Interview mit Steffen Dobbert

"Putin betreibt Lügendiplomatie"

Wladimir Putin im Gespräch mit Baschar al-Assad in Moskau

Russland steht in der Kritik. Dem Kreml werden aktuell Kriegsverbrechen in Syrien, Cyber-Angriffe und eine gezielte Desinformationspolitik vorgeworfen. Der hpd sprach mit Steffen Dobbert über die russische Politik. Er arbeitet als Redakteur im Politikressort von ZEIT ONLINE und hat eine Forschungsarbeit über die sogenannte "hybride Kriegsführung" Russlands erstellt.

hpd: Russland greift seit September letzten Jahres massiv in den Syrien-Krieg ein, um das Regime unter Baschar al-Assad zu stabilisieren. Wie stark ist Russlands Interesse am Machterhalt des syrischen Staatspräsidenten?

Dobbert: Es ist Russlands primäres Interesse. Entgegen anderweitiger Behauptungen, die manchmal vom russischen Außenminister oder auch von Wladimir Putin verlautbart wurden, diente das meiste russische Engagement in Syrien bisher der Stärkung Assads. Das haben wir gerade gesehen, als Aleppo von Assads und Irans Kämpfern eingenommen wurde. Russland hatte mit der Schwächung unterschiedlicher Rebellengruppen durch seine Luftbombardements den entscheidenden Anteil daran.

Welchen Stellenwert nehmen Menschenrechte in der russischen Außenpolitik ein?

Leider keinen hohen. Oftmals werden Tote einfach in Kauf genommen. Es spielt in der machtpolitischen Welt von Putin eine untergeordnete Rolle, ob hundert Menschen mehr oder weniger sterben. Das ist ziemlich brutal, aber wenn man sich die letzten Jahre anschaut, Krieg in Tschetschenien, Krieg in Georgien, anhaltender Krieg in der Ukraine, dann muss man es leider so konstatieren.

Angesichts der Barbarei in Aleppo haben Sie in einem Kommentar auf ZEIT-Online Wirtschaftssanktionen gegen Russland gefordert. Wie wirksam sind solche Sanktionen?

Es gibt einen Präzedenzfall. Als 2014 die Krim von Russland annektiert und der Krieg in der Ost-Ukraine entfacht wurde, war die Weltgemeinschaft und speziell die Europäische Union ziemlich überrascht. Nach einer gewissen Zeit des Zögerns wurden jedoch Wirtschaftssanktionen verhängt. Danach ließ Russland keine weiteren Gebiete der Ukraine besetzen, die Vision von einem Neurussland, das von der Krim bis nach Odessa reicht, wurde nicht umgesetzt. Ich denke, dass Einreiseverbote für bestimmte Personen und vor allem Sanktionen, die Russland am Zugang zum Finanzmarkt hindern, am meisten Wirkung erzielt haben. Denn die russische Wirtschaft leidet darunter, wenn Banken sich nicht am Finanzverkehr beteiligen können. 

Es dauert zwar eine ganze Weile bis die Wirkungen eintreten. Im Fall von Russland ist es aber der einzig gangbare Weg, weil man nur so ein Zeichen setzen kann. Die andauernde Verletzung von Menschenrechten darf nicht einfach so hingenommen werden. Wirtschaftssanktionen sind diesbezüglich die bestmögliche Reaktion.

Haben Wirtschaftssanktionen gegen Russland negative Konsequenzen für Europa?

Natürlich. Wirtschaftlich wird es auch einige Beeinträchtigungen für die europäische Seite mit sich bringen. Putin reagierte ja auch im Ukraine-Fall mit Gegensanktionen. Angesichts der stattfindenden Massaker in Syrien müsste jedoch das Primat der Politik gelten. Menschenrechte sind wichtiger als Wirtschaftsinteressen.

Die Sanktionen werden wahrscheinlich nicht zu einem entspannteren Verhältnis zu Russland beitragen. Wie hoch schätzen Sie die Gefahr ein, dass die Situation irgendwann eskalieren könnte?

Ich schätze sie gegenwärtig geringer ein als noch vor einem Jahr. Wenn man dem glauben kann, was Donald Trump angekündigt hat, will er als neuer Präsident eher auf Putin zugehen. Höchstwahrscheinlich wird die neue US-Regierung keine Waffen in die Ukraine liefern und sich in Syrien auf irgendeine Art von Deal mit Putin einlassen.

Gleichwohl kann niemand einschätzen, wie Wladimir Putin in den nächsten zehn Jahren selbst reagiert. Wenn die Situation in Russland sich weiter verschärft, wenn der wirtschaftliche Aufschwung ausbleibt und die Unzufriedenheit der Leute größer wird, ist es nicht ausgeschlossen, dass er irgendwo einen weiteren Krieg anfängt, um von den Problemen im Land abzulenken. 

Sie werfen der russischen Regierung "Lügendiplomatie" vor. Wieso?

Wenn einer das eine sagt und das andere macht, kann man das eine Lüge nennen. Genau das ist Teil russischer Außenpolitik. Wir haben im Ukraine-Konflikt gesehen, wie mehrmals auf diplomatischer Ebene gesagt wurde, dass die Kämpfe eingestellt werden. Danach wurden beispielsweise die Städte Ilowajsk und Debalzewe und weitere Gebiete in der Region Donezk eingenommen. 

In Syrien ist es grade ähnlich. Im Frühjahr diesen Jahres sagte Putin, dass "die Hauptaufgaben von Russlands Streitkräften in Syrien erfüllt wurden". Daher solle der Abzug des Großteils des Militärkontingents beginnen. Danach fand genau das Gegenteil der Ankündigung statt. Es gab eine Offensive und der Weg für Assads Truppen wurde freigebombt. Vor gut einer Woche endete das OSZE-Treffen in Deutschland. Dort hat der russische Außenminister davon gesprochen, dass in Syrien eine humanitäre Mission laufe, um Zivilisten in Sicherheit zu bringen. In den Tagen danach ist der Sturm auf Aleppo erst richtig in Gang gekommen.

