Zehn Jahre humanistisches Kinderhospiz „Berliner Herz“

Humanistisches Kinderhospiz feiert Jubiläum

Humanistisches Hospiz

Seit 2007 bietet das Kinderhospiz "Berliner Herz" des Humanistischen Verbands Berlin Brandenburg (HVD) unheilbar kranken Kinder sowie ihren Eltern und Geschwistern ambulante Begleitung an. Ergänzung erfuhr die ambulante Hospizarbeit 2015 durch die Eröffnung eines teilstationären Kindertages- und -Nachthospizes in Berlin-Friedrichshain.

Christiane Edler hat für den HVD das "Berliner Herz" aufgebaut und leitet das ambulante Kinderhospiz. Als 2015 das teilstationäre Hospiz eröffnet wurde, kamen bei ihr, stellvertretend für alle Beteiligten, Glückwünsche an. Formuliert waren sie im Rückblick auf bereits Geleistetes und Mut machend auf künftig zu bewältigende Arbeit. Die Eröffnungsveranstaltung 2015 hatte neben Aufbruchstimmung und Hoffnung, den Familien Hilfe leisten und ihnen Verantwortung abnehmen zu können, auch den Hauch der Melancholie getragen.

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Christiane Edler, Leiterin des Kinderhospizes, nimmt eine Spende entgegen. (Foto: Evelin Frerk)

Um Erfahrungen reifer und zuversichtlich trafen nun am 5. September Beteiligte und Engagierte auf der 10-Jahresfeier des Hopizes im Forum Factory, Berlin Kreuzberg zusammen. Die Atmosphäre war im Vergleich zur Feier anlässlich der Eröffnung des teilstationären Hospizes vor zwei Jahren fröhlicher, von Lachen und weiterer Herzlichkeit begleitet. Es war, als hätten die Menschen während der Hospizarbeit mehr voneinander erfahren, z. B. die Verlässlichkeit, eine der Grundbedingung der Hospizarbeit. Freundschaften haben sich in jener Zeit gebildet, in der ein jeder und eine jede mit persönlichem Können und individuellen Möglichkeiten zu einem Ganzen beigetragen hat.

Durch das Programm, zusammengestellt von Christiane Edler, führte Hans Brückner, Schirmherr des Hospizes und Familienbegleiter im Berliner Herz. Er begrüßt alle Anwesenden – unter ihnen prominente Schirmherrinnen wie Fernsehmoderatorin Inka Bause und Schauspielerin Eva Mattes. Letztere bereicherte  neben Sängerin und Songschreiberin Chimana und Gitarrist Carrington Brown zusammen mit Prof. Dr. Lothar Schweigerer, Schirmherr des Hospizes und Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin im HELIOS Klinikum, das Programm mit einer Lesung aus dem Buch "Herzensangelegenheiten - Geschichten aus dem Kinderhospiz" von Anne Edler-Scherpe.  

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Eva Mattes und Prof. Dr. Lothar Schweigerer lesen aus dem Buch "Herzensangelegenheiten - Geschichten aus dem Kinderhospiz". (Foto: Evelin Frerk)

160 ehrenamtliche Familienbegleiter_innen unterstützen das Berliner Herz. Irmgard Timm gehört diesem Kreis an. Sie berichtete über den einjährigen Ausbildungsweg, der dieser Arbeit vorangestellt ist, und ermutigte, die Eignung spüre man an sich selber, auch das Alter spiele nicht wirklich eine Rolle. Irmgard Timm hat 25 Familien begleitet und berichtete über Einblicke in das Leben mit einem unheilbar kranken Kind und auch über Freundschaften mit Familien, die über den Tod des Kindes hinaus bestehen. Familienbegleiter erleben Momente, die schwer zu verkraften sind. Wenn Irmgard Timm solche Momente begegnen, geht sie mit ihrem Hund im Wald längere Wege als sonst.

"Schwerstkranke Kinder und eine kräftezehrende Situation, der die Familien sich stellen müssen, deren Alltag sich mit der Diagnose meist völlig verändert", so beschreibt Katrin Raczynski, Vorstand im HVD Berlin-Brandenburg, die Herausforderung der Kinderhospiz-Initiative, die der HVD als Notwendigkeit ansieht und engagiert vorantreibt.

Kommentare (2)

Norbert Schönecker (nicht überprüft)

Mo. 11 Sep 2017 - 14:34

Eine trauruge, wichtige und sinnvolle Arbeit, die hier geleistet wird.

Ich wünsche allen Mitarbeitern viel Kraft - für sich selbst und zum Weitergeben!

Kay Krause (nicht überprüft)

Di. 12 Sep 2017 - 07:07

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Ich habe einen Motorrad-Freund in Chester/England. Dieser veranstaltet jedes Jahr ein Event, das sich "Have a Wish" nennt. Vor ein paar Jahren durfte ich dabei sein: in Chester trafen sich an die 200 Motorradfahrer in Chester. Zunächst hat mal jeder 5,- Pfund (oder mehr) in die Kasse gezahlt, und dann wurde eine gemeinsame, polizeibegleitete Ausfahrt unternommen, deren Details ich hier nicht weiter schildern will. Mit dem Geld wurde einem oder mehreren in einem Hospiz lebenden unheilbaren Kindern ein Wunsch erfüllt, z.B. eine Ballonfahrt, oder was auch immer.
Dies könnte doch auch eine Anregung für Motorradgruppen in Deutschland sein.

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