23. März – World Atheist Day
Foto: © Alibri
Seit einigen Jahren gibt es Bestrebungen, den 23. März als weltweiten Atheisten-Tag im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Angestoßen wurde der Atheist Day von Menschen, die sich von ihrer muslimischen Erziehung emanzipiert haben.
In Deutschland hat er noch nicht so richtig Fuß gefasst. Das sollte sich ändern!
Denn ein jährlicher International Atheist Day bietet die Gelegenheit, Atheismus sichtbar zu machen. Ungläubige könnten Gesicht zeigen, könnten darauf aufmerksam machen, dass Atheismus in zahlreichen Staaten lebensgefährlich ist, strafrechtlich verfolgt wird oder gesellschaftlich geächtet ist. Sie könnten ein Ende der Benachteiligung und Diskriminierung fordern, dagegen auftreten, als Menschen ohne Werte stigmatisiert zu werden und transnationale Solidarität demonstrieren. Sie könnten gemeinsam eine Veränderung der herrschenden Ordnungen fordern.
Dass Atheismus weltweit von den Herrschenden nicht sonderlich geschätzt wird, liegt auch an seinem gesellschaftskritischen Potential: Wer die höchste, über allen menschlichen Befugnissen thronende Autorität für sich verworfen hat, wird vielleicht auch den weltlichen Autoritäten kritisch gegenüberstehen und darauf bestehen, dass die Menschenrechte und die Idee der Gleichberechtigung die Leitlinien politischen Handelns darstellen.
Dass gesellschaftliche Veränderungen von alleine kommen, ist nicht anzunehmen. Dieses Jahr beschränken wir uns darauf, auf den Atheist Day hinzuweisen. Für nächstes Jahr planen wir mehr. Es liegt an den Atheist:innen selbst, ob es gelingt, den 23. März mittelfristig als den Tag zu etablieren, an dem Ungläubige (wie Frauen am 8. März oder abhängig Beschäftigte am 1. Mai) öffentlich sichtbar für ihre Rechte kämpfen.
Erstveröffentlichung im Alibri-Blog.
Im denkladen finden sich die oben abgebildeten Accessoires.

Kommentare (6)
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Auch aus tierrechtlicher
Auch aus tierrechtlicher Sicht wäre ein breitangelegter World Atheist Day sehr zu begrüßen. Allein schon des alttestamentarischen Diktums aus dem 1. Buch Mose (=Genesis 1,28) wegen, in dem Gott seinen Ebenbildern befiehlt, sich die Natur zu unterwerfen und nach Belieben nutzbar zu machen: „Machet sie euch unterthan und herrschet…Furcht und Schrecken vor euch über alle Tiere“. Ein theistisches Diktum, das das Gattungsbewußtsein des Menschen beherrscht wie kein zweites: eine universell gültige Erlaubnis, gar „göttlicher Auftrag“ (den es in gleicher oder ähnlicher Form in sämtlichen Religionen gibt), zu rücksichtsloser Ausbeutung von Um- und Mitwelt.
Wie kam es eigentlich zu dem
Wie kam es eigentlich zu dem Datum? Dass ein "Tag des Atheismus" weltweit nötig ist, steht für mich außer Frage. ICH BIN ATHEISTIN SEIT ICH SELBST UND STÄNDIG DENKEN KANN! Bin gern für alles diesbezügliche zu haben.
Bin dabei. Kann ich mir auch
Bin dabei. Kann ich mir auch gut merken; es war, exakt vor 120 Jahren, der Geburtstag meines praktisch paganen Vaters Franz.
Religionen sind
Religionen sind Herrschaftsinstrumente. Die „heilgen“ Bücher wurden von denen geschrieben, die damit ihre Herrschaft absichern wollten, den Priestern und Patriarchen. Damit das Volk oder gar die Frauen die Herrschaft nicht in Frage stellen, hat man ihnen erzählt, diese Bücher seien von Gott…und wer könnte dem widersprechen?
Jeder Diktator, der sich an Gott klammert, Erdogan, Putin, Trump… auch der Papst und die immer noch existierenden Könige von Gottes Gnaden, verlieren mehr oder weniger an Legitimität, wenn die Menschen nicht mehr an Gott glauben.
Ein Atheist Day ist längst
Ein Atheist Day ist längst überfällig und unterstützenswert.
Wir sollten unsere Standpunkte in fairer und sachlicher Form deutlicher in der
Öffentlichkeit darlegen.
Beste Grüße
O. Reintjes
Ungläubig - dieses Wort hat
Ungläubig - dieses Wort hat eine durchaus negative Konnotation, ganz ähnlich wie 'ungesund'. Es hat so rein gar nichts mit der Freiheit der Menschen zu tun. Der Begriff stammte von Kirchenschergen und Inqisitoren, die Ungläubige lebendig verbrannt haben.
Wie wäre es mit 'freien Menschen'?
Das mag kleinkariert anmuten, meinetwegen, aber ich mag mich nicht an den willkürlichen Normen jener orientieren, die so vielen Menschen über Jahrhunderte hinweg nur Verderben und Tod gebracht haben.