Kommentar

Warum Gretas Segelreise eine gute Idee ist

Greta Thunberg

Kritik an Greta Thunbergs Segelreise zum UN-Klimagipfel nach New York kommt inzwischen nicht mehr nur aus rechten Kreisen. Doch der Vorwurf, dass ihre Reise über das Wasser letztlich ebensoviele Emissionen produziere, als wäre sie geflogen, ist hanebüchen. Deshalb und vor allem, weil Greta in der jungen Generation viele für die Klimaschädlichkeit von Flügen sensibilisiert, ist ihre Segelreise eine gute Idee.

Dass Greta Thunberg in rechten, konservativen und wirtschaftsliberalen Kreisen kritisiert wird, ist keine Neuigkeit: Rechtsaußen wird der Klimawandel komplett geleugnet. Den Konservativen ist es suspekt, dass ein junger Mensch – noch dazu weiblichen Geschlechts – eine weltweite Jugendbewegung anstößt, der ihre Zukunft wichtiger ist als das lückenlose Erfüllen der Schulpflicht. Und die Wirtschaftsliberalen schließlich kämpfen mit aller Macht dafür, die rasante Entwicklung des Klimawandels herunterzuspielen, um klimaschädliche Wirtschaftszweige vor allzu raschen und kostspieligen Umstrukturierungsmaßnahmen zu schützen, getreu dem Motto "Wirtschaft first, Klima second".

Dass die altbekannten Greta-Kritiker auch an Thunbergs Segelreise zum UN-Klimagipfel in New York kein gutes Haar lassen würden, war klar. Doch erstaunlicherweise fallen nun plötzlich auch links-grüne Medien wie die taz und sogar die etablierte WDR-Wissenschaftssendung Quarks in das Greta-Bashing ein. In investigativer Recherche hat man herausgefunden, dass Gretas Segelreise mehr – oder mindestens gleichviele – klimaschädliche Emissionen erzeugt, als hätten sie und ihr Vater die Hin- und Rückreise per Flugzeug absolviert. Der Clou des Rechenansatzes: Für die Rückfahrt des Segelboots nach Europa wird eine Crew in die USA eingeflogen. Zunächst berichteten Medien von einer sechsköpfigen Crew, doch das Segelteam stellte richtig, dass es sich lediglich um eine vierköpfige Crew handelt. Die Flüge dieser vierköpfigen Crew werden Greta angerechnet, da sie ohne ihre Segelreise ja nicht notwendig geworden wären.

Mir persönlich zieht es angesichts solch hanebüchener Argumentationen schlicht die Schuhe aus. Ich verstehe, dass die taz nach positiver Greta-Berichterstattung auch den bürgerlichen Teil ihrer grünen Leserschaft beruhigen muss, der hauptsächlich deshalb grün wählt, weil er auch bei der nächsten Flugreise zur Chakren-Wanderung in exotischer Natur ein gutes Gewissen haben möchte. Wer will die eigene Leserschaft da schon durch zu viel Flug-Shaming vergrätzen?

Doch könnte Medienschaffenden, selbst dann, wenn sie auf ihre Leserschaft Rücksicht nehmen, mit ein wenig Nachdenken auffallen, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden. Es ist nicht Greta Thunberg, die die Entscheidung getroffen hat, eine Crew für die Rückführung des Segelboots in die USA einzufliegen, sondern der Besitzer des Segelboots. Hat trotzdem Greta als Verursacherin der mit den Flügen der Crew-Mitglieder verbundenen Emissionen zu gelten? Anders gefragt: Wenn ein Freund mich mit seinem Auto netterweise irgendwo hinfährt, mich am Ziel absetzt und das Auto für den Rückweg mit Altöl betankt, bin ich dann Verursacherin des Umweltschadens, der durch das Altöl entsteht? Wenn ich eine Party gebe und sich dort zwei Menschen kennenlernen, die gemeinsam ein Kind zeugen, das die größte Umweltsau des Jahrhunderts wird, bin ich dann für diese Umweltsauerei verantwortlich? Sicher, diese Ereignisse hätten ohne mich nie stattgefunden, doch bin ich tatsächlich ihre Verursacherin?

Natürlich steht außer Frage, dass Gretas Segelreise – obwohl selbst emissionsneutral – klimaschädliche Emissionen verursacht. Bereits Gretas Anreise zum Abfahrtshafen mit der Bahn hat Emissionen verursacht – auch wenn diese natürlich ein Vielfaches geringer sind, als wäre sie geflogen. Über Gretas Abreise wurde berichtet, was bedeutet, dass mehrere Journalisten zum Hafen von Plymouth gefahren sind, die diese Reise ohne Greta nicht angetreten hätten. Hinzu kommen auch noch einige Transatlantikflüge von Medienberichterstattern, die über Greta und den UN-Klimagipfel in New York berichten werden. Doch ist an den hierdurch verursachten Emissionen Greta Schuld? Und wäre es bei einer solchen Denkweise nicht besser, gleich den UN-Klimagipfel abzusagen, der ja der größte Bösewicht in diesem Spiel ist, weil er der Auslöser sowohl für Gretas Reise als auch die Reisen aller Journalisten ist?

Wer sich an den Emissionen, die im Zusammenhang mit Gretas Segelreise über den Atlantik entstehen, festbeißt, hat schlicht und ergreifend nicht verstanden, worum es bei dieser Reise eigentlich geht. Hält man Greta Thunberg und die Jugendlichen der Fridays for Future-Bewegung tatsächlich für so dumm nicht zu wissen, dass ein klimaneutrales Leben gegenwärtig vor allem in der westlichen Welt unmöglich ist? Worum es ihnen geht, ist darauf aufmerksam zu machen, dass klimaschädliche Emissionen zeitnah drastisch reduziert werden müssen: Durch die Umstellung des persönlichen Lebensstils ebenso wie durch die Förderung klimafreundlicher Technologien.

Zur Umstellung des persönlichen Lebensstils gehört unter anderem das Vermeiden von Flugreisen. Mit ihrer Segelreise nach New York setzt Greta Thunberg diesbezüglich ein Zeichen. Ein Zeichen, das von der WDR-Wissenschaftssendung Quarks, die sich ansonsten eigentlich durch Qualität auszeichnet, gründlich missverstanden wird:

"Mit dem Segeltrip suggeriert Thunberg, dass jeder Mensch, der ihrem Vorbild folgt, auch mit dem Schiff in die USA fahren sollte anstatt zu fliegen. Man könnte die Message sogar so deuten, dass Thunberg Segeln als klimaneutrale Alternative zu Flugreisen vorstellen möchte. (…) Mit großer Wahrscheinlichkeit sitzen jetzt viele Jugendliche zuhause und planen innerlich ihren eigenen Segeltörn in den Urlaub. Gleichzeitig wird es Leute geben, die sich von Greta abwenden, weil sie ihre Methoden für übertrieben und nicht massentauglich halten. Schließlich kann sich nicht jeder mal eben vier Wochen frei nehmen, um auf diese Art zu seinem Urlaubsziel zu gelangen."

Ob in der Quarks-Redaktion verstanden wurde, dass die Fridays for Future-Aktivisten eben nicht die von rechten Kreisen gezeichneten vermeintlichen Wohlstandsblagen sind, die von Mutti mit dem SUV zur Demo gefahren werden? Ob in der Redaktion die Information durchgedrungen ist, dass viele Fridays for Future-Aktivisten nicht in den Urlaub gefahren sind, dass die Freitagsdemos auch in den Ferien weitergingen und dass es während der Schulferien sogar einen klimafreundlich per Bahn zu erreichenden Fridays for Future-Sommerkongress gab? Es geht der jungen engagierten Generation eben nicht darum, weiterzumachen wie bisher. Und das bedeutet eben auch den Verzicht auf ferne Urlaubsziele.

