Geschlechtsneutrale Sprache wirkt
Foto: © Coyote III, Wikimedia CC BY-SA 4.0
Ein winziges Wort genügt, um die Vorstellung über Frauen zum Positiven zu verändern. Und es wirkt auf die Wertung von Menschen außerhalb des heteronormativen Geschlechtermodells, etwa Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender-Personen. Das belegt nun eine aktuelle Studie.
Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein bedeutendes gesellschaftliches Ziel, und die Sprache kann zu seiner Verwirklichung beitragen. Viele sehen die Gefahr, dass ganze Menschengruppen "übersehen" werden, wenn sie in der Sprache "verschwinden". Frauen kennen den schalen Trost, sie seien bei verallgemeinernden männlichen Formulierungen trotzdem mit gemeint. Aber werden sie auch mitgedacht? Aktuelle Forschungen werfen berechtigte Zweifel auf. Und was ist mit all denen, die nicht dem Mann-Frau-Hetero-Modell entsprechen?
Doch an der Frage, wie eine geschlechtergerechte Sprache aussehen soll, entzünden sich heftige Debatten.
Wie einfach und wirkungsvoll selbst kleine Änderungen sein können, zeigt eine Studie mit einem relativ neuen Wort der schwedischen Sprache. Das geschlechtsneutrale Pronomen hen lässt im Gegensatz zu han ("er") und hon ("sie") die Geschlechtsidentität offen. Benutzt wird es, wenn sie unbekannt ist, bei Transgender-Personen oder wenn die Information über das Geschlecht als irrelevant betrachtet wird.
Für ihre Versuchsreihe rekrutierten Margit Tavits von der Washington University und Efrén Pérez von der University of California 3.393 Versuchspersonen mit Schwedisch als Muttersprache.
Zunächst wurden die Freiwilligen nach dem Zufallsprinzip jeweils einer von drei Gruppen zugeordnet, anschließend zeigte das Forscherteam ihnen die schematische Zeichnung einer geschlechtsneutralen Figur mit einem Hund an der Leine. Ihre Aufgabe bestand darin, das Bild zu beschreiben. Die erste Gruppe sollte ausschließlich neutrale Pronomen verwenden, die zweite nur weibliche und die dritte nur männliche. Als Nächstes sollten sie eine kurze Geschichte über eine Person verfassen, die zur Wahl für ein politisches Amt antritt. Im dritten und abschließenden Teil der Studie wurden die Versuchspersonen über ihre Einstellungen gegenüber Frauen und LGBT-(Lesbian, Gay, Bisexual, and Transgender)-Personen befragt.
Tatsächlich hinterließ die Bildbeschreibung deutliche Spuren bei den beiden darauffolgenden Aufgaben. Die Gruppe, die dabei ausschließlich geschlechtsneutrale Pronomen verwendet hatte, benutzte in der Kurzgeschichte eher nichtmännliche Namen, außerdem äußerten sie sich positiver über LGBT-Personen. In diesem Ergebnis sehen Tavris und Perez einen klaren Beleg, dass das Pronomen hen dazu beiträgt, Vorurteile gegenüber bestimmten Geschlechtern und Geschlechtsidentitäten abzubauen.
Im Übrigen widerlegte die Studie das beliebte Gegenargument, eine geschlechtergereche Sprache sei zwangsläufig umständlich und schwer lesbar. Für die Aufgaben mit dem geschlechtsneutralen Pronomen benötigten die Freiwilligen nicht mehr Zeit als die anderen Gruppen.
Schlussfolgerungen für die Gestaltung einer geschlechtergerechten Sprache im Deutschen bleiben abzuwarten. Auch im Schwedischen hat sich die Neuerung nicht über Nacht durchgesetzt. Obgleich die Geschichte des Wortes hen bis in die 1960er zurückreicht – die Verallgemeinerung durch das männliche Pronomen wurde zunehmend als unpassend und die Doppelnennung "er/sie" als zu umständlich abgelehnt – setzte es sich erst um die letzte Jahrhundertwende durch, zunächst in der kleinen Transgender-Community des Landes. Seither hat sich hen zunehmend im Sprachgebrauch eingebürgert. Diese Entwicklung schlägt sich auch in den Empfehlungen der Schwedischen Akademie nieder, die für Pflege von Sprache und Literatur des Landes zuständig ist. 2014 nahm sie hen in ihre Wortliste und ein Jahr später offiziell ins Schwedische Wörterbuch auf.
