel des Spiegel-Online-Artikels?
Auf Nachfrage beim Göttinger Institut für Demokratieforschung wurde dem hpd bestätigt, dass der Titel des Spiegel-Online-Artikels, der das Attribut “konfessionslos” als signifikantes Merkmal des durchschnittlichen Pegida-Anhängers hervorhebt, nicht von dem Wissenschaftlerteam gesetzt wurde, das den Artikel geschrieben hat. Der Titel stammt von der Spiegel-Online-Redaktion.
Dennoch betonte die Geschäftsführende Leiterin des Göttinger Instituts, Dr. Stine Marg, die an der Studie beteiligt war, dass die Aussage, die befragten Pegida-Anhänger seien mehrheitlich konfessionslos, inhaltlich richtig sei. Da diese Aussage im Gegensatz zu anderen Attributen wie “Alter”, “Bildungsstand” etc. weder im Spiegel-Online-Artikel noch auf der Homepage des Göttinger Instituts mit Zahlen belegt ist, bat der hpd um Nennung der konkreten Ergebnisse. Die Auskunft des Göttinger Instituts lautet wie folgt:
Auf die Frage, ob sie einer Kirche oder Religionsgemeinschaft angehören, antworteten von den 610 befragten Teilnehmern der Pegida-Demonstration in Dresden:
60 % nein, konfessionslos
30 % ja, evangelisch
4 % ja, katholisch
1 % ja, andere Religionsgemeinschaften
5 % machten keine Angabe
Ohne jede Frage, die Mehrzahl der befragten Pegida-Anhänger ist konfessionslos. Allerdings – und dies ist der Knackpunkt – müssen diese Zahlen in Relation gesetzt werden zu dem jeweils relevanten Bevölkerungsdurchschnitt.
Laut Dr. Stine Marg kamen von den Befragten nur wenige aus westdeutschen Bundesländern, ein Großteil aus dem Umland von Dresden und rund 40 % der Befragten aus Dresden selbst. Genauere Zahlen wurden dem hpd trotz Nachfrage in diesem Punkt bedauerlicherweise nicht zur Verfügung gestellt.
Gleicht man die Religionszugehörigkeiten der befragten Pegida-Anhänger mit den im Zensus 2011 erhobenen Daten für die Stadt Dresden, den Direktionsbezirk Dresden und das Land Sachsen ab, so stellt man fest, dass dort ein Konfessionslosenanteil von 75–80 % üblich ist, während nur 15–20 % der Bevölkerung der evangelischen und 3–5 % der katholischen Kirche angehören.
Legt man diese Referenzwerte zugrunde, so könnte das Ergebnis einer redlichen Auslegung der Studienergebnisse hinsichtlich der Religionszugehörigkeit allenfalls lauten: Unter den befragten Teilnehmern der Pegida-Demonstration in Dresden finden sich signifikant weniger Konfessionslose (rund 15–20 % weniger) und signifikant mehr evangelische Christen (10–15 % mehr) als im allgemeinen Bevölkerungsdurchschnitt der Region.
Während selbst vermeintliche Qualitäts-Medien bislang offenbar kein Problem damit hatten, den statistisch völlig irrelevanten Aspekt “Konfessionslosigkeit” hervorzuheben, ist bei ihnen vom signifikant erhöhten Anteil evangelischer Christen unter den Pegida-Anhängern nichts zu lesen.
Das ist übrigens auch gut so. Denn noch ist nicht abschließend geklärt, ob es sich hierbei eventuell um einen fehlerhaften statistischen Effekt handelt. Dr. Stine Marg vom Göttinger Institut für Demokratieforschung vermutet hinsichtlich der relativ hohen Anzahl evangelischer Christen unter den Befragten nämlich einen Zusammenhang mit der Methodik der Umfrage. Insgesamt liege das Alter der Teilnehmer dieser Studie höher als bei anderen Pegida-Studien, was vermutlich damit zusammenhänge, dass diesmal handschriftlich auszufüllende und auf dem Postweg zurückzusendende Formulare verteilt wurden. Frühere Umfragen setzten Kenntnisse der Internetnutzung voraus, die bei der jüngeren Generation verbreiteter seien als bei der älteren. Diese Studien führten daher wahrscheinlich zu einem niedrigeren Altersschnitt der Pegida-Anhänger. Auch die jetzt ermittelte relativ hohe Zahl an evangelischen Christen unter den Pegida-Anhängern könnte laut Marg deshalb ein Effekt der gewählten Umfragemethode sein, da ältere Menschen zu größerer Kirchennähe tendierten als jüngere.
