USA

Republikaner beschimpft Kollegen als "lügenden Homosexuellen"

PA State Representative Daryl Metcalfe
PA State Representative Daryl Metcalfe

Viele US-amerikanische Republikaner sehen Homosexualität ja meistens eher kritisch. Ein Politiker nannte seinen offen homosexuellen Kollegen nun einen "lügenden Homosexuellen" in einem Facebook-Post. Nicht das erste Mal, dass der Ultrakonservative durch Homophobie auffällt.

Rep. Daryl Metcalfe ist ein Abgeordneter im US-Bundesstaat Pennsylvania. Seinen Facebook-Post veröffentlichte er am vergangenen Freitag (21. April). Der Grund: Der Demokrat Brian Sims aus Philadelphia ist offen schwul. Metcalfe glaubt laut Associated Press, dass dies ein "unmoralisches Verhalten" sei. Daher habe er die Sexualität Sims' angegriffen.

Die beiden Abgeordneten geraten schon seit Jahren immer wieder aneinander. Sims nannte seinen Kontrahenten bereits "Rep. Snowflake McRacist" auf Twitter. Außerdem wirft er Metcalfe vor, sich immer als Opfer darzustellen, wenn er Widerstand erfährt.

Nachdem im Juni 2013 das oberste Gericht das Ehe-Verteidigungsgesetz als verfassungswidrig deklarierte, sollte Sims im Parlament von Pennsylvania eine Rede halten. Metcalfe war einer derjenigen, die dies verhinderten. Seine Begründung: "Ich glaubte nicht, dass ich in meiner Position jemanden wie ihn davon abhalten muss, Sachen zu sagen, die eine ultimative Rebellion gegen das Wort Gottes und gegen Gottes Gesetze ist."

Im vergangenen Jahr sorgte der konservative Politiker außerdem für Aufsehen, als er während einer Rede vom Sprecher am Arm berührt wurde. "Ich bin ein Heterosexueller. Ich habe eine Ehefrau, ich liebe meine Ehefrau. Ich mag Männer wie dich nicht, die nicht aufhören mich anzufassen. Behalt deine Hände bei dir. Wenn du jemanden anfassen willst, dann such dir einen von deinem Ufer, der das vielleicht mag. Ich mag das nicht." Der Sprecher war sein Kollege Matthew Bradford. Übrigens auch heterosexuell.

Kommentare (8)

Kay Krause (nicht überprüft)

Di. 24 Apr 2018 - 13:41

Eines dürfte klar sein: so, wie andernorts mit Hilfe der Religion , um Wählerstimmen gekämpft wird, so wird hier die Abneigung zu Homosexuellen für den selben Zweck eingesetzt! Diesen machtgeilen, bigotten, heuchlerischen,meist konservativen und obendrein auch noch katholischen(!)
Scharlatanen ist wahrlich nichts heilig, sondern in der Tat jedes Mittel recht, um an die Macht zu kommen!

Klaus Bernd (nicht überprüft)

Di. 24 Apr 2018 - 13:48

Ich kann mir nicht helfen, aber die Theorie scheint mir immer plausibler:
Derart auf Krawall gebürstete Homophobie scheint mir ein Zeichen für unterdrückte Homosexualiät zu sein. Die religiöse und/oder soziale Indoktrinierung verhindert den „normalen“ Umgang mit der Homosexualität, also suchen sie den Kontakt mit Homosexuellen über Gewalt, Beschimpfung oder wie vor Kurzem beim hpd berichtet, über das Angebot, die Homosexualität „heilen“ zu können. Ein weiteres Anzeichen scheint, wie in diesem Fall, die vollkommen unangemessene, überzogene Reaktion auf eine harmlose Geste, die als sexuelle Annäherung überinterpretiert wird. „ich bin heterosexuell…“ als müsse er sich dessen immer wieder selbst versichern; und auch die Bestätigung durch die allerhöchste Authorität, Gott und Gottes Wort, muss ständig zur Absicherung der Lebenslüge bemüht werden. Ähnlich gelagert, der Fall des Imam, der - wie ebenfalls im hpd berichtet - sich von einem glattrasierten männlichen Gesicht sexuell angezogen fühlt, das er zu einem nahezu primären weiblichen Geschlechtsmerkmal umdeutet. Der Fall der vergewaltigten lesbischen Rockerin scheint umgekehrt gelagert: Das männliche Aussehen weckt die sexuelle Lust, dass sie in Wirklichkeit eine Frau ist, dient als Alibi.
Wäre das nicht ein Ansatz für eine Studie ? Oder gibts die schon ?

