Ist die Erde rund, flach oder hohl und was haben die Nazis damit zu tun?

Verschwörungstheorien auf dem Prüfstand

Giulia Silberberger, Moderator Nicolai Tegeler (v.l.n.r.)
Giulia Silberberger, Moderator Nicolai Tegeler (v.l.n.r.)
Die Amadeu-Antonio-Stiftung stellt sich kurz vor
Die Amadeu-Antonio-Stiftung stellt sich kurz vor
Tobias Geissler
Tobias Geissler
Tobias Geissler
Tobias Geissler
Hans Pfeufer
Hans Pfeufer
Eric Siegert
Eric Siegert
Eric Siegert
Eric Siegert
Die "Besorgte Bürgerin" Franziska von Kempis
Die "Besorgte Bürgerin" Franziska von Kempis
Die "Besorgte Bürgerin" Franziska von Kempis, Eric Siegert, Hans Pfeufer, Tobias Geissler, Giulia Silberberger, Moderator Nicolai Tegeler (v.l.n.r.)
Die "Besorgte Bürgerin" Franziska von Kempis, Eric Siegert, Hans Pfeufer, Tobias Geissler, Giulia Silberberger, Moderator Nicolai Tegeler (v.l.n.r.)
Tobias Geissler, Franziska von Kempis, Eric Siegert, Hans Pfeufer, Giulia Silberberger (v.l.n.r.)
Tobias Geissler, Franziska von Kempis, Eric Siegert, Hans Pfeufer, Giulia Silberberger (v.l.n.r.)

BERLIN. (hpd) Am Samstag gab es die erste einer geplanten Serie von Veranstaltungen, mit der die Macher hinter dem Goldenen Aluhut über Verschwörungstheorien aufklären wollen. Das wird nicht bierernst vorgetragen – auch wenn das Thema sehr ernst ist – sondern eher mit dem Ansatz der Science Busters: "Lachen hilft beim Denken."

Der Heimathafen Neukölln platze aus allen Nähten: Mit diesem Ansturm hatten wohl weder Veranstalter noch Besucher gerechnet. Es mussten gar Interessenten weggeschickt werden. Die Webseite und vor allem die Facebookseite und der Twitter-Account der Gruppe um Giulia Silberberger ist vielen Skeptikern und Aufgeklärten wohlbekannt. Denn gerade auch in den sozialen Netzwerken toben sich Verschwörungstheoretiker aller Couleur herum und aus. Gegen diesen Unfug, der von viel zu vielen geglaubt wird, sind die "Goldenen Aluhüte" angetreten.

Den ersten Vortrag der ersten Veranstaltung hielt Tobias Geissler. Der Facebook-Chef des Aluhuts sprach über Reptiloide, wer das ist, wie man sie erkennt und was die mit der Hohlerde und den Nazis zu tun haben. Geissler kennt sich in den Verschwörungstheorien sehr gut aus, fast zu gut: Er könnte – wenn der Rahmen ein anderer wäre – selbst als deren Vertreter durchgehen, so ernsthaft bringt er den hanebüchensten Unfug herüber.

Der Physiker Hans Pfeufer hingegen war ernsthafter und erklärte mit ein bisschen Mathematik, dass und wieso die Erde weder flach noch hohl sein kann. Interessant übrigens, dass diese Thema viele im Saal umtreibt: Beim abschließenden Podiumsgespräch musste er die meisten Publikumsfragen beantworten.

Leider ein wenig zu lang geriet der Vortrag von Eric Siegert. Er sprach über die Gefahren der "Filter Bubble", die sich aus den Algorithmen der sozialen Netzwerke, insbesondere Facebooks, ergeben. Man meint, weil man nur das Zeug liest, dass einem genehm ist, dass die Welt so ist, wie man sie von Facebook vorgezeigt bekommt. Wer einmal in dieser Filterblase verschwunden ist, findet nur schwer wieder heraus. Das betrifft auch Menschen, die sog. "Alternativmedien" für seriöse Nachrichtenquellen halten und so Kopp-Verlag, rt-deutsch oder Ken-FM auf den Leim gehen.