Dieselbe statistische und journalistische Sorgfalt wie bei der Auswertung der Ergebnisse zur erhöhten Anzahl evangelischer Christen unter den Pegida-Anhängern wäre auch hinsichtlich der Deutung der mehrheitlichen Konfessionslosigkeit der Pegida-Anhänger wünschenswert gewesen.
Kommentare (16)
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Tolle Forschungsarbeit! Ihr
Tolle Forschungsarbeit! Ihr Artikel zeigt mal wieder sehr eindeutig die geringe
Aussagekraft mancher Statistiken aufgrund eines fehlenden Bezugs auf den Kontext auf.
Gute Arbeit!
Gute Arbeit!
Vielleicht sollte man auch bedenken, dass der typische Homo pegidensis seine liebe Not mit Autoritäten hat. Er misstraut dem Staat, der Presse. Warum nicht auch der Kirche als Institution? Ich korrespondiere hin und wieder mit überzeugten Christen, die durchaus "Abendlandverteidiger" genannt werden wollen, die bewusst aus ihrer Kirche ausgetreten sind und zum "wahren Christentum" übergewechselt sind - der Papierform nach also "konfessionslos".
Aber sowieso finde ich es lächerlich, zu suggerieren, dass konfessionsfreie Menschen die Staatsautorität und die Presse ablehnten, zugunsten eines schwammigen Abendlandes. Was soll denn dieser Blödsinn? Wäre Hitler aus seiner Asche auferstanden und bei Pegida mitmarschiert, hätte er lediglich den Anteil der Katholiken erhöht...
Saubere Arbeit, Daniela!
Saubere Arbeit, Daniela!
Mich würde interessieren, was Spiegel-Online dazu sagt, wie + warum es zu dem Titel kam.
Und sollen doch andere Medien den Unfug ruhig weiterverbreiten; es wird zur Bumerang-Lachnummer werden. Die Antwort mit den katholischen Steuerhinterziehern in Bayern (NRW, Saarland etc.) ist doch geradezu köstlich!
Einen herzlichen Dank an die
Einen herzlichen Dank an die Autorin für diesen Artikel, zeigt er uns doch an einem konkreten Fall, wie Manipulation funktioniert.
Die Mehrzahl der
Die Mehrzahl der konfessionell gebundenen Prostestierenden sind Protestanten - muss wohl so sein. Das erhellt gleich noch den geschichtlichen Bezug: Die beste Verbreitung hat PEGIDA u.a. in den drei mitteldeutschen Ländern Sachsen, Thüringen und S.-Anhalt. Und dort und nirgends sonst passierte folgendes: Reformation, Bauernkrieg, friedliche Königsentmachtung, stürmische Industrielisierung, erster Industriestreik der Crimmitschauer Textilarbeiter, Niederringung des SED-Regimes, Gründung PEGIDA.
Die Herausstellung der
Die Herausstellung der "Konfessionslosen" in der Schlagzeile von ZDF/SPON hat natürlich - wie der Schwabe sagt - ein "Gschmäckle".
Nicht vergessen werden sollte hier allerdings, dass aus journalistischer Sicht dies durchaus Sinn ergibt: Dass die Mehrheit der "Verteidiger des christlichen Abendlands" konfessionslos sind, ergibt natürlich durch den offensichtlichen Widerspruch eine bessere Schlagzeile als dass die Mehrheit AfD-Wähler sind (ohne offensichtlichen Widerspruch).
