Internationales

Santiago de Chile

Im Konflikt mit Indigenen ruft Chiles Präsident den Notstand aus

Im Streit um Land und Autonomie zwischen Mapuches, Regierungen und der katholischen Kirche hat es immer wieder Verletzte gegeben, haben Menschen ihr Leben verloren. Nun hat Chiles Präsident Sebastían Piñera für 15 Tage den Notstand ausgerufen. Eine neue Verfassung für Chile, mit Beteiligung einer Angehörigen der Mapuche, soll entworfen und im nächsten Jahr zur Abstimmung gebracht werden.

Aus Protest: Schwuler schwedischer Priester verweigert Heterosexuellen die Ehe

Homophobie ist man aus der Kirche gewohnt. Erst in diesem Jahr betonte beispielsweise die vatikanische Glaubenskongregation noch einmal ihre Ablehnung der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Ein schwedischer Pfarrer hat den Spieß nun umgedreht: er weigert sich, heterosexuelle Menschen zu trauen. Damit will er die Kirche von Schweden zum besseren Schutz der Rechte queerer Personen bewegen.

Ist Kuba bereit zur Ehe für alle?

Mit einer umfassenden Änderung des Familienrechts will Kuba die gleichgeschlechtliche Ehe einführen. Während die geltende Verfassung die Ehe lediglich als "freiwillige Verbindung zwischen Mann und Frau" kennt, ist in der neuen Version von einer "freiwilligen Verbindung zwischen zwei Personen" die Rede, ungeachtet des Geschlechts. Der Gesetzentwurf muss nun zunächst das Parlament passieren, bevor die Bevölkerung in einem Referendum entscheidet. Mit dieser abschießenden Volksabstimmung ist im nächsten Jahr zu rechnen.

Symbolbild

Spanischer Exorzist verlässt die katholische Kirche für Autorin erotisch-satanischer Bücher

Die von Missbrauchs- und Immobilienskandalen gebeutelte katholische Kirche verliert mit Xavier Novell Gomà ihren Vorzeigebischof. Einst streng konservativer Exorzist und Gegner Homosexueller, hat er sich in eine Psychologin und Autorin erotisch-satanischer Romane verliebt und die Kirche für sie verlassen. Damit entfacht er nicht nur die Diskussion um den Zölibat und Exorzismen neu, sondern gibt auch der spanischen satanischen Vereinigung eine Bühne.

Die Mezquita-Catedral im spanischen Córdoba

Spanien: Aktion zur Rückgabe von Immobilien in Händen der Kirche

Über Jahrzehnte hinweg hatte die spanische katholische Kirche Immobilien auf ihren Namen eingetragen. Dabei waren Grundstücke und Wohnhäuser ebenso wie kulturell wichtige Orte. Privatpersonen und Städte, die versuchten, Immobilien zurück zu erhalten, sahen sich einem aussichtslosen Einsatz gegenüber. Ein Bündnis aus laizistischen und weiteren Organisationen fordert nun am heutigen 6. Oktober bei einer Veranstaltung vor dem Kongress die Rückgabe öffentlichen Gutes.

Großbritannien: Vergebung statt Anzeige?

Sie brüsten sich mit dem Anspruch, ethische Werte zu pflegen und weiterzuvermitteln. Doch hinter der Fassade moralischer Autorität erweisen sich religiöse Glaubensgruppen oft als Brutstätte von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen. Ein Schlaglicht auf die Situation in Großbritannien wirft nun der kürzlich veröffentlichte Bericht "Independent Inquiry into Child Sexual Abuse" (IICSA). Demnach kommt es in den meisten großen Religionsgemeinschaften des Landes zu sexueller Gewalt an Kindern.

Leben ohne Gott in Frankreich

Religiöser Glaube und konfessionelle Bindung verlieren in westlichen Gesellschaften zusehends an Bedeutung. In Deutschland stellen die Konfessionsfreien mit 41 Prozent bereits den größten Bevölkerungsanteil und selbst die USA verzeichnen seit Jahren eine steigende Quote von Agnostikern, Atheisten und Personen ohne konfessionelle Bindung. Dass sich auch Frankreich in diese Entwicklung einreiht, belegt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFOP. Demnach leben 51 Prozent der Französinnen und Franzosen ohne jeden Gottesglauben, gleich welcher Religion oder Konfession.

Kanada: Bundesgerichtshof entscheidet zugunsten der Entschädigung Indigener

Am vergangenen Mittwoch hat der kanadische Bundesgerichtshof entschieden, dass als Kinder in Internaten misshandelte Indigene beziehungsweise deren Familien finanziell zu entschädigen sind. Die Regierung des Landes hatte sich, nicht erst nach Entdeckung hunderter Kindergräber auf ehemaligen Schulgeländen, für die Leiden entschuldigt und ihre Verantwortung eingeräumt, eine finanzielle Entschädigung jedoch ausgeschlossen. Vorgesehen ist vom Gericht die maximal mögliche Zahlung von 40.000 kanadischen Dollar pro Person.

Alte afrikanische Frau

Vereinte Nationen wollen gegen Hexenverfolgung vorgehen

Menschen werden auch im Jahr 2021 noch gejagt, misshandelt, aus ihrer Gemeinschaft ausgestoßen, verstümmelt oder gar getötet, weil ihnen Hexerei vorgeworfen wird. Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat nach Jahren der Recherche und Ausarbeitung nun eine Resolution veröffentlicht, welche alle Staaten dazu aufruft, jede Gewalt, die aus einer Anschuldigung der Hexerei hervorgeht, zu beenden und besonders gefährdete Menschen, wie zum Beispiel ältere Frauen, zu schützen.