Genau diesem Thema hat sich auch die "Besorgte Bürgerin" Franziska von Kempis verschrieben. Sie zeigte ein paar Methoden auf, wie Facebook-User mit dem Netzwerk umgehen können: Nicht jeden Mist glauben und teilen. Man nennt, was sie vorstellte, auch Recherche. Und – als selbst Facebook-Nutzer weiß ich, wie bitter nötig es wäre – wenn sich jede und jeder an die einfachsten Grundregeln halten würde, die von Kempis aufstellte: Schaut auf die Quellen, checkt, ob irgend ein anderes Medium das Gleiche meldet. Prüft, wie alt die Nachricht ist und lest – verdammt noch mal – auch die verlinkten Artikel!

Ihr Vortrag wurde von den rund 400 Gästen wohl am deutlichsten gefeiert und beklatscht. Alle im Saal schienen diese Probleme zu kennen. In der abschließenden Diskussion mussten sie und Eric Siegert dann aber leider bekennen: wer einmal in einer Bubble gelandet ist, ist da kaum wieder herauszubekommen und Hate-Speech, dämliche Kommentare und Trollen ist kaum beizukommen. Es sei denn, mit Humor. So wie an diesem Abend im Heimathafen Neukölln.

Der Abend wurde von der Amadeu-Antonio-Stiftung unterstützt, die darauf hinwies, dass sich unter dem Deckmantel der Verschwörungstheorien oft auch Rassismus und Antisemitismus verbirgt. Darauf ging auch Eric Siegert ein, der aufzeigte, dass mit dem Begriff der "Elite" unter Verschwörungstheoretikern häufig das "internationale Judentum" gemeint ist.

Kommentare (19)

Hubert Burghardt (nicht überprüft)

Mo. 11 Apr 2016 - 13:21

Mit diesem Bericht scheint Ihr auf eine ziemlich unqualifizierte Veranstaltung reingefallen zu sein, denn wenn neben Chemtrail-Unsinn ein Vortrag über "Filter-Bubble" den rechtslastigen Kopp-Verlag mit RT-Deutsch und KEN-FM in einen unseriösen Topf schmeißt, kann ich hier keinen aufrichtigen und kritischen Journalismus mehr erkennen, sondern erahne das unreflektierte nachplappern einer diffamierenden Querfront-kampagne. Ach ja, solche Propagandakampagnen gibt es ja gar nicht, sondern sind offensichtlich nur die Hirngespinste von durchgeknallten Aluhut-Trägern... ;-))

Johannes Gerdes (nicht überprüft)

Mo. 11 Apr 2016 - 16:15

Sehr geehrter Herr Nikolai, wenn Sie "Alternativmedien" für
unseriös erklären und meinen, man sollte ihnen nicht "auf den Leim gehen", dann müssen Sie dafür ja Gründe haben. RT-Deutsch und Kopp-Verlag kenne ich nicht näher. KENFM
aber verfolge ich seit einiger Zeit und habe noch keine Aussage von Herrn Jepsen als falsch, ungenau oder frisiert
erkannt. Bitte benennen Sie unseriöse Äußerungen dieses
Herrn in seinem Portal präzise oder nehmen Sie Ihre Äußerung als üble Nachrede zurück! Johannes Gerdes

Frank Nicolai (nicht überprüft)

Mo. 11 Apr 2016 - 22:46

Antwort auf von Johannes Gerdes (nicht überprüft)

Sehr geehrter Herr Gerdes,

ich werde meine Aussage sicherlich nicht zurücknehmen. Schon allein aus dem ganz einfachen Grund, als dass ich in meinem Artikel über eine Veranstaltung berichtet und zitiert habe.

KenFM ist aber tatsächlich nicht als angemessene Quelle anzusehen. Wenn Sie das anders sehen ist das Ihr gutes Recht. So wie es meines ist, meine Haltung zu dieser Frage ebenfalls öffentlich zu machen.