Dieses Spiel hat System in der russischen Außenpolitik. Wann immer Wladimir Putin oder sein Außenminister etwas sagen, kann man sich sicher sein, dass die großen Nachrichtenagenturen das zitieren. Dann steht es erstmal in der Welt und die reagiert natürlich darauf. Daraus schlägt Russland Profit. 

Gilt Ihr Vorwurf der "Lügendiplomatie" nur Russlands? 

Dass diplomatisch gelogen wird, ist selbstverständlich keine Sache, die nur in Russland erfunden wurde. Die Gründe für den Einmarsch der USA in den Irak waren zum Beispiel auch eine Lüge, mit der die Öffentlichkeit getäuscht wurde. Aber wenn man sich die letzten zehn Jahre anschaut, dann tut sich Russland in der Hinsicht schon sehr hervor. Genau in dieser Zeit wurde die hybride Kriegsführung in Russland auf ein neues Level gehoben.

Gegen Russland stehen momentan Vorwürfe im Raum, dass eine gezielte Desinformationspolitik betrieben wird. Wie sieht diese aus und wie kann man ihr begegnen?

Russland nutzt Lügen auf diplomatischer Ebene, darüber haben wir schon gesprochen. Daneben funktioniert Desinformation durch die die Beeinflussung von Medien. Besonders digitale und soziale Medien werden von Russland dafür erschaffen oder missbraucht. Da geht es auch um Phänomene, die momentan als "Fake-News" in aller Munde sind. Ein weiteres Element der russischen hybriden Kriegsführung sind Cyber-Angriffe, bei der Informationen gehackt und dann verbreitet werden. 

Wie man damit umgeht? Der erste notwendige Schritt ist, dass man sich dem gewahr wird und es nicht schön redet. Wenn der russische Präsident oder der Außenminister sich das nächste mal vor die Kameras stellen, sollte man skeptisch zuhören.

Auf professioneller Ebene gibt es mittlerweile im europäischen auswärtigen Dienst eine Abteilung, die sich mit Desinformationspolitik befasst. Und auch in Deutschland und einigen anderen Ländern der EU setzen sich der BND und andere Geheimdienste mit verschiedenen Maßnahmen auseinander, wie man auf die hybride Kriegsführung Russlands reagieren kann.

Zuletzt ein Blick auf ideologische Konfliktlinien: Wie steht die russische Regierung zu den Prinzipien der offenen, liberalen Gesellschaft? 

Die westlichen Demokratien haben sich in den letzten 20-30 Jahren immer weiter liberalisiert. Die Freiheiten und die Gleichberechtigung wurden immer größer und selbstverständlicher. Putin versucht dieser Entwicklung ein konservatives Gegenmodell entgegenzuhalten, bei dem die Familien angeblich intakter sind, traditionelle Geschlechterrollen betont werden und Autoritäten eine große Rolle spielen. Die AfD und andere rechtsorientierte Parteien in Europa treten für ähnliche Werte ein und werden von Russland unterstützt. 

Ob dieser autoritäre Gesellschaftsentwurf bei der jungen Generation in Russland, die in den großen Städten lebt, nur erstrebenswert ist, wage ich zu bezweifeln. Die digitale Revolution führt auch dort zu Veränderungen, und auch die russische Gesellschaft entwickelt sich. Junge Leute, die sich nicht nur über russische Staatsmedien informieren, wissen, dass im Westen nicht alles schlecht ist. Viele haben Interesse daran, vielleicht häufiger mal nach London, Berlin oder Paris zu fahren. Solch ein Austausch ist wichtig, weswegen ich eine Visa-Liberalisierung oder Erasmus-Projekte für Russland befürworte.

Offene Gesellschaften zeichnen sich auch durch ihr Verhältnis zur Säkularität aus. Wie stark ist die Verbindung zwischen Religion und Staat in Russland?

Ich war vor wenigen Jahren in Moskau und habe den ehemaligen Sprecher der russischen Kirche getroffen. Dort habe ich live erlebt, wie die Kirche für die Politik genutzt wird. Viele Russen sind gläubig und unterstützen Putin, der sich regelmäßig mit dem obersten Kirchenvertreter austauscht. Gerade vor wenigen Tagen sagte der Patriarch der Russisch-Orthodoxen Kirche Kyrill, der Krieg in Syrien sei gerecht, heilig, und es sei ein Verteidigungskrieg. Ähnlich absurd, aber pro-putin hat sich die Kirche in Russland auch während des Ukraine-Krieges verhalten. Eine wirkliche Säkularisierung, wie sie in Europa stattfindet, ist so in Russland nicht erkennbar. Aber auch das kann sich noch ändern.


Steffen Dobbert arbeitet seit 1999 als Redakteur und Autor, u.a. für ZEIT ONLINE, Die ZEIT, die SZ, die FAZ, das Fußballmagazin RUND, die Schweriner Volkszeitung und Spiegel Online.

Für ZEIT ONLINE konzipierte er das Sportressort und leitete dieses von 2008 bis 2014. Danach arbeitete er in der Hamburg-Redaktion der ZEIT, bevor er als Redakteur in das Politik/Gesellschaftsressort von ZEIT ONLINE wechselte.

Kommentare (35)

Matthias Berlandi (nicht überprüft)

Mo. 19 Dez 2016 - 17:03

Ich bin brennender Demokrat und Freidenker und lehne deshalb grundsätzlich jede autokratische politische Organisation ab. Dazu zählt die gegenwärtige Organisationsform der Russischen Föderation genauso wie diejenige vieler anderer Staaten, die wir hingegen als unsere Verbündeten bezeichnen wie die Türkei oder Saudi-Arabien.
Bedauerlicherweise muss ich aber zur Kenntnis nehmen, dass eine Presseplattform, die sich eigentlich der Tradition der Aufklärung verschrieben hat, in der Darstellung außenpolitischer Themen regelmäßig gegen grundlegende Prinzipien der intellektuellen Redlichkeit verstößt.
Russland betreibt keine 'Lügendiplomatie'. Putin betonte soweit ich seine Interviews verfolgte, dass Russland seine nationalen Interessenpolitik in Syrien verfolgte. Die NATO und die USA sind es doch, die ihre Interessenpolitik in Syrien immer wieder als humanitären Einsatz oder Anti-Terrorkampf ausgeben. Und das obwohl enge Verbündete wie Saudi-Arabien oder die Türkei terroristische Organisationen in Syrien unterstützen.