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"Die Gruppe, die dabei
"Die Gruppe, die dabei ausschließlich geschlechtsneutrale Pronomen verwendet hatte (...) äußerte sich positiver über LGTB-Personen. In diesem Ergebnis sehen Tavris und Perez einen klaren Beleg, dass das Pronomen hen dazu beiträgt, Vorurteile gegenüber bestimmten Geschlechtern und Geschlechtsidentitäten abzubauen."
Weil sie einmal in einer einzelnen Studie ein einzelnes geschlechtsneutrales Wort benutzen mussten, änderten diese Leute innert weniger Minuten ihre Einstellung gegenüber LGBT-Menschen? Wie plausibel ist das?
"Im Übrigen widerlegte die Studie das beliebte Gegenargument, eine geschlechtergereche Sprache sei zwangsläufig umständlich und schwer lesbar. Für die Aufgaben mit dem geschlechtsneutralen Pronomen benötigten die Freiwilligen nicht mehr Zeit als die anderen Gruppen."
Dass ein einzelnes alternatives Wort in einer spezifischen Sprache nicht zu mehr Zeitaufwand führt, ist keine Widerlegung des Einwandes, dass genderneutrale Sprache die Kommunikation erschwert. Dass das zwangsläufig immer der Fall sei, sagt kaum jemand. Es muss nicht immer in jedem Fall der Fall sein, um ein Problem zu sein.
"Weil sie einmal in einer
"Weil sie einmal in einer einzelnen Studie ein einzelnes geschlechtsneutrales Wort benutzen mussten, änderten diese Leute innert weniger Minuten ihre Einstellung gegenüber LGBT-Menschen? Wie plausibel ist das?"
Nochmal lesen. Da steht, dass das Wort "hen" dabei helfe, Vorurteile abzubauen, nicht dass Einstellungen geändert werden. Red-Pill Spinner und Genderscience Hasser werden dadurch bestimmt nicht umgepolt. Es geht um die Anwendung, die einen automatisch sensibler für bestimmte Themen macht.
"Dass ein einzelnes alternatives Wort in einer spezifischen Sprache nicht zu mehr Zeitaufwand führt, ist keine Widerlegung des Einwandes, dass genderneutrale Sprache die Kommunikation erschwert. Dass das zwangsläufig immer der Fall sei, sagt kaum jemand. Es muss nicht immer in jedem Fall der Fall sein, um ein Problem zu sein."
Nochmal lesen. Da steht, dass das beliebte Gegenargument, dass zwangsläufig die Sprache erschwert werde, wenn man gendergerecht formuliert, entkräftet werden kann.
Ein ungültiges Argument ist eher, dass manche Menschen denken, dass die Sprache durch gendergerechte Anpassungen schwieriger oder komplizierter wird.
1. Wie dumm werden hierbei Menschen eingeschätzt, dass sie sowas nicht hinbekommen, während sie jedoch die aktuelle Sprache beherrschen? Dieser Zusammenhang ist absoluter Quatsch und eine Beleidigung unserer Spezies Mensch, die in der Lage ist, sehr viele Sprachen und Dialekte in einem Individuum zu vereinen, und das ohne Probleme...
2. Und ob ist der Zeitaufwand eines Wortes exakt der Indikator dafür. Wenn etwas komplizierter wird, dann geht dies mit mehr Zeitaufwand einher. Mit dem * z.B. kommt mir die Sprache sogar einfacher vor.
"Es geht um die Anwendung,
"Es geht um die Anwendung, die einen automatisch sensibler für bestimmte Themen macht."
