Religionen

Heilige Likes – Wie deutsche Christfluencer den Glauben vermarkten

Sie beten, predigen und posieren vor Sonnenuntergängen: Auf Instagram, YouTube und TikTok inszenieren sich sogenannte Christfluencer als Sprachrohr Gottes in digitaler Mission. Mit Bibelversen im Reels-Format, modischen Outfits und sanftem Dauerlächeln verbreiten sie eine Mischung aus Selbstoptimierung, konservativen Moralvorstellungen und "Jesus liebt dich"-Content. Was harmlos wirkt, ist Teil einer wachsenden Erweckungsbewegung im Netz – mit deutlichen Tendenzen zu Kommerz, politischer Aufladung und dogmatischer Verengung.

Das Fliegende Spaghettimonster

Evangelisch-pastafarischer Kirchentag 2025 in Hannover

Pastafari beim Kirchentag

Heute beginnt der Kirchentag 2025 in Hannover. Neben Tausenden Mitwirkenden wird auch die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland erwartet. Die Pastafari präsentieren sich bis zum 4. Mai auf dem "Markt der Möglichkeiten" in Halle 6, Stand D42. Das Kircheninstitut bietet eine Einschätzung der theologischen, politischen und kulturellen Dimension des bevorstehenden Kirchentages – mit besonderem Blick auf interreligiöse Dynamiken.

Symbolbild

Trotz "höchst unsittlicher Kleidung" der Mitschüler:

Keine Befreiung vom Schwimmunterricht aus religiösen Gründen

Allein das Betreten des Schwimmbades sei eine "Todsünde". So argumentierten die Eltern dreier Kinder aus dem baden-württembergischen Landkreis Tuttlingen. Aus religiösen Gründen müssten ihre Kinder vom Schwimmunterricht befreit werden. Das hatte die zuständige Behörde abgelehnt. Dagegen zogen die Eltern vor das Verwaltungsgericht Freiburg. Erfolglos.

Parodie von Michelangelos Fresko "Die Erschaffung Adams"

Kardinäle Gnocchibomba und Pizzaballa unter den Papabili

Wer wird der Nachfolger von Papst Franziskus?

Vor dem Konklave beginnt das Papst-Lotto. Es sind oft dieselben Namen, über die man in den Medien spekuliert. Aber es könnte auch eine Überraschung geben. Als einer der aussichtsreichsten Kandidaten gilt ein Kardinal mit pastafarischem Hintergrund: Kardinal Gnocchibomba aus Italien. Das Kircheninstitut nimmt die Debatte zum Anlass für eine kirchenpolitische Einordnung.

Symbolbild

Papst Franziskus – eine Anti-Würdigung

Der als modern geltende Papst Franziskus war tief im Teufelsglauben befangen. Gastautor Volker Brokop meint hingegen, dass es nicht der Teufel sei, der in den Köpfen der Menschen herumspukt, sondern längst veraltete Menschenbilder. Für ihn habe Religion in der geistlichen Vermittlung Wichtigeres zu tun als diese alten Denk- und Glaubensmuster ewig wiederzukäuen.

Screenshot

Wenn Glaube zur interaktiven Ware wird

Besser beten mit der Hallow-App

Die App der Stunde heißt Hallow – zumindest für Katholiken in Amerika und der ganzen Welt. Hallow versteht sich als religiöses Multifunktionstool im modernen App-Design: tägliche Meditationen, Rosenkranz zum Einschlafen, biblische Kindergeschichten oder "Gebets-Challenges" – das Angebot ist umfangreich, die Zielgruppe eindeutig: Religiöse Menschen auf Identitätssuche. Besonders interessant: Wer hinter der App steckt und daran prächtig verdient.

Papst Franziskus (2021)

Interview zum Tod von Papst Franziskus

"Ein Wolf im Schafspelz"

Kaum war er tot, wurde der argentinische Papst von Staatsführern weltweit als "Anwalt der Menschlichkeit" gepriesen. Der Vorsitzende der Giordano-Bruno-Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, wirft einen anderen Blick auf das Pontifikat des Mannes, der am 17. Dezember 1936 als Jorge Mario Bergoglio in Buenos Aires geboren wurde und am gestrigen Ostermontag als Papst Franziskus in der Vatikanstadt starb.

Papst Franziskus (2016)

Der gescheiterte Reformer – zum Tod von Papst Franziskus

Mit dem Tod von Papst Franziskus endet für die katholische Welt eine Ära, die von großen Erwartungen begleitet, aber ebenso von tiefgreifenden Enttäuschungen geprägt war. Als Jorge Mario Bergoglio 2013 zum Papst gewählt wurde, galt er vielen als Hoffnungsträger. Ein einfacher Mann, Jesuit, mit einem Faible für Bescheidenheit – der Reformer, der die katholische Kirche in eine neue Zeit führen sollte. Doch der Rückblick auf sein Pontifikat ist ernüchternd: Es blieb bei vielen Zeichen, bei Gesten und Worten – doch echte, nachhaltige und notwendige Veränderungen fanden nicht statt.

Grablegung

Die Passionsgeschichten der biblischen Evangelien

Historische Hauptursache des seit dem 7. Oktober 2023 wieder stärker diskutierten Antisemitismus ist die im Neuen Testament begründete religiöse Judenfeindschaft, auf der der verhängnisvolle rassische Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts und teilweise darüber hinaus aufbauen konnte. Am Beginn und im Zentrum der Erlösungsreligion Christentum stehen die neutestamentlichen Passionserzählungen. Sie sind im Detail weitgehend unbekannt und unverstanden. Das trägt mit zu dem traurigen Umstand bei, dass sogar der akademische Nachwuchs oft nicht in der Lage ist, zwischen dem unseligen Antisemitismus und der Kritik an der Regierung des Staats Israel zu unterscheiden.