"Organisierte Konfessionsfreie" als eigene Gruppe eingeführt

Der Religionswissenschaftliche Medien und Informationsdienst (REMID) hat in seiner jüngsten Statistik die "Organisierten Konfessionsfreien" als eigene Gruppe eingeführt. Damit trennt sich REMID vom Begriff der "Religionslosen" einerseits und unterscheidet zudem in Menschen "ohne Zuordnung" und "organisierte Konfessionsfreie".

Nach den gestern veröffentlichten Zahlen werden 25,5 Millionen Bürger von REMID keiner Religionsgemeinschaft zugeordnet, 0,4 Mio werden als "Organisierte Konfessionsfreie" erfasst. Damit ist diese Gruppe mit 31,4 % Bevölkerungsanteil auch nach REMID-Angaben die größte innerhalb der deutschen Bevölkerung.

Screenshot aus REMID-Rundbrief
Screenshot aus REMID-Rundbrief

Kommentare (7)

Norbert Schönecker (nicht überprüft)

Fr. 17 Feb 2017 - 12:37

Man könnte die Statistik natürlich auch so deuten, dass die Christen insgesamt über 60% der Bevölkerung stellen. Tendenz sinkend.
Wirklich wichig erschiene es mir aber, bei den Muslimen zwischen Schiiten und Sunniten zu trennen, von Aleviten ganz zu schweigen. Da gibt es weit mehr Unterschiede als zwischen Katholiken und Protestanten. Nicht nur was die Lehre betrifft, sondern viel mehr beim Verhältnis zueinander.

Walter PP (nicht überprüft)

Sa. 18 Feb 2017 - 13:12

Antwort auf von Norbert Schönecker (nicht überprüft)

Wichtiger als die 5,5 % dem Islam zugerechneten noch feiner aufzudröseln wäre mir, dass in solchen Grafiken nach Größe sortiert dargestellt würde. Dann wäre erstens die Botschaft klarer, wie die Rangfolge ist, und zweitens würden nicht unterschwellig die "nicht Zugeordneten" weiterhin wie unter "ferner liefen" geführt. Es wäre übrigens hier auch präziser, nicht von "Christen" zu sprechen, sondern von z. B. "kirchlich Organisierten". Der Anteil an "Christen" im Sinne von "Gläubigen" dürfte nämlich erheblich niedriger sein (wie auch bei "Muslimen").

Norbert Schönecker (nicht überprüft)

So. 19 Feb 2017 - 17:49

Antwort auf von Walter PP (nicht überprüft)

S.g. Walter PP!

Erstens: Die "nicht Zugeordneten" sind eine reichlich inhomogene Gruppe. Sie sind nicht nur nicht zugeordnet, sondern auch weitgehend nicht zuordenbar. Es finden sich hier auch viele Menschen, mit deren Weltanschauung Sie sicher nicht in Verbindung gebracht werden wollen.

Zweitens: Es mag sein, dass es unter den gezählten Katholiken auch viele nicht-Gläubige sind. Andererseits gibt es unter den "nicht Zugeordneten" auch viele Christen, die sich die Kirchensteuer ersparen wollen oder mit der Kirche, keineswegs aber mit Christus und dem Evangelium unzufrieden sind. Welche der beiden Teilgruppen größer ist, kann ich nicht abschätzen.

Martin Mair (nicht überprüft)

Fr. 17 Feb 2017 - 16:33

Wenn schon müsste es religionsFREI heißen ... ;-)

Horst Groschopp (nicht überprüft)

Sa. 18 Feb 2017 - 14:36

Ich habe mir die Berechnungsgrundlage für die 0,4 % organisierten Konfessionsfreien angesehen und mit meinen über die Jahre gesammelten Zahlen verglichen. Ergebnis: Was für ein Aufschwung! (Achtung: Ironie) Den HVD unter die organisierten Konfessionsfreien zu rechnen, mag ja dem aktuellen Selbstverständnis des HVD entsprechen, nicht aber Art. 140 GG iVm Art. 137,7 WRV, nach dem der HVD praktisch handelt. Weltanschauungsgemeinschaften sind den Religionsgesellschaften gleichgestellt, woraus sich ihr formaler "konfessioneller" Charakter ableitet, woraus sich nicht ergibt, den HVD zu einer "religiösen" Gemeinschaft zu rechnen, also eine, sagen wir mal gut gemeint, eigene 0,2 % Kategorie.

Axel (nicht überprüft)

So. 19 Feb 2017 - 22:43

0,4 Mio "organisierte" Konfessionsfreie ist ein bisschen überraschend. Schaut man sich die Zahlengrundlagen unter http://remid.de/info_zahlen/konfessionsfreie/ an, wird es mysteriöser: Alle gelisteten Organisationen haben wenige tausend Mitglieder. Nur der HVD hat mit 21.000 Mitgliedern mehr als 10.000.
Wie kommt man auf 0,4 Mio? Indem das "Umfeld" mitgerechtnet wird, und da kommt der HVD (nach eigenen Angaben) auf 300.000. Ob und wie man bei diesen 300.000 von organisierten Konfessionsfreien sprechen kann ist fragwürdig. Auch werden wohl 27.000 "Linksextremisten" mit dazu gezählt.
Insgesamt könnte man also auch statt 400.000 von 75.000 "organisierten" Konfessionsfreien sprechen.

Horst Groschopp (nicht überprüft)

Mo. 20 Feb 2017 - 12:21

Antwort auf von Axel (nicht überprüft)

Was und wem nützt es, die Mitgliederzahlen auf 75.000 hochzuschätzen? Das verklärt den Blick auf die wirkliche Organisationslage. Die Angabe von 300.000 Kunden des HVD allein in Berlin-Brandenburg ist eine gewichtige und wohl richtige Zahl. Sie belegt die Bedeutung des HVD in der Berliner Gesellschaft (Kindertagesstätten, Schulfach Lebenskunde, Sozialarbeit …). Sie alle zu den „Konfessionsfreien“ zu rechnen ist unseriös. Zu den Kunden zählen auch Kirchenmitglieder. Im HVD sind die Mitgliedschaftskritierien nicht bundeseinheitlich; am weitesten gefächert in Berlin-Brandenburg: „ordentliche“, „außerordentliche“, „korresponierende“, „kooperative“, „Freiwillige und Ehrenamtliche, die zeitweise in einzelnen Bereichen des Verbandes tätig werden“ „durch einfache Erklärung“, Mitglied per Teilnahme an der Jugendfeier (falls kein Widerspruch erfolgt) bzw. Abschluss einer Patientenverfügung (wenn gewünscht) und „Ehrenmitglieder“. Die Vorgängerorganisation des HVD BB in der Weimarer Republik, der "Schmorverein", also die Bestattungskasse als Teil des DFV, hatte auf ähnliche Weise 600.000 Mitglieder. Das ist doch OK und zeigt nur, wie nützlich es ist, praktische Angebote zu haben, schon wegen des Zugangs zur lebensweltlichen Realität. Wie das mit dem Problem der "Konfessionsfreien" zusammenhängt, erschließt sich nicht direkt, gehört eher zur Verbandslyrik.

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