Dass russische Hacker überhaupt den Wahlkampf in den etablierten Demokratien gefährden können, ist auch kein Instrumentarium, das der Lüge entspricht. Vielmehr haben doch die Betroffenen dieser Leaks gegen die Interessen ihrer Wählerschaft gehandelt und sind nur deshalb diesen Angriffen gegenüber verwundbar. Gleichzeitig fordern genau diese 'Opfer' russischer Spähangriffe doch regelmäßig mehr Überwachung für die Bürger, sind aber äußerst empfindlich wenn ihre eigenen Daten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein klassischer Fall von Doppelstandards.

Die dramatischsten Fake-News des 21. Jhd. bestanden im Übrigen darin, zu behaupten, der Irak habe Massenvernichtungswaffen. Diese Form der Diplomatie hat zur Destabilisation des gesamten Nahen-Ostens hunderttausenden von Toten geführt. Soll man nun auch den amerikanischen Politikern mit 'Vorsicht zuhören'? Sicher muss man auch die russische Geostrategie beachten. Sicher verfolgen auch die Russen ihre Interessen. Aber bevor wir uns um die Liberalisierung in Russland Gedanken machen sollten, würde ich vorschlagen, dass zunächsteinmal zu verhindern gilt, dass der Liberalismus bei uns nicht durch Krieg, Propaganda und dem Vertrauensbruch zwischen der Presse und Politik auf der einen Seite und den Bürgern auf der anderen vernichtet wird.

Wenn der hpd Hilfe bei der Recherche braucht, biete ich gerne unentgeltlich meine Unterstützung an, um die Glaubwürdigkeit dieser Stimme des Humanismus zu retten. Dieser erschöpft sich nuneinmal nicht in der Religionskritik. Er bedeutet auch intellektuelle Redlichkeit im Politischen walten zu lassen. Karl-Heinz Deschner hat das gewusst und auch die Außenpolitik der USA und der Bundesrepublik mit der selben Skepsis betrachtet wie auch die Religion. Alles andere ist Verrat an der Aufklärung und in diesen Zeiten nicht geboten.

Ich bin zutiefst beschämt über den hpd. Grundlegend bedeutet Humanismus auch Pazifismus im Einklang mit der Charter der Vereinten Nationen. D.h. kein Staat darf militärische Operationen auf dem Territorium eines anderen durchführen, es sei denn es gibt ein Mandat des UN-Sicherheitsrates. Es gibt aber keines für Syrien. Die Forderung ohne ein solches Mandat in Syrien zu intervenieren ist also gleichbedeutend mit der Forderung die UN-Charta zu brechen und bei der aktuellen Konstellation einen Krieg zwischen den Atommächten USA und Russland zu provozieren.
Die UN-Charta ist aus den Erfahrungen des 2. Weltkriegs heraus entstanden und ein Sieg der Werte des Humanismus gewesen. Ich frage mich was sich bekennende Humanisten dabei denken, wenn sie öffentlich für einen Bruch der UN-Charta votieren.

karl walter hermann (nicht überprüft)

Mo. 19 Dez 2016 - 17:58

dieser komentar ist vielleicht wahr,aber wenn ich sehe was russland alles versprochen wurde,nach dem fall des <ostblocks> kann ich putin verstehen erhaertend kommt noch dazu wie sich amerika und frankreich etc. gegenueber libyen etc. verhaelt. sowas zu schreiben,ohne dies dinge zu erwaehnen,nenne ich westliche luegenpresse

Joachim Müller (nicht überprüft)

Mo. 19 Dez 2016 - 18:13

Es wird immer kurioser beim hpd. Russland-Bashing wird salonfähig. Hier wird sehr geschickt transportiert, dass der Westen zwar auch manchmal zur Lügendiplomatie greift, aber Putin der ganz große Lügenzampano ist. Propaganda betreiben vor allem die Russen, die Russen sind die Hacker schlechthin und Fake-News setzen hauptsächlich dir Russen in die Welt. Und das sagt uns ausgerechnet ein Zeit-, FAZ- und SZ-Redakteuer/Autor. Und hpd-Redakteur Florian Chefai setzt nichts dagegen. Traurig!

Karl (nicht überprüft)

Mo. 19 Dez 2016 - 19:06

Ein richtig schöner Propaganda-Artikel. Da freuen sich aber die NATO-Freunde.

Bitte streicht doch "Humanistischer" im Namen, das verwirrt nur. Andererseits: Die SPD und CDU haben ja auch "sozial", "christlich" und "demokratisch" im Namen. Das passt wieder zum postfaktischen Zeitalter.

Martin Mair (nicht überprüft)

Mo. 19 Dez 2016 - 21:43

Noch ein ziemlich einseitiger antirussischer Beitrag, der die andere Seite verherrlicht. Warum sollen nur die USA eine auf Lüge und Gewalt beruhende Grossmachtpolitik samt zahlreicher Kriege machen? Warum sind die einen Führer gut, die anderen böse, wo doch beide im Prinzip das gleiche machen?

Wo bleiben nur die Beweise für die Barbarei von Aleppo. Ohne die Waffenlieferungen von USA, Europa, Saudi Arabien usw. wäre der Krieg in Syrien nie derart eskaliert.

Den autoritäre Tendenzen gibt es in der EU auch schon lange, siehe die Festschreibung der neoliberalen Austeritätspolitik im Primärrecht der EU mit der Millionen Menschen künstlich in die Armut getrieben werden.

Wer gibt der EU das Recht, Volksabstimmungen auf der Krim PRINZIPIELL zu untersagen und eine Rückangliederung der Krim, deren Bevölkerung mehrheitlich russisch ist, grundsätzlich zu verbieten? Wo bleiben da Demokratie und Menschrechte? Wieso dieser Doppelmaßstab?