Mit freundlichem Gruß
Frank Nicolai

Johannes Gerdes (nicht überprüft)

Di. 12 Apr 2016 - 15:31

Antwort auf von Frank Nicolai (nicht überprüft)

Sehr geehrter Herr Nicolai!
Danke für die Anleitung zum Weiterleiten!
Auf die Aussage zu KenFM möchte ich etwas ausführlicher antworten: Ich habe die abfällige Bemerkung über die drei
Medien in dem Bericht über die Veranstaltung für einen Einschub Ihrer eigenen Meinung gehalten. Diesen Irrtum haben Sie korrigiert, dem aber angefügt, dass Sie die Meinung des Redners teilen. Nun war meine Frage nach Gründen dafür durchaus ernst gemeint. Ich lese und höre seine Sendungen erst seit Dezember. In dieser Zeit habe
ich nichts Falsches, Ungenaues oder Frisiertes wahrgenommen. Es kann ja sein, dass er schon vorher Derartiges gesendet hat. Deshalb wiederhole ich höflich meine
Frage: Woraus schließen Sie, dass sein Portal als Quelle für meine Information nicht seriös sei?
Mit freundlichem Gruß Johannes Gerdes

Frank Nicolai (nicht überprüft)

Di. 12 Apr 2016 - 19:03

Antwort auf von Johannes Gerdes (nicht überprüft)

Lesen Sie bitte hier nach: https://de.wikipedia.org/wiki/KenFM#Einordnung

Und schauen Sie sich die Webseite https://kenfm.de/ einmal genauer auf Signalworte wie "Elite" an... die Artikel sind schon deutlich tendenziös - doch wie gesagt: wer's mag...

Hallo Frank,

könnten Sie darauf genauer eingehen? Bei KOPP kann ich dies gut nachvollziehen. Dort werden allerlei Ressentiments genutzt, um hohe Klickzahlen und Buchverkäufe zu erreichen. Doch wo genau liegt das Unseriöse bei RT Deutsch und KenFM? Haben Sie genauere Beispiele? Irgendwelche Artikel oder Direktlinks?

Die häufige Nutzung des Wortes "Elite" als Signalwort abzutun finde ich ehrlich gesagt ziemlich lächerlich. Bei allen Zeitungen wird dieser Begriff genutzt. Wie z.B. Die Welt: https://www.ecosia.org/search?q=site%3Awelt.de+"die+Elite"

Weiterhin ist es üblich, dass es in allen Gesellschaften gewisse elitäre Strukturen gibt: https://de.wikipedia.org/wiki/Elite

Johannes Gerdes (nicht überprüft)

Mi. 13 Apr 2016 - 17:13

Antwort auf von Frank Nicolai (nicht überprüft)

Sehr geehrter Herr Nicolai, ich habe die drei Artikel des Herrn Linden tatsächlich gelesen. Sie sind zwar nicht ganz so primitiv wie das Totschlagkeulen-Schwingen des Herrn Huber
in seinem heutigen Beitrag, aber ich bin doch noch nicht altersschwachsinnig genug, um sie als als ernstzunehmendes
Argument gegen die Glaubwürdigkeit des Herrn Jepsen gelten zu lassen. Als Chefredakteur des HPD tragen Sie doch die Verantwortung für all dieses Gezänk. Davon bin ich sehr enttäuscht. Johannes Gerdes

Reinhard Knittel (nicht überprüft)

Mi. 4 Mai 2016 - 23:52

Antwort auf von Frank Nicolai (nicht überprüft)

Wikipedia ist bei naturwissenschaftlichen und technischen Artikeln meist sehr gut und kompetent; nicht aber bei einigen Personen. Dabei möchte ich besonders hinweisen auf das Beispiel der Entstehungsgeschichte des Artikels über Dr. Daniele Ganser!

Manfred (nicht überprüft)

Di. 17 Mai 2016 - 11:27

Antwort auf von Reinhard Knittel (nicht überprüft)

Warum sollte Wikipedia bei Artikeln zu Personen weniger gut sein als bei anderen Artikeln?

Was konkret ist an dem Artikel über Ganser zu beanstanden?

Reinhard Knittel (nicht überprüft)

Di. 17 Mai 2016 - 12:36

Antwort auf von Manfred (nicht überprüft)

Meine begründete Antwort auf Ihre Frage bringt folgender Link (wikimannia.org) http://de.wikimannia.org/Daniele_Ganser
Auf dieser Seite dann anklicken ""Die dunkle Seite der Wikipedia" von Markus Fiedler". Es geht um die Entstehungsgeschichte des Wikipediaartikels über Ganser.

