Demnächst jährt sich zum zweihundertfünzigsten Mal die Unabhängigkeitserklärung der USA. Die welthistorische Dimension der damaligen Ereignisse dürfte dann wieder stärker zum öffentlichen Thema werden. Vor kurzem sind zwei erste historische Darstellungen zur "amerikanischen Revolution" erschienen.
Donald Trump und sein Vize-Präsident JD Vance haben ein neues Feindbild: Robert Francis Prevost. Weil Papst Leo XIV. die amerikanische Politik kritisiert hat, wirft Trump dem Oberhaupt der katholischen Kirche vor, eine "schreckliche" Politik zu betreiben und sich politisch zu weit nach links zu positionieren. Papst Leo XIV. kontert, Trump verstehe die Botschaft des Evangeliums nicht.
Der hpd hatte über den Pastor von "Kriegsminister" Pete Hegseth, Doug Wilson, berichtet. Der Artikel hatte die Frage gestellt, wie sich wohl "die Positionen der katholischen Integralisten, denen sich US-Vizepräsident JD Vance angeschlossen hat, mit den evangelikalen Ansichten um Hegseth und Wilson vertragen werden?" Nun kennen wir die Antwort.
Wie sollten Humanistinnen und Humanisten auf die israelischen und amerikanischen Angriffe auf den Iran reagieren? In welchem Verhältnis stehen Humanismus und Pazifismus zueinander? Darüber sprach der Humanistische Pressedienst mit dem Philosophen und Vorsitzenden der Giordano-Bruno-Stiftung Michael Schmidt-Salomon.
Der moderne amerikanische Faschismus trägt keinen Uniformrock. Er trägt ein T-Shirt mit Stars and Stripes, hält eine Bibel in der einen, eine Waffe in der anderen Hand. Sein Ursprung liegt nicht in der Gegenwart, sondern tief in der unbewältigten Geschichte des amerikanischen Bürgerkriegs.
"Muskismus. Aufstieg und Herrschaft eines Technoking", so ist ein neues Buch über den reichsten Mann der Welt überschrieben. Die beiden Autoren, Quinn Slobodian und Ben Tarnoff, sehen in ihm ein bedrohliches Symptom für unsere Zeit.
Das Verhältnis von Politik und Wissenschaft war nie spannungsfrei. Wissenschaft operiert mit methodischer Unsicherheit und revisiblen Befunden; Politik mit Mehrheiten, Interessen und Entscheidungsmacht. Konflikte sind daher strukturell angelegt – und nicht per se problematisch. Problematisch wird es erst, wenn sich der Charakter dieses Konflikts ändert, wie es derzeit in den USA zu beobachten ist.
Die Vereinigten Staaten haben einen Salto rückwärts ins 19. Jahrhundert vollzogen und aus dem Verteidigungs- wieder ein Kriegsministerium gemacht, zu finden unter der Domain "war.gov". Pete Hegseth lässt wenig Zweifel daran aufkommen, dass der Krieg, für den er die USA zu rüsten gedenkt, ein heiliger ist.
Arlie Russell Hochschild, eine bekannte US-Soziologin, reiste in eine Hochburg der Trump-Wähler. Ihr Buch "Geraubter Stolz. Verlust, Scham und der Aufstieg der Rechten" sucht nach Gründen und entdeckt sie angesichts eines ökonomischen Niedergangs in einem "Schamempfinden" und einem "Stolzverlust".
Wir Europäer haben die Warnsignale lange ignoriert: Über Jahrzehnte haben wir uns in Abhängigkeiten begeben, die uns zunächst billig, praktisch und bequem erschienen. Immer wieder vertrauten wir darauf, dass die momentanen Vorteile die Risiken überwiegen. Doch unsere Öl-Milliarden finanzierten islamischen Fundamentalismus, unsere Gas-Milliarden einen imperialistischen Krieg in Europa. Heute erlauben wir chinesischen Apps, KI-Modellen oder Billigkameras tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft, unsere sensibelsten Daten vertrauen wir US-Konzernen an, als gäbe es kein Morgen.
Politische Entwicklungen, die tief in bestehende rechtsstaatliche Routinen eingreifen, stellen Beobachter vor ein bekanntes Problem: Reagiert man zu früh, gilt die Analyse als alarmistisch; reagiert man zu spät, wird man Teil der Normalisierung. Zwischen diesen beiden Polen einen nüchternen, begrifflich sauberen Zugang zu finden, ist schwierig – aber notwendig.
Ein Fan von Donald Trump und Anhänger der MAGA-Bewegung kehrte dem amerikanischen Präsidenten den Rücken und gründete eine Ausstiegsorganisation. Denn für ihn zeigt diese Bewegung klar die Merkmale einer Sekte.
Es gibt Metaphern, die überzeichnen. Und es gibt solche, die beunruhigend exakt sind. Donald Trump und Wladimir Putin als Piraten gehört zur zweiten Kategorie. Zwei Machtpolitiker, die Recht nicht als Grenze, sondern als Werkzeug begreifen, die Staaten wie Beute behandeln und Menschenrechte nur dann erwähnen, wenn sie dem eigenen Vorteil dienen. Die Ereignisse der letzten Tage, insbesondere der US-Militärangriff auf Venezuela und die gewaltsame Abführung von Nicolás Maduro, machen diese Logik brutal sichtbar.
"Die Allianz der Neuen Rechten. Wie die Trump-Bewegung Europa erobert", so ist das gemeinsame Buch von Annett Meiritz und Juliane Schäuble überschrieben. Sie behandeln darin diverse Einflüsse auf unterschiedlichen Feldern, wozu auch "alte religiöse Netzwerke" zählen. Die journalistische Darstellung geht nicht unbedingt in die Tiefe, verweist aber auf bislang in der Öffentlichkeit noch nicht breiter wahrgenommene Zusammenhänge.
Die AfD baut ihre Vernetzung mit der US-Rechten weiter aus. Eine Delegation aus Sachsen-Anhalt reiste auf Kosten der Steuerzahler zu einer republikanischen Gala in New York, bei der Markus Frohnmaier ausgezeichnet wurde. Vermittelt durch rechte Netzwerke und Influencer teilt die AfD mit Trumps Umfeld zentrale Narrative gegen Migration, politische Eliten und liberale Demokratien.