Mutiert der hpd gar zum Lakaien der Diktatur des Kapitals und beteiligt sich am inneren und äußeren Festungsregime mit seiner Kriegsberichterstattung?

Sollte echte HumanistInnen nicht jede Form der Herrschaft und Ausbeutung bekämpfen, entsprechend der kritischen Fortführung der Aufklärung?

Bitte macht Schluss mit dieser Kriegspropaganda! Besinnt euch auf den Kern des Humanismus, der gegenüber allen HERRSCHENDEN kritisch ist!

Klaus Bernd (nicht überprüft)

Mo. 19 Dez 2016 - 22:13

"Ich schätze sie gegenwärtig geringer ein als noch vor einem Jahr. Wenn man dem glauben kann, was Donald Trump angekündigt hat, will er als neuer Präsident eher auf Putin zugehen."

Den Optimismus kann ich nicht teilen, im Gegenteil. Diese Männerfreundschaft kann sehr schnell in die Brüche gehen. Man denke nur an die krasse Reaktion Trumps auf den Tod Fidel Castros. So ähnliche Reaktionen Trumps muss man immer wieder befürchten und wenn es dann um wichtigere Themen geht, ist sehr schnell Eiszeit angesagt und Schlimmeres.

Karl Grass (nicht überprüft)

Mo. 19 Dez 2016 - 22:57

Eindrücklich! Putin ist böse! Die "internationale Gemeinschaft (USA,NATO usw.)" hat zwar auch manche Fehler, allgemeinen hat sie aber den Schutz der Menschenrechte als obersten Wert zum Ziel! Die "internationale Gemeinschaft" ist gut! In bester christlicher Tradition (erlöse uns von dem Bösen) geht es in Syrien nicht um Öl, Gas und Machtpositionen, sondern um Menschenrechte, die von den christlichen Nationen schon immer, da ja göttliches Gebot, verteidigt wurden und werden (Guantanamo,Kunduz usw.)!
Falls sich Zweifel an meiner Aussage ergeben sollten, empfehle ich die Lektüre von.

http://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Aleppo-Burgerkrieg-Volkerrecht.

Andreas Scholz (nicht überprüft)

Di. 20 Dez 2016 - 11:30

okay, soweit so schlecht. ganz schlecht um genau zu sein.

nun aber ganz schnell zur abteilung schadensbegrenzung.

willy wimmer, albrecht müller, daniele ganser, ken jebsen, michael lüders, peter feist, volker bräutigam, friedhelm klinkhammer, karin leukefeld und viele andere sind schon da.

ihr wißt doch: wer zu spät kommt den bestraft das leben.

Frank Linnhoff (nicht überprüft)

Di. 20 Dez 2016 - 12:13

Warum dieses Interview? Hat die Redaktion von HPD nichts anderes zu tun, als einer dummen Antiputin-Propaganda eine Plattform zu geben? "Lügendiplomatie" ist wahrlich nicht auf Putin beschränkt. Für wie dämlich hält man uns Leser eigentlich?

Thomas GBS Hamburg (nicht überprüft)

Di. 20 Dez 2016 - 13:13

Schade! Mit diesem Interview hat sich der HPD nun weiter diskreditiert...

Ich verweise nochmal auf die fundierte Quellensammlung dsbzgl. bei den Nachdenkseiten. Auch viele andere Kommentatoren hier haben auf wichtiges hingewiesen (Günter Meyer von der Uni Mainz z. B.). So ziemlich jede Aussage von Herrn Dobbert kann man nach eingehender differenzierter Lektüre der recht guten Quellenlage dann nur noch als groben Unsinn bezeichnen.

Vor allem die Forderung nach weiteren Sanktionen ist völlig absurd. Die russische Binnenwirtschaft wird weiter gestärkt, die USA betreiben weiterhin fröhlich Handel mit Russland und alleine Europa - und vor allem Deutschland - ist nachhaltig geschädigt...

Menschenrechte vor Wirtschaftsinteressen - man muss nur den Handel mit Saudi-Arabien aufzeigen, um zu belegen, in welch einer heuchlerischen Traumwelt Herr Dobbert lebt. Du meine Güte.

"Es spielt in der machtpolitischen Welt von Putin eine untergeordnete Rolle, ob hundert Menschen mehr oder weniger sterben." - Was soll das anderes sein als eine niederträchtige Dämonisierung? Unterirdisches Argumentationsniveau!!!

Die Situation in Tschetschenien (radikale islamistische Terroristen), Georgien (nachweislich von westlichen Geheimdiensten angezettelt) und der Ukraine (Scharfschützen auf dem Maidan, 5 Milliarden an NGOS im Vorfeld!, "Fuck the EU-Nuland" etc.) ist hochkomplex und wird hier oberflächlich verrührt, um Putin zu dämonisieren. Wie billig. Das ist KEIN guter Journalismus!

Naja. So könnte man fast jeden Satz auseinander nehmen...

Aufklärung, Kritik und Humanität im Sinne der Arbeiten von Karl Popper, Hans Albert, Schmidt-Salomon, Carsten Frerk... und vielen anderen haben mich im Studium stark geprägt, die GBS und der HPD sind diesen Werten doch eigentlich verpflichtet. Beim HPD mehren sich nun weiter erhebliche Zweifel...

Nun denn, Herr Chefai, wie wäre es also mal mit einer Gegendarstellung und einem Interview mit z.B. Frau Krone-Schmalz? Oder mit Herrn Albrecht Müller?

