Kirchentage

Das "11. Gebot" beim Katholikentag in Würzburg

Kirchentage als Wirtschaftsfaktor?

Wenn alljährlich wechselnd der katholische und der evangelische Kirchentag in verschiedenen Städten stattfinden, dann werden diese mehrtägigen Großevents zu einem sehr großen Teil durch öffentliche Mittel unterstützt. Und wann immer diese Unterstützung der kirchlichen Großevents, die ja von allen Steuerzahlern bezahlt werden, kritisiert wird, halten die Veranstalter dagegen, dass die Kirchentage der jeweiligen Stadt und Region doch auch wirtschaftlich nutzten. Ein schwaches Argument.

7 Mio für den ev. Kirchentag

Geldübergabe vor dem Altar

Nach der Zusage von 5,8 Millionen Euro durch die Stadt Düsseldorf unterstützt nun auch das Land Nordrhein-Westfalen den Evangelischen Kirchentag im Mai 2027 in Düsseldorf mit zusätzlich sieben Millionen Euro aus Steuermitteln. Die Geldübergabe wurde im Rahmen eines Pressetermins in einer evangelischen Kirche vollzogen. Die Verantwortlichen wählten dafür als schmückenden Hintergrund den Gekreuzigten und den Altar der Johanneskirche in der Düsseldorfer Innenstadt.

"Hängemattenbischof" vor dem Kölner Dom

Katholische Missionierung auf Staatskosten

Seit zwölf Jahren reist die Aktionsgruppe "11. Gebot" zu jedem Kirchen- und Katholikentag, um mit ihrer drei Meter hohen Moses-Figur an das "11. Gebot" zu erinnern: "Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen!" Beim vom 13. bis 17. Mai stattfindenden Katholikentag in Würzburg wird "Moses" durch die bekannten Skulpturen des "Hängemattenbischofs" und des "Geldhamsters" unterstützt. Sie weisen auf einen "doppelten Skandal" hin: Während die katholische Kirche noch immer Millionenzuschüsse vom Staat kassiert, werden die Opfer sexueller Gewalt im Stich gelassen.

Protest bei Verkündung des Kirchentagsmottos

Du bist kostbar? Nein, du bist kostspielig!

Der Evangelische Kirchentag, der vom 5. bis 9. Mai 2027 in Düsseldorf stattfindet, stößt weiterhin nicht auf ungeteilte Zustimmung in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Das erfuhren die Kirchenvertreter jetzt bei ihrem Pressetermin, bei dem sie ihr Motto "Du bist kostbar" vorstellten. Damit wollen sie ihre Kampagne in den kommenden Monaten im Stadtbild präsentieren. Der "Düsseldorfer Aufklärungsdienst" setzte bei eben diesem Pressetermin mit einem drei Meter großen Banner seine Sicht der Dinge dagegen: "Du bist kostspielig: 5.800.000 Euro".

Der "Nackte Luther" und "Moses" mit dem 11. Gebot

Moses und Luther auf dem Evangelischen Kirchentag in Hannover

Der evangelische Kirchentag in Hannover erhält prominenten geistlichen Besuch: Mit der Skulptur des Moses, der auf das "11. Gebot" hinweist ("Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen!"), und dem "Nackten Luther", der den eliminatorischen Judenhass des Reformators aufdeckt, setzt die gbs-Kunstaktion "11. Gebot" abermals einen Kontrapunkt zum christlichen Glaubensfest. Die Skulpturen werden während des gesamten Kirchentags, von Mittwoch bis Sonntag, in Hannover zu sehen sein.

Das Fliegende Spaghettimonster

Pastafari beim Kirchentag

Heute beginnt der Kirchentag 2025 in Hannover. Neben Tausenden Mitwirkenden wird auch die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland erwartet. Die Pastafari präsentieren sich bis zum 4. Mai auf dem "Markt der Möglichkeiten" in Halle 6, Stand D42. Das Kircheninstitut bietet eine Einschätzung der theologischen, politischen und kulturellen Dimension des bevorstehenden Kirchentages – mit besonderem Blick auf interreligiöse Dynamiken.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf dem Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund

Kirchentag im Megatrend der Säkularisierung

Zum heutigen Beginn des Kirchentags blickt der Vorsitzende des Zentralrats der Konfessionsfreien, Philipp Möller, mit großem Interesse nach Hannover. "Wir freuen uns, dass die Säkularisierung der Gesellschaft auch den Kirchentag immer stärker erfasst", so Möller. "Als staatlich subventioniertes Pop-Event mit dem Fokus auf Politik statt Religion und einem säkularem Kulturprogramm ist der Kirchentag in Hannover voll im gesellschaftlichen Megatrend: Religion wird zur Nebensache."

Plenarsaal im Niedersächsischen Landtag

Rückfall in überkommene Staatskirchlichkeit

Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) Niedersachsen hat in einem Offenen Brief an die Fraktionen der SPD, der CDU sowie von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Niedersachsen zu der am 27. März beschlossenen Resolution zum Evangelischen Kirchentag 2025 und zur besonderen Bedeutung der Kirchen und des interreligiösen Dialoges in Niedersachsen Stellung genommen.

David Farago und Ricarda Hinz mit Löwenwagen und Moses

Schlitzohriger David gegen gereizten Goliath

Die subversive Aktion gegen den evangelischen Kirchentag 2027 in Düsseldorf liegt nun eine Woche zurück. Die Evangelische Kirche reagierte genervt und mit juristischer Gegenwehr. Und musste es hinnehmen, dass durch das gewaltige Medienecho einer breiten Öffentlichkeit die Kritik säkularer Organisationen an der Millionenförderung des Kirchen-Events bekannt wurde. Eine Chronik des subversiven Streichs.

Pressekonferenz in Düsseldorf

"Mit unserem guten Namen kann die Kirche nun Subventionen in Millionenhöhe abrufen"

"Wir sind freundliche Piraten: Wer von uns nicht gekapert werden möchte, dem drängen wir uns nicht auf!" Mit diesen Worten erklärt Mario Ickert, Vorsitzender der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland sowie Vorstandsmitglied des "40. Deutscher Evangelischer Kirchentag Düsseldorf 2027 e.V.", warum der alternative Kirchentagsverein den Forderungen der evangelischen Kirche nachkommt. "Wir haben nach Abwägung aller Optionen beschlossen, der Löschung unseres Vereins nicht zu widersprechen. Mit unserem guten Namen kann die Kirche nun Subventionen in Höhe von 13 Millionen Euro abrufen."