Präsident der Internationalen Vereinigung der Exorzisten gestorben

Tod und Teufel

Linda Blair in dem Horrorfilm „Der Exorzist“ von 1973
Linda Blair in dem Horrorfilm „Der Exorzist“ von 1973

Roms berühmtester Exorzist starb am Freitag im Alter von 91 Jahren. Pater Gabriele Amorth hat 70.000 kirchenoffizielle Teufelsaustreibungen vorgenommen. Offenbar gab es Bedarf. Er rede täglich mit dem Satan, sagte dieser Priester einmal.

Amorth wurde 1986 von Papst Johannes Paul II. zum amtlichen Exorzisten berufen. Weltweit bekannt wurde er durch zahlreiche Bücher und Interviews. Er brachte darin etwa Yoga und "Harry Potter" mit dem Teufel in Verbindung. 1990 gründete er die internationale Vereinigung der Exorzisten, die der Vatikan offiziell anerkannte.

Heute will es mal wieder keiner gewesen sein. Doch innerhalb der katholischen Kirche ist allenfalls die Praxis der Teufelsaustreibungen, nicht aber die Existenz des Teufels selbst umstritten. Dabei wird eine Teufelsaustreibung streng genommen auch in einfacher Form bei normalen Taufzeremonien nach katholischem Ritus vorgenommen. Ich selbst bin 1963 zum Exorzisten "geweiht" worden, nichts Besonderes, es handelte sich um eine sogenannte niedere Weihe, die Vorbereitung auf die Priesterweihe.

Den Großen Exorzismus dürfen geeignete Priester aber nur nach Genehmigung des zuständigen Bischofs vornehmen. Seit 1999 gelten dazu neue Richtlinien des Vatikans, die den Exorzisten dazu anhalten, eine mögliche Besessenheit genau zu überprüfen und sich gegebenenfalls mit Medizinern und Psychiatern zu beraten.

Padre Amorth erklärt, wie teuflich Rockmusik ist
Padre Amorth erklärt, wie teuflich Rockmusik ist (Screenshot)

Pater Gabriele Amorth hielt von der Neufassung nicht viel. "Das ist, als ob sie den Teufel mit einer ungeladenen Waffe bekämpfen wollen", urteilte er. Im Übrigen finden sich Hunderte praktizierende Exorzisten in katholisch geprägten Ländern. In Polen gehört Exorzismus immer mehr zum katholischen Alltag. Das hat auch politische Konsequenzen.

Die Existenz des Satan anzuzweifeln, sah Amorth stets als Gefahr an: "Dem Teufel ist es ganz recht, wenn Sie nicht an ihn glauben. Dann kann er ungestört wirken." Die Konsequenzen: Den Vertretern einer abweichenden Auffassung werden nicht so sehr sachliche Argumente bescheinigt. Vielmehr wird hinter ihrem Standpunkt noch immer oder schon wieder das Wirken böser Mächte gesehen. Bis heute gilt intensive Abwehr und Ablehnung des Christentums oder der Kirche als ein Beweis für Besessenheit. Und eben diese muß einem politisch missliebigen Menschen ausgetrieben werden.

Die Verbindung von Andersdenken und -glauben mit dem Wirken des Teufels hat eine sehr lange und sehr verhängnisvolle kirchliche Tradition. Auch die Verbindung der Juden mit dem Teufel zieht sich kontinuierlich durch die Geschichte der christlichen Völker. Der Nationalsozialismus brauchte beispielsweise die jahrhundertealte Gleichsetzung von Teufel und Juden nur aufzugreifen und für seine Zwecke zu nutzen. 1938 forderte ein Pogrom vierhundert Tote und tausend zerstörte Synagogen. Der Protest katholischer Bischöfe darf als sehr zurückhaltend charakterisiert werden.

Verbale Herabsetzungen und nicht zuletzt Dämonisierungen haben immer wieder tatsächliche Aggressionen gegen Andersdenkende und Minderheiten vorbereitet. Nur zu oft verschaffte der Teufelsglaube das gute Gewissen für Diskriminierung, Folter und Exekution. Umfassende sadistische Exzesse wie Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverfolgung hatten ihre Stütze.

Auch Teufel haben ihre Geschichten. Es ist wie immer: Wie sich ein Glaube entwickeln kann, der einem beigebracht wurde, habe ich am eigenen Leib verspürt. Ich bin noch als Theologiestudent Jahre lang durch die Straßen gelaufen und habe Nein vor mich hingesagt. Nein zum Teufel, vor dessen Einfluss ich immer gewarnt worden war. Und meine erste Probepredigt befasste sich mit dem Glauben an den Teufel, der eine Grundlage in der Bibel haben soll. Erst Jahre später habe ich mit diesem Unsinn Schluss machen können. Für immer. Doch noch vor wenigen Jahren habe ich unter der Moderation von Gerhard Delling mit einem Piusbruder über so was streiten müssen.