Ich schließe mich deinem frommen Wunsch an. Eigentlich wollte ich meinen Link zum hpd bereits löschen, da ich sehr enttäuscht bin, dass die Redaktion hier einem SPIEGEL-Journalisten, und Russlandbasher, die Möglichkeit seine Propaganda auf Bild-Niveau zu Verbreiten. Der Autor von "Putin Betreibt Lügendiplomatie" macht doch dem Namen des SPIEGEL als Bild-Zeitung für Besserverdiener alle Ehre. Vermutlich hält er alle Reaktionen hier, die mich doch vom Gedanken Abstand nehmen lassen den Link zum HPD zu löschen, für "Putin-Trolle" - was auch immer das sein soll in Zeiten wo die CIA, dank Snowden wissen wir das alle, auch dt. Internetplattformen unterwandert. Und die US-Geheimdienste, sind weitaus mächtiger als alle angeblichen Putin-Trolle zusammen - Vielleicht ist der Autor des Artikels ja auch ein "US-Troll" um es mal ganz überspitzt, auf seiner Linie, auszudrücken.
Interessant ist übrigens, dass man "den Russen" Kriegsverbrechen in Syrien vorwirft während Allierte US-, deutsche und andere Bomber Bomben auf Syrien werfen, und die Verteidigungsministerin Frau Von der Leyen sich mit Islamisten in Saudia Arabia ablichten läßt, und sogar das Ziel verbreitet saudische Is.... äh...politisch korrekt heißt es saudische "Offiziere" in Deutschland an der Waffe ausbilden zu lassen....Doppelmoral ick hör dir klingeln....
Zynische Grüße
Bernie

Frank Nicolai (nicht überprüft)

Mi. 21 Dez 2016 - 10:02

Antwort auf von Bernie (nicht überprüft)

"...Interessant ist übrigens, dass man "den Russen" Kriegsverbrechen in Syrien vorwirft während Allierte US-, deutsche und andere Bomber Bomben auf Syrien werfen, und die Verteidigungsministerin Frau Von der Leyen sich mit Islamisten in Saudia Arabia ablichten läßt, und sogar das Ziel verbreitet saudische Is.... äh...politisch korrekt heißt es saudische "Offiziere" in Deutschland an der Waffe ausbilden zu lassen..."

Sehr geehrter Bernie,
ehe Sie solche Zeilen schreiben sollten Sie den hpd lesen. Gerade was das Verhältnis zu Saudi Arabien angeht veröffentlicht der hpd regelmäßig kritische Artikel. Und über Edward Snowden z.B. werden Sie hier auch nur lobende Worte finden (und Kritik daran, dass er nicht beim NSAUA aussagen darf).

An alle, die die Redaktion und die Redakteure wegen zwei Artikel angreifen und beschimpfen:
Es sind Interviews, die die Aussagen des Interviewten wiedergeben.

@Frank Nicolai

Danke für Ihre Worte, die mich doch bewegen bei hpd, wie alle Jahre schon, als treuer Leser zu verbleiben. Ich bleib übrigens dabei, die Kritik an Putin mag berechtigt sein, oder auch nicht, aber man sollte auch mal die andere Seite gleichberechtigt kritisieren.
Gruß
Bernie

Manfred H. (nicht überprüft)

Mi. 21 Dez 2016 - 10:52

Antwort auf von Thomas GBS Hamburg (nicht überprüft)

NachDenkSeiten??...äh, pardon - nein, danke!

Wenn Albrecht Müllers Kolumne etwas sicher nicht leistet, dann ist es, die Leser auch nur annähernd zum selbstständigen Nach-Denken zu veranlassen.

P.S: Mitbegründer Wolfgang Lieb beendete seine Mitarbeit genau deshalb vor gut einem Jahr.
Die NachDenkSeiten hätten sich "nach und nach verändert und verengt, sowohl thematisch als auch in der Methode der Kritik und der Art der Auseinandersetzung."

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, außer vielleicht noch Jakob Augsteins passende Feststellung aus dem Jahre 2012 : "Albrecht Müllers NachDenkSeiten genießen einen guten Ruf. Warum eigentlich? Denn ihr Gründer folgt mehr seinen eigenen Vorurteilen als seriösem Erkenntnisinteresse.“

Und der leider zu früh verstorbene Frank Schirrmacher hat die Nachdenkseiten sehr geschätzt... und?

Nun, man muss ja nicht allem folgen, was Herr Müller und Herr Berger in ihren Kommentaren so von sich geben... zur kritischen Begleitung rufen diese ja selber auf.
Als alternative Informationsquelle sind die NDS aber auch dann weiterhin äußerst wertvoll. Auch wenn Herr Lieb - dessen Weggang ich sehr bedaure, da nun bildungskritische Aspekte etwas in den Hintergrund geraten - und andere das anders sehen.
Letztendlich kommt es auf die Quellensituation, -prüfung und auf das Durchschauen von Medien- und Meinungsmanipulation an. In einem ergebnisoffenen, aufgeklärten, konstruktiven Dialog zur WahrheitsANNÄHERUNG sollten dabei auch alternative Quellen kritisch und gleichberechtigt hinzugezogen werden.
Polemisieren kann man gegen alles und jeden. Das ist jedoch ein bisschen billig und hilft nun wirklich nicht weiter...
Jeder HPD-Leser möge doch bei den
http://www.nachdenkseiten.de/
mal vorbei schauen und sich ein eigenes Bild machen.

Manfred H. (nicht überprüft)

Fr. 23 Dez 2016 - 10:28

Antwort auf von Thomas GBS Hamburg (nicht überprüft)

Lieber Thomas von der GBS Hamburg,

zweifellos hatten die NDS einmal ein gutes Renommee, es ist allerdings schon etliche Jahre her, dass sich der geschätzte Frank Schirrmacher lobend äußerte.
Den aktuellen Zustand der NDS gibt der Abschiedsartikel von Wolfgang Lieb von vor einem Jahr vermutlich wesentlich treffender wieder. (Falls es einen Mitleser interessiert: http://www.nachdenkseiten.de/?p=28063)

„Polemisieren kann man gegen alles und jeden. Das ist jedoch ein bisschen billig und hilft nun wirklich nicht weiter...“ – in der Tat, wie wahr.
Ich rätsele ja immer noch, weshalb sich der hpd mit obigem Interview gleich „weiter diskreditiert“ haben sollte?! Gut, das Interview muss Ihnen nicht gefallen. Warum aber gar so ungnädig? Nehmen Sie es doch einfach als willkommene Alternative zu Ihrer eigenen Meinung!

Polemisiererei und Unausgewogenheit stellen bei den NDS-Artikeln praktisch einen Dauerzustand dar. Selbiges scheint sie dort offenbar überhaupt nicht zu stören.
Warum nicht bzw. warum beim hpd so empfindlich?