Auch Greta Thunberg hätte ihre Reise in die USA weder per Segelboot noch auf einem anderen Weg wohl jemals angetreten, wenn es dabei um einen "Urlaub" gegangen wäre. Wer ihre Kanäle in den Sozialen Medien verfolgt hat, weiß, wie schwer sie sich mit der Entscheidung getan hat, überhaupt zum UN-Klimagipfel zu reisen. Die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch mit führenden Politikern aus aller Welt Positives bewirken zu können, ließ sie die Reise schließlich antreten. Die Geschichte ihrer Segelreise steht deshalb vor allem für die Empfehlung, auf Fernreisen möglichst vollkommen zu verzichten – und wenn sie unbedingt sein müssen, zuvor zu klären, ob es umweltverträglichere Möglichkeiten des Reisens gibt als das Fliegen. Gretas Reise setzt diesbezüglich ein Zeichen, das sicherlich viele junge Menschen inspirieren wird, Fernreisen und Flüge weniger selbstverständlich zu nehmen, als dies inzwischen in unserer Gesellschaft der Fall ist.

Kommentare (41)

Åse (nicht überprüft)

Di. 20 Aug 2019 - 12:46

Liebe Daniela,
ich finde es ja gut, dass du dich darüber aufregst, dass hier Äpfel mit Birnen vergleichen werden.
Ich denke aber, dass so ein Artikel, wie in der taz, nicht für bürgerliche "Umweltsünder" gedacht ist, die sich durch Grün-Wählen einen "Ablass" erhoffen (die mag es vereinzelt auch geben), sondern für Leute wie dich (wie uns), die sich darüber aufregen. Und schon ist die taz wieder im Gespräch, was wohl Sinn der Sache war.
Trotzdem: Rege dich bitte weiter auf!

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Di. 20 Aug 2019 - 12:55

Vielleicht liegt das Problem dieser so oder so auslegbaren Argumentation bzgl. der sicher werbewirksamen Schiffsreise im inzwischen modisch gewordenen "CO2-Fußabdruck".

Es ist ja inzwischen ein Treppenwitz, jede Handlung als "CO2-Fußabdruck" zu werten. Das ständige Rechnen und Gegenrechnen führt jedoch aus meiner Sicht zu gar nichts, außer der Erkenntnis, dass das Leben noch komplizierter würde. Daher bewegen wir uns hier bereits an einer gefährlichen Veralberungsgrenze.

Ist es wirklich zielführend (Ziel: ein menschenverträgliches Klima, denn der Erde ist jedes Klima Recht und die Evolution würde auch die Tier- und Pflanzenwelt entsprechend anpassen), sich mit Details aufzuhalten und dadurch evtl. den wirklich wirksamen Umbau der Weltökonomie aus dem Auge zu verlieren? Wäre es wirklich sinnvoll, eine Konferenz, deren Ergebnisse wichtig für das Weltklima wären, dadurch zu verhindern, dass die maßgeblichen Politiker mit dem Schiff kommen müssten? Denn das ist schlicht unrealistisch, wenn man sich den gedrängten Terminplan dieser Leute anschaut.

Daher mag es eine nette Geste sein, wenn Greta eine Schiffsreise macht, doch wirklich wirksam, gar klimarettend ist das nicht. Dabei interessiert mich gerade nicht der "CO2-Fußabdruck" dieser Reise, sondern die Effektivität politischer Treffen. Wir werden noch viel mehr internationale Konferenzen brauchen, um zu einer vernünftigen Ökonomie zu kommen, die nicht von internationalen, sondern von globalen Interessen geprägt ist. Und die sind praktisch nur durch noch viel mehr Flugreisen zu erreichen.

Was natürlich verringert werden muss, sind Tourismusfernreisen. Dazu hätte Greta ihre Sommerferien nicht mit einem zweiwöchigen Segeltörn nach Amerika beginnen müssen, sondern könnte in ihrer unmittelbaren Umgebung etwas Schönes und Passendes bereisen. Niemand muss 10.000 km reisen, nur um sich zu entspannen.

Doch gerade die Politik soll ja ihren Arsch hochkriegen und handeln. Deren Vertreter sollen also noch viel mehr und viel öfters fliegen, um zu Resultaten zu kommen. Das ist sinnvoller, als immer stur auf den aktuellen "CO2-Fußabdruck" zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange...

@ Bernd Kammermeier, Zitat: "Was natürlich verringert werden muss, sind Tourismusfernreisen. Dazu hätte Greta ihre Sommerferien nicht mit einem zweiwöchigen Segeltörn nach Amerika beginnen müssen, sondern könnte in ihrer unmittelbaren Umgebung etwas Schönes und Passendes bereisen. Niemand muss 10.000 km reisen, nur um sich zu entspannen." Ihr Ernst? Oder eine besonders schräge Art von "Humor"?

Was soll daran Humor sein?

Es geht um die Gegenüberstellung von zwei Gründen für Flugreisen:
1. politisch/geschäftlich und
2. touristisch.

Wir sind uns doch hoffen einig darüber, dass Punkt 2 quantitativ bei weitem Punkt 1 überwiegt. D.h. nicht die Reduktion (sinnvoller) politischer oder geschäftlicher Reisen stellt eine nachhaltige Lösung dar, sondern die Reduktion von Tourismusflügen (z. B. durch einen deutlichen Zuschlag zur Verteuerung oder Freiwilligkeit).

Daraus folgt - das ist meine Meinung -, dass ich die komplizierte Reiseart von Greta (die ich hier als Opfer von Marketing-Interessen sehe) bzgl. eines sinnvollen politischen Ziels für ein falsches Signal halte. Besser wäre gewesen, sie hätte dazu aufgerufen, den Ferntourismus zu reduzieren und wäre mit gutem Beispiel vorangegangen und hätte Urlaub in ihrer Nähe gemacht. Auch gerne mit medialer Begleitung, wenn sie dies wirklich wünscht.

Gerade die politischen Treffen zum Aufbau einer nachhaltigen ökologisch vertretbaren Zivilisation - was nur global möglich ist -, sollten sogar intensiviert werden. Und das geht nur mittels Flugzeugen. Führen diese Konferenzen zu sinnvollen Ergebnissen, dann wäre die dabei eintretende Umweltbelastung sinnvoll investiert.

Z. B. sollte man einmal darüber nachdenken, ob es wirklich sinnvoll ist - wie Minister Scheuer gestern verkündete -, dass die Entwicklung neuer Techniken in Deutschland staatlich gefördert wird, um noch mehr Computerspiele leichter streamen zu können, weil das so hipp ist. Dabei weiß jeder, dass das Streamen von Filmen und künftig auch von noch mehr Computerspielen demnächst einen Anteil von 8 % am Stromverbrauch haben wird (aktuell 4 %). Oder dass SUVs Dreckschleudern sind, die jeden Diesel 4 um Längen schlagen. Evtl. könnten hier globale Vereinbarung mehr helfen als nationales Konkurrenzdenken.

Wurde das jetzt verstanden?

Andreas (nicht überprüft)

Mi. 21 Aug 2019 - 12:40

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

@ Bernd Kammermeier Erster Satz des Artikels: "Greta Thunbergs Segelreise zum UN-Klimagipfel nach New York", NICHT in die "Sommerferien" – Zitat Bernd Kammermeier, "Wurde das jetzt verstanden?"

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Mi. 21 Aug 2019 - 13:24

Antwort auf von Andreas (nicht überprüft)

Okay, dann habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt. Mein Fehler.

Klartext: Ich fände es sinnvoller, wenn Greta geflogen wäre (oder auch nicht, je nach Möglichkeit), WEIL es sich um einen politisch wichtigen Akt handelt. Sie hätte auch - so vorhanden - ein heliumgefülltes Luftschiff mit Wasserstoff angetriebenen Motoren nutzen können, um fast klimaneutral nach Amerika zu kommen. Die Art der Reise ist zweitrangig.

Dem gegenüber sollte sie durch medienwirksame Auftritte deutlich machen, dass wir eine Zeitlang auf Ferntourismus via Flugzeug verzichten sollten. Denn diese Flüge sind erstens nicht unbedingt nötig (im Gegensetz zu "politischen Flügen") und stellen zweitens den deutlich größeren Anteil im Flugverkehr dar.

