Welche Partei soll ich als konfessionsfreier Mensch bei der Bundestagswahl wählen?
Parteien zur Bundestagswahl 2021: Die Linke
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Welche Partei soll ich als Konfessionsfreie*r, Säkulare*r, Atheist*in oder Humanist*in wählen?" – Mit dieser Frage konfrontierte der Humanistische Pressedienst 16 Parteien, die zur Wahl des Deutschen Bundestags 2021 antreten. Lesen Sie hier die Antwort der Partei Die Linke.
Die LINKE ist eine Emanzipationsbewegung. Sie will die Menschen von Unterdrückung, Zwang und Abhängigkeit von vorgegebenen Mächten und Zwängen befreien. Mit einem funktionierenden Sozialstaat und guten öffentlichen Dienstleistungen für alle. Wir setzen uns besonders für diejenigen ein, die von ökonomischer, politischer und kultureller Ausgrenzung und Diskriminierung bedroht sind oder verfolgt werden. Gerade sie sollen durch die Menschenrechte geschützt werden, auch durch das Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit.
Wir wollen Freiheitsräume verteidigen und neu schaffen, damit jeder Bürger, jede Bürgerin wissen, annehmen oder glauben kann, was er oder sie meint, das privat und öffentlich ausdrücken und sein Leben danach gestalten kann. Dafür muss der Staat für alle Religionen und Weltanschauungen gleich offen sein. Als ein neutraler Staat in einer weltanschaulich und religiös pluralen Gesellschaft muss er Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften gleiche Rechte geben und gleich sichtbar machen.
Einen Nachholbedarf bei der Gleichstellung sehen wir besonders bei den kleineren und nicht wie Kirchen organisierten Gemeinschaften. Das betrifft die durch die Wiedervereinigung und vielfältige Migrationsbewegungen wesentlich angewachsenen Religionen und Weltanschauungen, seien es etwa die Buddhisten, Hindus oder Muslime mit circa sechs Millionen Mitgliedern. Nicht zuletzt ist knapp die Hälfte der Bevölkerung konfessionsfrei. Die deutsche Gesellschaft ist religionspluraler und säkularer geworden, aber im Bundestag, den Rundfunkräten, Bundesprüfstellen und vielem mehr ist davon kaum etwas zu sehen. Diese neue Pluralität muss demokratisch und solidarisch gestaltet werden. Toleranz als ein bloßes Nebeneinander reicht dafür nicht, sie muss zur Anerkennung weiterentwickelt werden. Wir setzen uns auf der Grundlage der Trennung von Kirche und Staat für eine Erweiterung der Kooperationen von Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften mit dem Staat ein, weil sie zentrale zivilgesellschaftliche Akteure sind.
Einen Nachholbedarf sehen wir auch bei den christlichen Kirchen. Wir fordern die Abschaffung des Sonderarbeitsrechtes für die Beschäftigten in den Kirchen, in Diakonie und Caritas. Wir fordern, dass die Kirchen in Zukunft ihre Steuern beziehungsweise Beiträge selbstständig einziehen und wir treten für den seit 1919 bestehenden Verfassungsauftrag zur Ablösung der Staatsleistungen an die Kirchen ein.
Wer die Gleichstellung der Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften ernst meint, muss dafür nicht nur bei der Finanzierung die politischen Voraussetzungen schaffen. Religiöse Bezüge in Verfassungen und an staatlichen Gebäuden, wie etwa ein Kreuz in einem Gerichtssaal, lehnen wir ab. Wir sprechen uns aber auch gegen Verbote religiös motivierter Bekleidung wie etwa Kopftuch, Turban oder Kippa aus, weil das diejenigen diskriminiert, deren Bekleidung auffälliger ist. Eine Einschränkung von Beschäftigtenrechten auf dieser Grundlage lehnen wir ab.
(Helge Meves, Bundesgeschäftsstelle DIE LINKE, Bereich Strategie & Grundsatzfragen)
Kommentare (15)
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Klingt ja erst mal ganz
Klingt ja erst mal ganz vernünftig das mit der Pluralität, leider fürchte ich, dass dies dann alle Religionen ermuntert in der BRD haben diese Freiräume ihre jeweilige Religion zu verkünden.
Auf die Mehrheit der Religionsfreien wird da nicht weiter eingegangen und die Tatsache, dass die Kirchen Jahrhunderte lang zu Unrecht von uns allen finanziert wurde wird nicht erwähnt. Eine Rückzahlung der zu Unrecht bezogenen Milliarden wird nicht in Erwägung gezogen, Schade!
