Die brutalen Foltermethoden der CIA

Gestern wurde ein Bericht veröffentlicht, der die Foltermethoden der CIA gegen vermeintliche Terroristen aufdeckt. Seitdem wird in den Medien darüber spekuliert, wie "so etwas möglich werden konnte."

Die ZEIT schreibt: "Die Verhörtechniken der CIA in Geheimgefängnissen waren wesentlich brutaler als bisher angenommen und haben kaum Erkenntnisse gebracht." Dabei ist - nach anderen Quellen - "kaum Erkenntnisse" eine Übertreibung. Denn tatsächlich konnte durch die Folterungen keinerlei Information gewonnen werden.

"Der Bericht beschreibt einige der brutalen Verhörmethoden der CIA-Agenten: Die Gefangenen mussten teils bis zu 180 Stunden Schlafentzug, Schläge, Zwangsbäder in Eiswasser und Scheinhinrichtungen erleiden. Mehrfach wurde sogenanntes Waterboarding, simuliertes Ertrinken, angewendet. Hungerstreikende seien ohne medizinische Notwendigkeit rektal ernährt worden..."

Bei der Vorstellung des Bericht hieß es: "im Zuge des 'Krieges gegen den Terror' (wurden) insgesamt 119 Häftlinge in Geheimgefängnissen in Europa und Asien verhörte (...) 39 von ihnen wurden gefoltert, auch das eine Zahl, die deutlich über das hinausgeht, was bisher bekannt war."

Der Ruf nach strafrechtlichen Konsequenzen wird nun laut. Allerdings dürfte er wenig Aussicht auf Erfolg haben: "Experten halten es für unwahrscheinlich, dass der Bericht strafrechtliche Konsequenzen hat. Justizminister Eric Holder war nach vorausgegangenen Untersuchungen zum Schluss gekommen, dass das Vorgehen der CIA nicht gerichtlich geahndet werden könne."

Auch der bekannte Blogger Fefe kommentiert: "Womit wir mal wieder bei der Lektion sind, dass parlamentarische Geheimdienstkontrolle Schlangenöl ist. Funktioniert nicht, hat noch nie funktioniert, und wird auch nie funktionieren."

Quelle

Kommentare (2)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Do. 11 Dez 2014 - 01:47

>wie "so etwas möglich werden konnte."<?
In kleinen Schritten, jeder für sich kaum sichtbar; eine schleichende Veränderung, die dazu führt, dass irgendwann eine neue Situation sichtbar wird. Auch -> kulturelle Evolution.
Darum: Wehret den Anfängen.

Frank Linnhoff (nicht überprüft)

Do. 11 Dez 2014 - 11:17

Wie konnte es dazu kommen? Ein Dokumentarfilm von Edmont Koch mit dem Titel "moderne Folter des CIA", welchen die ARD vor 4 Jahren zeigte, und welcher unter diesem Titel auf You Tube zu sehen ist, gibt Antwort hierauf. Ab 1951 gab es ein Forschungsprojekt der CIA zuerst in Mannheim, dann in der Nähe von Frankfurt, in welchem wissenschaftlich und methodisch Foltermethoden entwickelt wurden. Hieraus resultierte 1963 ein Handbuch mit Namen KUBARK, welches fortan als Folteranleitung diente. Im Vietnamkrieg und dann in allen "befreundeten" diktatorischen Staaten z.B. in Südamerika, in welchen die CIA tätig war, wurde nach diesen Anleitungen systematisch gefoltert. Wissenschaftlicher Leiter dieses Forschungsprojektes war Dr. Beacher von der Harvard Universität. Pikantes Detail: Dr. Beach stellte den ehemaligen KZ-Arzt Dr. Schneider eine Zeit lang ein, damit ihm dieser die Foltermethoden der GESTAPO und SS darlegte. Unter anderem wurden während dieses Forschungsprojektes auf deutschem Boden Menschen systematisch zu Tode gefoltert.

Alle Präsidenten der USA nach dem 2. Weltkrieg haben systematisch foltern lassen. Der jetzige CIA-Folterbericht behandelt nur eine kleine Spitze eines Eisbergs. Wer meint, dass seit 9/11 nur etwas mehr als 100 Menschen durch US-Militär und CIA gefoltert wurden, ist naiv.

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