Internationales

Tansanias Präsident John Magufuli

Tansania erklärt die Corona-Krise nach Gebet für beendet

Das Coronavirus bringt weltweit viele Regierungen in Zugzwang. Welche Maßnahmen ergriffen werden sollten und wie man mit der oft unsicheren Datenlage umgeht, dafür wurde bisher noch kein absolut sicheres Patentrezept gefunden. Der Präsident Tansanias, John Magufuli, zeigt jedoch ganz klar wie man es nicht machen sollte: Nach einem kurzerhand angeordneten Dreitagesgebet erklärte er die Pandemie für beendet.

Tunesische Bloggerin flüchtet nach Blasphemie-Verurteilung nach Deutschland

Die 27-jährige Bloggerin Emna Chargui hatte im Mai 2020 auf Facebook einen nicht selbst erstellten Aufruf zu Corona-Schutzmaßnahmen eingestellt. Da dieser den Stil einer Koran-Sure hatte und als Corona-Sure bezeichnet wurde, erhielt Chargui nicht nur unzählige Todes- und Gewaltdrohungen, sondern musste sich auch vor Gericht verantworten. Nach einer Verurteilung zu Haft- und Geldstrafen ist die Bloggerin aus Furcht um ihr Leben nun nach Deutschland geflohen.

Eine Regenbogen-Chronik

Anfangs 2019 – meistens in den von der PiS regierenden Gemeinden Ost- und Südpolens – entstanden die ersten "LGBT-freien Zonen". Sie entstanden als Reaktion auf die vom Warschauer Bürgermeister Rafał Trzaskowski herausgegebene "LGBT-Karte". Die katholischen Fundamentalisten waren empört, dass diese Karte unter anderem die Einführung der Sexual- und Anti-Gewalt-Aufklärung in die Warschauern Schulen vorsieht.

Südkorea: Sektenführer wegen Behördenbehinderung in der Pandemie festgenommen

Als im Februar diesen Jahres das neue Corona-Virus die ersten Menschen in Südkorea infiziert hatte, wurden auch Gläubige aufgefordert, keine gemeinsamen Gottesdienste mehr abzuhalten. Für Sektenführer Lee Man-hee kein Grund, sich daran zu halten. Er ließ für seine Sekte Shincheonji weiter große Messen abhalten und erklärte Covid-19 zum Werk Satans, um das Sektenwachstum zu verhindern.

Indigene Frau mit Kind in Kolumbien

Kolumbien: Erzeuger soll Abtreibung zustimmen

Abtreibung ist in Kolumbien nur in wenigen Ausnahmen legal möglich. Während Menschenrechtsgruppen für einen bedingungslosen straffreien Schwangerschaftsabbruch in den ersten Wochen kämpfen, hat eine rechtskonservative Senatorin nun ein Projekt angekündigt, welches die Zustimmung des Erzeugers zur Beendigung der Schwangerschaft erfordern soll. Eine gefährliche Forderung, die für Empörung sorgt.

Galeeren der Gegenwart

Der Hunger der Welt auf billigen Fisch wächst, während die Ozeane und Meere immer leerer werden. Eine solche Gleichung kann nur dann wirtschaftlich aufgehen, wenn man an anderer Stelle spart oder aber ausweichende Industriezweige fördert. In diesem Fall die künstliche Aufzucht von Meeresfrüchten und Speisefischen in Aquakulturen, die im Vergleich zum industriellen Wildfang unter ökologischen wie sozio-ökonomischen Gesichtspunkten nicht minder problematisch sind.

Jesus mit dem Grünen Punkt

Nach kanonischem Recht dürfen Sakramentalien nicht einfach in die Mülltonne geworfen werden. Üblicherweise sollen sie verbrannt und ihre Asche vergraben werden. Da es in der Stadtwohnung kaum möglich ist, geerbte Bibeln, Heiligenbilder und Kreuze zu verbrennen, um sie danach am Grünstreifen zu begraben, hat eine Gemeinde im südspanischen Málaga nun eine Recycling-Box für diese Objekte eingerichtet.

Polnische Sticker, die "LGBT-freie Zonen" markieren sollen

Polens Regierung sägt an Frauen-Gewaltschutzabkommen

Mit dem Wahlspruch "Wir werden keine Opfer sein!" demonstrierten letzte Woche mehrere tausend Frauen in Warschau gegen den Plan der polnischen Regierung, die "Istanbul-Konvention" aufzukündigen, ein internationales Abkommen zum Schutz von Frauen vor Gewalt. Frauen und Menschen aus der LGBTQI-Community sind in dem Land zunehmend Anfeindungen und tätlichen Angriffen ausgesetzt, die Europäische Union reagiert mit der Zurückhaltung von Fördergeldern.