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Badische Zeitung 14 Jan 2009 Nr. 6123
Wer aus der Kirche austritt, muss bei der Stadtverwaltung eine Gebühr von 35 Euro bezahlen. Viel zu viel, findet der 20 Mitglieder zählende Freiburger Regionalverband des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA). Dessen Sprecher Arno Ehret fordert in einem Brief an Oberbürgermeister Dieter Salomon, diese "Strafgebühr" abzuschaffen oder zumindest zu reduzieren.
Für Kirchenaustrittswillige stelle sie ein Hindernis dar: "Wenn ein Austritt nichts oder nur fünf Euro kosten würde, wäre die Hemmschwelle niedriger", ist sich Ehret sicher. Ehret verlangt: Die Stadt Freiburg, die beim Kirchenaustritt mehr verlangt als andere Gemeinden in der Region, sollte aus kirchlichen Angelegenheiten herausgehalten werden.
IBKA-Sprecher Ehret kritisiert auch, dass die Betroffenen zumeist nie selbst den Eintritt in die Kirche erklärt hätten, da jedes getaufte Kind vom Staat automatisch – ohne eigenes Zutun – der entsprechenden Konfession zugeordnet werde. "Wenn man dafür, dass man nie eingetreten ist, beim Austritt Geld zahlen muss, so ist das nicht nachvollziehbar", klagt er und fügt hinzu: "Für einen Geringverdiener oder Arbeitslosen sind 35 Euro viel Geld." Dass ein Kircheneintritt keine und bei einem Konfessionswechsel der Austritt aus der alten Kirche, nicht aber der Eintritt in die neue Gebühr kostet, ist für Ehret zudem Beweis dafür, "dass eine Gebühr für die Erklärung des Austritts vor allem dem Zweck dient, den Austrittswilligen ihre Entscheidung zu erschweren". Für ihn liegt darin ein Skandal.