Genau das stört mich als EX
Genau das stört mich als EX-Linke: sie wollen alle Religionen und Weltanschauungen "gleich sichtbar" machen. Also eben doch öffentlich! Und sie positionieren sich nicht gegen den Kindesmissbrauch der Mädchen aus muslimischem Elternhaus, indem sie das Kinderkopftuch verteidigen, das endlich verboten gehört, denn das bedeutet eine Sexualisierung und Benachteiligung dieser Mädchen in gewaltigem Ausmaß. Wobei "gewaltig " auch "gewalttätig" bedeutet, denn diese Mädchen, die sich diesbezüglich den Eltern widersetzen, haben nichts zu lachen...
Bei den Kinderrechten ist die
Bei den Kinderrechten ist die LINKE sehr klar. Wir fordern "Wir wollen Kinderrechte im Grundgesetz verankern.", was die Bundesregierungen bisher verhindern. (https://www.die-linke.de/fileadmin/download/wahlen2021/Wahlprogramm/DIE_LINKE_Wahlprogramm_zur_Bundestagswahl_2021.pdf S.30) Das wir gegen Mißbrauch und Gewalt gegen Kinder sind, müssen wir wirklich nicht betonen.
Die "Linke" setzt sich
Die "Linke" setzt sich explizit für das Kopftuch ein, aber gegen Kreuze an den Wänden, wodurch sie immigrierte Religionen bevorzugt. In Berlin hat sie sich gegen das Neutralitätsgesetz stark gemacht. Ferner ist die "Linke" ein begeisterte Steigbügelhalterin des politischen Islam, dagegen können auch die säkularen Linken nicht an. Das abgebildete Statement ist an Wischi-Waschi kaum zu übertreffen (die FDP war auch schön schwammig).
Also : Finger weg von dieser Partei (die ich, ich gestehe alles, vor langer, langer Zeit, vor ihrem Übertritt zum Islam, auch mal gewählt habe).
Wer bei der LINKEN ins
Wer bei der LINKEN ins Bundestagswahlprogramm schaut, sieht auch, dass alle Forderungen in diesem Kapitel beschlossen wurden, also hier nicht nur für den hpd hingeschrieben um zu gefallen. Bei den Muslimen ist es eben so, dass sie vielfach diskrimiert werden: einfach mal eine Bewerbung auf eine Stelle oder eine Wohnung mit einem muslimisch klingenden Absendernamen abschicken, dann wird das überdeutlich. Und: Religionsfreiheit gibt es als Grundrecht aben nur für alle, sonst wäre es kein Grundrecht.
Es ist sehr schade, dass die
Es ist sehr schade, dass die Linke nicht für einen weltanschaulich NEUTRALEN, sondern hier für einen weltanschaulich PLURALEN Staat plädieren. Dem Staat in Form seiner Institutionen und deren personellen Amtsträgern kann der Bürger nicht ausweichen in seinem Alltag. Der Bürger ist zwar frei, nicht auf Religionsvertreter zu treffen und in deren Räume zu gehen und sich deren Religionsausübung zu entziehen, er hat aber nicht die Wahl, nicht in die Schule, nicht auf's Amt, nicht zur Polizei, nicht zum Gericht zu gehen.
Er muss dort von den Amtsträgern strikte Neutralität erwarten und diese dürfen auch weder durch ihr Handeln noch nach ihrem äußeren Erscheinungsbild bei der Ausübung ihres Amts auch nur den Eindruck erwecken, dass sie nicht neutral sind. Also bei der Ausübung staatlicher Gewalt weder an/in Gebäuden noch an deren Personen auch nur den Anschein irgendwelcher religiöser oder weltanschaulicher Symbolik. Kein Kreuz an der Wand oder am Hals, kein Halbmond, keine Kippa, kein Spaghettimonster, keine Nonnentracht, kein Kopftuch, kein Nudelsieb - die Beispiele lassen sich fortsetzen.
Außerhalb seiner Amtsausübung kann jeder frei alles tun und lassen und seine Weltanschauung ausleben. Das ist seine Privatsache.
Ich glaube da liegt eine
Ich glaube da liegt eine Mußverständnis vor: wir wollen einen neutralen Staat für eine weltanschaulich und plurale Gesellschaft, damit jeder seine Position vertreten kann. Das mit der neutralen Amtsausübung überzeugt mich nicht. Wer weiß denn, was unter der Kopfbedeckung ist und Polizisten können auch in der MLPD oder NPD Mitglied sein, ohne dass man es sieht - sind die dann neutral?