Vielen Dank für den Link, denn ich hatte bislang keine Ahnung, dass es auch ein WikiMANNia, also eine Alternative zu Wikipedia gibt. Daher möchte Ich Ganser zunächst außen vor lassen.

Ich habe mir jetzt einfach mal den Eintrag „Wikipedia“ in WikiMANNia angesehen, um einen Eindruck zu gewinnen und möchte Sie persönlich auf ein paar Punkte ansprechen.
Unter Punkt 2 „Anspruch und Wirklichkeit“ werden die Leitsätze von Wikipedia kritisiert. Namentlich „neutraler Standpunkt“, „Sekundärquellen“, „Respektvoller Umgang“. Spontan würde ich sagen, wenn ich derartige Dinge nicht zur Bedingung mache – was dann?
Unter Punkt 3 folgt eine Auflistung der Unterwanderung von Wikipedia. Wikipedia ist offenbar unterwandert von einer Feministen-Lobby, einer Gender-Lobby, einer Pharma-Lobby, einer Schwulen- und Lesben-Lobby sowie einer Klima- und Treibhaus-Lobby (selbstredend sind diejenigen die Unredlichen, die für Mäßigung im Energieverbrauch plädieren – also nicht etwa die großen Energiekonzerne, die ein monetäres Interesse am hohen Energieausstoss haben) .

Selbstverständlich weist ein Projekt in der Größenordnung von Wikipedia von der Konzeption her zwangsläufig Schwachstellen auf, wobei ich aber nicht wüsste, wie diese zu vermeiden wären (Sollten Sie wie ich selbst Mitglied in einem oder gar mehreren Vereinen sein, werden Sie mir sicher beipflichten. Fast zwangsläufig tauchen Exzentriker auf, die mehr oder weniger zu Dauerquerulanten mutieren und die gesamte Vorstandsarbeit lahmzulegen drohen).

Daher meine Frage: Halten Sie WikiMANNia tatsächlich für eine seriösere Quelle als Wikipedia?

Wie seriös Wikimannia ist kann ich nicht beurteilen. Die Suchmaschine hat mich über diese Seite geleitet auf der Suche nach dem Film "Die dunkle Seite der Wikipedia".Und nur diesen Film habe ich als Informationsquelle empfohlen.

Manfred (nicht überprüft)

Mo. 23 Mai 2016 - 15:56

Antwort auf von Reinhard Knittel (nicht überprüft)

Jedenfalls vielen Dank für Ihre Antwort.

Den Film habe ich mir bislang nicht angesehen, dafür aber das Porträt von Fiedler auf WikiMANNia und außerdem das Interview auf KenFM.

Ich fasse jetzt einfach mal meine zusammen:
Auslöser des Ganzen ist, dass Markus Fiedler (ein Diplombiologe, der als Biologie- und Musiklehrer arbeitet) mit einem Wikipedia-Eintrag über Daniele Ganser nicht einverstanden ist. Er stört sich vor allem an diesem Satz: „Er greift Verschwörungstheorien zum 11. September 2001 auf und stellt sie als diskutable wissenschaftliche Erklärungen dar“. Begründung: „Der Begriff „Verschwörungstheorie“ ist dabei vollkommen unsachlich und diffamiert Dr. Ganser als Spinner.“
Das ist eigentlich schon alles.

Dazu zwei Bemerkungen:
1. Ich persönlich halte den kritisierten Satz für ausgewogen. Es handelt sich m.E. um eine eher zurückhaltende Formulierung, an deren faktischer Korrektheit es überhaupt keinen Zweifel gibt.
2. Die Idee, Dr. Ganser würde damit als Spinner diffamiert, scheint mir doch reichlich dick aufgetragen und weit hergeholt zu sein. Ich habe in meinem Bekanntenkreis mehrere Homöopathen, Anthroposophen, mein Nachbar ist Zeuge Jehovas, und alle hängen irgendwelchen kruden Vorstellungen über Engel, Karma, ewiges Leben im Paradies oder sonst was nach. Trotzdem käme ich nicht im Traum auf die Idee, sie als Spinner zu bezeichnen. Ich würde sie exzentrisch nennen, aber dieses Attribut trifft wohl in gewissem Sinne auf uns alle zu.

