Miteinander statt übereinander reden

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Themenbild / Foto: A.v.d. Nahmer

FRANKFURT. (hpd/sh) Humanistische Organisationen in Hessen setzen eigene Akzente und starten hinsichtlich der Einführung des islamischen Religionsunterrichts in Hessen eine gemeinsame Initiative "Ethik und Lebensgestaltung im DIALOG", kurz gesagt, das Projekt DIALOG.

Vor dem Hintergrund der Diskussion um die Einführung eines islamischen Religionsunterrichtes an hessischen Schulen möchten in Hessen ansässige humanistische Organisationen eigene Akzente setzen. Aus diesem Grund haben der hessische Landesverband des Humanistischen Verband Deutschlands und die Regionalgruppen der Giordano-Bruno-Stiftung, die gbs Rhein-Main Säkulare Humanisten und die gbs Kassel e.V., die gemeinsame Initiative "Ethik und Lebensgestaltung im DIALOG" gestartet. Ziel dieser Initiative ist es, dass hessische Schülerinnen und Schüler in ethischen und weltanschaulichen Fragen nicht nur übereinander, sondern vermehrt miteinander ins Gespräch kommen. Inhaltlich gliedert sich die Initiative in zwei Punkte:

Die Initiatoren regen an, dass fachübergreifende Projekteinheiten mit ethischen, interkonfessionellen und interkulturellen Fragestellungen gestaltet werden, soweit die Gymnasien das nicht längst tun. Es soll darum gehen, persönliche Einstellungen zu entwickeln und darüber mit anderen auf der Grundlage der allgemeinen Menschenrechte in einen erfolgreichen DIALOG zu treten. Als Beispiel sei hier genannt das Thema der Integration von Menschen in unsere Gesellschaft, denen unsere westliche Kultur mit säkularen und christlichen Strukturen fremd ist.

BeispielbildLetzte Abstimmungen/Foto: Joachim GrebeDie Initiatoren schlagen vor, dass mit religionsmündigen Schülerinnen und Schülern im Umfang von bis zu zwei Schuljahren ein überkonfessioneller DIALOG-Unterricht praktiziert wird, der nach Möglichkeit von allen Lehrkräften für Religion und Ethik gemeinsam gestaltet wird. Grundlage sollte eine freiwillige Übereinkunft der an der jeweiligen Schule vertretenen Konfessionen bzw. Weltanschauungen sein. Diese Unterrichtsform würde eine neue Form des DIALOGS ermöglichen, die in der jetzigen getrennten Unterrichtsform nur begrenzt möglich ist. Die Initiatoren halten diesen DIALOG für besonders wichtig, wenn in absehbarer Zeit neben dem christlichen auch ein islamischer Religionsunterricht an den Schulen angeboten wird. Es sollte miteinander und nicht nur übereinander geredet werden.

Im ersten Schritt wurden bereits alle hessischen Gymnasien angeschrieben, um die Anregungen in die Schulcurricula einfließen zu lassen und um weitere Unterstützer zu gewinnen. Ebenfalls wird bei politischen Parteien und bei Entscheidungsträgern des Kultusministeriums und der Kirchen für das Projekt geworben.

Carsten Werner

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