Andreas Scholz (nicht überprüft)

Sa. 24 Dez 2016 - 09:21

Antwort auf von Manfred H. (nicht überprüft)

also ich hab ja in diesem jahr erstmals 50 euronen an die nachdenkseiten gespendet.

ich denke ich werd nochmal nachlegen. als zahlungsgrund werde ich diesen Link: http://hpd.de/comment/21296#comment-21296
angeben.

ach ja: KenFm kriegt natürlich auch wieder was ab.

Thomas GBS Hamburg (nicht überprüft)

Sa. 24 Dez 2016 - 13:28

Antwort auf von Manfred H. (nicht überprüft)

Lieber Manfred H.,
warum ich derart auf die beiden thematisierten Artikel reagiert habe, habe ich ja schon dargestellt. Da bleiben dann halt persönliche Differenzen, die wohl argumentativ hier nicht mehr ausgeräumt werden können und müssen.
Ich habe mich in diesem Jahr entschlossen, Fördermitglied der NDS zu werden. Denn: "Der Aufbau der Gegenöffentlichkeit ist von existenzieller Bedeutung, weil mit den etablierten Medien eine wirklich demokratische Willensbildung nicht zu schaffen ist."
http://www.nachdenkseiten.de/?p=36416
Das sehe ich ähnlich und den HPD und die GBS mit den NDS dsbzgl. und trotz einiger Differenzen auf der gleiche Fährte.

Vielen Dank für den Link auf den Artikel von Herrn Lieb, nach genauerem nochmaligen Durchlesen gibt dieser sicherlich wichtige Anstöße auch zur Kritik an den NDS und zur Selbstkritik... Who´s perfect? Insgesamt kann ich jedoch seine Schlussfolgerung nicht nachvollziehen und wir müssen die Auseinandersetzung hier ja nicht aufwärmen. Der letzte Absatz dort klingt vielleicht dann doch versöhnlich:
"Nach wie vor findet sich auf den NachDenkSeiten ein wichtiges Informationsangebot. Nichts würde ich mir mehr wünschen, als dass auch in Zukunft möglichst viele Angebote gemacht würden, die meinem Anliegen entsprechen."
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schöne winterliche Feiertage und zitiere ein letztes Mal die NDS, welche ich auch bei so mancher Kritik weiterhin sehr schätze, vor allem in der uns gemeinsam so wertvoll erscheinenden Aufklärungsarbeit, in der jeder seine Wege gehen mag:
"Diese Aufklärungsarbeit macht zwar manchmal etwas müde, und sonderlich erheiternd ist sie sowieso nicht. Aber diese Erfahrung ändert nichts daran, dass sie notwendig ist, dass Sie, unsere Leserinnen und Leser, diese Versuche mit vielen Hinweisen und mit tatkräftiger Hilfe unterstützen, motiviert und hilft über manche Zweifel darüber hinweg, ob diese Aufklärungsarbeit überhaupt Sinn macht. Sie macht Sinn."
http://www.nachdenkseiten.de/?p=36419

Also, in diesem Sinne: Frohe Feiertage!
Thomas Nieße

Manfred H. (nicht überprüft)

Mi. 28 Dez 2016 - 13:42

Antwort auf von Thomas GBS Hamburg (nicht überprüft)

Wir haben eben unterschiedliche Meinungen, macht ja nichts.
Aber gerade weil es sich hier eben um reine Meinungen handelt, sind Sie mit Ihrem einleitenden Satz: "Mit diesem Interview hat sich der HPD nun weiter diskreditiert..." einfach übers Ziel hinausgeschossen - eine derartige Aussage steht Ihnen schlichtweg nicht zu. (Stellen Sie sich vor, ich hätte Ihnen aufgrund Ihrer Vorliebe für Ken Jebsen u.ä. analog geantwortet)

Ansonsten danke ich für Ihre Wünsche und wünsche meinerseits einen Guten Rutsch und alles Gute im neuen Jahr!

@Manfred H.

"Äh, pardon - Nein, danke!" um deine Worte zu zitieren, denn Albrecht Müllers Nachdenkseiten sind keine Kolumne - ganz falsch, lieber Manfred H - dazu sollte man dort erst einmal das Selbstverständnis dieser Plattform lesen - Nachdenkseiten leistet das was man von den etablierten Mainstreammedien umsonst erwartet nämlich weder Lücken- noch Lügenpresse zu sein. Ganz ähnlich wie der Hpd ansonsten, und was Wolfgang Lieb angeht, da hat Albrecht Müller ja die Möglichkeit einer Stellungnahme eingeräumt, was dieser gerne annahm, und darauf geantwortet. Wohl in der Vorahnung, die da besagt, dass manche Nachdenkseiten-Kritiker darauf gerade wie auf ein gefundenes Fressen reagieren. Mehr nicht dazu....
Gruß
Bernie

Interessant ist übrigens, als Ergänzung, dass man immer wieder den Autor kaputt zu machen versucht statt über die, leider, wahren Inhalte bei Nachdenkseiten (es sei noch einmal erwähnt die Nachdenkseiten sind eine Nachrichtenplattform wie hpd) zu diskutieren. Tja, aber auch egal, denn bald sind alle Regierungskritiker sowieso nur "Putinversteher" oder "-trolle" - Wie bereits weiter unten erwähnt A.H., Pol Pot, Mao, Saddam Hussein & Co. wären über so "Kritiker" wie Sie froh gewesen....Kritik an der Regierung? Berechtigt? Nein, alles von ausländischen Mächten gesteuert. Hatten wir das nicht schon einmal in Deutschland? War das nicht auch so bei Honecker und Hitler?
Amüsierte Grüße
Bernie

Die Nachdenkseiten sind meines Erachtens die beste alternative Informationsquelle im deutschsprachigenn Internet, gerade weil dort der gängige Mainstream kritisch hinterfragt wird und es Links zu ähnlich informativen Quellen gibt.
Ich für meinen Teil (Politikwissenschaftsstudent mit erstem Abschluss) empfehle die Seite jedem politisch interessierten Menschen, den ich kenne.
Die von Ihnen gebrachten Zitate zeigen auch nichts, als die Meinung dieser Personen...

