Morddrohungen gegen einen Pfarrer
Der evangelische Pfarrer Armin Piepenbrink-Rademacher von der Bielefelder Nicolaikirche veranstaltet keinen "Martinsumzug", sondern zieht seit Jahren mit Kindern aller Konfessionen durch die Stadt.
"In Bielefeld ist das zu einem Event geworden, an dem jährlich rund 700 Kinder mit ihren Eltern teilnehmen. Auch in diesem Jahr stand es auf dem Programm."
Deshalb wird er nun von Kommentatoren bei pi-news angegriffen. Dort kommentieren auch fundamentalistische Christen, von denen einer schrieb: "Solche Leute sollten wir uns merken. Nach dem Auszug der Moslems in ihre Heimat(en) werden sie zur Rechenschaft gezogen."
Sehr richtig kommentiert die WELT: "So viel Schaum vorm Mund ist erstaunlich, so viel Empörung über die vermeintliche Abschaffung einer christlichen Tradition. Und das in Anbetracht der Tatsache, dass sich immer mehr Menschen in Deutschland von den Kirchen verabschieden. Die zur Schau gestellte Wut drängt die Frage auf, wer hier eigentlich radikal ist."
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Ein Blick auf die Pi-News
Ein Blick auf die Pi-News Seite zeigt wie stark der Rechtsextremismus in Deutschland christlich geprägt ist.
Die Seite hetzt gegen alles, was auch der kath. Kirche bzw. evangelikalen Bewegungen nicht passt:
- Homosexuelle sind nach Moslems das Lieblingsthema auf der Seite. Autor "Kewil" ist von diesem Thema nahezu besessen und versucht offensichtlich gegen seine eigenen Neigungen anzukämpfen, wie wir es von vielen schwulen Pfarrern gewöhnt sind.
- Verschwinden der "christlichen Werte" und Feste. Die Christen auf der Seite sehen sich als Verfolgte, wenn sie nicht mehr in der Überpriviligierten Klasse sind.
- Abtreibung, Sterbehilfe,...
- Klimawandel, Atheisten, Obama, "linksliberale Medien" und Ausländer generell sind weitere Ziele (meist werden Meinungen aus Foxnews oder der amerikanischen Rechten einfach übernommen).
Geradezu ironisch ist es, dass gerade die christlichsten Kommentatoren ständig schreiben, wie gewaltätig der Islam sei und wie friedlich im Gegensatz dazu das Christentum - nur im nächsten Kommentar dann für kriegerische Einsätze gegen Moslems zu stimmen.
Geboren und aufgewachsen in
Geboren und aufgewachsen in Westberlin, kann ich mich an Laternenumzüge mit dem Kindergarten erinnern. Irgendwann hat immer ein Kind geweint, weil die liebe- und mühevoll gebastelte Laterne abgebrannt ist. Den Begriff "Martinsumzug" habe ich erst viel später als Erwachsener kennengelernt. Ich war überrascht, daß es sich um eine christliche Tradition handelte. Mir egal, Hauptsache die Kinder basteln etwas und lernen Umsicht und ggf. auch Trauer. Mit LED-Lichtern geht das nicht und ist auch nicht so schön!