Dschihadisten-Video

Von den Eltern zum Selbstmordattentat geschickt

Dschihadistischer Vater überredet seine Töchter zum Selbstmordattentat

Ein verstörendes Video kursiert seit gestern im Internet. Laut diverser englischsprachiger Medien zeigt es dschihadistische Eltern, die sich von ihren beiden 7 und 8 Jahre alten Töchtern verabschieden und sie zum Selbstmordattentat schicken.

Im ersten Teil des zweiteiligen Videos sind die beiden auffallend stillen Mädchen in Winterjacken zusammen mit einer Frau im schwarzen Ganzkörperschleier zu sehen. Die Frau küsst und umarmt die Mädchen innig, während ein Mann hinter der Kamera die Szene auf Arabisch kommentiert. Laut der britischen Zeitung The Independent handelt es sich bei den Personen im Video um einen bekannten Al-Qaida-Kämpfer in Syrien, seine Frau und seine Töchter.

Laut Übersetzung des Independent stellt der Mann hinter der Kamera seiner Frau die Frage, warum sie ihre Töchter in den Dschihad schicke. Die eine sei 7, die andere 8, ob sie nicht zu jung für den Dschihad seien. Es folgt ein Schnitt im Video, bevor die Frau – noch immer beide Töchter im Arm – antwortet: "Niemand ist zu jung für den Dschihad, denn der Dschihad ist eine Pflicht für jeden Muslim, ob jung, Frau oder Mann."

Der Mann stimmt ihr zu: "Du hast Recht, Gott segne dich! Möge Gott deine Töchter akzeptieren, möge Gott mit dir zufrieden sein."

Der Dialog endet mit einem allgemeinen "Allahu akbar" (Gott ist der Größte), das auch die Mädchen mitsprechen.

Danach fordert der Mann hinter der Kamera – dem Format des Videos nach eine Handykamera – die Frau auf, die Mädchen gehen zu lassen, und feuert die beiden mit Rührung in der Stimme an "Geht, kämpft im Namen Gottes!". Die Mädchen verlassen daraufhin den Raum.

Im zweiten Teil des Videos sitzen beide Mädchen im schwarzen Ganzkörperschleier – jedoch mit unbedeckten Gesichtern – auf dem Schoß des Mannes, von dem im ersten Teil des Videos nur die Stimme zu hören war. Während arabischer Gesang eingeblendet wird, spricht er mit seinen Töchtern über Selbstmordattentate und bläut ihnen ein, keine Angst zu haben, da sie ja zu Gott gingen.

Das Video wurde von den islamistischen Rebellen offenbar gezielt verbreitet. Syrische Medien vermuten einen Zusammenhang zwischen den Mädchen im Video und einem Selbstmordattentat, das am 16. Dezember in Damaskus verübt wurde. Dort hatte ein junges Mädchen eine Polizeistation aufgesucht und nach der Toilette gefragt. Kurz darauf explodierte eine Bombe am Körper des Mädchens. Ungeklärt ist, ob das Mädchen selbst die Bombe zündete oder ob sie per Fernsteuerung ausgelöst wurde.

Kommentare (4)

Ralf Bülow (nicht überprüft)

Do. 22 Dez 2016 - 13:30

Was soll das, Frau Wakonigg ? Warum machen Sie für solche Filme Reklame ? Ist das humanistisch ?

Der hpd hat uns doch Zeit seines Bestehens über das Treiben religiöser Wirrköpfe informiert. In diesem Lichte ist auch obiger Artikel zu betrachten. Wie denn sonst?

Wolfgang (nicht überprüft)

Do. 22 Dez 2016 - 14:52

Und immer wieder im Namen eines perfiden Gottes, wie widerlich ist das denn? Ein Gott, der sich über tote Kinder freut? Die Welt ist leider voll von Arschlöchern, Idioten und seltsamen Märtyern, in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Religionen funktionieren nicht, weil das humane Denken ausgeschaltet wird.

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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