Das Interview auf KenFM über fast zwei Stunden war dann eine harte Herausforderung. Das für einen Humanisten interessanteste kam dann buchstäblich zum Schluss (nach 1h:28): Fiedler krönte seine Forderung, Wikipedia müsse alle unterschiedlichen Meinungen gleich behandeln, mit dem Beispiel des Kreationismus! Ein Artikel über Evolution müsse auch die Schöpfungsgeschichte beinhalten! Begründung: Die Wissenschaft über vergangene Erdepochen sei ja so im Labor nicht überprüfbar und daher letztlich auch nicht mehr als eine Glaubenssache! Worauf Ken Jebsen noch den furchtbar intelligenten Satz anbrachte: „Die Erde ist eine Scheibe – das war auch mal Wissenschaft!“ (Der nächste Schritt wäre konsequenterweise, den Kreationismus auch im Biologieunterricht an der Schule zu verankern. Religionsunterricht wäre natürlich erst recht legitimiert. Überhaupt kann ich mir dann als Humanist in Zukunft eigentlich jegliche Religionskritik schenken).

Mein Fazit: Fiedler spart zwar nicht mit Kritik und Polemik, aber ich sehe wenig konstruktives. Vor allem für einen Menschen mit humanistischer Gesinnung ist der von ihm propagierte unkritische Relativismus m.E. völlig inakzeptabel.

Wenn man als öffentliche Person eine solche Behauptung aufstellt, sollte man sie auch begründen können. Begründung, Argumente und empirische Beweise sind der Kern einer Debatte. Ich persönlich höre nicht mal mehr näher hin, wenn heute die Worte Verschwörungstheorie und Aluhut auftauchen. Diese Begriffe werden heute allzuoft gebraucht um Andersdenkende pauschal abzuwerten und zu diffamieren. So offensichtlich auch bei dieser Veranstaltung. Dabei bedient man sich immer der gleichen Strategie. Esoterischer Quark aus den hintersten Ecken des Netzes ohne ernstzunehmende Anhängerschaft werden gemixt mit durchaus diskussionswürdigen Abweichungen vom bekannten Kapagnenjournalismus. Für einen fragenden und suchenden, selbstdenkenden Bürger ist es eh schwer zu unterscheiden: Was bitteschön ist nun die Diskrepanz von meinetwegen FAZ, Süddeutsche, Spiegel und Ken FM, DWN und RT? Wenn ich eines in meinem politisch interessierten Leben gelernt habe, dann das
blindes Vertrauen in Medien welcher Art auch immer, am ehesten auf einen falschen, ja gefährlichen Weg führt.
Grüße

Frank Nicolai (nicht überprüft)

Di. 12 Apr 2016 - 19:09

Antwort auf von Ulf (nicht überprüft)

"Was bitteschön ist nun die Diskrepanz von meinetwegen FAZ, Süddeutsche, Spiegel und Ken FM, DWN und RT?"

Wer in diesem Land von einer "Systempresse" spricht, kennt keine gleichgeschaltete Presse, wie es sie z.B. in der DDR gab. Jede Zeitung, jede Webseite "verkauft" die Wahrheit, die sie für richtig hält. Wenn nun drei Zeitungen die gleiche Meinung vertreten bedeutet das nicht unbedingt, dass die "gekauft" sind - sondern, dass sie die gleichen Tatsachen als wahr bewerten. RT, KenFM und Ähnliche verkaufen auch Wahrheiten - ihre eigenen. Die sich mit ein wenig geistiger Anstrengung häufig als falsch herausstellen.

