9.2.1874
"Der Glaube ist die Schutzhülle einer Lüge" Mehr...
Drewitz bei Potsdam 6.2.1931
Weil ihm wegen kritischer Verse im Zusammenhang mit dem Ungarn-Aufstand von 1956 Haft droht, unterschreibt er 1957 eine Verpflichtungserklärung als IM der Stasi, was er im Mai 1990 freiwillig offenbart. Auf eigenen Wunsch wird er schließlich 1964 aus der Zusammenarbeit entlassen.
Die Veröffentlichung des Gedichtbandes "Der Fluß der Dinge" (1964) mit autobiografischem Charakter wird als Wende seiner poetischen Tätigkeit bezeichnet. Er wendet sich darin der Subjektivität zu und schildert seine Entscheidung für den Kommunismus und die darauf folgenden Anfechtungen seiner Person. Kahlau hat eine zutiefst atheistische Weltsicht und beschreibt ein weltliches Lebensgefühl. In vielen seiner Werke u.a. in seinem Gedicht „Kein Gott" kommt seine undogmatische, skeptische weltlich-humanistische Anschauung zum Ausdruck.
Er bekam eine Vielzahl von Preisen u.a. 1963 den Heinrich-Heine-Preis, 1972 den Lessing-Preis der DDR, 1981 den Johannes-R.-Becher-Preis und - Medaille, 1984 den Nationalpreis III. Klasse der DDR und 1989 den Vaterländischen Verdienstorden der DDR in Bronze als "Aktivist der Ersten Stunde".
Ab 1970 war er zehn Jahre lang Präsident des P.E.N der DDR. Er engagierte sich im Schriftstellerverband der DDR und schrieb für die Gruppe „Karat". Sein Gedichtband "Querholz", der noch vor der Grenzöffnung 1989 erschien, enthält zum Teil regimekritische Verse. 1990/91 wird er Mitglied der Untersuchungskommission zur Geschichte des Schriftstellerverbandes der DDR und ab 1991 Mitglied des Vorstandes des Berliner Verbandes Deutscher Schriftsteller.
Im Jahre 2006 zog er sich aus Berlin zurück und lebt und arbeitet heute auf der Insel Usedom.
Zitat:
„...Ich habe keinen Vater, der mich tröstet.
Es gibt kein Wort, das unumstößlich ist.
Mich stützt kein Glaube.
Keine weise Fügung besitzt ein Maß das meinen Nutzen misst..."