Vatikan: Nackt-Protest im Petersdom durch Bußritus geheilt
© Volker Glätsch auf Pixabay Pixabay License
Im Petersdom in Rom war am vergangenen Donnerstag ein Mann auf den Hauptaltar geklettert und hatte dort mit nacktem Körper gegen den Ukraine-Krieg protestiert. Aus katholischer Sicht eine entsetzliche Entweihung des sakralen Raums, die am Samstag durch ein Bußritual jedoch umgehend geheilt werden konnte.
Kurz vor Toresschluss war am Donnerstagabend ein Mann auf den Hauptaltar des Petersdoms im Vatikan geklettert. Der laut der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" 34-jährige Russe mit polnischem Pass war dabei nackt. Auf seinem Rücken stand in großen schwarzen Buchstaben "Save Children of Ukraine" (Rettet die Kinder der Ukraine). Mehrere Medien veröffentlichten Fotos des Vorfalls, die von Touristen aufgenommen worden waren.
Laut Vatican News leistete der Mann im Adamskostüm keinen Widerstand, als er festgenommen und zur vatikanischen Polizeiwache gebracht wurde. Er wurde der italienischen Polizei übergeben, die eine Ausweisungsverfügung ausstellte und ihn aufforderte, Italien zu verlassen.
Das der Mann, noch dazu "wie Gott ihn schuf", auf den Hauptaltar des Zentrums der katholischen Christenheit stieg, stellt in der mystischen katholischen Vorstellungswelt eine entsetzliche Verletzung des sakralen Raums dar. Vatican News spricht gar von einer "Schändung des Confessio-Altars".
Ein Vorteil von gefühlten Verletzungen im Bereich der Mystik ist, dass sie durch mystische Rituale auch wieder vollständig geheilt werden können. Zuständig für die Heilung der aktuellen "Schändung" war Kardinal Gambetti, Generalvikar des Papstes für die Vatikanstadt und Erzpriester des Petersdoms. "Wie das vatikanische Presseamt bestätigte, zelebrierte der Erzpriester des Petersdoms an diesem Samstag um 12 Uhr mittags am Confessio-Altar einen Bußritus, an dem die Kanoniker des Peterskapitels und die Gläubigen teilnahmen, um auf die Ereignisse vom Donnerstagabend zu reagieren", berichtet Vatican News. Ein auf dem vatikanischen Nachrichtenportal veröffentlichtes Foto des Bußritus zeigt, dass dabei viel Weihrauch zum Einsatz kam.

Kommentare (9)
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Diese Heuchler im Vatikan
Diese Heuchler im Vatikan sollten sich lieber um die geschändeten Kinder kümmern, welche von Pfarrern missbraucht wurden, anstatt sich über derartig lächerliche Lappalien aufzuregen, aber anscheinend ist ihnen ein Gegenstand wie der Altar, wichtiger als jegliches Menschenleben.
Weihrauch betört die Sinne
Weihrauch betört die Sinne und vernebelt den Blick. Seitens der Kirche gerne gesehene Effekte .
@ A.S. Ja richtig, wenn man
@ A.S. Ja richtig, wenn man dann noch den Prunk auf den Bildern sieht, der weltweit die
Hungersnöte beenden könnte, wird die Wut auf diese " heiligen Herren" noch größer.
Aber anscheinend ist es so, dass Lügen und Betrügen sich immer lohnt und ehrliche Arbeit
niemals Reichtum generieren kann.
ein kasperletheater
ein kasperletheater sondergleichen....
Auch eine «lustige» und
Auch eine «lustige» und harmlose, aber doch mutige Art, gegen den Ukraine Krieg (und andere Kriege und Gräueltaten, die weltweit am Laufen sind) zu protestieren. Damit hat er zumindest für ein sehr grosses Aufsehen gesorgt und niemand an Leib und Leben geschädigt. Auch der Vatikan und der Dom haben diese Aktion offensichtlich schadlos überstanden!
Super zusammengefasst und
Super zusammengefasst und subtil die Elemente des Glaubenssystems eingebracht, das sich selbst lächerlich macht!
Wenn der HPD einfach die Realität der Religion beschreibt, ist die Satire-Abteilung gleich mit abgedeckt.
Ich finde solche Meldungen
Ich finde solche Meldungen immer wieder lustig, aber den Inhalt absurd. Auf der einen Seite nimmt sich die Kirche überaus wichtig, hat den Anspruch, überall mitzureden. Und dann so einen lächerlichen Firlefanz. Gerade hohe Kleriker werden so gerne als intellektuell dargestellt - und dann ein "Buss-Sakrament", um einen entweihten Altar wieder herzustellen.
Kopf>Tischplatte
Woher weiß Herr Kardinal
Woher weiß Herr Kardinal Gambetti, ob diese Buße aus der Sicht "Gottes" ausreichend war? Vielleicht verlangt Gott ja eine höhere Buße.
Nur, auf welchem Wege soll Gott ein solches eventuelles Verlangen mitteilen? Denn welche Handlungen als Buße ausreichend seien, hat ja lediglich die Kirche festgelegt, ohne "Rücksprache" mit Gott.
Was gilt, wenn eine solche
Was gilt, wenn eine solche Altar-Schändung in einer einsamen Dorfkirche sich ereignet, ohne von weiteren Personen wahrgenommen zu werden, die einen Bußritus in die Wege leiten könnten? Der Altar befindet sich doch dann dauerhaft im "geschändeten" Zustand, da Gott offensichtlich keinen Kommunikationsweg zur Verfügung hat, um dem zuständigen Bodenpersonal davon Mitteilung zu machen. Sind die danach abgehaltenen Gottesdienste dann alle ungültig?