Wer geistig nicht flexibel
Wer geistig nicht flexibel genug ist, währen der Berufsausbildung ein Kopftuch abzulegen, ist GANZ SICHER NICHT NEUTRAL.
Dass es auch Leute gibt, die ohne Kopfbedeckung nicht neutral sind, ist richtig.
Was Sie, lieber Helge, behaupten, ist: Weil es nicht neutrale Menschen ohne Kopftuch geben könnte, müssen wir dezidiert nicht neutrale Menschen mit Kopftuch zulassen. Das ist Schwachsinn.
Meiner Meinung nach wäre es wichtig, Verfahren zur Neutralitätsprüfung zu entwickeln.
Ich bin ja der Überzeugung, dass Menschen durch frühkindliche familiäre Indoktrination zu Katholiken, Protestanten, Muslimen, Juden, Buddhisten, etc. werden.
Indoktrination von Kindern ist für mich immer ein Verbrechen. Indoktrination ist eine Vergewaltigung des Denkvermögens.
Mit dem "Allgemeinen Gleichheits-Gesetz" haben wir den folgenschweren Fehler begangen, religiöse Indoktrination unter Schutz zu stellen. "Glaube" als Überzeugung ohne wissenschaftliche Grundlage ist immer das Resultat erfolgreicher Indoktrination. Der "Glaube an den Endsieg des Kommunismus" ist das Ergebnis von erfolgreicher "linker" Indoktrination. Der "Glaube an die Märkte" ist ebenfalls indoktriniert, falls Sie das beruhigt.
"Wissenschaft" jenseits der Naturwissenschaften ist viel zu oft Ideologie statt seriös.
Das kann zwar sein, aber
Das kann zwar sein, aber sollte nicht gerade deshalb der Staat ein entsprechendes Bewußtsein bei seinen Bediensteten schaffen und mit gutem Beispiel vorangehen?
Wenn ich einen jüdischen Friedhof besuche, setze ich selbstverständlich eine Kippa auf. Das gebietet der Respekt.
Respekt gegenüber einem neutralen Staat gebietet ebenso neutrale Kleidung der Amtsträger und neutrale Gestaltung der Amtsräume.
Tja, die Linken und die
Tja, die Linken und die Religion.
Es mag ja gut gemeint sein, sich für die Religionsfreiheit für Minderheiten einzusetzten, aber wie verträgt sich das mit dem Anspruch der Linken, für Emanzipation und gegen Unterdrückung zu sein?
Hier ist die Linke mit sich selbst im Widerspruch, denn die Religionen dienen der psychologischen Unterdrückung.
Macht über die Menschen kommt nicht nur materialistisch aus den Gewehrläufen, sondern auch psychologisch aus Gottesfurcht und Höllenangst.
Karl Marx und Friedrich Engels hatten keine Ahnung von Psychologie, wie auch, entstand doch die Psychologie als wissenschaftliche Disziplin erst nach ihnen.
Es ist höchste Zeit, den Verbreitern von Gotteswahn, Gottesfurcht und Höllenangst ihr psycho-terroristisches Maulwerk zu legen.
"Psychologischen
"Psychologischen Unterdrückung" ist leider kein Privileg einiger Religionsauslegungen. Die Nazis oder die Stalinisten nehmen sich da mit ihnen wenig allein wenn man darauf schaut, wie sie Kinder dazu gebracht haben, ihren Eltern in die Lager zu schicken und umgekehrt. Wie Weltanschauungen können aber auch Religionen emanzipieren und befreien. Die Geschichte der Sklavenbefreiung etwa ist im Kern eine religiöse Befreieungsbewegung, während gottferne Aufklärer sie bis nach der frz. Revolution verteidigt haben.
Die Faschisten und die
Die Faschisten und die Stalinisten haben weniger psychologisch unterdrückt als mit Gewehrläufen, also physisch. KZs und Gulags waren physische Unterdrückungs- und Vernichtungssysteme.
Gemeinsam ist den Religionen, Faschisten, Kommunisten und Diktaturen, dass sie in der Bevölkerung Angst verbreiten. Angst ist das Herrschaftsinstrument schlechthin.
Faschisten, Kommunisten und Diktaturen (Monarchie ist für mich ein Spezialfall der Diktatur) erzeugen Angst durch Gewalt und expemplarische Gewaltanwendung.
Religionen erzeugen Angst durch die Fantasien von unbewiesenen(!) übermächtigen, unsichtbaren Wesen und der Hölle.