Jedenfalls sehen wir, was der biblische Jesus anrichten kann, wenn er den Aberglauben seiner Zeit wiedergibt. Jesus bezieht sich in diversen Gleichnissen auf den Teufel. Viele Teufelsvorstellungen gehen in der Tat auf das sogenannte Neue Testament zurück. Dort wird der Teufel als der große Drache sowie die uralte Schlange, die Widerwirker und Satan heißt und als Fürst des Vollmachtsgebiets der Luft bezeichnet. Der Satan wird mit einem Engel des Lichts verglichen und als personifiziertes Geistwesen vorgestellt. Ein paulinischer Autor bezeichnet den Teufel als den Gott dieser Welt, und in den Evangelien tritt der Teufel in der Rolle des Versuchers auf, der Jesus zu einem Missbrauch seiner göttlichen Macht verleiten will.

Im Christentum ist der Teufel der Inbegriff des Bösen. Ein eigenständiges Geistwesen soll mit seinem freien Willen nicht unter der Herrschaft und Befehlsgewalt Gottes stehen. Ein gefallener Engel, der gegen Gott rebellierte und seitdem die Welt heimsucht. So wird der Teufel als Urheber der Lügen und des Bösen in der Welt angesehen.

Zudem hat sich die Vorstellung entwickelt, dass der Teufel die Schlange im Paradies war, welche die Menschen verführte und das Opfer des Jesus von Nazaret als einzig mögliche Erlösung erforderlich machte. So wird die historische Katastrophe eines Menschen am Kreuz umzudeuten versucht.

Freilich haben die am meisten verbreiteten Annahmen über den Teufel weder im Judentum ihren Ursprung noch wurden sie zu Lebzeiten des Jesus von Nazaret gelehrt. Vielmehr entstammen sie volkstümlichen Vorstellungen des Mittelalters. Die bildliche Darstellung des Teufels, dessen angeblicher Wohnort die Hölle ist, geht oft auf heidnische Götter wie Pan zurück, die zu Teufeln abgewertet wurden. Sie wurden meist schwarz und behaart, mit einem oder zwei Bocksfüßen, Widderhörnern, einem Schwanz, hässlichem Gesicht und Habichtsnase dargestellt.

Heute wird der Teufel so gut wie nicht mehr thematisiert. Selbst wenn im Katechismus der katholischen Kirche noch an der Existenz des Teufels festgehalten wird, findet sich keine dogmatische Definition. Das ist gut so. Der Abschied vom klassischen Trio infernal, von Teufel, Hölle, Jüngstem Gericht, ist überfällig. Das Böse ist in der Welt. Das ist nicht zu leugnen. Aber um es zu erklären, brauchen wir keinen Teufel einzubringen. Die klassische Exorzisten-Zunft mag das anders sehen. Sie benötigt nun mal eine Existenzberechtigung.

Kommentare (40)

Maria Guetersberg (nicht überprüft)

Mo. 19 Sep 2016 - 11:27

Ich fordere mehr Respekt für unsere GLaubensüberzeugung und für das Lebenswerk von Gabriele Amorth! Kaum jemand hat sich, so wie er, dem Kampf gegen das Böse verschrieben. Das sollte im Interesse aller, auch der Konfessionslosen sein.
LG

Nein, danke. Herr Amorths Arbeit, zwischen fiktionalen Gestalten und der Realität nicht unterscheiden zu können, hat von mir keinen Respekt zu erwarten ;)

LG

Peter Friedrich (nicht überprüft)

Mo. 19 Sep 2016 - 14:19

Antwort auf von Maria Guetersberg (nicht überprüft)

@Maria Guetersberg: Richtig! Mehr Respekt für Gabriele Amorth! Mehr Respekt für diesen ganz außergewöhnlichen, schrägen und heimtückischen Humoristen!
Das Lachen pirscht sich so heran, bleibt stecken, will nicht so richtig und platzt dann doch heraus. Genial!

Respekt ist immer gut, aber meist wird er von bestimmten Personenkreisen zwar für sich selbst gefordert, aber anderen mit eben nicht den selben Überzeugungen, nicht gewährt, sondern zudem mit den übelsten Nachreden und Verleumdungen in ein schlechtes Licht gerückt. Selten ist die Pestilenz die euch zu Nase steigt, die der anderen, sondern die eigene Verkommenheit.