Natürlich sollte im folgenden Nachrichtentext von ZDF/SPON die Schlagzeile ebenso relativiert werden, wie dies dankenswerterweise Frau Wakonigg hier getan hat.
Wenn man sich mit der
Wenn man sich mit der Geschichte Luthers und Sachsens befasst wird klar, warum diese Gegend protestandisch ist. Das Könighaus unter Friedrich dem Weisen ( der Beiname, weil er klug war ) ist zu Luthers Zeiten zum Protestantismus gewechselt und damit auch sein Volk, wie es damals üblich war. August der Starke ist aus Eigennutz wieder katholisch geworden, weil er König von Polen werden wollte und das dazu eine Grundvoraussetzung war. Er hat aber als kluger Regent das Volk nicht zur Umkehr gezwungen. Deshalb ist Sachsen im Allgemeinen Protestantisch. Nur ein Teil der Sorben (zu dem auch Tillich gehört) sind seit jeher katholisch. Der andere Sorbenteil, die Wenden, sind meist protestandisch und werden bis heute nicht richtig anerkannt. Die Anzahl der Katholiken in Sachsen hat nach dem 2. Weltkrieg durch die meist katholischen Vertriebenen und nach der Wende durch Zuzug aus dem Westen zugenommen. Die Kirchenzugehörigkeit ist im Osten nicht nur durch die DDR-Zeit, sondern auch durch den allgemeinen Frust durch die seit 25 Jahren immer noch großen Benachteiligungen zurück gegangen.
Wenn die Frage der
Wenn die Frage der Kirchenzugehörigkeit bei politischen Bewegungen aufschlussreich sein soll, muss uns viel mehr beunruhigen, dass von allen Nazis erwiesenermassen zwischen 95% und 100% kirchenzugehörige Christen waren.
Ebenso beunruhigend muss dann auch sein, dass die grosse Mehrheit der deutschen Regierung Deutschland immer noch als christlich geprägtes Land sieht und die Kirchen mit jährlich über diverse Kanäle mit über 1 Mia. Euro mitfinanziert.
Immerhin hätten wir dann eine Erklärung für den virulent vorhandenen Antisemitismus.
Oje, bei Ihrer Linie der
Oje, bei Ihrer Linie der Argumente bekommen selbst hartgesottene Verschwörungstheoretiker Bauchschmerzen.
Es ist - wie Sie richtig
Es ist - wie Sie richtig erkannt haben - eine klare Argumentationslinie. Das hat nichts mit einer Verschwörungstheorie. Das überlasse ich denen, die alles besser wissen.
Die Statistik ist jedem zu
Die Statistik ist jedem zu willen, der sie zu biegen versteht, und sie betrügt jeden, der sie nicht zu lesen versteht.
Frau Wakonigg hat sehr gut beschrieben, wie viele Aspekte zu berücksichtigen sind, bevor aus so einer Statistik Schlüsse gezogen werden dürfen. Leider sind vielen Journalisten und Redakteuren packende Schlagzeilen wichtiger als seriöse Analysen.
Man darf vermuten, dass Pegida-Demonstranten tendenziell eher Menschen sind, die etablierten Obrigkeiten kritisch gegenüberstehen - ob das jetzt Parteien oder Kirchen sind. Das wird auf der Homepage des Göttinger Instituts für Demokratieforschung auch gut belegt.
Was das schweizer katholische medienzentrum betrifft: Es ist ganz natürlich, dass es sich in der Analyse eher auf den religiösen Aspekt konzentriert. "Triumphierend" finde ich die Überschrift nicht. Sie ist - sei es aus Absicht oder aus Unwissenheit - grob irreführend und eine Diskriminierung derjenigen Konfessionslosen, die mit Pegida nichts am Hut haben wollen. Der restliche Artikel ist ganz brauchbar.
In diesem Zusammenhang auch
In diesem Zusammenhang auch interessant:
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/putin-orban-und-afd-rechte-christen-finden-politische-heimat-14043650.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
Unsaubere Arbeit.
Unsaubere Arbeit.