Die Religionen jagen die abergläubigen und leicht zu indoktrinierenden Menschen ins Bockshorn.
Wenn Sie argumentieren, dass das Ende der Sklaverei auf eine religiöse Befreiungsbewegung zurück zu führen sei, so halte ich dagegen, dass die Kirchen Jahrhunderte lang die Leibeigenschaft gerechtfertigt haben. Auch die evangelische Prädestinationslehre, die den amerikanischen Sklaven indoktriniert wurde, hat Sklavenaufstände wirkungsvoll mit psychologischen Tricks unterbunden. Erst der Gedanke der Gleichheit der Menschen (der Renaissance entsprungen und gegen das Gottesgnadentum gerichtet) hat in der Fernwirkung die Sklavenbefreiung befördert.
Sklaverei gab es auch schon in der Antike. Atheismus war damals nur ein Thema für eine ganz kleine intellektuelle Elite.
Auch die Demokratie kommt nicht ohne Angsterzeugung aus, aber die Angsterzeugung durch Gesetze und Polizei/Justiz stehen unter öffentlicher Kontrolle.
Religionen emanzipieren nicht. Religionen manipulieren die Gläubigen im Sinne der Preister. "Befreiung" durch Religion war immer ein von Priestern in deren eigenem Interesse gelenktes Manöver.
Wenn man die ideologische
Wenn man die ideologische Vergewaltigung schon der Kleinsten in unserer Gesellschaft kritisch betrachtet (ev. , muslimischer, jüdischer, katholischer Kindergarten) nebst den dann folgenden konfessionsgebundenen "Religions-Unterrichts-Missbrauch" und dagegen kein Aufschrei, nicht einmal bei den Sozialisten, zu erkennen ist, schämt man sich beinahe ein Linker zu sein. Tausender theologischer Steuergelder-Absorbier bescheren uns Deutsche darüber ein Milliardenvermögen, dass besser in humanistische Bildung investiert werden könnte.
Ich möchte dem obigen
Ich möchte dem obigen Kommentar von Ilse Ermen hinzufügen: denn sie wissen nicht, was sie tun. Vom Islam jedenfalls haben die allermeisten Politiker vor allem von der Linken und den GRÜNEN kaum eine Ahnung.
Dabei würde es sich schon angesichts des langjährigen Meinungsstreits zB zum Kopftuch einmal anbieten, wenigstens eines der vielen aufklärerischen Bücher zu dem Thema zu lesen, zB „Die unheilige Familie“ von Necla Kelek oder auch nur eines der Bücher von Hamed-Abdel-Samad.
Genau wie die GRÜNEN hat man (nicht mann) bei der Linken offenbar einige Muslime als Bekannte und die sind alle sehr nett und die haben es als Zugewanderte natürlich schwerer in einer fremden Kultur und damit weiß man dann auch Bescheid.
Nein – weiß man eben nicht und man verwechselt da auch etwas.
Sie meinen es ja gut, doch Kultur sollte man nicht mit Folklore verwechseln und eine private Religionsausübung sollte man auch nicht mit einer politischen Bewegung unter Inanspruchnahme religiöser Thesen verwechseln.
Der politische Islam ist mit einer freiheitlichen demokratischen, rechtsstaatlichen Ordnung nicht kompatibel. Davon völlig unberührt ist das selbstverständliche Recht eines jeden Individiums, zu glauben, was hilft oder Spaß macht und sich was auch immer auf den Kopf zu setzen. Allerdings nicht in öffentlichen Ämtern, die neutral zu sein haben, und auch nicht als religionsunmündiges Kind in der Schule oder im Kindergarten. Und religionsmündig soll man zwar mit 14 Jahren sein, aber das kann an sich nicht ausreichen, wenn man bis dahin nur eine einzige Sichtweise kennengelernt hat. Deshalb wäre ein Religionskunde-Unterricht erforderlich, um darüber aufzuklären, was Religionen aussagen, was sie wollen und was sie schon angerichtet haben.
Hier könnte sich besonders die Linke verdient machen. Das erwarten übrigens auch nicht wenige LINKE !
All diese wunderbaren
All diese wunderbaren analytischen Kommentare, die den Islam aber auch andere Religionen betreffen, sollten mal gesammelt an die LINKE gehen. Zu Händen der Religionspolitischen Sprecherin Christine Buchholz!!!! es gibt einfach zu wenig Kritik an der übertoleranten Haltung. Ehemals Mitglied der Linken und 2020 ausgetreten aus eben diesen Gründen.