The Satanic Temple

"Teuflische" Kampagne gegen das Schlagen von Kindern

„Unsere Religion glaubt nicht an das Schlagen von Kindern“ (The SatanicTemple)

Weltweit bestehen konservative Kreise und religiöse Fundamentalisten immer häufiger darauf, ihre Kinder mit Hilfe von körperlicher Züchtigung erziehen zu dürfen. In den USA sind solche Erziehungsmethoden sogar nicht selten in öffentlichen Schulen üblich. Der Satanische Tempel (TST) wendet sich nun mit einer kreativen Kampagne gegen die körperliche Züchtigung von Kindern.

Der 2012 in den USA gegründete Satanische Tempel (The Satanic Temple - TST) wirkt auf den ersten Blick wie eine Glaubensgemeinschaft von Satanisten. Auf den zweiten Blick entpuppt er sich jedoch als ein gewitztes Projekt von Menschen, die versuchen, die Religion mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen. Indem der Satanische Tempel als Religionsgemeinschaft auftritt, gelingt es ihm immer wieder, religiöse Privilegien zu unterwandern, indem er sie auch für den Satanischen Tempel einfordert – vom Recht auf satanische Gebete in öffentlichen Sitzungen, bis zum Recht, satanische Weihnachtskrippen aufstellen zu dürfen und satanische Malbücher in Schulen auszugeben, wenn Christen dort Bibeln verteilen.

Da die meisten religiösen Amerikaner Satanisten fürchten wie der Teufel das Weihwasser und deshalb satanische Gebete und Praktiken bei öffentliche Anlässen unbedingt verhindern wollen, bleibt nur eine Möglichkeit zur Wiederherstellung des religiösen Gleichgewichts: Die jeweilige religiöse Tradition im öffentlichen Raum muss komplett abgeschafft werden, damit keine Religionsgemeinschaft benachteiligt wird. Genau das ist es, was die Anhänger des Satanischen Tempels erreichen wollen.

Seinen Religionsstatus nutzt der Satanische Tempel derzeit unter anderem für eine neue Kinderschutzkampagne. Laut TST werden in den Vereinigten Staaten jährlich zehntausende Kinder in öffentlichen Schulen aus erzieherischen Gründen regelmäßig Opfer von verschiedenen Formen der Gewalt. Die Prügelstrafe ist laut TST in 19 US-Bundesstaten erlaubt. Darüber hinaus gibt es jedoch auch vermeintlich mildere körperliche Züchtigungen wie das Verbot, die Toilette zu benutzen.

Die Kinderschutzkampagne des Satanischen Tempels beruft sich auf die Religionsfreiheit und gibt Kindern die Möglichkeit, sich gegen die Prügelstrafe zu schützen, indem sie sich zum Glauben des Satanischen Tempels bekennen und sich darauf berufen, dass die Prügelstrafe gegen ihren Glauben verstößt. Sollte das Lehrpersonal diese religiösen Rechte nicht respektieren, so bietet der Satanische Tempel dem betroffenen Schüler rechtliche Hilfe an.

Den "schlimmsten Schuldistrikten" widmet sich der Satanische Tempel derzeit mit einer Plakatkampagne. Auf Plakaten in der Nähe von Schulen und an vielbefahrenen Straßen macht der Satanische Tempel mit Sprüchen wie "Our religion doesn’t believe in hitting children" (Unsere Religion glaubt nicht an das Schlagen von Kindern) oder "Never be hit in school again – Exercise your religious rights" (Nie wieder in der Schule geschlagen werden – Nimm deine religiösen Rechte in Anspruch) auf seine Kampagne aufmerksam.

Kommentare (3)

Alwu (nicht überprüft)

Do. 2 Nov 2017 - 13:32

Satanische Weihnachtsgrippen? Teuflisch, Teuflisch, ist das satanisch cool. Der Satanslümmel in der Grippe - auch nicht schlecht. Wenn so ein dorfblickender Ochs mit Hörnern in die heiße Satansgrippe schaut, dann darf der Satansbub mit seinen kleinen Hörnchen auch zum heiligen Schlachtvieh schauen. Und dieser Ochs wird dann der Satansbraten werden - lecker!
Und was das Züchtigen von Kindern anbetrifft, nun, da war mir schon früher klar, die Ami spinnen, mit ihrer Erziehungseinstellung. Nun ja, bei den seltsamen Christen, da ist nichts unmöglich, auch was ihre Art der Erziehung ihrer Kinder betrifft. Da dürfen sich die Kleinen schon zu Weihnachten Waffen wünschen, und der der ganze Familienclan schaut zu, wenn sie dann damit herumballern und andere abknallen. So erzieht man gute Amichristenkinder.

Kay Krause (nicht überprüft)

Do. 2 Nov 2017 - 15:18

Wer keine Argumente mehr hat, der schlägt halt zu.
So werden Kinder zu guten Soldaten erzogen. Heil .......!

agender (nicht überprüft)

Sa. 4 Nov 2017 - 20:35

Wieder einmal ist der Teufel der netteste Charakter in diesen gewaltvollen Geschichten!

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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