Religionen

"Zappel-Woelki" vor dem Kölner Dom

Das Strafverfahren gegen den Kölner Kardinal Woelki und ein Brief an den Papst

Für 26.000 Euro lässt sich Unschuld nicht kaufen

Nachdem der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki 26.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung gezahlt hat, ist das Ermittlungsverfahren gegen ihn in Sachen falsche Versicherung an Eides statt und fahrlässiger Falscheid nun endgültig eingestellt worden. Doch die Staatsanwaltschaft widerspricht der Interpretation, dass Woelki damit "unschuldig" sei. Dies hatte das Erzbistum Köln in einer Pressemitteilung verbreitet. Und: In einem Offenen Brief an Papst Leo XIV. fordern verschiedene katholische Persönlichkeiten, Woelki von seinem Posten abzuberufen. Dieser sei durch die Ermittlungsergebnisse "moralisch vollständig korrumpiert".

Das Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen

Vor 500 Jahren wurde Thomas Müntzer hingerichtet

"Vorbild und Projektionsfläche für spätere emanzipatorische Bewegungen"

Am 27. Mai 1525 wurde Thomas Müntzer hingerichtet, nachdem die aufständischen Bauern knapp zwei Wochen vorher bei Frankenhausen in Thüringen vom Söldnerheer der Fürsten besiegt worden waren. Anlässlich des Jahrestages ist im Alibri Verlag ein Sammelband erschienen, der Müntzers Leben und die unruhige Zeit, in der er wirkte, untersucht. Der hpd sprach mit den Herausgebern Karsten Krampitz und Albert Scharenberg.

Nach einem Erdbeben in Syrien

Die Pädagogisierung von Leid

Die Frage, warum Gott – falls gütig und mächtig – so viel Leid zulasse, gehört zumindest seit Hiob zu den großen Themen der Theologie und Religionsphilosophie. Zahlreiche Menschen haben damit gerungen, und eine der prominentesten Antworten auf diese Frage ist die Pädagogisierung von Leid.

Kommentar

Religionszugehörige Zeichen des Zwanges

Im Quartalsrückblick der Konfessionsfreien Österreich werden im Zusammenhang mit der immerwährenden Kopftuchdebatte "erzwungene Zeichen der Religionszugehörigkeit" erwähnt. Der Autor ist der Meinung, die Formulierung gehöre umgedreht, um der Kausalität gerecht zu werden. Im folgenden kurzen Text hat er ein paar Gedanken zum Verhältnis Republik und religiöse Markierung formuliert.

Interview zur "Einführung in das Pastafaritum"

Ratzingers Theologie als Anhängsel des Spaghettimonsters

Wofür Christentum und Islam Jahrhunderte benötigten, ist dem Pastafaritum in nicht einmal zwei Jahrzehnten gelungen: einen theologischen Klassiker vorzulegen, der abzusehenderweise für lange Zeit richtungsweisend bleiben dürfte. Die MIZ-Redaktion sprach mit dem Autor Joseph Capellini über sein Erfolgsbuch, über den Bezug zu Joseph Ratzingers Einführung in das Christentum und über das Fliegende Spaghettimonster (FSM).

Ungarn

Budgetbetrug als Religionsfreiheit?

Mehrere ehemalige Leiter der staatlich anerkannten ungarischen Pfingstkirche stehen vor Gericht, weil sie staatliche Zahlungen für "Leistungen", die nie stattgefunden haben, bezogen haben sollen. Ihre Verteidigung ist originell: Kein weltliches Gericht dürfe beurteilen, was eine Religionsgemeinschaft mit ihrem Geld mache. Und irgendwie sei auch die DSGVO relevant.

Geplanter Standort für das "House of One" in Berlin-Mitte.

Das Geld reicht nicht

Wen wundert es: Das "House of One" soll teurer werden

Durch die zuletzt massiv gestiegenen Kosten sei der Bau des Religionshauses bedeutend teurer geworden als erwartet, so heißt es in einem Beitrag des Deutschlandfunks von Ende April. Da sind die jüngsten Spenden in Höhe von 200.000 Euro vermutlich auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Robert Prevost wird Kardinal

Der neue Papst Leo XIV. und seine Ambitionen

Der Heilige Geist hat geholfen

Wird ein Bundeskanzler erst im zweiten Wahlgang gewählt, so ist das für diesen ein politisches Desaster. Wird ein Papst schon im vierten Wahlgang des Konklave gewählt, sagt das: Er versteht es offenbar, Brücken zu bauen, oppositionelle Lager innerhalb der Kirche zu vereinen. Und wenn er dann noch in einem für einen Papst süßen Teenageralter von 69 Jahren ist und alle wissen, dass er die Geschicke seiner Kirche womöglich über Jahrzehnte prägen wird, so zeigt das, dass ihm offenbar großes Vertrauen entgegengebracht wird. Habemus Papam. Dieses Mal einen Leo. Einen Löwen also.