"Respekt" nach Ihrem Gusto bedeutet offensichtlich: derlei öffentlich inszenierte Glaubensüberzeugung nicht kritisieren sondern nur still hinnehmen oder laut nachbeten & lobhudeln zu dürfen. - Diese Forderung nach "Respekt" kenne ich von etlichen Religiösen (christlicher wie muslimischer Art), die allergisch auf kritisches Hinterfragen und Anzweifeln reagieren. Jedoch wer hier empört "Respekt" einfordert, gibt gleichzeitig unbewusst zu erkennen, dass er keine Gegenargumente hat, die er/sie vortragen könnte. (Aber was gelten parteiischen Geistern auch schon sachliche Argumente?)

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Di. 20 Sep 2016 - 10:48

Antwort auf von Maria Guetersberg (nicht überprüft)

Sachlichkeit beim Aberglauben? Jetzt habe sogar ich die Ironie verstanden, danke für diesen morgendlichen Humorschub...

Horst Herrmann (nicht überprüft)

Di. 20 Sep 2016 - 11:29

Antwort auf von Maria Guetersberg (nicht überprüft)

Sie wünschen sich mehr Sachlichkeit? Dann haben Sie bestimmt nichts dagegen, von einem früheren Professor der kath. Theologie auf bestimmte Fakten hingewiesen zu werden. Ich nenne zwei: 1. Die Existenz des Teufels ist kein Dogma. Also vertreten Sie nur eine Privatmeinung. 2. Ich bin Priester, und ein solcher bleibt durch einen "Graben" von Ihnen getrennt, den Sie nicht überspringen oder gar beseitigen können. Das ist dogmatisch fixiert und keine Privatmeinung. Ebenso, dass ein Priester "Priester auf ewig" ist. Kann ich denn keinen Respekt, keine Sachlichkeit erwarten - von einer Frau, die eben dies für ihre Privatmeinung einfordert?

Peter Friedrich (nicht überprüft)

Mi. 21 Sep 2016 - 01:24

Antwort auf von Maria Guetersberg (nicht überprüft)

@Maria Guetersberg: Ein menschenverachtender Halunke und Scharlatan wie Amorth ist bestenfalls als Witzbold geeignet.

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Mo. 19 Sep 2016 - 20:42

Antwort auf von Maria Guetersberg (nicht überprüft)

Liebe Frau Guetersberg,
Respekt steht Menschen zu, Glaubensüberzeugungen darf man schräg, durchgeknallt, irre, bemitleidenswert oder was auch immer nennen. Und wenn ein armer verwirrter Priester möglicherweise 70 000 Manschen durch seinen Exorzismusunfug in Schwierigkeiten, Lebensgefahr oder sogar zu Tode gebracht hat, dann würde ich das als gut für die Menschheit ansehen, dass sein Leben nun auch zu Ende gegangen ist. Nicht vorzustellen, wenn es das Ewige Leben gäbe und man weiterhin mit diesem unappetitlichen Herrn rechnen müsste.

Und.....? Liebe gläubige Maria, die ich als Mensch mit ihrem Glauben respektiere, deren Glauben ich aber nicht nachvollziehen kann, und.....?
Haben wir denn nun Frieden auf der Welt? Wird nicht mehr betrogen, geraubt, gemordet, weil Pater Gabriele sich mit seinen Kumpanen sooooo sehr gegen "Das Böse" einsetzt? Wen hat er denn "behandelt"? Wem hat er denn den Teufel ausgetrieben? Armen Teufeln wie z.B. Ihnen, die in diesen
lebensfremden Glauben hineingeboren und zwangsgetauft wurden.Haben Sie jemals von einem Bericht Kenntnis erhalten, dass dieser Geisterbeschwörer Amorth einen General oder einen Kriegsminister behandelt hätte, oder gar einen Waffenproduzenten, was ich geradezu für genial halten würde???
Oh du Mensch, ich ahne, du machst weiter so in deinem Wahne!

Nun ist er tot der Arme, obwohl er doch weiß, dass es den Teufel, auch nach seinem Ableben, noch immer gibt. Und er, aus Altersgründen vom Herrn abberufen, kann nicht mehr seiner Lieblingsbeschäftigung, den Teufel jagen, nachgehen. Dafür kommt er jetzt in den Himmel, wo ihn schon die viele, vielen Kasperln empfangen, um mit ihnen zusammen, mit einer Ratschen in der Hand, dann versuchen den Teufel anderweitig zu bekämpfen. Geil, der Mann wird nicht einmal im Himmel arbeitslos. Das nennt sich dann, "Die unendliche Teufelsaustreibung". Und im Himmel gibt es mehr als genug davon. Die waren davor ja alle schon mal auf der Erde, und haben dort ihr Teufelswerk betrieben - an Millionen Unschuldige. Respekt, der Alte hatte aber echt Ausdauer ... sich diesem Teufelswahn, diesem Schwachsinn hingegeben zu haben. Frage: Hatte er einen Lehrbuam (einen jungen Vatikanisten), der seine Verfolgungstätigkeiten übernimmt?