Noch deutlicher: Gäbe es ausschließlich "politischen und geschäftlichen Flugverkehr", würden wir über das Thema Umweltbelastung durch Flugverkehr kaum noch diskutieren. Und wenn dann - was in Versuchsmaschinen erprobt wurde - Wasserstoff als Antrieb der Flugzeuge genutzt würde, könnte jede Diskussion darüber verstummen.

Ich hoffe, dass ich mich nun klarer ausgedrückt habe...

Andreas (nicht überprüft)

Mi. 21 Aug 2019 - 15:31

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

@ Bernd Kammermeier "Greta" hat doch durch die Wahl des Schiffes einmal mehr eine Diskussion PROVOZIERT: Sie sind doch selber eingestiegen: "Schiff" vs. "Flugzeug". Eine – fast jeden erreichende – Diskussion, das ist doch: "Ziel erreicht", oder?

Bernd Kammermeier, Zitat: "... ein heliumgefülltes Luftschiff mit Wasserstoff angetriebenen Motoren ..." gibt es sowas? "Klimaneutral"? Meines Erachtens gibt es zur Zeit überhaupt kein "klimaneutrales", massentaugliches Fernverkehrsmittel – das ist für mich auch eine Botschaft von "Greta". Eine Botschaft, die die Routine bricht ...: jahrzehntelang hat scheinbar niemand darüber nachgedacht, zumindest hat man es nicht bemerkt.

Bernd Kammermeier, Zitat: "Wasserstoff als Antrieb der Flugzeuge genutzt würde ..." Alles technisch nicht so einfach, "Wasserstoff" ist schon schwierig genug in Autos einzusetzen, und da spielt das Gewicht und die Sicherheit keine so große Rolle, wie im Flugzeugbau.

"Nationale Luftfahrtkonferenz: Der Weg zum klimaneutralen Fliegen" – https://www.tagesschau.de/inland/luftfahrtkonferenz-leipzig-101.html – das ist "Marketing", oder "Verarschung": es hilft nur weniger Fliegen, so wie weniger Autofahren, usw. Das passt natürlich so gar nicht zur Religion "Wachstum", an die alle glauben ...

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Do. 22 Aug 2019 - 11:29

Antwort auf von Andreas (nicht überprüft)

""Greta" hat doch durch die Wahl des Schiffes einmal mehr eine Diskussion PROVOZIERT: Sie sind doch selber eingestiegen: "Schiff" vs. "Flugzeug". Eine – fast jeden erreichende – Diskussion, das ist doch: "Ziel erreicht", oder?"

Das ist ein zweischneidiges Schwert. Allein die PROVOKATION hilft kein Stück den Klimawandel umzukehren und menschenverträglich zu machen (denn die ganze Diskussion ist 100 % humanzentriert). Ich habe auch nichts dagegen, dass die ganze Sache um Greta PR-gesteuert ist. So verkauft man heutzutage Waren, aber auch Anliegen. Dass Greta in diese Strategie hineinpasst - und damit auch kommerziellen Interessen dient -, ist auch geschenkt. Warum auch nicht?

Womit ich Probleme habe ist die Methodik: PANIK! Dabei ist eher Rationalität gefragt. Keine S/W-Formeln hin und herschicken, keine Apologien bei Wirtschaft und Politik, aber auch keine Panikmache auf Seiten der Greta-Verehrer. Es gibt viele rationale Ansätze, die Weltwirtschaft positiv umzubauen. Technische Innovationen sind hier gefragt und keine sinnlosen Rennsegelboottörns.

Was ich heute von Anhängern Gretas erfahren habe, fand ich nicht lustig: Diese Flugreisen von Segelcrews sind NORMAL! Daher seien diese bei Gretas Törn auch nichts besonderes. Ja, dann soll man das ganze Segeln doch lassen, wenn dort regelmäßig (!) Flüge stattfinden müssen. Wenn nur noch Segeln, dann bitte konsequent. Das haben alle bis zur Erfindung des Flugzeugs auch gemacht. Dauert ein bisschen länger, aber das wäre eben der Preis.

"Bernd Kammermeier, Zitat: "... ein heliumgefülltes Luftschiff mit Wasserstoff angetriebenen Motoren ..." gibt es sowas? "Klimaneutral"? Meines Erachtens gibt es zur Zeit überhaupt kein "klimaneutrales", massentaugliches Fernverkehrsmittel – das ist für mich auch eine Botschaft von "Greta". Eine Botschaft, die die Routine bricht ...:"

1807 fuhr das erste wasserstoffangetrieben Auto, lange, bevor Otto- oder Dieselmotoren erfunden wurden. Als die Luftschifffahrt an Fahrt aufnahm, wurden Wasserstoffmotoren zum Antrieb eingesetzt. Das ist ein alter Hut, den die Öl-Lobby (und die schwerere Handhabbarkeit von Wasserstoff) vernichtete.

Heute nimmt diese Branche wieder an Fahrt auf. Viele technische Probleme sind bereits gelöst. Man könnte heute auch Frachter und Kreuzfahrtschiffe auf Wasserstoffantrieb umrüsten. Hierzu wären "Demofahrten" von Greta sinnvoll gewesen. Aber doch nicht mit einer hochgezüchteten Segeljacht, die ganz andere Zwecke verfolgt, als Menschen CO2-neutral über Weltmeere zu schippern - irgendwelche Ausgleichszahlung hin oder her.

"... jahrzehntelang hat scheinbar niemand darüber nachgedacht, zumindest hat man es nicht bemerkt."

Ich habe ein Buch vom Anfang des 20. Jh., also über 100 Jahre alt. Darin wird die technische Entwicklung der nächsten 100 Jahre vorausgesagt. Die Kohle wurde als Auslaufmodell bezeichnet und Wind-, Gezeiten-, Erdwärme- und weitere Kraftwerke wurden als Zukunftsmodell vorgestellt. Auch Wasserstoff - die blaue Energie - wird dort als Zukunftslösung präsentiert. Vor über 100 Jahren! Nachgedacht hat man schon, es wurden auch Konzepte entwickelt, lange bevor Umwelt und Klima ein Thema waren. Wer das verhindert hat, kann man in Geschichtsbüchern nachlesen.

"Alles technisch nicht so einfach, "Wasserstoff" ist schon schwierig genug in Autos einzusetzen, und da spielt das Gewicht und die Sicherheit keine so große Rolle, wie im Flugzeugbau."

Was ist schon einfach? Kernkraftwerke sind sicher komplizierter und riskanter. Der Ersatz aller Kraftwerke durch einen Mix aus Windkraft und Wasserstoff-Generatoren (die bereits entwickelt sind) könnte in vergleichsweise kurzer Zeit umgesetzt werden. Das Problem ist die Produktion von ausreichend viel Wasserstoff. Aber es wird eines Tages alles mit Wasserstoffantrieben geben. Bis dahin sollten sich die Konsumenten zurückhalten, gerade was Flüge und Kreuzfahrten betrifft. Das ist überwiegend verzichtbarer Luxus.

"Nationale Luftfahrtkonferenz: Der Weg zum klimaneutralen Fliegen" – https://www.tagesschau.de/inland/luftfahrtkonferenz-leipzig-101.html – das ist "Marketing", oder "Verarschung": es hilft nur weniger Fliegen, so wie weniger Autofahren, usw. Das passt natürlich so gar nicht zur Religion "Wachstum", an die alle glauben …"

Eine Rolle rückwärts wird man der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung nicht verkaufen können. Im Gegenteil: Viele Schwellenländer wollen auch dahin. Also sollten wir Parolen wie "Verarsche" sein lassen. Es gibt Lösungen, die einen globalen Umbau der Wirtschaft voraussetzen und dafür sollte man Konferenzen und die notwendigen Flüge reservieren. Auch "Marketing" ist nicht zu verteufeln, denn auch Gretas Aktionen sind PR-gesteuert. Das ist ja kein Geheimnis. Wie schon gesagt: Das macht nichts, solange es zielführend ist. Panik - das ist meine Kritik - ist es nicht...

