Kirchentag: Feldbetten und Isomatten in 64 Schulen
Der Evangelische Kirchentag vom 5. bis 9. Mai ist nicht nur eine teure Angelegenheit für den Steuerzahler − die Stadt Düsseldorf schießt 5,8 Millionen Euro, das Land 7 Millionen Euro und der Bund knapp eine Million Euro dazu − das Leben der Düsseldorfer, seien sie nun religiös oder konfessionsfrei, wird auch noch anders belastet: Die Stadt geht davon aus, dass 64 der rund 150 Schulen dafür genutzt werden, um Klassenzimmer als Nachtquartiere für die 5.000 unbezahlten Helfer des Kirchentags zur Verfügung zu stellen.
Die Klassenräume werden dann von Mittwoch bis Sonntag mit Feldbetten und Isomatten zu Schlafräumen umgebaut. Was dazu führt, dass ein Unterricht an dem betreffenden Mittwoch und Freitag (der Donnerstag ist ein Feiertag) nicht stattfinden kann. In Zeiten schlechter Pisa-Ergebnisse erscheint das nicht gerade wie eine gute Nachricht. Die Rheinische Post berichtet, dass die Schulen selbst entscheiden, ob sie den Unterricht vor- oder nacharbeiten oder etwa in digitaler Form stattfinden lassen. Den Freitag sollen die Schulen für einen der drei beweglichen Ferientage nutzen.
Angesichts der Belastungen der Stadtgesellschaft (finanziell und logistisch) will der Deutsche Evangelische Kirchentag aber auch etwas zurückgeben, indem gemeinnützige Organisationen und Projekte unterstützt werden. Das soll freilich nicht mit den Millionensubventionen oder mit eigenem Geld des Kirchentags oder der evangelischen Kirche finanziert werden. Die Mittel dazu sollen die Besucherinnen und Besucher neben ihren bereits geleisteten Eintrittsgeldern (das Fünf-Tage-Ticket kostet 169 Euro) aufbringen, indem sie während der Gottesdienste beim Kirchentag Geld in den Klingelbeutel werfen.