P.S.:
Den Artikel habe ich nicht gelesen, da die Überschrift an sich schon Propaganda widergibt. Ich habe mir lediglich die Kommentare durchgelesen und bin positiv überrascht, dass es doch sehr viele Kommentatoren gibt, die sich kein X für ein U vormachen lassen.

Ralf (nicht überprüft)

Di. 20 Dez 2016 - 18:44

Ich möchte noch auf das Buch "Illegale Kriege" des Schweizer Historikers Daniele Ganser hinweisen. Ich habe es gerade gelesen und zähle es neben den Büchern von Karlheinz Deschner zu den wertvollsten, die ich bisher überhaupt gelesen habe.
Auch zu den aktuellen Konflikte in Syrien und der Ukraine werden viele Hintergründe und Zusammenhänge faktenreich erklärt.

malte (nicht überprüft)

Di. 20 Dez 2016 - 19:20

Wenn ich die ganze Putin-Versteherei hier in den Kommentaren lese, muss ich unweigerlich an Jörn Schulz' Text „Im Bann des Chamäleons“ aus dem Buch „Vorsicht Volk!“ denken:

„Ein passenderes Symboltier als der Bär wäre für Wladimir Putin das Chamäleon, aus dessen schillerndem Spektrum der Betrachter sich seine Lieblingsfarbe aussucht. Da vergisst der Nazi den Opa in Stalingrad und huldigt einem ehemaligen KGB-Agenten, während Linke übersehen, dass die soziale Ungleichheit in Russland größer ist als in jedem westlichen Land und Putin in aller Öffentlichkeit mit rechtsextremen Gewalttätern wie den Nachtwölfen fraternisiert.
Den Rechten präsentiert Putin sich als starken Mann, der sich von niemandem etwas bieten lässt, für die Linken gibt er den vom Imperialismus Bedrohten, der in Notwehr handelt.“

Wenn mich nicht alles täuscht, dann ist das hier der erste Text beim hpd zu Putin überhaupt (und dazu noch ein Interview und gar nicht unbedingt auch die Meinung der Redaktion). Aber schon geht der Shitstorm los. Begründet wird dieses Wüten dann allen Ernstes noch mit angeblicher „Einseitigkeit“ („Die USA und Saudi-Arabien haben doch auch Dreck am Stecken“). Ernsthaft? Hier erscheint jede Woche mindestens ein Text, der sich kritisch mit der Politik der USA oder Saudi-Arabiens auseinandersetzt – aber Putin soll nur mit Samthandschuhen angefasst werden? Hier fühlen sich offenbar einige äußerst unreflektierte Putin-Fans auf den Schlips getreten. Daher: Danke für dieses Itnterview.

Ach malte, dass man nun die längst überholte Floskel "Putin-Versteher" ausgräbt war ja klar, ebenso wie der Vorwurf, dass hier selbst "Putin-Trolle" unterwegs sind. Das sollte wohl Ihre Aussage besagen? Tja, Hitler wäre über so Menschen wie Sie froh gewesen hätte es damals schon Internet gegeben, denn wären die Geschwister Scholl & Georg Elser eben "Stalin-Versteher" und "Stalin-Trolle" gewesen - nur soviel als Spiegel für Ihre unqualifzierten Äußerungen.

Achtung, sie könnten evtl. sogar ein "Obama-" bzw. "Trump-Troll" sein nur weil sie hier auf deren Linie schreiben....

Very amused wishes
Bernie

pavlovic (nicht überprüft)

Di. 20 Dez 2016 - 19:23

Ich weiß nicht warum der hpd sich als spezielles Themenportal nun der internationalen Politik der Großmächte widmen muß, dazumal dieses Feld schon allerorten beackert wird. Dass die Nato die vitalen Interessen Rußlands mißachtet sollte hinlänglich bekannt sein, wie der Council on Foreign Relations schon vor längerer Zeit verlautbart hat: https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/08/31/us-think-tank-krise-in-der-ukraine-ist-die-schuld-des-westens/ Aufschlußreich auch das neue Buch von Daniele Ganser: "Illegale Kriege: Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren. Eine Chronik von Kuba bis Syrien". Auch die abschweifenden Sonderthemen wie Ernährung/vermeintlicher Tierschutz und Ethik schaden dem hpd da alle diese Themen die Leserschaft spalten.

Lieber Pavlovic,

wie soll sich eine Gesellschaft weiterentwickeln, wenn man Debatten und Disputen aus dem Weg geht? Wenn der hpd immer nur Themen bearbeitet, wo beim Lesen das Gefühl von Friede-Freude-Eierkuchen aufkommt... das mag zwar schön gemütlich sein; aber mit Gemütlichkeit kann man in der heutigen Zeit wenig erreichen.

Wir sind (und das meint alle Konfessionslosen, Humanisten, Atheisten etc.) stark geworden, WEIL wir Debatten anstoßen, WEIL wir provozieren. Nicht, weil wir es uns heimelich gemacht haben.

Wer definiert, was "abschweifende Sonderthemen" sind? Wer, was "Kernthemen" sind? Der Redaktion sind alle Themengebiete wichtig; und so ziemlich alle Themen lassen sich aus einer humanistischen Sicht kommentieren. Das muss nicht jedem gefallen. Wenn wir gefallen wollen würden, könnten wir jeden Tag ein Katzenfoto veröffentlichen.

Nichts für ungut.

Thomas GBS Hamburg (nicht überprüft)

Mi. 21 Dez 2016 - 14:25

Antwort auf von Frank Nicolai (nicht überprüft)

Lieber Frank Nicolai,

der HPD soll kritisch und kontrovers Themen anstoßen und dazu gehören auch Interviews, mit Sichtweisen und Aussagen, die nicht jedem passen, gut so!