Andreas (nicht überprüft)

Do. 22 Aug 2019 - 20:32

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

@ Bernd Kammermeier, Zitat: "Aber es wird eines Tages alles mit Wasserstoffantrieben geben." Klingt wie Kernenergie-Werbung in den Fünfziger Jahren ... wenn man seit dem etwas gelernt hat, oder gelernt haben sollte: es gibt nie die eine Lösung für alle Probleme. (übrigens wollte man auch Flugzeuge mit Kernenergie betreiben, Hauptproblem neben einem möglichen Absturz die schwere Strahlenabschirmung ...: https://de.wikipedia.org/wiki/Convair_X-6 )

Ein wenig habe ich mich auch mit "Wasserstoff" beschäftigt, und etwas mehr mit Flugzeugbau: wir können ja wetten, das es in den nächsten 20 Jahren kein serienreifes Verkehrsflugzeug geben wird, Vergleichsgröße und Reichweite: Boeing 787 / Airbus A 350.

Wasserstoffantrieb ist nicht mit einem Fusionsreaktor gleichzusetzen. Wasserstoff kann man in einem Verbrennungsmotor verwenden, was hier auch gemeint wurde. Der Abgas wäre dann Wasser und kein CO2. Ob ein Verkehrsflugzeug irgendwann (flüssigen?) Wasserstoff tanken wird, ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.

Sie haben über Kernenergie geschrieben. Wenn man mit Wasserstoff Kernenergie produzieren will, dass geht nur durch Fusion. Für Fusion braucht man nach dem heutigen Wissensstand ein Reaktor, da die kalte Fusion damals (vor etwa 30 Jahren) leider nur ein Aprilscherz war.

Andreas Lichte (nicht überprüft)

So. 1 Sep 2019 - 21:52

Antwort auf von Konrad Schiemert (nicht überprüft)

@ Konrad Schiemert Ich habe geschrieben, dass sich Bernd Kammermeiers Wasserstoff-Zukunfts-Vision wie "Kernenergie-Werbung in den Fünfziger Jahren" anhört: "Technophilie" ("Technikgläubigkeit") könnte man das auch nennen.

Dagmar (nicht überprüft)

Di. 20 Aug 2019 - 13:09

Es erstaunt mich doch sehr, mit welcher Gedankenakrobatik jede kritische Betrachtung von Greta Thunbergs Verhalten im Keim erstickt werden soll. Natürlich gehen die Flüge auf ihr Konto, denn wenn sie sich für eine Fahrtmöglichkeit entscheidet, sollte sie sich selbstverständlich informieren, welche Folgewirkungen es hat. Und zu den Beispielen: Wenn ich wüsste, dass ein Autofahrer Altöl tankt, dann würde ich mich nicht von ihm fahren lassen, der andere Fall ist schlicht an den Haaren herbeigezogen.
Ein Greta-Bashing kann ich an der berechtigten Kritik der taz nicht erkennen, sie wertet Gretas Aktivitäten insgesamt weiter positiv.
Mich persönlich hat an Gretas Segelfahrt vorher schon gestört, dass sie sich von einem millionenschweren Prinzen aus Monaco (Steuerparadies) auf einem Luxus-Spielzeug fahren lässt, der zudem noch eine Helikopter-Flotte besitzt zum Transport schwerreicher Kunden auf vermeidbaren Kurzstrecken, und für den die ganze Aktion sicherlich auch eine gute Werbung ist.
Wenn bei aller Unterstützung, die man Greta Thunberg zukommen lässt, berechtigte Kritik unterdrückt werden soll, halte ich das nicht nur aus Gründen der Meinungsfreiheit für völlig daneben. Es wertet auch die ganze von ihr initiierte Bewegung ab, indem man sie nicht ernst nimmt und meint sie habe kindlichen Schutz nötig.

Olaf Sander (nicht überprüft)

Di. 20 Aug 2019 - 13:21

Uhh, liebe Frau Wakonigg, da werden Sie sich jetzt aber wieder etwas anhören dürfen von den rechten, konservativen und wirtschaftsliberalen Leuten, die sich, weshalb auch immer, manchmal sogar selbst als Humanisten betrachten.

Aber hej, man wird das ja wohl noch sagen dürfen!1!11!

Natürlich. Das darf man. Aber man sollte nicht damit rechnen, dass man dann noch ernst genommen wird, und schon gar nicht als Humanist.

Das, was Greta und die vielen anderen jungen Menschen im gleichen Geiste tun, nämlich prostestieren und sich verweigern, ist humanistischer als alles das, was die Leugner, Bewahrer und ignoranten Egoisten tun, die Greta & Co. derart unlauter kritisieren.

Wenn so jemand Greta kritisiert und schimpft wie ein Rohrspatz, stelle ich mir die Welt immer in 10, 15 Jahren vor. Dann sind jene, die heute Freitags die Schule schwänzen, fertig mit ihren Ausbildungen und sitzen auf den Stühlen jener, die sich heute echauffieren. Klar, so einige der heutigen Schüler werden dann vom System in Passform geschliffen worden sein. Aber andere nicht. Weil sie sich einfach dem Schliff entziehen und sich ihre Zukunft nicht von anderen gestalten lassen wollen, wobei reinpfuschen wohl die treffendere Vokabel ist.

Vielleicht ist das der Ärger, der die unlauteren KritikerInnen umtreibt: Dass sie nicht den Mut und die Kraft hatten, sich ihren Altvorderen zu verweigern und es nicht schafften, sich nicht in die eigene Zukunft reinpfuschen zu lassen - was eine schier unerschöpfliche Quelle für Frustration ist.

Das Schöne an der Zukunft ist, dass man sie immer ein bisschen vorhersagen kann. Und da werden die meisten der Kritiker entweder sabbernd auf die Hilfe der heutigen jungen Demonstranten angewiesen sein oder sie sind dann schon komplett von Erde bedeckt. Alles was sie heute sagen, wird dann jedenfalls obsolet sein.

Deshalb ist es für die jungen Leute auch vollkommen unerheblich, was die Kritiker in den sozialen Medien oder am Stammtisch vor sich hin bellen. Weil die Schüler den Zwang zur Chance haben ihre Zukunft selbst zu bestimmen und die Zukunft der KritikerInnen so klar vorherbestimmt und unabänderlich ist.

Ich wünsche Greta und ihren MitstreiterInnen immer eine Hand breit Wasser unter'm Kiel.

Ahoi!

Manuel (nicht überprüft)

Di. 20 Aug 2019 - 13:50

Danke für den Artikel. Ich stimme vollkommen zu.
Was ich mich bei der Diskussion gefragt hatte: Genau wie das Segelboot muss ja ein Flugzeug auch wieder zurück gebracht werden. Hätte Greta das Flugzeug genommen, hätte man ihr dann auch die Rückreise der Flug-Crew in Rechnung gestellt?

Flugzeuge fliegen seit Neuestem ohne Passagiere zurück? Oder wie meinen Sie das? Das Boot fährt tatsächlich nur ihretwegen hin und her.
Ich finde Gretas Mut und Zielstrebigkeit absolut bewundernswert. Kritikverbot aber schadet m. M. nach der guten Sache gewaltig, denn es bedeutet, dass man die Akteure nicht für voll nimmt.
Greta ist intelligent genug, sich mit Argumenten auseinander zu setzen.

Ulrike Dahmen (nicht überprüft)

Di. 20 Aug 2019 - 13:51

Herzlichen Dank für diesen leider notwendigen und ausgezeichnet argumentierenden Artikel zur Verteidigung von Greta Thunberg.

