Rezension

Zur Ethik der Rechtsordnung

(hpd) Die komplexe, kenntnisreiche Abhandlung beginnt mit dem Satz des Vordenkers der Weimarer Reichsverfassung Hugo Preuß: „ubi societas, ibi ius; wo eine Gemeinschaft ist, da ist ein Recht“. Es endet mit dem Satz, der 1948 bei der Vorbereitung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland an die Spitze gestellt worden ist: „Der Staat ist um des Menschen willen da, nicht der Mensch um des Staates willen.“

Vergessene Ideale, Eurokrise und Zukunft

(hpd) Die Politikerin Sahra Wagenknecht formuliert in ihrem Buch einerseits eine Kritik am gegenwärtigen Kapitalismus und andererseits die Grundzüge eines „kreativen Sozialismus“. Während sie für den erstgenannten Gesichtspunkt gut belegte Argumente vorbringen kann, bleibt das propagierte Alternativmodell doch überaus diffus.

Die Mörder der NSU - Zelle

(hpd) Die beiden Journalisten Christian Fuchs und John Goetz legen das erste Buch zu den Serienmorden des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ vor. Sie schildern dabei mehr im Sinne einer Reportage die jeweiligen Ereignisse, ohne aber damit eine eigene Analyse zu verbinden.

Die Combat 18-Story

(hpd) Der Journalist Nick Lowles beschreibt die Entwicklung einer bekannten gewalttätigen rechtsextremistischen Gruppe in Großbritannien. Dies geschieht mehr im Sinne einer journalistischen Reportage ohne nähere analytische Betrachtungen und quellenbezogene Nachweise – gleichwohl überaus informativ auch und gerade in Richtung einer vergleichenden Betrachtung zur NSU-Terrorzelle in Deutschland.

Der gute Wilde aus der Steinzeit

BERLIN. (hpd) Was geschähe, wenn ein Neanderthaler unter uns lebte? Wie würden wir ihn aufnehmen? Wie würde er sich fühlen? Sibylle Knauss hat mit diesen Fragen im Hintergrund den Plot für einen Roman entwickelt. „Fremdling“ ist eine literarische Versuchsanordnung und die Geschichte einer mittlerweile - fast - möglichen Grenzüberschreitung.

Die Rettungsaktion „Weiße Busse“

(hpd) Der von Oliver von Wrochem herausgegebene Sammelband enthält Aufsätze und Zeitzeugenberichte über das Schicksal der skandinavischen Konzentrationslagerhäftlinge in NS-Deutschland. Es handelt sich um beachtenswerte Fallstudien, die allerdings nur Fragmente zu einer noch zu schreibenden größeren Darstellung zum Thema liefern.

Elend der Kritik am (Neo-)Faschismus?

(hpd) Der frühere Bremer Professor Freerk Huisken behauptet, dass Rassismus und Rechtsextremismus letztendlich die Konsequenz aus bürgerlichen Demokratievorstellungen seien. Das Buch steht in der Tradition des Dogmatismus der „Marxistischen Gruppe“ und setzt demokratische und extremistische Positionen bei Ignoranz von deren unterschiedlichen normativen Grundlagen miteinander gleich.

Zur Kapitalismuskritik der NSDAP

(hpd) Manfred Weißbecker legt eine Sammlung von historischen Betrachtungen zur Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1920 und 1945 vor. Leider zeigt er sich über weite Strecken immer noch der marxistisch-leninistischen Deutung des Faschismus verbunden, was auch einige analytisch interessante Interpretationen letztendlich entwertet.

Nazi-Terror: Made in Thüringen?

(hpd) Der Sammelband enthält 25 Texte mit unterschiedlichen Inhalten zum Thema. Einerseits verdienen die meist gut recherchierten Beiträge zur Entwicklung der ostdeutschen Neonazi-Szene Interesse, während die Betrachtungen zur Arbeit der Sicherheitsbehörden nicht genug zwischen angeblichen und tatsächlichen Fehlern unterschieden.

Wahlerfolge und Misserfolge der Linksextremen

(hpd) Der Politikwissenschaftler Tom Mannewitz legt eine umfangreiche Untersuchung zu den Bedingungsfaktoren für das Abschneiden bei Wahlen von kommunistischen und postkommunistischen Parteien vor. Es handelt sich um eine methodisch differenziert vorgehende Analyse, die nach den hinreichenden und notwendigen Bedingungsfaktoren für die Entwicklung in Ost- und Westeuropa fragt.