Papst bleibt im Fahrstuhl stecken

Der Papst und seine Fans.

Eine Spannungsschwankung im Stromnetz machte Papst Franziskus gestern 25 Minuten lang zum Gefangenen eines Fahrstuhls. Das vatikanische Personal verließ sich glücklicherweise nicht auf göttliche Rettung, sondern zog es vor, die Feuerwehr zu alarmieren. 

Sonntags pünktlich um 12 spricht der Papst üblicherweise öffentlich das Angelus-Gebet. Ein allwöchentliches Highlight für Papst-Groupies aus aller Welt, die sich in Scharen auf dem Petersplatz versammeln, um das religiöse Spektakel live zu erleben. Auch das italienische Fernsehen überträgt das katholische Ritual regelmäßig.

Umso größer war gestern die Sorge bei Fernsehreportern und Papst-Fans, als das Oberhaupt der katholischen Kirche nicht pünktlich am üblichen Fenster des Apostolischen Palastes erschien. War der Pontifex unpässlich? Gab es vielleicht sogar ein schwerwiegendes gesundheitliches Problem?

Doch die Sorgen der Menge wurden nach wenigen Minuten des Bangens zerstreut. Der Papst erschien und entschuldigte sich für seine Verspätung. Amüsiert berichtete er, dass er 25 Minuten im Fahrstuhl gewesen sei, weil der nach einer Spannungsschwankung feststeckte. Befreit hätten ihn schließlich Feuerwehrleute, die den Fahrstuhl wieder zum Fahren bewegen konnten. Ob die Feuerwehr dem störrischen Lift hierbei drohte, dass er bei weiterer Arbeitsverweigerung nicht mehr ins oberste Stockwerk käme und die Ewigkeit im Kellergeschoss verbringen müsse, ist unbekannt.

Römische Auguren versuchen derweil zu ergründen, was die göttliche Sphäre dem Papst per geisterhafter Spannungsschwankung im vatikanischen Stromnetz mitzuteilen versuchte. Auf jeden Fall, da sind sich die Deuter des Metaphysischen sicher, müsse es etwas Schwerwiegendes sein, wenn göttliche Kräfte den Heiligen Fahrstuhl in die Klemme brächten.

Kommentare (9)

Lila Grütze (nicht überprüft)

Mo. 2 Sep 2019 - 11:18

Die Katholische Kirche hat doch für alles einen Schutzheiligen. Wer ist für Aufzüge zuständig?

Albert Voß (nicht überprüft)

Mo. 2 Sep 2019 - 14:46

Sonntags um 12 spricht der Papst öffentlich das Angelus Gebet.

Ob die Gläubigen wohl was ahnen?
115 Jahre nach Einführung des täglichen Mittagsläutens ordnete im Jahre 1571 Papst Pius V das heutige Angelus Gebet an.
In der Seeschlacht von Lepanto kämpfte die Heilige Liga (organisiert und angetrieben von seiner Heiligkeit) gegen die Flotte des Osmanischen Reiches. Die Päpstlichen siegten. Ein Mariensieg!

Nun wird immer weitergebetet, mittags, und geläutet, sonntags öffentlich mit dem Papst.
Die Botschaft - kursiv gesprochen - lautet:

Immer hinaus mit den Türken aus Christenland und zurück nach Muselmanien!

Kathweb Lexikon sagt es so:
"Der Angelus wurde 1571 von Papst Pius V als Gebet zur Abwehr der drohenden Türkengefahr und Islamisierung Europas eingeführt."

Jürgen Roth (nicht überprüft)

Mo. 2 Sep 2019 - 16:00

Für die Wartung der Aufzüge hat sich bestimmt ein Freidenker in die Firma eingeschlichen.

Günter Rack (nicht überprüft)

Mo. 2 Sep 2019 - 16:33

"wenn göttliche Kräfte den Heiligen Fahrstuhl in die Klemme brächten"
Waren es wirklich göttliche Kräfte oder hatte der leibhaftige GOTTSEIBEIUNS die schwefligen Finger im Spiel?
Oder noch schlimmer, hat der Teufel im Ringen mit den göttlichen Kräften die Oberhand behalten?
Fragen von epochaler Wichtigkeit!!!

arnulf (nicht überprüft)

Mo. 2 Sep 2019 - 18:16

Diese Nachricht hier zu bringen, zeigt mir viel zu viel billige Schadenfreude und liegt damit unter dem erwarteten Niveau des hpd's, Bitte ändern bzw. vermeiden !

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Di. 3 Sep 2019 - 21:31

Antwort auf von arnulf (nicht überprüft)

Schadenfreude ist die reinste Freude. Und der Vorfall zeigt, dess der "Herr, der über uns wohnt", doch nur ein Phantasieprodukt übereifriger Geistgläubiger ist. Jorge Bergoglio ist ein Mensch wie die übrigen knapp 8 Mrd auf dieser Erdkugel und wir freuen uns, dass er nicht übers Wasser gehen kann, sondern im Fahrstuhl stecken bleibt. Ich bitte um viele solcher Berichte über lustige Missgeschicke, die die Alltäglichkeit der Einflussreichen dieser Erde nachdrücklich dokumentieren.

Es gilt die Einsicht: Wer es nötig hat, den sozial-emotionalen Haushalt der eigenen Person durch Verspotten und Desavouieren Anderer im Lot zu halten, zeigt einen gehörigen Entwicklungsbedarf an Humanität und vollführt sein Tänzchen auf Kosten derjenigen, die für Humanität werben.

Meine Güte,
geh zum Lachen in den Keller, arnulf. Wer meint, das Herumlaufen mit Grabesmiene hätte was mit Humanismus zu tun, soll dabei bleiben, darf aber sicher sein, dass er nicht verstanden hat, was Humanismus bedeutet. Und wer meint, Bergoglio hätte was mit Humanismus zu tun, dem ist sowieso nicht zu helfen.

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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