Es dürfte nicht wenige geben, die aufgrund von bevormundenden Sprachvorgaben von einer neutralen oder sogar wohlwollenden Postion in eine negative wechseln.
" Mit dem * z.B. kommt mir die Sprache sogar einfacher vor."
Wie bitte?
Natürlich wird es mit
Natürlich wird es mit Sternchen einfacher:
Liebe Lehrer und Lehrerinnen
Liebe Lehrer*innen
Das ist auch nur meine persönliche Einschätzung. Spart mir jedes Mal Zeit.
Das ist weniger eine Sache
Das ist weniger eine Sache der "persönlichen Einschätzungen", sondern vielmehr der Fakten. Fakt ist: "Liebe Lehrer" spart noch mehr Zeit. Und selbst "Liebe Lehrkräfte" ist zeitsparender, was man allein aus der Anzahl der Buchstaben erkennt.
"Es dürfte nicht wenige geben
"Es dürfte nicht wenige geben, die aufgrund von bevormundenden Sprachvorgaben von einer neutralen oder sogar wohlwollenden Postion in eine negative wechseln."
Sprachvorgaben sind also bevormundend? Die gesamte Sprache besteht aus Sprachvorgaben, oder mussten Sie in der Schule oder an der Uni die Sprache nicht beherrschen?
Es handelt sich bei dem Sternchen um eine schriftliche Vorgehensweise. Sie dürfen gerne Lehrer oder Lehrerin sagen, oder haben Sie da eine Verschwörungstheorie parat?
Ja, Sprachvorgaben, die dem
Ja, Sprachvorgaben, die dem grammatikalischen Regelwerk widersprechen oder besondere Formulierungen einfordern, sind bevormundend. Ist das nicht offensichtlich?
Für mich gibt es außerhalb
Für mich gibt es außerhalb der anderen Tierwelt nur ein Geschlecht, und zwar Mensch o. Human.
Nicht nur einzelne Worte bzw.
Nicht nur einzelne Worte bzw. Begriffe können - sogar in Sekundenschnelle - Einstellungen ändern, auch Klang, Aussprache oder Betonung von Gesprochenem haben großen Einfluß darauf, in welche Schublade wir den Sprechenden einsortieren. Niemand ist ohne Vorurteile oder frei von Assoziationen und diese sind schnell zu wecken - oder, bei bedachter Wortwahl und Sprechweise, eben nicht..
Genau! Und die Vermeidung des
Genau! Und die Vermeidung des Wortes "N...gger" hat in den Staaten das Ende des Rassismus bewirkt.
So einfach ist die Welt leider nur in Kinderbüchern.
Es hat nie jemand behauptet,
Es hat nie jemand behauptet, dass die Vermeidung dieses Wortes sofort Rassismus beendet. In welcher Kinderbuchwelt leben Sie?
Von wegen "hen"
Von wegen "hen"
Wieso wird bei der Debatte der Informationswert vergessen, der darin besteht, dass ein Leser(auch eine Leserin, versteht sich) erfährt, ob es sich um Mann oder Frau handelt??
Es heißt im Artikel: "Im
Es heißt im Artikel: "Im Übrigen widerlegte die Studie das beliebte Gegenargument, eine geschlechtergereche Sprache sei zwangsläufig umständlich und schwer lesbar. Für die Aufgaben mit dem geschlechtsneutralen Pronomen benötigten die Freiwilligen nicht mehr Zeit als die anderen Gruppen." Das aber setzt voraus, dass man Worte "erfindet", die beide (oder alle) Geschlechter beinhalten. Denn die bisherigen Versuche, in der deutschen Sprache gendergerecht zu schreiben, sind eher nicht so toll. Zumal sie zwar in der Schrift- aber nicht in der mündlichen Sprache überhaupt nur bemerkbar sind.
Nach der Logik (han/hon=hen) also müsste im Deutschen aus "sie" und "er" ein "sier" werden...
