Iran

Gassigehen verboten

Eine Frau führt ihren Hund aus
Im Iran wäre dieses Bild gleich doppelt problematisch: Eine unverschleierte Frau geht mit einem Hund spazieren.

Kurioses aus dem Gottesstaat: Weil Haustiere unislamisch sind, soll es im Iran künftig strafbar sein, mit ihnen in der Öffentlichkeit unterwegs zu sein. Die offizielle Begründung lautet aber anders: Die Tiere lösten Panik aus.

So begründete es der Teheraner Polizeichef Hussein Rahimi laut FAZ. "Die Polizei hat jetzt auch die Erlaubnis der Staatsanwaltschaft, gegen die Hundehalter konsequent vorzugehen", sagte er dem Nachrichtenportal Tabnak. Die Ordnungshüter sollen Menschen, die ihren Vierbeiner ausführen, anhalten, sowohl wenn sie zu Fuß unterwegs sind als auch mit dem Auto – denn künftig gilt auch ein Mitfahrverbot für Hunde im PKW. Die Übeltäter sollen "strengstens bestraft" werden.

Was das genau heißt, weiß man nicht so genau, die Gesetzes- und Nachrichtenlage hierzu ist nicht ganz klar: Schon vor vier und vor sieben Jahren soll es Gesetzesentwürfe gegeben haben, die das Besitzen von Hunden generell verbieten und bei einem Verstoß Peitschenhiebe und Geldstrafen androhen. Laut Stern sei eine solche Regelung seit fünf Jahren auch tatsächlich in Kraft.

Trotz aller Widrigkeiten geht vor allem bei jüngeren Iranern der Trend zum Haustier, während in anderen Gesellschaftsteilen nicht-menschliche Tiere jedoch nach wie vor als "unrein" gelten. Viele iranische Bürger sollen tatsächlich extreme Angst vor diesen haben. Dennoch gehen Beobachter davon aus, dass das neue Verbot in ähnlicher Weise ignoriert werden wird wie schon die bisherigen.

Kommentare (15)

Marek Nowakowski (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 13:33

"Weil Haustiere unislamisch sind ..."

Noch eine Maßnahme, um die Bürger zu disziplinieren und ihnen ein weiteres Attribut der Selbstbestimmung weg zu nehmen.

Kay Krause (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 15:26

Antwort auf von Marek Nowakowski (nicht überprüft)

Es ist mir völlig unverständlich, wieso klein Söderlein nicht schon längst einen Ukas erlassen hat, dass alle öffentlich ausgeführten Hunde ab sofort ein gut sichtbares Kreuz am Halsband tragen müssen?! Ja mei, er denkt halt auch nicht an alles!
Aber in Zukunft gibt's da noch viele Möglichkeiten, und ich denke, er wird sie nutzen, zum Wohle seiner geliebten Kirche!

CnndrBrbr (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 15:00

Ein Hundeverbot wäre hierzulande auch mal eine erholsame Entlastung unserer Bürgersteige und Grünanlagen.

Jens B. (nicht überprüft)

Mi. 6 Feb 2019 - 07:29

Antwort auf von CnndrBrbr (nicht überprüft)

Ja, manche Halter räumen die Hinterlassenschaften ihrer Hunde nicht weg. - Das ist auch für andere Hundehalter nicht schön. - Wer aber Hunde deshalb verbieten will, sollte auch weiter denken:
Verbot von Tabakwaren, wegen der weggeworfenen Kippen, die inzwischen schon die Meere vergiften.
Verbot von Alkohol, weil überall zerschmissene Flaschen herum liegen.
Verbot von Kaugummi, weil diese in ausgespuckter Form die Gehwege verkleben.
Maximale Reduzierung des privaten Auto- und Flugverkehrs, weil diese unnötig die Luft vergiften, was man nur nicht so gut sieht wie Hundekot.
Die Liste ließe sich noch um einiges erweitern.
Wären Sie damit einverstanden?

Kay Krause (nicht überprüft)

Fr. 8 Feb 2019 - 08:36

Antwort auf von CnndrBrbr (nicht überprüft)

Sehr geehrte/r Cnmmnndrtr Bribrabrubro! Wenn wir schon dabei sind, eine Liste der Lebewesen anyufertigen, mit denen wir nicht taeglich im Haus, im Buero, auf der Strasse, im TV konfrontiert werden moechten, dann geht es mir mit so manchen Menschen so , wie Ihnen mit meinem Hund! Im Gegensaty yu diesen Menschen, die taeglich ihren verbalen Dreck in die Welt hinausblasen, und es noch nicht einmal merken, saeubere ich den Gehweg, wenn mein Hund diesen verunreinigt hat!
Verallgemeinerungen/ Pauschalurteile sind gefaehrlich, sehr geehrte/r Cnmnnr Bribrabrubro,
sie gehen schnell nach hinten los!

MGS (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 15:15

Ein Kommentar und seine Fragen:

Was sind nicht-menschliche Tiere?
Wie unterscheiden die sich von menschlichen Tieren?

Peter Hemecker (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 21:35

Antwort auf von MGS (nicht überprüft)

Menschen sind menschliche Tiere, sie gehören zoologisch zur Gattung "Homo", zur Familie "Hominidae", zur Ordnung "Primaten", zur Klasse "Säugetiere" und zum Unterstamm "Wirbeltiere". Hunde gehören zur gleichen Klasse wie wir, also "Säugetiere", aber anders als wir, zur Ordnung "Carnivora" und zur Familie "Canidae".

Thomas R. (nicht überprüft)

Mi. 6 Feb 2019 - 12:50

Antwort auf von MGS (nicht überprüft)

"Was sind nicht-menschliche Tiere?"
-
Wie der Begriff schon sagt: alle Tiere, die keine Menschen sind.
-
"Wie unterscheiden die sich von menschlichen Tieren?"
-
https://de.wikipedia.org/wiki/Tier - https://de.wikipedia.org/wiki/Mensch

A.S. (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 17:35

Offenbar gilt den religiösen Führern Empathie als Gefahr für den Glauben. Schließlich wird von den Gläubigen regelmäßig Empathielosigkeit gefordert: Bei der Genitaverstümmelung ihrer eigenen Kinder, im Umgang mit den Frauen, im Umgang mit Andersdenkenden, bei brutalen Bestrafungen ... Nur Gehorsam ist gefordert, Gehorsam bis zum eigenen Tod.

Wo käme der Glaube denn hin, wenn Empathie zu Haustieren sich verbreiten würde?

Thomas Gerlach (nicht überprüft)

Mi. 6 Feb 2019 - 10:46

<b>Unislamische Hunde</b>

Im Grunde haben die Mullahs mit ihrer abstrusen Doktrin ja recht: Hunde und alle anderen nicht-menschlichen Tiere sind ganz außerordentlich unislamisch! Kein Tier wäre so blöde, seine elementaren Lebenstätigkeiten wie Ernährung oder Fortpflanzung der Gängelung durch die grotteske Ideologie irgendeines "Propheten" zu unterwerfen.

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