Klimaprotestbewegung "Extinction Rebellion"

Rebellion gegen das Aussterben

Einblicke in ihre junge Bewegung und die von ihr für Oktober geplante große Rebellion gaben gestern Aktivisten der Klimaprotest-Organisation "Extinction Rebellion" in Berlin.

Gegen das Aussterben zu rebellieren ist das Ziel der Bewegung "Extinction Rebellion". Gemeint ist sowohl das derzeit stattfindende Massenaussterben von Pflanzen und Tieren als auch das mögliche Aussterben der Menschheit in Folge des Klimawandels.

"Extinction Rebellion" wird gelegentlich als radikalere Schwester der "Fridays for Future"-Bewegung bezeichnet. Tatsächlich entstanden beide Klimaprotestbewegungen im vergangenen Jahr etwa zeitgleich. Allerdings kann das Label "radikal" leicht missverstanden werden. "Extinction Rebellion" wendet keine Gewalt an, im Gegenteil, die Bewegung definiert sich ausdrücklich als gewaltfreies Netzwerk. Radikaler als Fridays for Future ist die Bewegung trotzdem. Mit "zivilem Ungehorsam" und "friedlichen Blockaden" verleihen sie ihrem Protest gegen umweltschädliche Politik Ausdruck. Ihre Blockaden an wichtigen Verkehrsknotenpunkten gingen in den vergangenen Monaten durch die Medien. Nach eigenen Angaben ist die dezentral organisierte Graswurzel-Bewegung derzeit bereits in 50 Ländern aktiv und unterhält allein in Deutschland über 80 Ortsgruppen.

Gestern stellte Extinction Rebellion Deutschland in Berlin ihr frisch erschienenes Rebellions-Handbuch vor:  "Wann, wenn nicht wir* – ein Extinction Rebellion Handbuch". Ein Buch, das Fakten über bereits sichtbare Folgen der Klimakrise aufzeigt, zum Handeln aufruft und dabei ganz konkrete Empfehlungen gibt "wie sich das Rebellieren organisieren lässt: Von der gewaltfreien Kommunikation über das Errichten von Straßenblockaden bis hin zum Kochrezept für mehrere hundert Menschen."

Für den Oktober plant "Extinction Rebellion" weltweite Proteste und Blockaden, um ihrem "Aufstand gegen das Aussterben" Nachdruck zu verleihen, und um "die alltäglichen Routinen, die unsere Lebensgrundlagen zerstören" zu blockieren. Neben Berlin stehen auch Amsterdam, London, Paris und New York im Zentrum des friedlichen Aufstandes.

Kommentare (4)

Leon Paysan (nicht überprüft)

Fr. 6 Sep 2019 - 15:22

Es steht jedem frei eine Demonstration für oder gegen was auch immer anzumelden und durchzuführen.
Wenn man allerdings vor hat Unterstützung für sein Anliegen zu bekommen, ist es nicht sehr klug, denen zu schaden, deren Unterstützung man möchte.
Vor Straßenblockaden und ähnlichem kann ich daher nur warnen. Wenn man den glühenden Hass der Deutschen auf sich ziehen möchte, dann ist eine Straßenblockade genau das richtige. Erreichen kann man damit nichts als Trotz.

Ich demonstriere lieber, ohne andere zu blockieren, friedlich für das freiwillige Aussterben der Menschheit.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Fr. 6 Sep 2019 - 19:23

Recht so! Es ist nicht kurz vor, es ist zwölf.
Es wird aber wieder heißen, "Straßenblockaden" sind Gewalt gegen 'die freie Fahrt der Bürger'.

David Z (nicht überprüft)

Sa. 7 Sep 2019 - 12:15

Demonstrieren die tüchtigen Aktivisten auch vor den Botschaften Chinas, Indiens und den USA?

Irrational-religiöse Hysterie in wohlfeiler Endzeitstimmung. Belustigend und erschreckend zugleich.

Andrea Pirstinger (nicht überprüft)

Mo. 9 Sep 2019 - 01:33

Warten wir ab, ob sich diese z.Zt. JUNGEN Menschen in Zukunft auch ihrer jetzigen Forderungen gemäß VERHALTEN werden.

Ich behaupte: ein Großteil dieser jetzt jungen Menschen wird in Zukunft vom Idealismus zum Realismus wechseln.

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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