@ Petra Pausch, Zitat: "Nach
@ Petra Pausch, Zitat: "Nach der Logik (han/hon=hen) also müsste im Deutschen aus "sie" und "er" ein "sier" werden..." Ich denk die ganze Zeit "es", gibt’s doch schon ... ich fand’s bisher aber eher "seltsam", wenn ich Menschen ihr Geschlecht genommen habe, zum Beispiel: "Es, das Kind, beschwerte sich: ’Ich bin ein Mädchen!’ ..."
Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich habe in meinen Artikel zuletzt auch "Schüler*innen" geschrieben, ich find das o.k.
"Um Missverständnisse zu
"Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich habe in meinen Artikel zuletzt auch "Schüler*innen" geschrieben, ich find das o.k."
Müssten Sie dann nicht auch "Mensch*innen" schreiben?
@ David Z Habe ich in meinen
@ David Z Habe ich in meinen Artikeln irgendwo "Mensch" geschrieben? Ich erinnere mich nicht, schauen Sie doch mal für mich nach ...: https://hpd.de/autor/andreas-lichte
Ob Sie in Ihren Artikeln
Ob Sie in Ihren Artikeln "Mensch" geschrieben haben, weiss ich nicht, erscheint mit hier auch nicht wichtig. Mein Kontext ist Ihr Posting oben.
Zitat: "ich fand’s bisher aber eher "seltsam", wenn ich Menschen ihr Geschlecht genommen habe, zum Beispiel..."
David Z. Haben Sie Langeweile
David Z. Haben Sie Langeweile?
Im Gegenteil. Ich habe eine
Im Gegenteil. Ich habe eine Menge Spass, grade bei diesem Thema.
Man könnte aber auch einfach
Man könnte aber auch einfach die Tatsache nutzen, dass das grammatikalische Gender schon immer geschlechtsneutral war, und damit echte Gleichberechtigung unterstützen. Ein Tisch ist nicht männlich und eine Bombe ist nicht weiblich. Genausowenig wie ein Arzt nur männlich sein kann oder eine Hebamme nur weiblich sein kann. Es ist echt peinlich zu denken, ein Bürger könnte nicht weiblich sein oder eine Person könnte nicht männlich sein nur wegen dem grammatikalischen Gender. Also bitte.
Geschlechtsspezifische Berufsbezeichnungen wie "Ärztin" sind Kunstbegriffe die geschaffen wurden um zu sagen "Vorsicht, ist gar kein richtiger Arzt!" und genau dahin gehört der Missbrauch des grammatikalischen Genders auch: in die Vergangenheit. Das grammatikalische Gender ist eine Eigenheit der deutschen Sprache die nichts mit dem biologischen Geschlecht oder dem individuellen Selbstbild zu tun hat.
Grüße,
Robert
"Die Gruppe, die dabei
"Die Gruppe, die dabei ausschließlich geschlechtsneutrale Pronomen verwendet hatte, (...) äußerte (...) sich positiver über LGTB-Personen. In diesem Ergebnis sehen Tavris und Perez einen klaren Beleg, dass das Pronomen hen dazu beiträgt, Vorurteile gegenüber bestimmten Geschlechtern und Geschlechtsidentitäten abzubauen."
Woraus leiten die Autorinnen den klaren Beleg ab? Wenn die Methodik der Studie nicht deutlich ausgefeilter war als hier beschrieben, kann der Unterschied zwischen den Gruppen auch auf "soziale Erwünschtheit" zurückzuführen sein. Natürlich machen sich die Probandinnen Gedanken über das Ziel der Studie, wenn sie aufgefordert werden, eine gendergerechte Sprache zu verwenden. Zudem setzt die Feststellung einer Einstellungsänderung voraus, dass mindestens zu zwei Messzeitpunkten die Vorurteile gegenüber Geschlechtsidentiäten erfasst wurden. Ein einfacher Gruppenvergleich belegt da gar nichts.
Ihre voreiligen Schlüsse über
Ihre voreiligen Schlüsse über die Veränderung oder den Abbau von Vorurteilen sind ridikül.Im Englischen hat z.B. der bestimmte Artikel "the" kein Geschlecht. Ich kann nicht feststellen, dass in englischsprachigen Staaten das Patriarchat auf dem Rückzug ist.