Adam Sedgwick (nicht überprüft)

Di. 20 Aug 2019 - 17:18

Also, dass die Segelreise von Greta Thumberg nicht ohne CO2 Emissionen abgehen konnte, ist doch von Anfang an klar gewesen. Aber diese Art von Bashing Diskussion um Greta verkennt den Ernst der Lage. Eigentlich bedeutet die Segeltour von Greta nur, dass das Verkehrssystem auf dem gesamten Globus keine klimaneutralen Alternativen bereithält, aber das ist nicht die Schuld von Greta.
Man sollte sich nicht mit diesem Bashing verzetteln, sondern auf die Beendigung der wirklich immer noch dramatisch schädlichen Umweltsünden konzentrieren wie der Abholzung der Regenwälder in Brasilien, dem Landraub in Afrika, oder der Vernichtung großer Mengen an Lebensmittel.
Wenn Island seinen größten Gletscher für tot erklärt und jetzt im August bereits so viel Ressourcen verbraucht wurden, dass jetzt die Regenerationsfähigkeit der Erde erschöpft ist, dann ist es nicht mehr fünf nach 12, sondern wir befinden uns mittlerweile im freien Fall in den Abgrund. Diese heraufziehende Apokalypse haben die 16jährige und ihre Mitstreiter erkannt und versuchen, so gut es geht, diesen Fall abzubremsen! Die "erwachsenen" Politiker verharren immer noch in den ewig gestrigen Denkschemen, zuerst komme ich, dann vielleicht auch meine Partei und wenn dann noch Kapazitäten frei sein sollten, vielleicht auch das Wahlvolk.
Es gibt nur eine entscheidende Zukunftsaufgabe, nämlich die Sicherstellung der Ernährung unter gleichzeitiger Schonung und Regenerierung der Natur, also die weltweite Harmonisierung zwischen Landwirtschaft und Natur! Natürlich kann jeder im Kleinen selbst anfangen, sich um die Bewässerung von Straßenbäumen, Pflege von Balkonpflanzen kümmern. Das bringt immer was, vor allem wenn sich Millionen Menschen diesen Aktivitäten widmen.

Jörg (nicht überprüft)

Di. 20 Aug 2019 - 21:30

Moin, also first of all: Klimawandel ist ein Fakt, fraglich ist nur, wieviel der Mensch dazu beiträgt. Diese Diskussion wird im Mainstream garnicht mehr geführt. Was Greta angeht, so stört mich an dem Kommentar zum Einen, das nicht erwähnt wird, dass Gretas "Erfolg" von PR-Profis erzeugt wurde und zum Anderen, dass ihre Kampagne FfF jakobinische Züge trägt: Andere, auch wohl begründete Meinungen werden nicht diskutiert, so ist Gretas (behinderte) Weltsicht. Nun wissen wir alle, dass Panik nicht der beste Ratgeber ist, also sollte man in Ruhe nachdenken.Fakt ist eben auch, das die Prognosen des IPCC weitaus differenzierter sind, als was Journos daraus machen. Fakt ist auch, dass Wissenschaft nicht von einem Konsens getragen wird sondern von Evidenz! Die Modelle, die, je nach Lesart, geringe oder starke Temperaturanstiege vorhersagen, sind nicht in der Lage, das vergangene Klimageschehen abzubilden, also muss ein "Konsens" behauptet werden, der eben keine Evidenz ersetzen kann. Es wäre daher sinnvoller, über Adaptationsmassnahmen nachzudenken (Deiche bauen, wo noch keine sind, Kulturpflanzen zu entwickeln, die dem Klimawandel widerstehen können, Kraftstoffverbrauch senken etc). Und wenn der Klimawandel, wie einst das Waldsterben, die Vogel- oder Schweinegrippe, die HIV-Pandemie etc ausbleiben (auch auf "Modelle" begründet!), haben wir jedenfalls etwas sinnvolles gemacht. Gretas Segelausflug bleibt daher eine Farce, hier haben die PR-Strategen halt daneben gelegen. Nur: wer therapiert Gretas wohl bald einsetzendes "Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom", wenn der Rummel vorbei ist und Frau Rackete wieder unsere Aufmerksamkeit erfordert?

Artur Bunk (nicht überprüft)

Mi. 21 Aug 2019 - 14:12

Antwort auf von Jörg (nicht überprüft)

Lieber Jörg, sie verkennen aber, was meines Erachtens bereits seit einiger Zeit evident ist. Die Diskussion zum Klimawandel hat den Boden des Rationalen längst verlassen und ist in metaphysische Sphären gewandert. Ein praktisch orientierter Diskurs (z.B. ob die Einsparung von 100 T. Co2 in Deutschland zu einem horrenden Preis nicht viel effizienter (und billiger) in einem Entwicklungsland erzielt werden könnte) findet nicht statt, weil das eigentliche Ziel überhaupt nicht die Klimarettung, sondern Gewinnerzielung und seelisches Wohlgefühl ist. Zwar reden alle Klimaretter davon "die eine Welt" zu retten, agieren aber in höchsten Maße trennend. Stellen Sie sich folgendes Beispiel vor: Vor ihnen stehen zwei Häuser. Das eine Haus ist hocheffizient gedämmt, es hat vierfach verglaste Fenster, gedämmte Fassaden und Dach und eine Brennwertheizung. Das andere Haus hat einfach verglaste Fenster, ein undichtes Dach, eine Tür fehlt gänzlich und es wird mit Kohle beheizt. Nun wird aus Klimaschutzgründen beim modernen Haus für 50 Tsd. Euro die Brennwertheizung gegen eine Wärmepumpe ausgetauscht. Damit spart das Haus 25% der üblichen Heizenergie. Leider braucht das neue Haus aber so gut wie keine Energie mehr, daher sind die 25% von wenig, fast gar nichts. Für dasselbe Geld hätte man im alten Haus die Fenster austauschen, das Dach dämmen und eine neue Eingangstür einsetzen können. Eine neue Brennwertheizung wäre ebenfalls drin. Damit wären ca. 70% der hohen Energiekosten erspart. ABER: Weder hätte der Heizungsbauer etwas verdient, noch der Heizungshersteller, noch hätte sich der Eigentümer des neuen Hauses wohlig in seiner guten Tat sonnen können. Und darauf kommt es halt an.

Was für eine krumme Argumentation. In Ihren Beispiel hätte bei der Generalüberholung des alten Hauses der Glaser, der Tischler, der Dachdecker, der Heizungsmonteuer (der z.B. auch dort eine Wärmepumpe hätte einbauen können), der Maler und noch diverse andere Handwerker etwas verdienen können.

libertador (nicht überprüft)

Mi. 21 Aug 2019 - 09:34

Die Auswirkungen der Flugreisen von Crew-Mitgliedern kann man meiner Meinung nach durchaus der Reise von Greta Thunberg zuordnen. Diese Flugreisen stehen in direktem Zusammenhang mit ihrer Reise und sind im Gegensatz zu anreisenden Journalisten auch von ihr intendiert. Sie will eine Crew haben, die ihr Schiff fährt. Damit ist verbunden, dass das Schiff zurück fährt. Sie hätte vorher absprechen können, wie das Schiff zurück kommt.

Ein Flug zum Gipfel wäre eine Alternative gewesen. Diese Flug hätte sie nutzen können, um folgende Klarstellung zu machen: Die Emissionen, die durch solche Gipfel eingespart werden können, indem hier internationale Kooperationen zum Klimaschutz entstehen, sind von einer ganz anderen Größenordnung als die Emissionen der individuellen Teilnehmer. Allerdings sollten die Gipfel deswegen nicht unnötig aufgebläht werden und die einzelnen Teilnehmer nicht übergroße Abordnungen entsenden, sondern angemessene.

Die Öffentlichkeitsarbeit in dieser Frage ist ein kompliziertes Feld und sie wäre so oder so kritisiert worden. Dies zeigt natürlich auch, dass die Mittel des Einzelnen begrenzt sind. Dies ist aber kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken, sondern dafür das jeder einzelne nicht im Weg steht und seine vorhandenen Mittel einsetzt, zum Beispiel durch Verzicht, Reduktion und Kompensation von Emissionen.
Dabei gibt es verschiedenen Möglichkeiten: Verzicht auf das Ziel, das mit Emissionen verbunden ist, Ersatz der Technik, um das Ziel zu erreichen, oder eben Konzentration auf die Bereiche wo Veränderungen zum gegebenen Zeitpunkt am besten möglich sind.
(Der Artikel von Quarks ist da etwas komisch, als ob es neben absolutem Verzicht und Kompensation, nicht noch Reduktion geben würde.)

