Säkularismus

Petra Bahr (2023)

Regionalbischöfin Bahr als Staatssekretärin

Die Entscheidung, die Regionalbischöfin Petra Bahr zur Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu ernennen, ist ein weiterer Beleg dafür, dass die neue Bundesregierung nicht an einer weltanschaulich neutralen Politik interessiert ist, sondern im Gegenteil kirchliche Akteure gezielt aufwertet und damit die Verflechtung von Staat und Religion bedenklich vertieft. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass ein hoher geistlicher Würdenträger ein wichtiges politisches Amt bekleidet.

Symbolbild

Wie viel Religion verträgt die aufgeklärte Gesellschaft?

Trotz abnehmender religiöser Bindung in der deutschen Gesellschaft ist Religion allgegenwärtig. Der Staat ist zur Gleichbehandlung verpflichtet und sollte religiöse Privilegien abschaffen, statt ausweiten, meint unsere Kommentatorin. Denn gegen Rücksichtnahme auf die religiösen Ansichten des Einen lässt sich zwar nichts einwenden, sie darf in einer aufgeklärten, pluralistischen Gesellschaft aber nicht die Rechte des Anderen beschränken.

Helsinki

Finnland: Neuer Präsident Stubb für Trennung von Staat und Kirche

Zum 1. März wird Alexander Stubb von der Nationalen Sammlungspartei neuer Präsident Finnlands. Bezüglich der Außenpolitik, besonders im Hinblick auf Russland, werden zur aktuellen Politik seines Vorgängers Niinistö keine großen Veränderungen erwartet. Nachdem Stubb sich in einer Diskussion mit Erzbischof Kari Mäkinen vor einigen Jahren jedoch für eine Trennung von Politik und Religion ausgesprochen hatte, setzen säkulare Menschen Hoffnungen darauf, dass religiöse Einflüsse keinen weiteren Boden in der finnischen Politik gewinnen.

Das Rathaus von Paris, das "Hôtel de Ville"

Säkulare Menschen aller Länder, vereinigt euch!

Zum ersten Mal fand im Pariser Rathaus am 8. und 9. Dezember 2023 eine internationale Konferenz statt, die Verfechter der Laizität aus der ganzen Welt zusammenbrachte. Die Konferenz wurde gemeinsam von der Association Laïques Sans Frontières (LSF) und dem Council of Ex-Muslims of Britain (CEMB) organisiert, in Zusammenarbeit mit dem Comité Laïcité République (CLR) und der EGALE Association (Equality Secularism Europe) sowie in Partnerschaft mit Charlie Hebdo, der Zeitschrift Marianne, der Freedom From Religion Foundation (USA), der National Secular Society (UK) und dem Center for Inquiry (USA).

Schwere Zeiten für den säkularen Staat?

Am morgigen Donnerstag Abend spricht Judith Faessler im Live-Online-Format "Humanistischer Campus" des HVD-Bayern über den säkularen Staat: "Zwischen Strohmännern und Missverständnissen". Jede*r kann kostenlos teilnehmen und mitdiskutieren.