Rezension

Soziales Umfeld terroristischer Gruppen

(hpd) Die Sozialwissenschaftler Stefan Malthaner und Peter Waldmann präsentieren ihr Konzept zum Thema und lassen es anschließend in Fallstudien zu bestimmten terroristischen Gruppen testen. Herausgekommen ist dabei ein sowohl in Darstellung wie Analyse überaus interessantes Werk, das der Terrorismusforschung innovative Perspektiven bringt.

Depression als Chance

(hpd) Unterscheiden sich Frauen und Männer in ihrer Art und den Gründen, depressiv zu sein? Ursula Nuber, stellvertretende Chefredakteurin von Psychologie Heute meint: Ja. In „Wer bin ich ohne dich?“ zeigt sie: Frauen werden aus anderen Gründen depressiv als Männer. Allerdings bemüht die Autorin Vergleiche zwischen den Geschlechtern, die in dieser Form nicht immer nötig wären.

Kontinuität rechtsextremistischer Gewalt

(hpd) Der Journalist Olaf Sundermeyer legt mit „Rechter Terror in Deutschland. Eine Geschichte der Gewalt“ einen Reportageband zum Thema vor, welcher insbesondere der Darstellung bekannter und weniger bekannter Fälle der letzten Jahre über die NSU-Serienmorde hinaus große Aufmerksamkeit schenkt.

Zwischen Apologie und Kritik

(hpd) Der Politikwissenschaftler Uli Schöler erörtert in dem Buch „Wolfgang Abendroth und der ‚reale Sozialismus’. Ein Balanceakt“ das Verhältnis eines „Gründungsvaters“ der deutschen Politikwissenschaftler zur DDR-Diktatur zwischen Apologie und Kritik. Direkt an den Quellen orientiert gelingt dem Autor ein anschauliches Bild der politischen Entwicklung eines bedeutenden Intellektuellen zwischen Demokratie und Sozialismus, Ideologie und Wissenschaft.

Gegen eine Ökonomisierung der Bildung

(hpd) Die US-amerikanische Sozialphilosophin Martha C. Nussbaum kritisiert in ihrer Schrift „Nicht für den Profit. Warum Demokratie Bildung braucht“ die Ökonomisierung von Schulen und Universitäten. Überzeugend weist die Autorin darauf hin, dass die Ausrichtung von Bildung an der Wirtschaft aus autonomen Bürgern letztendlich passive Marktteilnehmer macht und somit letztendlich auch Demokratie selbst gefährdet.

Strukturmerkmale totalitären Denkens?

(hpd) Der Philosoph und Politikwissenschaftler Lothar Fritze geht in seinem Buch davon aus, dass in den Denkfiguren von Hitler einerseits und Lenin, Marx und Stalin andererseits sehr viele identische Strukturmerkmale enthalten waren. Fritze hebt zwar einige solcher formaler Gemeinsamkeiten hervor und leugnet auch nicht grundlegende Unterschiede, gleichwohl geschieht dies ohne ein inhaltlich entwickeltes Untersuchungsraster und mit nicht immer passenden Objekten für den Vergleich.

„Neukölln ist überall“

(hpd) Heinz Buschkowsky, der sozialdemokratische Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, schildert in seinem Buch in mitunter drastischer Sprache die sozialen Konflikte in einem als „abgehängt“ geltenden Stadtteil einer deutschen Großstadt. Einerseits enthält das Buch einseitige und vereinfachende, andererseits aber auch beachtenswerte und problemorientierte Beiträge zur Integrationsdebatte.

Erwin Strittmatter und der Krieg unserer Väter

(hpd) Bereits vor 12 Jahren hat Günther Drommer beim Aufbau-Verlag eine Strittmatter-Biografie vorgelegt: „Des Lebens Spiel“ hieß sie. Nachdem Erwin Strittmatter posthum von mehreren Feuilletons in den Ruch eines Kriegsverbrechers gebracht wurde, wehrt Drommer sich mit einer weiteren Biografie dagegen.

Ursachen für die Faszination von K-Gruppen

(hpd) Der Journalist und Politikwissenschaftler Gunnar Hinck sieht in seinem Buch „Wir waren wie Maschinen. Die bundesdeutsche Linke der siebziger Jahre“ in der Hinwendung vieler antiautoritärer Achtundsechziger zu den dogmatischen K-Gruppen die Folge einer Sozialisation in gebrochenen Milieus der Nachkriegszeit.

Im Inneren der rechtsextremistischen Szene

(hpd) Der Journalist Thomas Kuban berichtet in seinem Buch „Blut muss fließen. Undercover unter Neonazis“ von seinen Recherchen mit versteckter Kamera in diesem Bereich des Rechtsextremismus: authentisch wirkend, aber auch subjektiv gehalten.