Außerdem muss man von einer jungen Frau keine Perfektion erwarten. Was ich an der Kritik zum Teil erschreckend finde ist, wie man die junge Frau überhöht darstellt als ob an ihr der gesamte Klimaschutz hänge, nur um sie dann als Symbol einreisen zu können. Man betrachtet sie dabei als reines Mittel, um die eigene Ideologie gut dastehen zu lassen.

Eberhard Duschl (nicht überprüft)

Mi. 21 Aug 2019 - 21:54

Antwort auf von libertador (nicht überprüft)

Als ich noch Segelzeitschriften las, waren diese voll mit Inseraten, mit denen Crews zur Überführung von Yachten und Renn-Katamaranen gesucht wurden. Diese Millionen teuren Rennmaschinen (America´s Cup) werden doch nicht gebaut, um am Steg zu liegen, sondern sind aus Tuninggründen mit mehrfachen Besatzungen immer unterwegs. Greta ist hier kein Passagier, sondern ein willkommener Marketingeffekt einer Überquerung, die ohnehin stattgefunden hätte.

libertador (nicht überprüft)

Do. 22 Aug 2019 - 09:59

Antwort auf von Eberhard Duschl (nicht überprüft)

Das ist eine interessante Information. Das würde etwas Licht ins Dunkeln bringen. Die Möglichkeit lässt sich klar nicht ausschließen, dass die Segeltour eh, wenn vielleicht auch mit anderem Ziel eh stattgefunden hätte.
Das würde dann aber solche Segeltouren allgemein fraglich machen und sich die Frage stellen, ob Greta gut beraten ist, solche Segeltouren als irgendwie vorbildlich darzustellen.

Petra Pausch (nicht überprüft)

Mi. 21 Aug 2019 - 10:15

Lesetipp für Alle (Nicht nur für die Kritiker): https://www.volksverpetzer.de/gastkommentar/greta-reichts/

Siegrun (nicht überprüft)

Mi. 21 Aug 2019 - 10:24

Ich finde diesen ganzen Greta-Hype unerträglich. Und man sollte einer 16-jährigen, die ihre Mitmenschen bedroht "ich will, dass ihr Panik habt", kein weiteres Forum bieten.
Die PR-Maschinerie, die sie derart missbraucht, gehört angezeigt. Das ist Kindesmissbrauch und die Eltern sind voll mit dabei.
Und bevor ihr mich jetzt fröhlich basht, einfach mal ein paar Hintergründe und Firmen recherchieren, die speziell mit dfen Eltern zu tun haben. Muss mir keiner was glauben, das kann man selbst herausfinden.

Vielen Dank für den Artikel der Autorin des Hpd! Sehr gut! Greta kann in den Augen der "Missgünstlinge" letztendlich nur noch ALLES verkehrt machen. Egal was und wie sie es macht.
Danke an Daniela W., dass Sie diese "Schizophrenie" hier mal so deutlich gemacht haben, das geht mir ebenfalls schon seit Tagen erheblich auf den Geist, dieser Medienmist, wie blöd muß man eigentlich sein, um Greta auch noch die Verantwortung für den Medienmist (Anreise nach Plymouth etc.) anzuhängen.
Das ist genauso unerträglich wie die Dummheit des vorherstehenden Kommentars. (Frau S.) >
Wenn es kein Klima gäbe, bräuchte man auch keine Weltklima Konferenzen. Leider haben wir aber Klima, und das schon immer, und jetzt in bedrohlichem Wandel.
Mit gretafreundlichen Grüßen an das Weltklima.
U. S.

applaus, applaus.

schauen sie, die wirkung dieses kasperletheaters ist, dass sich die leute gegenseitig an die gurgel gehen, anstatt sich gegen kriegstreiberei, sozialabbau und so weiter unterhaken und gemeinsam auf die straße gehen.

ich gestatte mir darüber nachzudenken, dass es gar nicht um das klima geht.

Elke (nicht überprüft)

Do. 22 Aug 2019 - 02:47

Mir reichts! Greta!

Grit Maroske·Freitag, 16. August 2019·8 Minuten

Seit Wochen lese ich jetzt Kommentare unter den Berichten über die von Greta Thunberg ins Leben gerufene Bewegung “Fridays For Future”. Seit Wochen versuche ich, maßvoll und vernünftig zu argumentieren. Seit Tagen sehe ich mit zunehmendem Entsetzen, wie sich auch in meinem Freundeskreis hier immer mehr Greta-Hasser outen, wie sie Fakebildchen und Fakeberichte teilen, wie sie sich echauffieren, wie sie sie plötzlich von erwachsenen, gebildeten, vernünftigen Leuten in einen geifernden Mob verwandeln, der seine Verachtung für dieses Mädchen und ihre Bewegung in die Kommentarspalten und auf die Timeline rotzt. Seit Stunden sitze ich hier und grüble - bis heute war ich geduldig und tolerant, aber JETZT REICHTS!!!

Du da draußen, der du es nötig hast, Bilder von 16jährigen Mädchen zu klauen, zu verfremden und ungefragt tausendfach zu teilen, der du kein Problem darin siehst, Persönlichkeitsrechte zu verletzen und Falschmeldungen zu verbreiten und Hass gegen einen Teenager zu schüren, dessen einziges Verbrechen es ist, sich Sorgen um die Zukunft zu machen: Schämst du dich eigentlich gar nicht? Hast DU Kinder?
Wie wäre es, wenn du mal einen Moment dein Resthirn nutzt und dich fragst wie du es fändest, wenn man dasselbe mit Fotos deiner Kinder machte? Ganz ehrlich: wäre Greta meine Tochter, würde ich dir dafür so in den Arsch treten, dass du klimaneutral bis Timbuktu fliegen könntest.
Du, mir persönlich ist es völlig egal, ob du weiter der Religion der Schnitzelanbeter frönst. Von mir aus iss jeden Tag ein halbes Schwein, das stört mich nicht. Kauf dein Billigfleisch im Supermarkt und genieße es. Mir buchstäblich Wurscht.

Es interessiert mich auch nicht wirklich, ob du persönlich gern -zigmal im Jahr in den Urlaub fliegst. Ob du gern auf Kreuzfahrtschiffen fährst. Ob in deiner Garage nun ein SUV steht oder ob es zwei sind. Ich gönn dir das.

Von mir aus kannst du in deinem Vorgarten Altreifen verbrennen oder alles schön sauber zubetonieren, damit es immer schön ordentlich aussieht und die Nachbarn nichts zu meckern haben. Ist doch dein Leben. Dein Vorgarten. Deine Betonwüste.

Dein Lifestyle ist mir egal. Ich will dich weder überzeugen noch überreden. Ich will dir nichts wegnehmen oder verbieten. Wenn du glaubst, deine Glückseligkeit hängt an Plastetüten, Strohhalmen und Einweggeschirr: von mir aus werde glücklich damit, behäng dich damit und freu dich.

Kauf dir von mir aus jedes Jahr ein neues Auto, ein neues Handy, einen noch größeren Fernseher oder was du sonst zum Leben brauchst. Schön, dass du es dir leisten kannst - lass krachen. Kapitalismus lebt von Konsum, Baby.

Aber halte doch bitte, bitte einfach die Klappe, wenn andere Leute den Ernst der Lage erkannt haben und für sich persönlich entscheiden: ein WEITER SO geht nicht.

Halte einfach die Finger still, freu dich dass es dir (noch) gut geht und du in Saus und Braus leben kannst ohne auf etwas zu verzichten.

Was mir nicht egal ist: die Zukunft meiner 5 Kinder, meiner zwei Enkelkinder, meiner noch ungeborenen Urenkel. Was mir nicht egal ist: Die Zukunft dieses Landes, dieses Planeten.