Es ist natürlich völlig legitim, über die unsaubere Arbeit der "vermeintliche Qualitäts-Medien" zu berichten, dann sollte man allerdings selbst auch darauf achten, dass man Prozente und Prozentpunkte auseinanderhalten kann.
Auch sollte man sich fragen, warum man einerseits schreibt, dass "signifikant mehr evangelische Christen" bei Pegida sind, andererseits aber schreibt, dass "nicht abschließend geklärt [ist], ob es sich hierbei eventuell um einen fehlerhaften statistischen Effekt handelt". Signifikanz ist kein Füllwort sondern hat eine Bedeutung und die beiden aussagen widersprechen sich.
Ich sehe nicht, dass sich die
Ich sehe nicht, dass sich die beiden Aussagen ausschließen. Solange das Signifikanzniveau größer Null ist kann auch ein signifikanter Zusammenhang trotzdem auch Zufall sein.
Auch können sich ja Fehler ins Studiendesign selbst eingeschlichen haben die man nicht berücksichtigt hatte welche zu einer signifikanten Verzerrung führten. Es könnte zum Beispiel sein, dass evangelische Christen, vielleicht weil sie ein höheres Sendungsbewusstsein haben, mit einer Ws. von 70% Fragebögen ausfüllen und konfessionslose nur zu 10%. Das hätte man dann halt berücksichtigen müssen.
Also ich sehe das als gute wissenschaftliche Vorsicht immer auf die Möglichkeit des Irrtums hinzuweisen.
Leider haben Sie das Problem
Leider haben Sie das Problem nicht erkannt. Mir ging es hauptsächlich um die Verwechslung von Prozenten und Prozentpunkten. Wenn 15-20% der Gesamtbevölkerung evangelisch angehaucht sind bei Demonstrationen 30% evangelische Christen mit marschieren, dann ist die Quote an evangelischen Christen bei Demos um 10-15 Prozentpunkte oder um 50 – 100% erhöht.
Zum Thema Signifikanz und Signifikanzniveau. Natürlich kann im wissenschaftlichen Bereich auch ein signifikantes Ergebnis ein Produkt des Zufalls sein. Je geringer das Signifikanzniveau, desto geringer die Wahrscheinlichkeit dafür. In diesem Zusammenhang ist dies allerdings wenig sinnvoll. Durch Ihre Wortwahl wird erst suggeriert, dass ein Zufall ausgeschlossen wird um dann im nächsten Satz das Gegenteil ins Spiel zu bringen. Ich will nicht sagen, dass dies falsch ist, es ist einfach nur ein schlechter Schreibstil.
Entlarvender Artikel
Entlarvender Artikel
Ich finde keines der erwähnten Prädikate bemerkenswert. Die Hervorhebung des konfessionslos ist auf eine einfache aber dumme Logik zurückzuführen: Weil die PEGIDA vorgibt das christliche Abendland zu verteidigen, vermeint man sie mit Konfessionslosigkeit der Heuchelei überführen zu können, was genauso ein Trugschluss wäre hervorzuheben: "AfD sieht sich als demokratische Partei. 70% sind mit der etablierten Demokratie unzufrieden" Wenn die Leute davon reden die Islamisierung zu verhindern und selbst konfessionslos zu seien, erkennen sie sicherlich die geistigen Grundlagen an, die das Christentum uns gewiss gegeben hat, allerdings sind diese Dinge inzwischen auch säkularisiert. Man muss nicht mehr an Gott gluaben, um diese Werte auch zu teilen oder zumindest deren Einfluss anzuerkennen. Genauso wenig wie die Unzufriedenheit mit der etablierten Demokratie ein Indikator für Demokratiefeindlichkeit ist oder vielmehr nach der Wunsch anderer ggf. besserer Demokratischer Organisation, was im Übrigen auch eine alte Kritik der Linken ist, die die Demokratie nämlich genauso als Interessenverein einer volksfremden eigennützigen Kaste hält und das schon seit Rousseau.
Das PEGIDA-Anhänger mehrheitlich die Position der AfD teilen ist nun beileibe keine Überraschung.