Rezensionen

Erwin Strittmatter und der Krieg unserer Väter

(hpd) Bereits vor 12 Jahren hat Günther Drommer beim Aufbau-Verlag eine Strittmatter-Biografie vorgelegt: „Des Lebens Spiel“ hieß sie. Nachdem Erwin Strittmatter posthum von mehreren Feuilletons in den Ruch eines Kriegsverbrechers gebracht wurde, wehrt Drommer sich mit einer weiteren Biografie dagegen.

Ursachen für die Faszination von K-Gruppen

(hpd) Der Journalist und Politikwissenschaftler Gunnar Hinck sieht in seinem Buch „Wir waren wie Maschinen. Die bundesdeutsche Linke der siebziger Jahre“ in der Hinwendung vieler antiautoritärer Achtundsechziger zu den dogmatischen K-Gruppen die Folge einer Sozialisation in gebrochenen Milieus der Nachkriegszeit.

Im Inneren der rechtsextremistischen Szene

(hpd) Der Journalist Thomas Kuban berichtet in seinem Buch „Blut muss fließen. Undercover unter Neonazis“ von seinen Recherchen mit versteckter Kamera in diesem Bereich des Rechtsextremismus: authentisch wirkend, aber auch subjektiv gehalten.

Vom Preis der Ungleichheit

(hpd) Der Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz beschreibt in seinem Buch die Folgen eines kontinuierlich ansteigenden Auseinanderdriftens von Arm und Reich. Dabei verzichtet der Autor auf billige Polemik und bringt faktengesättigte Argumente, welche die Dimension der Entwicklung für die Ökonomie, aber auch die Politik überzeugend aufzeigen.

Gerbrand Bakkers tierische Parallelwelten

BERLIN. (hpd) Seine Bücher wurden aus dem Holländischen in 20 Sprachen übersetzt. In „Komische Vögel“, einem Tiertagebuch, spielen Schafe, Hühner und Zootiere manchmal eine Haupt- und mitunter nur eine Statistenrolle. Gerbrand Bakkers Verhältnis zu Tieren ist unsentimental, aber voller Staunen über ihre Individualität und ihren Lebenswillen in einer vom Menschen dominierten Welt.

Chronologie der NSU-Serienmorde

(hpd) Die beiden Journalisten Maik Baumgärtner und Marcus Böttcher legen mit ihrem Buch „Das Zwickauer Terror Trio“ eine Chronologie der Ereignisse um die NSU-Serienmorde vor – mitunter allzu sehr beschreibend, dafür aber auch ohne Polemik und Verschwörungstheorien.

„Trotzki. Eine Biographie“

(hpd) Der britische Historiker Robert Service legt eine ausführliche Lebensbeschreibung des russischen Revolutionärs Leo Trotzki vor. Zwar liefert er trotz einer gewissen Einseitigkeit einige tragfähige Argumente zur „Entmythologisierung“ von Trotzki, in der Gesamtschau weist das Buch aber zu viele Mängel von einer fehlenden historisch-politischen Einbettung bis zu häufigen sachlichen Fehlern auf.

Krankes Bildungssystem

BERLIN. (hpd) Alle wissen es und nur wenige sprechen es aus. Fast niemand tut mehr etwas dagegen: Das Bildungssystem in Deutschland ist schwer krank und liegt schon fast im Sterben. Einer von denen, die diese Diagnose stellen, ist Philipp Möller in seinem Erstlingswerk „Isch geh Schulhof“, zu dem es auch einen hpd-podcast gibt.

Kritik an Al Qaida-„Experten“

(hpd) Christina Hellmich, Dozentin für Internationale Beziehungen an der University of Reading, kritisiert in ihrem Buch „al Qaida. Vom globalen Netzwerk zum Franchise-Terrorismus“ die Deutungen der terroristischen Organisation durch „Experten“ in Medien und Wissenschaft.

Der Marxismus Antonio Gramscis

(hpd) Der italienische Philosoph Domenico Losurdo nimmt eine Deutung des Mitgründers der Kommunistischen Partei Italiens vor, wobei er sowohl seine Nähe zu Lenin wie seinen Realismus hervorhebt. Der Autor hebt auf Basis guter Quellenkenntnisse bestimmte Besonderheiten von Gramsci hervor, interpretiert ihn aber allzu einseitig im Sinne traditioneller Kommunismuspositionen.