Umfrage des Pew Research Center

USA: Weihnachten wird areligiöser

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Weihnachten

Obwohl Amerikaner als äußerst religiös gelten, verliert das Christentum auch in den USA zunehmend an Bedeutung. Dies lässt sich aus der jüngsten Umfrage des US-amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center zum Thema "Weihnachten" schließen.

Der "richtige Umgang" mit Weihnachten erhitzt nicht nur in Deutschland die Gemüter, sondern auch in den USA. Während man hierzulande darüber diskutiert, ob mit der Bezeichnung "Weihnachtsmarkt" oder "Wintermarkt" für das alljährliche Saufspektakel in den Innenstädten der Untergang des Abendlands verhindert wird, streiten Amerikaner darüber, ob "Fröhliche Weihnachten" ("Merry Christmas") oder "Schöne Feiertage" ("Happy Holidays") der adäquate Gruß zur Jahresendzeit ist.

Das amerikanische Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center hat nun herausgefunden, dass immer mehr Amerikaner der Auffassung sind, dass der religiöse Aspekt an Weihnachten in der Gesellschaft geringer zu Tage tritt als in früheren Jahren und – und das ist das eigentlich spannende – dass dies immer mehr Amerikanern egal ist.

Noch sind zwar jene US-Bürger in der Mehrzahl, die sich für Krippen in staatlichen Einrichtungen aussprechen, doch ihre Zahl schrumpft schnell. Dasselbe gilt für Amerikaner, die daran glauben, dass es sich bei bestimmten Elementen der biblischen Weihnachtsgeschichte – wie beispielsweise der jungfräulichen Geburt – um Ereignisse handelt, die tatsächlich stattgefunden haben. Auch, ob sie mit der religiösen oder nicht-religiösen Grußformel zu den Feiertagen am Jahresende bedacht werden, ist eine Frage, die immer weniger Amerikaner interessiert.

Während neun von zehn erwachsenen Amerikanern Weihnachten feiern, betrachten aktuell nur 55% der erwachsenen US-Amerikaner Weihnachten hauptsächlich – oder zumindest auch – als einen religiösen Feiertag. 2013 waren noch 59% der Amerikaner dieser Auffassung. Überhaupt nimmt der Wunsch nach säkularen Verhältnissen zu. 2014 waren nur 20% der Amerikaner der Auffassung, dass Krippen nicht in staatlichen Gebäuden aufgebaut werden sollten. 2017 sind es bereits 26%.

Deutliche Unterschiede findet die Untersuchung des Pew Research Center bei Anhängern unterschiedlicher politischer Parteien. Rund die Hälfte der Sympathisanten der Republikaner wünscht sich den Gruß "Frohe Weihnachten" im Geschäftsleben. Nur 19% der demokratischen Anhänger teilen diesen Wunsch. Ähnliches gilt für die Krippen-Frage. 54% der Republikaner sind der Auffassung, dass christliche Symbole wie Krippen in öffentlichen Gebäuden erlaubt sein sollten. Bei Demokraten sind es nur 27%.

Auch das Alter spielt bei der Einstellung zu Fragen rund ums Weihnachtsfest eine entscheidende Rolle. 61% der befragten Amerikaner, die kurz vor der Jahrtausendwende geboren wurden (sogenannten "Millennials") sagten, dass es ihnen egal sei, mit welcher Formel sie am Jahresende gegrüßt werden. Außerdem sprechen sie sich deutlich häufiger als ältere Menschen gegen christliche Symbole in öffentlichen Gebäuden aus. Allerdings plant auch eine erstaunlich hohe Zahl von 42% der Millennials noch einen Kirchenbesuch zu Weihnachten. Immerhin jedoch deutlich weniger als bei den Angehörigen älterer Generationen, von denen über die Hälfte einen weihnachtlichen Kirchgang plant.

Durchgeführt wurde die aktuelle, repräsentative Umfrage des Pew Research Center per Telefon von Ende November bis Anfang Dezember 2017 unter 1.503 erwachsenen US-Amerikanern.