Was mir nicht egal ist: wenn meine 10-jährige Tochter vor mir steht und sagt: “Mama, ich habe echt Angst, wie die Welt in 10 Jahren aussieht. Ihr habt es verkackt, aber gründlich!” und ich ihr beschämt zugestehen muss, dass sie Recht damit hat. Wir haben aus dieser Welt einen einzigen Sauhaufen gemacht. Immer weiter, schneller, besser, mehr.

Was mir nicht egal ist: die Kinder, die in Asien, in Afrika und Lateinamerika in unserem MÜLL wühlen, die in Indien auf Müllkippen leben und mit bloßen Händen Elektroschrott sortieren und an die giftigen Dämpfen verrecken, während sie Plaste vom Metall brennen.
Kinder in Indien sortieren europäischen Elektroschrott
Was mir nicht egal ist: dass die Polkappen schmelzen, so schnell, dass man es mit bloßem Auge beobachten kann. Die Folge: meterhoher Schnee in Australien, Überschwemmungen in Nordamerika, Menschen verlieren schon jetzt dort ihre Heimat durch den ansteigenden Meeresspiegel, Tierarten verlieren ihren Lebensraum und sterben aus.
Die Lebensräume verschwinden.
Was mir nicht egal ist: Ganze Länder und Meere versinken im Müll, den wir hinterlassen. In 50 Jahren wird sich kaum noch ein Mensch an mich erinnern. Der Müll, den ich in den letzten 50 Jahren meines Lebens produziert habe, wird dann größtenteils immer noch in der Pampa liegen und verrotten. Eine Einkaufstüte schwimmt 10 bis 20 Jahre lang im Meer, bis sie vollständig zerrieben ist, ein Styroporbecher braucht 50 Jahre, um zu zerbröseln. Eine PET-Flasche zerfällt erst innerhalb von 450 Jahren, eine Angelschnur in 600 Jahren. Aber hey, was soll´s, nicht wahr? Ist ja dann nicht mehr unser Problem.

Was mir nicht egal ist: wenn majestätische Fische wie die Mantarochen durch den Ozean segeln und sich die Bäuche mit Müll füllen. Das ist mir nicht egal, denn es bricht mir das Herz. Das gilt auch für Seeschildkröten, Wale, Seevögel aller Art, die jämmerlich an unserem Plastikdreck verrecken.
Was mir nicht egal ist: wenn es irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft keinen einzigen Ort mehr geben wird, den man noch bereisen kann, weil wir alles vergiftet, verseucht, verbaut und vermüllt haben.
Was mir nicht egal ist: dass die globale Erwärmung zu immer größeren Schäden führt, die man jetzt schon sehen kann, wenn man nicht ganz blind ist. Die Arktis brennt seit Monaten. In Sibirien sind fast 3 Millionen Hektar uralter Wald verbrannt. In Borneo verbrennen Urwälder und ja - leider auch die in ihnen lebenden Orang Utans.
Helfer retten in Borneo Oran Utans aus den brennenden Urwäldern
Was mir nicht egal ist: Unsere Wälder sterben. Unsere Singvögel sterben. Unsere Insekten sterben.

Uno-Bericht Eine Million Arten vom Aussterben bedroht

85 Prozent der Feuchtgebiete sind bereits zerstört
Seit dem späten 19. Jahrhundert sind rund die Hälfte aller Korallenriffe verschwunden
Neun Prozent aller Nutztierrassen sind ausgestorben
Zwischen 1980 und dem Jahr 2000 wurden 100 Millionen Hektar tropischer Regenwald abgeholzt - weitere 32 Millionen Hektar allein zwischen 2010 und 2015
23 Prozent der Landfläche des Planeten gelten als ökologisch heruntergewirtschaftet und können nicht mehr genutzt werden
Der Verlust von Bestäuberinsekten bedroht Nahrungsmittelproduktion im Wert von 235 bis 577 Milliarden Dollar pro Jahr
Durch die Zerstörung von Küstengebieten wie Mangrovenwäldern ist die Lebensgrundlage von bis zu 300 Millionen Menschen gefährdet
Allein die vom Menschen verursachte Erderhitzung könnte rund fünf Prozent der Arten auslöschen, wenn der Schwellenwert von zwei Grad Celsius globaler Temperaturerhöhung überschritten werde
Die globale Rate des Artensterbens ist mindestens um den Faktor zehn bis Hunderte Male höher als im Durchschnitt der vergangenen zehn Millionen Jahre, und sie wächst

Wir opfern für noch mehr Konsum alles, was wir zum Leben brauchen: Wasser, Luft, Natur, Umwelt. Wir machen alles kaputt. Hauptsache, es gibt jederzeit billiges Schweinefleisch zu kaufen.

Riesiger Güllesee durch Massentierhaltung (USA)
Das alles muss dich nicht interessieren. Es darf dich kaltlassen. Du musst nichts ändern, Kumpel, dich nicht einschränken. Freiheit, Baby: du kannst tun und lassen was du willst.
Aber eins solltest du nicht mehr tun: deine Sülze zu Greta, zu Fridays For Future, zur drohenden Klimakatastrophe ungeniert von dir geben.

Du willst, dass für dich alles beim Alten bleibt? Okay. Dann halte wenigstens die Fresse, wenn andere etwas tun, um auch deinen Planeten zu retten. Tu dir und uns den Gefallen: verschwende nicht unsere Zeit, verbrauche für deine überflüssigen copy&paste- Kommentare keine Ressourcen, schone unsere Nerven. Genieß dein Leben und halt´s Maul. Ist denn das so schwer?

Der Rest von uns wird überlegen, wie wir diesen Wahnsinn noch aufhalten können. Wir werden Müll sammeln und recyclen, wir werden für den Kohleausstieg demonstrieren, wir werden mit unseren Kindern Freitags gemeinsam auf die Straße gehen, wir werden lokal und regional und saisonal einkaufen, wir werden auf Plastikverpackungen verzichten, wir werden vegetarische Wurst ausprobieren und Fleisch - wenn überhaupt - nur noch selten und bewusst konsumieren, wir werden keinen Mist mehr bei Amazon kaufen, wir werden seltener in den Urlaub fliegen und mehr Fahrrad fahren, wir werden unsere Häuser in den Energiesparmodus bringen und keine Kippen mehr auf die Straße werfen, wir werden für mehr ÖPNV kämpfen und Insektenhotels aufhängen und Kindern etwas über nachhaltiges Leben beibringen und Bäume für sie pflanzen.

Du musst also gar nichts tun, Kumpel. Sei einfach nur still. Mach das Internet aus und leb dein Leben. Danke.

http://lebensraum-permakultur.de/massentierhaltung-umweltverschmutzung-kunst-in-der-haesslichkeit/

https://www.focus.de/panorama/videos/groesste-jauchegrube-der-welt-eine-drohne-fliegt-ueber-eine-schweinefarm-und-filmt-verstoerendes_id_4379492.html

https://globalmagazin.com/themen/wissenschaft/eisbaeren-survival-of-the-fattest/

https://globalmagazin.com/themen/klima/arktis-eis-mit-rekord-schmelze/

https://www.nau.ch/news/europa/waldbrande-in-sibirien-breiten-sich-weiter-aus-65562165

https://www.svz.de/deutschland-welt/panorama/Seit-Juni-wueten-beispiellose-Waldbraende-in-der-Arktis-id24889387.html

https://www.stern.de/politik/deutschland/der-wald-in-deutschland-ist-bedroht---unsere-baeume-sind-todkrank-8827458.html

http://www.bund-rvso.de/vogelsterben-ursachen.html

https://www.regenwald.org/regenwaldreport/2015/437/feuer-auf-borneo-rettung-fuer-die-orang-utans-in-hoechster-not

https://unserplanet.net/nachdem-sie-diese-fotos-gesehen-haben-werden-sie-alles-recyceln-wollen/

https://explore-magazine.de/articles/die-verschmutzung-der-ozeane-14-schonungslosen-bildern.html

https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/der-greenpeace-bericht-exeter-studie-zu-elektroschrott-asien

https://www.arte.tv/de/videos/086702-000-A/indien-die-stimme-der-kinder/

https://www.greenpeace.de/themen/klimawandel/folgen-des-klimawandels/polkappen-schmelzen-meeresspiegel-steigt?BannerID=0818005015001047&gclid=CjwKCAjwqNnqBRATEiwAkHm2BAYeqMPNgntV_8YmkzrgP8o7GM9td0fKAjJs4y0AdQCI0nxKUnNz5RoCra4QAvD_BwE

https://de.wikipedia.org/wiki/Folgen_der_globalen_Erw%C3%A4rmung_in_der_Arktis

https://www.boell.de/plastikatlas

https://www.zeit.de/2015/26/plastikmuell-nordsee-recycling-umweltschutz

Rainer Bolz (nicht überprüft)

