Elterninitiative „pro PER" gegründet

PLÖN. (hpd) Engagierte Eltern wollen den Zustand in Schleswig-Holstein, dass vom Religionsunterricht abgemeldete Kinder einfach in Parallelklassen gesteckt werden, nicht mehr länger hinnehmen. Sie haben eine Elterninitiative gegründet, um einen gleichwertigen Ersatzunterricht in Philosophie zu bekommen.

In der kleinen Stadt Plön in Schleswig-Holstein rumort es: Jens Briesofsky und Guido Wolf Reichert von der „Elterninitiative pro PER", zur Förderung von Philosophie, Ethik und Religionskunde, haben die so genannte Advents-Zeit genutzt, um über einen aufrichtigen und fairen Umgang miteinander nachzudenken - auch in der Schule. Das Ergebnis war, dass sie etwas tun müssten. Auf die Frage, ob sie nur in Plön etwas erreichen wollten, antworteten sie:

Pro PER: Wir werden hier in Schleswig-Holstein auch Landesübergreifend an die Öffentlichkeit gehen. Nächste Woche werden wir mit einem Rundscheiben (in der Anlage) an unserer Grundschule in Plön an die Eltern herantreten. Wir beabsichtigen jedoch, die Initiative gleichzeitig auf eine breite Basis zu stellen und denken daran, Anfang nächsten Jahres einen Verein zu gründen.

hpd: Welches Anliegen vertreten sie?

Pro PER: Es ist unser Anliegen, Philosophie, Ethik und Religionskunde (PER) zunächst als ein dem Religionsunterricht gleichwertiges Ersatzfach - perspektivisch aber als Pflichtfach für alle -, bereits ab der Grundschule zu etablieren. Dieses Anliegen werden wir über die Kreis- und Landeselternbeiräte ebenso weiterverfolgen, wie über den direkten Kontakt mit dem Bildungsministerium. Dabei ist es unser Ziel, nicht eine weitere „Weltanschauung" zu etablieren, sondern eine verbindende Basis mittels kritischen Denkens für einen aufrichtigen, offenen Umgang miteinander zu schaffen.

hpd: Wenn es ein „Ersatzfach" für Religionsunterricht sein soll, warum dann eine „Religionskunde"?

Pro PER: Die Formulierung „Ersatzfach" entspricht der gegenwärtigen Rechtslage. Und „Religionskunde" soll den Kindern ein Verständnis für religiöse/spirituelle Bedürfnisse vermitteln, auf die Menschen seit Urzeiten verschiedenste Antworten gefunden zu haben glaubten. Unsere Kinder sollen lernen, dass Fragen zu stellen zunächst wichtiger ist, als Antworten zu erhalten. Sie sollen lernen in Zeiten der Informations-Sintflut kritisch zu denken und Beliebigkeit in stets vorläufigen Begründungen zu vermeiden.

hpd: Arbeiten sie dabei mit bestehenden Verbänden zusammen?

Pro PER: Wir haben zwar säkulare Verbände angeschrieben, aber das Ergebnis war im Allgemeinen nicht sehr hilfreich. Eine Ausnahme gab es dabei. Eine Art „Geburtshilfe" hat Rainer Ponitka vom IBKA geleistet, der uns mit seinen sachlichen Hinweisen auf die einschlägige Rechtslage in Schleswig-Holstein voran brachte. Er ist dabei anscheinend fachkundiger und besser informiert als das zuständige Ministerium in Kiel.

hpd: Sind Sie auch im Internet aktiv? Wie kann man Sie erreichen?

Pro PER: Ab heute ist unsere Internetpräsenz unter www.ei-proper.de freigeschaltet. Über die dort angegeben Kontaktmöglichkeiten sind wir dann auch zu erreichen.
Wir würden uns freuen, wenn auch die Eltern anderer Schulen in Schleswig-Holstein den „Rundbrief" und die „Elterninformation" (im Anhang) lesen und, bei Interesse, auch für ihre Schulen übernehmen und/oder mit uns Kontakt aufnehmen.

hpd: Danke für die Informationen und viel Erfolg.

Das Gespräch führten Guido Wolf Reichert (für „pro PER") und Carsten Frerk (für hpd).

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