Demonstration und Kundgebung

Dritter Jahrestag des Kölner "Beschneidungsurteils"

Plakat der Kinderrechts-Kampagne, © Giordano Bruno Stiftung
Plakat der Kinderrechts-Kampagne

KÖLN. (hpd) Am 7. Mai jährt sich zum dritten Mal das Datum, an dem ein Kölner Gericht die Beschneidung eines unmündigen Jungen als Körperverletzung wertete. Anlässlich dieses Jahrestages der Verkündung des "Kölner Urteils" zum Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit ruft ein breites Bündnis zu einer Demonstration und Kundgebung in Köln auf.

Zu der Veranstaltung rufen weltweit über dreißig Menschen- und Kinderrechtsorganisationen auf, darunter: Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V. - "Eine Stimme für Betroffene", pro familia NRW, TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e.V., Protect the Child (Israel), Piratenpartei Deutschland, Sexpo (Finnland), (I)NTACT – Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen e.V., Doctors opposing Circumcision (USA), NOCIRC (USA), Giordano-Bruno-Stiftung, intaktiv – eine Stimme für genitale Selbstbestimmung e.V., Australasien Institute for Genital Autonomy (Australien), Droit au Corps (Frankreich), INTACT DENMARK

Sie fordern:

  • Schutz aller Kinder weltweit vor jeglicher Verletzung ihrer körperlichen Integrität!
  • Einhaltung und Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention Art. 2 (Schutz vor Diskriminierung), Art. 3 (Vorrang des Kindeswohls) und
  • Art. 24, Absatz 3 (Abschaffung schädlicher Bräuche).
  • Rücknahme der gesetzlichen Erlaubnis für nicht-therapeutische Vorhautamputationen (“Beschneidungen”) in Deutschland, Entschädigungen der Betroffenen für die mit dem Gesetz verlorenen Rechte sowie Bereitstellung von Geldern zur weiteren Erforschung der lebenslangen Folgen.
  • Einen nationalen Aktionsplan zum systematischen und koordinerten Schutz gefährdeter Mädchen.
  • Sicherung der psychosozialen Unterstützung Betroffener inkl. einer Verpflichtung der Krankenkassen zur Kostenübernahme.
  • Erweiterung der internationalen Hilfsprogramme auch auf Jungen, die z.B. in Afrika von schwersten Verletzungen und Tod in Folge ritueller Vorhautamputationen bedroht sind.

Der komplette Aufruf findet sich auf der Webseite der Organisatoren

Als RednerInnen haben sich angekündigt:

  • Ali Utlu, Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V.
  • Marilyn Milos, NOCIRC (USA)
  • Lena Nyhus, Intact Denmark
  • Renate Bernhard, pro familia NRW
  • Shemuel Garber, intaktiv e.V.
  • Christian Bahls, MOGiS e.V. - "Eine Stimme für Betroffene"
  • Kaan Göktaş Istanbul, veröffentlichte ein Buch über rituelle "Beschneidung" in der Türkei
  • Irmingard Schewe-Gerigk, TERRE DES FEMMES
  • Mina Ahadi, Zentralrat der Ex-Muslime
  • Simon Zobel zu chirurgischer Geschlechtsnormierung an Kindern
  • Guy Sinden, Droit au Corps (Frankreich)
  • Viola Schäfer, intaktiv e.V.
  • Martin Novoa, Doctors opposing Circumcision (USA)
  • Ute Wellstein, Bundesweiter Arbeitskreis Säkulare Grüne
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WORLDWIDE DAY OF GENITAL AUTONOMY

Demonstration und Kundgebung in Köln
am 7. Mai 2015
Beginn: 11:00 Uhr Landgericht
Schlusskundgebung: 12:45 Wallrafplatz am WDR

Kommentare (2)

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Di. 5 Mai 2015 - 11:16

Juliana und ich sind von Anfang an dabei und werden uns auch diesmal blicken lassen, um Farbe zu bekennen gegen das Unrecht, das Kindern in welchem Namen auch immer angetan wird.

Die Jüdische Allgemeine riet in einem Artikel ab, Gegenaktionen zu veranstalten, um uns nicht aufzuwerten. Sicher ist es blöde, dass die Aktionstage bisher an Werktagen waren. Doch selbst ein Urlaubstag würde sich lohnen, denn es geht um ein wichtiges Ziel. Wer sich um das Kindeswohl sorgt, muss mitmarschieren! Die Vorträge bisher waren interessant und aufschlussreich, die Entschlossenheit der Demonstranten beeindruckend.

Ich würde mir wünschen, dass diesmal so viele zur Demo nach Köln kommen, dass die Jüdische Allgemeine nächstes Jahr zu einer großen Gegendemo aufruft.

traoré (nicht überprüft)

Do. 14 Mai 2015 - 23:49

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Genital Autonomy 2015 Myths and Multiple Standards

Unumstrittener Höhepunkt der Konferenz war jedoch der Vortrag von Mina Ahadi (Zentralrat der Ex-Muslime), die für ihr engagiertes Auftreten für die genitale Unversehrtheit von Mädchen und Jungen im muslimisch geprägten Kulturkreis und ihre mutige Arbeit im Allgemeinen mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.

https://intaktiv.de/pm-genital-autonomy-2015/

Schluss mit der Kinderbeschneidung – auch in islamisch geprägten Ländern

Von Mina Ahadi

http://exmuslime.com/schluss-mit-der-kinderbeschneidung/

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