Die herkömmliche Verwendung
Die herkömmliche Verwendung des generischen (grammatischen) Maskulins _ist_ (biologisch) geschlechtsneutral. Nicht nur die Frauen sind "mitgemeint", sondern auch die Männer. Will ich nur von Männern sprechen, dann muss ich z. B. von "männlichen Studenten" sprechen, nur "Studenten" reicht nicht. Erst der Genderunsinn macht durch die Verwendung von "Student*innen" den herkömmlichen "Studenten" zu einem reinen Maskulin.
Verschiedene Sprachen lassen
Verschiedene Sprachen lassen sich doch nicht so direkt vergleichen! Auch im spanischen wäre eine geschlechtsneutrale Formulierung leichter. Da liegt der Wurm schon etwas tiefer in der grammatikalischen Struktur der deutschen Sprache.
Geschlechtsneutral bedeutet übrigens etwas anderes als "geschlechterGERECHT" zumal das "gendern" im Deutschen wieder "heteronormativ" ist. Da es keine eindeutige Ideologie der Geschlechter gibt kann es auch keine "Geschlechtergerechtigkeit" geben die zudem begrifflich wieder die Kategorie "Geschlecht" einzementiert ...
Das Genderisieren im
Das Genderisieren im germanischen Sprachraum ist eine Besonderheit.
Die Fragestellung einer ernsthaften Studie müsste lauten:
Werden in Ländern in denen es eine geschlechtsbezogene Substantivierung gibt, Frauen eher unterdrückt als in Ländern, die diese grammatische Besonderheit gar nicht kennen?
Relevante Ergebnisse können nur mit Langzeitstudien im Kulturvergleich, grade auch mit Ländern in deren Sprachen es keinerlei Geschlecht für Substantive gibt, erbracht werden.
Sprache ist etwas, was sich
Sprache ist etwas, was sich der Verschriftlichung zum Trotz, zwischen den Menschen und Generationen durch ihren Gebrauch erhält oder verändert. Die Einflüsse auf dieses Geschehen sind mannigfaltig. Einzelne Wortschöpfungen einzelner Personen, wie Shakespeare oder Luther haben sich allgemein verbreitet. Andere Redeweisen oder Wörter verschwinden.
Ob sich also diese 'angeordneten' Sprachprodukte wirklich verbreiten werden ist ungewiss. Bisher redet in meinem Umkreis niemand von Fußgehenden oder Arbeitnehmenden, auch nicht vom Hackenden oder Harz-IV-Empfangenden. Ein Narr, wer behaupten wollte, diese Ausdrucksweise sei nicht komplizierter.
Und da haben wir auch den
Und da haben wir auch den Beweis, warum die Türkei und Japan die progressivsten Länder der Erde.
Zudem scheint die Studie, so wie sie hier geschildert wird, auch gut auf Framing hinzudeuten.
Hübsches Thema für alle, die
Hübsches Thema für alle, die genug zu essen, eine Wohnung und Kinderbetreuung haben. Wegen der bunten Träumer, die nicht sehen, wie sehr ihre Gruppeninteressen an jenen der nun mal immer noch die Mehrheit der Bevölkerung darstellenden heterosexuellen altmodischen Bürger ohne Binnen-I vorbeigehen, wird die AfD mit ihren schlimmen Ausgrenzungssprüchen nun stärkste Partei. Leute bleibt doch mal auf dem Teppich. Und da die mit der besonders hohen Gender- Bildung sicher auch des Französischen mächtig sind: schaut euch das Scheitern von Präsident Hollande an. Sein größter Erfolg war die Ehe für alle. Die Mehrheit der Franzosen braucht aber Jobs und bezahlbare Wohnungen.
"Viele sehen die Gefahr, dass
"Viele sehen die Gefahr, dass ganze Menschengruppen "übersehen" werden, wenn sie in der Sprache "verschwinden"."