Fr. 23 Aug 2019 - 17:02

Antwort auf von Elke (nicht überprüft)

Und mir ist es nicht egal, dass die Erdbevölkerung weiter so rasant wächst.
Sofern diesbezüglich verbindliche Programme erstellt werden bin ich dabei, aber ich habe meine Illusionen schon lange begraben.
Wir schaffen das NICHT !!!

Ute Soltau (nicht überprüft)

Sa. 24 Aug 2019 - 22:29

Antwort auf von Elke (nicht überprüft)

Mit Interesse und Empathie habe ich die veröffentlichten Tagebucheinträge von Skipper Hermann und die von Greta Thunberg gelesen.
Wenn wir das tun, können wir etwas lernen, gar nicht zum Klimawandel, nein, einfach über uns selbst.
Das Boot Malizia ist nicht nur vorteilhaft für das Klima und Meeresforschung für das Max Planck Institut, sondern noch viel mehr.
Diese Art zu reisen kann uns vor Augen halten, wie wir inzwischen auf diesem Planeten Erde leben. Alles dreht sich um Zeit und Geld. Zeit IST Geld.
An dieser Stelle, können wir einmal versuchen, uns vorzustellen, was ENTSCHLEUNIGUNG ist, und welche Bedeutung das für unser Leben hat - oder - hätte .
LANGSAMKEIT.
WIE..
Tag 8
Greta Thunberg berichtet, sie habe mittlerweile das Zeit. gefühl verloren. "Du schläfst, isst, blicktst auf den Ozean."
Boris Hermann : Alles ist Zeit. lupe : Anziehen, Kochen, etc. Bis jetzt alles in Ordnung und wir werden uns daran gewöhnen. "

Wir werden uns daran gewöhnen.

Ich bewundere den Mut dieses jungen Menschen Greta. Sie gibt nicht nur ein Paradigma für klimabewusstes Leben, sie zeigt uns allen, wie wichtig ein Paradigmenwechsel in unserem Leben ist.
Das ist die zeit. und sachgemäße Philosophie an dieser Sache.
Und
:
Die Erde, die Natur, das Klima - braucht ganz offensichtlich PP - -
Personal Promotion.
<Erfolgreiche Personal-Promotion ist die persönliche und positive BEGEGNUNG zwischen Ihrer "Marke" und Ihren potentiellen "Kunden".>

Positive Grüße. Danke Greta, und allen anderen Teilnehmern und UnterstützernInnen, für euren tollen beneidenswerten Einsatz - und* Verzicht.
Verzicht auf Schnelligkeit, Ablenkung und - Komfort.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mi. 28 Aug 2019 - 10:15

Antwort auf von Elke (nicht überprüft)

Hallo Elke, danke für deinen Kommentar, deutlicher kann man es nicht beschreiben und wer es jetzt noch nicht begriffen hat um was es geht, der wird es nie begreifen und weiter nach dem Motto leben " nach MIR die Sintflut ".
Leider ist das vermutlich die Mehrheit, welche diesen Irrsinn vertritt.
Es geht der Mehrheit, zumindest in den Industrienationen NOCH zu gut, aber das böse Erwachen ist unvermeidlich, leider wird es dann ZU spät sein, da die Dynamik des Untergangs
nicht mehr kontrollierbar ist.
Dennoch werden wir Humanisten alles Menschenmögliche TUN, um zu versuchen, den Suizid der Menschheit aufzuhalten.

Auch Andreas (nicht überprüft)

Fr. 23 Aug 2019 - 16:13

Der Mensch ist nun mal so gestrickt!- worden?, von wem auch immer, dass er sich selbst zerstört, sich selbst zerstören muss, weil
er eben seinen Lebensraum "selbst" seiner Habgier opfert.
Er benimmt sich wie ein Kaufmann, der, wenn die Gewinne sinken, die Preise erhöht um die Verluste auszugleichen. Der Mensch ist vom Wesen her dazu bestimmt, sich selbst zu vernichten, so einfach ist das.
Wer denkt schon an seine UrUrUrgrosskinder, wenn er mit dem Auto
zum 500 Meter entfernten Bäcker fährt?
Niemand, der das oder vergleichbares macht.
Und wenn jetzt noch so ein vollindoktrinierter, religiöser
Mensch daherkommt und mir erzählen will, das der Mensch
an allem Schuld sei, nur weil er Jesus vergessen hat, (ist mir so passiert), dann frage ich mich allen Ernstes: "
Bin ich hier und zu diesem Zeitpunkt richtig auf Mutter Erde zu
Gast?

Es ist verdammt schwer, den religiösen Wahn vieler meiner
Mitmenschen zu ertragen, aber noch schlimmer ist es, wenn ich erkenne, dass sie ernsthaft glauben, Gott würde ihnen helfen.
Ich habe Mitleid...

Rainer Bolz (nicht überprüft)

Mo. 26 Aug 2019 - 14:43

Antwort auf von Auch Andreas (nicht überprüft)

Wie befand schon Oscar Wilde:
Ich bin durchaus nicht zynisch, ich habe nur Erfahrung.
Meine Erfahrung zu diesem komplexen Thema ist, dass wir mehr als nur einen G-20 Gipfel benötigen würden.
Der Point of no return ist bereits überschritten. Genieße das Leben mit einem gesunden Egoismus, wir machen das auch, - ohne mit unserem SUV zum Bäcker zu fahren, - aber die 8km bis zur ital. Eisdiele kann ich uns heute als Fußgänger nicht zumuten.

@ Rainer Bolz

sind Sie stolz auf Ihren "SUV"? Haben Sie nichts anderes, mit dem Sie glänzen können, als mit Ihrem "Besitz"?

Oscar Wilde: „Die Anerkennung des Privateigentums hat den Individualismus nachhaltig geschädigt und getrübt, indem sie den Menschen mit seinem Besitz verwechselte.“

Rainer Bolz (nicht überprüft)

Di. 27 Aug 2019 - 14:24

Antwort auf von Andreas (nicht überprüft)

Warum sollte ich stolz auf eine Gummibereifte Kiste sein, ich erwähne nur zur Provokation immer wieder, dass wir so ein Teil mit Begeisterung fahren. Außerdem sind diese Fahrzeuge außerordentlich sicher für die Insassen und lange nicht so problematisch wie hier gerne immer wieder behauptet wird.
Stolz wäre ich vielleicht auf meine Liebe Frau, aber das hätte einen Beigeschmack von Besitz und ich möchte keine Partnerin „ besitzen“

@ Rainer Bolz Ihre Frage: "Warum sollte ich stolz auf eine Gummibereifte Kiste sein?" Weil Sie dauernd darüber reden, es hat den Anschein, Sie hätten nichts anderes. "Provokation": wie sollte jemand wie Sie noch provozieren können? Wer nimmt das noch ernst, was Sie schreiben?

Brauner (nicht überprüft)

Sa. 24 Aug 2019 - 18:31

oberflächlicher Artikel, beginnend bei der Tatsache, dass es nicht um den Klimawandel an sich geht, sondern um den anthropogenen Klimawandel bis hin zum Fehlen einer Analyse des merkantilen Backgrounds der Greta-Hype.

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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