Religionen

Regensburger Dom

Bistum Regensburg: Zynische Rhetorik, volle Kassen – und keine Entschädigung für Missbrauchsopfer

Der Umgang der Kirche mit den Opfern sexualisierter Gewalt ist ein Skandal ohne Ende: Vertuschung, Verweis auf Verjährung, Zuständigkeitsstreitigkeiten – die Palette der Abwehrstrategien ist bekannt. Doch das Bistum Regensburg erweitert das Repertoire nun um eine neue Facette: Mit dem Hinweis auf angeblich leere Kassen verweigert es dem Missbrauchsopfer Matthias Podszus eine angemessene Entschädigung. In einem Schreiben der Bistumsanwälte wird das Vorgehen als "christliches Entgegenkommen" bezeichnet – blanker Hohn für den Betroffenen.

Der gläserne Sarkophag von Carlo Acutis

Zur Heiligsprechung an diesem Sonntag

Carlo Acutis – Mamas Heiliger und die kirchliche Mythosmaschine

Die Heiligenverehrung ist ein Markenzeichen der katholischen Kirche. Sie bietet den Gläubigen Identifikationsfiguren und moralische Vorbilder. Doch die Zahl der Heiligen ist längst so groß, dass selbst die Kurie kaum noch den Überblick behält – nicht zuletzt, weil die letzten Päpste die Heiligsprechung nahezu inflationär betrieben haben. Nun soll Carlo Acutis, der erste Heilige der Generation der Millennials, offiziell kanonisiert werden. Das freut vor allem seine Mutter – wirft aber auch kritische Fragen auf. Wo endet die Verehrung und beginnt die Leichenfledderei?

Flammenwerfer (Symbolbild)

Die Glaubenskriegerin von Texas

Eine republikanische Kongresskandidatin aus Texas sorgt mit einem Koran-Verbrennungsvideo für internationale Empörung. Valentina Gomez inszeniert sich als Kämpferin gegen Islam, LGBTQ und Migration – und nutzt religiöse Rhetorik, um Hassbotschaften zu verbreiten. Ihre Aussagen stehen exemplarisch für eine radikalisierte Strömung innerhalb der US-Republikaner, die christlichen Fundamentalismus mit politischer Hetze verbindet.

Warum Menschen auch ohne Religion gut sein können

Anfang der Woche erschien im Hamburger Abendblatt ein Meinungsbeitrag unter dem Titel "Warum Religion unverzichtbar ist". Darin beschwört der Autor, der sich nach eigenen Angaben ehrenamtlich im interreligiösen Dialog engagiert, etwa bei der Kampagne "Muslime für Frieden", die vermeintlich positiven Effekte religiöser Indoktrination. Eine Gegenrede.

Darstellung des gekreuzigten Jesus

Internationaler Gedenktag an Opfer der Gewalt durch Religion und Weltanschauung

Denkt an die Opfer – aber auch an die Täter

Der Gedenktag zum Schutz religiöser Minderheiten ist den deutschen Bischöfen Anlass für einen engagierten Appell. Und uns Anlass für einen Aufruf – dass sich die Bischöfe dabei gern auch selbst bespiegeln sollten. Ein Kommentar.

Rainer Maria Woelki

Kritik an Woelkis Priester-Kaderschmiede

Parallelstruktur in der theologischen Ausbildung

Nicht nur die Kirchenmitglieder kehren der Kirche in Scharen den Rücken. Auch interessieren sich junge Menschen immer weniger für das Theologiestudium. Und um die verbleibenden Interessentinnen und Interessenten streiten sich auch noch Hochschulen und Kirche: Das Bistum Köln macht der benachbarten Universität Bonn mit einer eigenen Bildungseinrichtung Konkurrenz.

 Chorfresko mit der Krönung Mariens

Der DGB plant den Schulterschluss mit der katholischen Kirche

Mariä Himmelfahrt: Feiertagsglück für alle Bayern?

Die Frage nach den Feiertagen sorgt in Deutschland regelmäßig für Diskussionen. Arbeitgeber klagen über zu viele arbeitsfreie Tage, Arbeitnehmer hingegen hätten gern mehr. Bayern liegt dabei traditionell vorne: In den katholisch geprägten Regionen werden 13 gesetzliche Feiertage begangen – so viele wie in keinem anderen Bundesland. Jetzt sorgt der bayerische Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Bernhard Stiedl für Aufsehen: Er will den 15. August, Mariä Himmelfahrt, in ganz Bayern zum Feiertag machen.

Magische Steine und magisches Kreuz

Kirche versus Hexen und Magier

Exorzisten warnen vor Esoterik

Es gibt kirchlich anerkannte Teufelsaustreiber. Diese sind sogar weltweit im Verband organisiert, in der Internationalen Vereinigung der Exorzisten (AIE). Die Geisterjäger warnten kürzlich vor esoterischen Wahrsagern und vor Hexenfesten um die religiösen Feiertage herum. Die selbsternannten Teufelsweiber, Zauberer und Hellseher würden die Menschen nur verwirren.

Sichtung einer isolierten Gruppe beim Über­fliegen des brasilia­nischen Bundesstaates Acre (2012)

Wie christliche Missionare das Überleben indigener Völker im Amazonas bedrohen

Gnadenlose Missionierung im Regenwald

Die Geschichte der Missionierung indigener Völker ist eine Chronik von Leid, Tod und kultureller Auslöschung. Seit Jahrhunderten dringen christliche Missionare in noch unberührte Regionen der Erde vor, um ihre Botschaft zu verbreiten – und gefährden damit Leben und Traditionen der dort lebenden Gemeinschaften. Heute, im 21. Jahrhundert, setzen sie diese Praxis fort – oft im Verborgenen, unter Missachtung staatlicher Schutzgesetze und getrieben von einem Sendungsbewusstsein, das sich kaum von kolonialem Eroberungsdrang unterscheidet.