Diese immer wieder mal auftauchende Reaktion auf Homophobie halte ich für völlig unsinnig. Die scheint es mir doch lediglich dazu zu dienen, den homophoben Gegner mit bescheuerten Unterstellungen zu provozieren und seinerseits peinlich zu berühren. Und das auf Kindergartenniveau mit symbolisch hochgehaltenem Spiegel: "Ätsch! Selber!"

Ich will ja unterdrückte homosexuelle Neigungen, die in Homophobie ihren Ausdruck finden, nicht generell ausschließen. Das wird aber meines Erachtens sicher nicht der Regelfall sein. Der obige "Selber schwul!"-Reflex ist doch keine vernünftige argumentatative Gegenwehr zu solch ekelhaft zur Schau getragener Homophobie!

Deine beiden Abschlussfragen geben eine Ahnung davon, wie unsicher Du Dir Deiner Mutmaßungen selber bist. Ich hätte lieber selber erstmal recherchiert, ob es solche "Studien" gibt, oder ob es sich vielleicht bei solchen Annahmen bloß um tradiertes Reflexgeschwätz handelt, bevor ich aus voller Überzeugung einen solchen Absatz verfasse und dann diese beiden Fragen vorsichtig hinten anhänge.

Klaus Bernd (nicht überprüft)

Mi. 25 Apr 2018 - 13:47

Antwort auf von René (nicht überprüft)

Ich möchte Sie daran erinnern, dass ich lediglich einen Kommentar geschrieben habe und keinen Beitrag, von dem auch ich erwarte, dass er sorgfältig recherchiert wird. Ich hatte auch nicht die Absicht, Ihrem Anspruch auf vernünftige argumentative Gegenwehr gerecht zu werden (was soll die an dieser Stelle ? meinen sie diese Leute lesen den hpd ?), sondern habe nur darauf hingewiesen, dass mehrere kürzlich im hpd geschilderte Fälle n.m.M. mit unterdrückten homosexuelle Neigungen zu erklären wären. Von einem "selber schwul!"-Reflex kann also keine Rede sein; diese Behauptung werte ich als provokative Unterstellung Ihrerseits.

Ich bitte um Verzeihung. Ich wollte _Ihnen_ nicht zu nahe treten. Diese Reaktion auf meine, zugegeben etwas direkte, Kritik ist doch mindestens interessant. ;o)

Feindseeligkeit gegenüber Homosexuellen lässt sich nur durch "unterdrückte homosexuelle Neigungen erklären", wenn
- die betreffende Person näher bekannt ist und psychisch entsprechend eingeschätzt werden kann, oder
- die Person in anderen bekannten Fällen homosexuelle Handlungen gezeigt hat.
Ansonsten halte ich es, wie oben schon von mir behauptet, für eine leere Annahme ohne logische Grundlage.

Sie müssen mich an nichts "erinnern", denn ich habe im hiesigen Zusammenhang nichts vergessen. Sie müssen auch nicht über meine Ansprüche spekulieren. Ebenso weiß ich nicht, ob "diese Leute" hpd lesen, und das tut auch gar nichts zur Sache. Ich reagiere auf Texte, die hier eingestellt werden, seien es Artikel oder Kommentare. Und natürlich erwarte ich, dass diese Texte hier eingestellt wurden, weil sie so gemeint sind, und nicht vom Autoren selbst für minderqualitativ gehalten werden.

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