Sehr geehrter Herr Nicolai,
gerade in den neuen Bundesländern bei Menschen die die DDR bewußt erlebt haben, ist die Kritik an den bekannten Leitmedien in Deutschland besonders ausgeprägt. Sie spüren eben aus ihrer Erfahrung mittlerweile instinktiv, die bei vielen außen-aber auch innenpolitischen Themen völlig gleichen Kampagnen im Sinne der europäischen-transatlantischen Eliten. Diese sind häufig genug allenfalls Halbwahrheiten, gar unbewiesene Behauptungen aus zweifelhafter Quelle bis hin zu ausgemachten Lügen. Nehmen sie sich die Zeit und schauen sie mal in die Schlagzeilen zurück bis in die 90iger Stichwort Kuweit, Irak, Jugoslawien, Kosovokrieg, Ukraine, Rußland. Sie werden erschreckend viele Lügen oder Halbwahrheiten finden, die in eine einseitige Auslegung münden. Protagonisten sind eben die genannten Leitmedien. Noch schlimmer empfinde ich die auch in der Innenpolitik bis zur Perfektion getriebene Kunst, Ereignisse und Aussagen aus dem eigentlichen, bisher veritabel bekannten Kontext oder der Intention des Interviewten zu reißen, geschickt umzudeuten und die Gedanken bzw.Meinungen der Konsumenten unterschwellig in eine gewünschte Richtung zu lenken. Ich behaupte nicht, dass Ken FM, RT usw. immer die reine Lehre verbreitet, ganz sicher nicht, sie streuen halt auch ihre Wahrheit, die nicht zwangsläufig richtig sein muß. Sie pauschal und von vornherein aber als Verschwörungstheorien und als designiert falsch zu disqualifizieren, definiert in meinen Augen nur einen dogmatischen Propagandisten einer Interessengruppe, einen Aktivisten in fremder Sache. Halten wir es weiterhin lieber mit Andre Gide."Glaube denen die die Wahrheit suchen, zweifle an denen die behaupten, sie gefunden zu haben..."

Grüße

Reinhard Knittel (nicht überprüft)

Mi. 4 Mai 2016 - 23:42

Antwort auf von Johannes Gerdes (nicht überprüft)

Ich verfolge RTdeutsch regelmäßig.Die Meldungen sind seriös und es wird das berichtet, was die Mainstreammedien auslassen bzw. verfälschen.Auch Kopp-aktuell ist als ergänzende Informationsquelle wichtig. Jeder sollte diese Quellen eine zeitlang verfolgen, bevor er darüber urteilt !

Thomas Nieße G… (nicht überprüft)

Di. 19 Apr 2016 - 14:11

Lieber Frank Nicolai, liebe HPD Redaktion,

wenn man sich mal den seltsamen Beitrag des "Bonner Snowden" Eric Siegert im Video zum Goldenen Aluhut anschaut... und danach den aufklärerischen Inhalt seines Beitrages mit bspw. den Videohinweisen (INKLUSIVE guter Beiträge von Jebsen und dem RTDeutsch Team(!) der NDS
http://www.nachdenkseiten.de/?p=33000
kontrastiert, dürfte eigentlich recht klar werden, wer denn EIGENTLICH für Aufklärung im humanistischen und medienkritischen Sinne steht...
Die Nachdenkseiten sind mit dem HPD meine täglichen sehr geschätzten Hauptquellen im Mediendschungel und werden von mir als Studienrat auch regelmäßig im Oberstufenunterricht eingesetzt... wobei ich seit einiger Zeit leider eine gewisse Engstirnigkeit und gewisse Denk-Veröffentlichungsverbote aufgrund bestimmter leidiger Querfront-Kampagnen (?) fest stellen muss... Passt das zu einem Anspruch auch "freigesitige" Positionen zu veröffentlichen? Und nur weil der von mir auch (zum Teil ;-) geschätzte Henrik Broder Ken Jebsen nicht mag, sollte man nicht seine zum Teil sehr wichtigen - und in der Tat investigativen, aufklärerischen Beiträge - gänzlich unter den Tisch fallen lassen, ebenso wenig wie die oftmals - mit Ausnahmen, natürlich... wo gibt es die den nicht? - wichtigen Ergänzungen (fehlenden Parts) von RTDeutsch
Mit besten Grüßen aus Hamburg!
Thomas Nieße

Reinhard Knittel (nicht überprüft)

Do. 5 Mai 2016 - 00:04

Antwort auf von Thomas Nieße G… (nicht überprüft)

HerrKollege Nieße hat völlig recht, auch für mich sind die Nachdenkseiten und die Interviews von Ken Jebsen unverzichtbar.

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