Als Russland-Kenner, der regelmäßig vor Ort ist, lese ich gerne auch mal kritisches zu Russland, zur russischen Regierung und der Entwicklung der orthodoxen Kirche dort vor Ort, die ich z.B. auch sehr kritisch sehe. Aber ich möchte doch auch guten Journalismus! Und der Vorwurf der Einseitigkeit wirkt natürlich nachhaltig, wenn ausgerechnet Steffen Dobbert und Thomas Osten-Sacken als "Experten" zu den Themen Russland und Syrien heran gezogen werden. Die Kritik an diesen Herrschaften ist fundiert und äußerst berechtigt. Also erwarte sicherlich nicht nur ich mehr Ausgewogenheit, auch Interviewpartner mit einer qualitativ hochwertigeren, ausgewogeneren Expertise. Z.B. würde sich Herr Günter Meyer von der Uni Mainz sicherlich zum Thema Syrien eignen und, so denke ich zumindest, auch fundierter und differenzierter aufzuklären vermögen als die oben genannten Personen. Vielleicht wäre er ja für ein Interview zu diesem Themenkomplex zu gewinnen?

Mit hoffnungsvollen und humanistischen Grüßen aus Hamburg,

Thomas Nieße

little Louis (nicht überprüft)

Mi. 21 Dez 2016 - 14:12

Das Problem ist, dass sich der hdp seit spätestens Mitte 2005 als eine Außenstelle der "ZEIT" bzw der diese betreibenden Verlagsgruppe zu verstehen scheint. Das zeigt nicht erst dieser Anti-Putin -Propaganda - Artikel.

Zudem bin ich beleidigt, dass man mich im hpd auch noch einen Text von eher niedrigen Niveau (dieser Art ) lesen lässt. Da hat man anderswo schon weit besser versucht, mich propagandistisch zu manipulieren. Und so sage auch ich wie viele andere oben schon:
Fake-Presse ist, wenn Behauptungen ohne Belege als Wahrheiten dargestellt werden. Jeder kann also im obigen Lügendiplomatie- Artikel selbst beurteilen, ob der Autor Lügendiplomatie oder Auflärung betreibt. Ich glaube, es sieht schlecht für ihn aus.

Ansonsten haben "Thomas GBS Hamburg" und weitere schon alles Wesentliche dazu gesagt.

little Louis (nicht überprüft)

Fr. 23 Dez 2016 - 12:13

Antwort auf von little Louis (nicht überprüft)

Eigenkorrektur für Kommentar von12.12. um 14:12:
..........dass sich der hdp seit spätestens Mitte 2015 als eine Außenstelle der "ZEIT" bzw der diese betreibenden Verlagsgruppe.......

Frank Linnhoff (nicht überprüft)

Do. 22 Dez 2016 - 09:50

Sehr geehrter Frank Nicolai,

sie scheinen verwundert zu sein, warum etliche Leser die Redaktion des HPD wegen zweier Artikel anzugreifen scheinen. Auch ich gehöre zu den Lesern, die auf diese zwei Artikel "sauer" reagierten. Warum? Weil ich bis jetzt beim Lesen des HPD von der täglichen Flut an Kriegspropagande der Medien, für welche der Interviewte schreibt, verschont geblieben bin. Schade, dass sich dies zu ändern scheint.

struppi (nicht überprüft)

Mo. 26 Dez 2016 - 19:57

Wenn man sich die Situation in Irak, Libyen und Afghanistan anschaut dann scheinen die Menschenrechte die USA und NATO wenig zu interessieren. Es werden Krankenhäuser und Hochzeiten bombardiert. Die USA töten mit Drohnen und wenn es in dem Kram passt werden funktionierende Staatsysteme einfach zerstört.

Warum das jemand, der für eine "seriöse" Zeitung tätig ist, nicht wahrnimmt ist unglaublich.

Das Putin nicht zimperlich ist mag stimmen, aber über Grosny hat selbst die eigene Online Seite kürzlich einen positiv Bericht gebracht http://www.zeit.de/kultur/2016-10/grosny-reise-tschetschenien-beslan-anna-politkowskaja-10nach8 - und wenn man sich die Bilder anschaut, im Vergleich zum Irak oder Afghanistan, dann scheint die Aussenpolitik von Putin erfolgreicher zu sein, als die der USA.

Aber wir leben in einer Zeit der intensiven NATO Kriegspropaganda, wo ein fraternisieren mit dem Feind, den Auschluss aus der Gemeinschaft bedeutet. Die Phrase des "Putinversteher " oder "Troll" zeigt wohin es geht. Als nächstes kommt der Vorwurf Wehkraftzersetzer. Aber davor gründen wir noch ein Waherheitsministerium. Das keiner mehr an der Lüge zweifelt.

Mit Humanismus haben solche Propaganda Interviews wenig zu tun.

(Übrigens, was schreibt denn die Zeit über die 180.00 oder mehr, die in Aleppo endlich befreit wurden?
Über Monate wurde uns auch bei ZON vorgeheult, 200K oder 300K Menschen wären am verhungern und würden unter Assad leiden. Mit den Bussen wurden max. 20K in die "Rebellengebiete" gebracht und der Rest?
Dafür interessiert sich die Weltgemeinschaft nun einen Dreck. Die werden von den Russen und Assad versorgt. Aber wer berichtet darüber?
Es ist alles so offensichtlich, dass es weh tut. Unsere Medien machen Propaganda für halsabschneidende Islamisten - warum?)

henry burchardt (nicht überprüft)

Fr. 6 Jan 2017 - 15:33

Großes Kompliment an den hpd - ihr habt die wachendste leserschaft (die lassen nicht jedes einseitige antiputintraktat im globalen, stark vernetzten schwachsinn der bürgerlichen medien durchgehen). Lieber hpd, die geniale reaktionsflut auf dobbert und chefai, stimmen mich hoffnungsvoll und schärfen hoffentlich euren blick für no-go rezensionen.

Florian Chefai

Hier sollte eine kurze Beschreibung des Autors bzw. der Autorin stehen. Die Autoren sind noch nicht angelegt, weil im Rahmen der Migration diese Daten nicht zuverlässig aus dem Freitext-Inhalt zu extrahieren sind.

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