Österreich

"Religion ist Privatsache" warnt vor Legalisierung der Beschneidung

Die Initiative "Religion ist Privatsache" läuft gegen den vorläufigen Entwurf für ein neues Islamgesetz sturm. Sie befürchtet eine endgültige Legalisierung der religiösen Beschneidung junger Männer und Kinder.

Auch in Österreich ist jetzt die Beschneidungsdebatte entbrannt. Im Entwurf zum Islamgesetzt steht: "Islamische Religionsgesellschaften und ihre Mitglieder sind berechtigt, Kinder und Jugendliche durch alle traditionellen Bräuche zu führen und entsprechend den religiösen Geboten zu erziehen." Darin sieht der Sprecher der Initiative, Eytan Reif, ein Einfallstor zur religiösen Knabenbeschneidung.

"Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), die den Entwurf gemeinsam mit dem Kultusamt erarbeitet hat, sieht die Vorwürfe gelassen und verweist darauf, dass im Entwurf nicht dezidiert von Beschneidung die Rede sei" schreibt der Standard

Auch wenn nicht "dezidiert von Beschneidung die Rede" ist - wer lesen kann ist klar im Vorteil. Denn der Initiative "Religion ist Privatsache" ist bekannt, wie solche Gesetze dann von der IGGÖ ausgelegt werden.

Deshalb weist sie darauf hin, dass "anders als in Deutschland ... jedoch selbst auf die Festlegung von medizinischen Mindeststandards bei der Bubenbeschneidung verzichtet werden" soll.

Kommentare (1)

Reinhard Niede… (nicht überprüft)

Do. 18 Sep 2014 - 14:25

Leider ist die Beschneidung in Österreich aus religiösen Gründen schon legalisiert. In einer Anfragebeantwortung im Jahr 2012 an den Vorarlberger Landeshauptmann Wallner im Zuge der Debatte nach dem Kölner Urteil 2012 wurde vom Ministerium geantwortet: "Auf Basis des Befunds sei daher die Frage, ob die religiös motivierte Beschneidung von Knaben in Österreich strafbar ist, zu verneinen." Und mit einem Gesetz wurde im Juli 2012 (Ästhetikoperationsgesetz) wurde es dann noch gesetzlich fixiert. Gemäss Aussage der damaligen Justizministerin Beatrix Karl wiederspircht eine religiös motivierte Beschneidung "nicht den guten Sitten". Obwohl in Österreich in einer Umfrage mehr als 70% der Befragten eine religiös motivierte Beschneidung ablehnen...Leider ist es auch in Österreich so, dass Kinderrechte wenig zählen.

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