Inwiefern "verschwinden" denn Schwule und Lesben ohne geschlechtsneutrale Formulierung aus der Sprache? Was will uns die Autorin damit sagen: Dass Schwule keine Männer sind? Und Lesben keine Frauen? Und was ist überhaupt damit gemeint, dass Menschengruppen "übersehen" werden?
"Man weiss, dass
"Man weiss, dass Umbenennungen noch nie etwas an den wirklichen Sachverhalten bewirkt haben. Ein Altenheim, das in Seniorenstift umbenannt worden ist, bleibt für die Insassen weiterhin ein reichlich tristes Ambiente. Und da die gendergerechte Sprache nichts anderes ist als eine fehlmotivierte Umbenennung von bestimmten Bezeichnungen, wird sie ausser einer Menge stilistischer und ästhetischer Entgleisungen nichts Positives und schon gar nichts Fortschrittliches hervorbringen."
Josef Bayer, emeritierter Professor für allgemeine und germanistische Linguistik an der Universität Konstanz.
https://www.nzz.ch/feuilleton/die-geschlechtergerechte-sprache-macht-linguistische-denkfehler-ld.1472991
Nein, ich kenne keinen
Nein, ich kenne keinen schalen Trost bei einer allgemeinen Formulierungen, es jucken mich ganz andere Themen, die die Politik übergeht und die Presse ebenso stillschweigt!
Ihr macht ein Problem wo keines ist, und lenkt mit eurer Sache von den wirklich harten Problemen ab!
Gelebte Gleichberechtigung für JEDE Frau und JEDEN Mann sollten zuerst eine Selbstverständlichkeit werden!
Leider kann ich die
Leider kann ich die Originalstudie nicht finden, dafür aber eine andere von denselben Autoren. Dort werden auf der Basis der World Value Survey signifikante Ergebnisse gefunden, allerdings sind die Effekte sehr klein. Wenn die obige Beschreibung zutrifft, ist das "Treatment", eine Person zu zwingen, eine bestimmte politisch korrekte Sprache zu sprechen, eine ziemlich starke Manipulation. Ich hätte ein schwächeres "priming" verwendet, z.B. einen Text mit verschiedenen Pronomina pro Gruppe vorgelesen, und dann einen (validierten!) Test mit Items angeschlossen. Ich wäre sehr vorsichtig bei der Interpretation der Ergebnisse der Studie.
Nebenbei: Ich lehre experimentelle und Verhaltensökonomie an einer britischen Universität, während die beiden Autorinnen der Studie Politologinnen sind, also eigentlich fachfremd. Ich kann nicht ausschliessen, dass hier der (feministische) Wunsch, einen solchen Zusammenhang zu finden, Vater (Mutter!) des Gedankens hinter dem Design der Studie ist.
Das Türkische ist eine fast
Das Türkische ist eine fast geschlechtsneutrale Sprache. Wenn es wirklich wirken würde, müsste die Türkei ein Paradies der Gleichberechtigung sein. Leider ist das nicht der Fall.
Es ist eigentlich schon alles
Es ist eigentlich schon alles kommentiert.
Meine Meinung ist eine ganz einfache: Am gerechtesten ist Sprache, wenn sie nicht ausgrenzt. Eine Sprache, die sogar noch mehr ausgrenzt, ist am ungerechtesten. Eine Berufsbezeichnung sollte also eine Berufsbezeichnung sein: neutral, alle Geschlechter und sexuellen Ausrichtungen einschließend. Wenn also ein Bäcker gesucht wird, dann darf sich jeder Mensch bewerben. Nur wo das Geschlecht eine Rolle spielt (z.B. Schauspieler/Schauspielerin) sollte differenziert werden. Und da nutzt dann auch "Wir suchen eine*n Schauspieler*in für die Rolle der Julia" nichts.
Wir könnten aber die Sprache von unnützen abergläubischen Floskeln befreien. Und allgemein etwas mehr Toleranz üben, wenn jemand eine solche Floskel benutzt - oder aus Versehen zur Frau im Bäckerladen "Bäckerin" sagt...