Glauben heißt: Nicht wissen wollen, was wahr ist. Der sog. Teufel ist genauso ein Gehirnprodukt der Menschheit wie der sog Gott. Beide sind frei erfunden und haben mit der Realität, z.B. mit der Evolutionstheorie überhaupt nichts zu tun. Ich empfehle Ihnen sich mit den Naturwissenschaften zu befassen -- ein Biologie-Buch, ein Physik-Buch, ein Chemie-Buch lesen offenbart mehr als die verrückten Phantasien eines Gabriele Amorth.

Jörg Elbe (nicht überprüft)

Mo. 19 Sep 2016 - 12:57

"Er rede täglich mit dem Satan, sagte dieser Priester einmal."

Eigentlich ein Fall für den Psychiater, aber unter dem Label Religion kann man offenbar jeden Unsinn erzählen, ohne in Gefahr zu laufen, in eine geschlossene Anstalt eingewiesen zu werden. Zudem kann eine "Teufelsaustreibung" zu einer Gefahr für die psychische und physische Unversehrheit der vom "Teufel Besessenen" werden.

Kay Krause (nicht überprüft)

Di. 20 Sep 2016 - 07:18

Antwort auf von Jörg Elbe (nicht überprüft)

Lieber Jörg an der Elbe!
Es ist doch täglich das Selbe:
Menschen können sich die Welt nicht erklären,
und greifen zu überirdischen Sphären.
Lassen freien Lauf der Glaubensphantasie,
ich dagegen glaube an mein krankes Knie.

Alex (nicht überprüft)

Mo. 19 Sep 2016 - 13:03

Der nächste der heilig gesprochen wird. Soll ihn doch der ... holen.
Zumindest ist er nun "Amorph".

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Mo. 19 Sep 2016 - 13:36

Für den Glauben an allmächtige Weltraumgeister ist der Teufel als notwendiges Korrektiv unverzichtbar. Er ist der einzige, der die Theodizee halbwegs diskutabel macht. Ohne Teufel wäre völlig klar, dass es einen gütigen Gott, der gleichzeitig allmächtig sein soll, nicht geben kann.

Nur der Teufel kann als Begründung herangezogen werden, warum es Böses in der Welt gibt, warum Menschen zum Bösen verführt werden können. Also muss "Gott" den Teufel gemeinsam mit der Welt geschaffen haben (vorher gab es ja nichts). Da dies aber unlogisch ist (schließlich ist der Teufel der schärfste und nicht zu vernichtende Widersacher "Gottes" - trotz aller rührig bemühten Exorzisten), müssen Menschen, deren Interesse die Aufrechterhaltung ihres Aberglaubens war, diesen Teufel hinzuerfunden haben. Den frühen Klerikern war sicher rasch klar, dass sie mit einem gütigen "Gott" allein nicht überzeugen konnten.

Der jüdische "Gott" war ja noch selbst rachsüchtig und hat mal so im Vorbeischweben 99,9999999% der Menschheit ausgerottet (vielleicht als Gleichnis auf die 99,9999999%ige Vernichtung aller Götter durch Einführung des Monotheismus). Da war der Teufel noch nicht wichtig.

Doch im Christentum ist er wie gesagt unverzichtbar. "Gott" und Teufel - zwei wie Pech und Schwefel - sind das dualistisch-listige Duo, das durch transzendente Weiten streift, dorthin, wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist...

Noncredist (nicht überprüft)

Mo. 19 Sep 2016 - 14:28

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Auch mit dem Teufel ist die Theodizee weiterhin vollends gültig. Es sei denn, das mächtigste und tollste Wesen im gesamten Universum KANN NICHT eingreifen - womöglich aus höherer Gewalt heraus. Dann ist dieser Gott durch "höhere Gewalt" limitiert. Oder Gott WILL NICHT eingreifen und den Teufel aufhalten. Dann ist sein Wille wohl kaum mit "reine Liebe" zu bezeichnen. Man lässt sein Kind ja auch nicht auf die glühende Herdplatte fassen und möglicherweise lebenslange Narben in Kauf nehmen, nur weil man sein Kind "liebt". Lässt man dann auch das Töchterchen von irgendwelchen Lumpen vergewaltigen, um ihr die "wahre Liebe" näher zu bringen? Ich hoffe nicht!

Entweder kann oder darf Gott nicht eingreifen, dann sind ihm Grenzen (vom Teufel? Selbst erstellte und nicht überwindbare?) im Weg. Oder er will nicht, dann kann weder der "freie Wille" (steht der Allwissenheit im Wege!) nocht der Teufel als Entschuldigung herhalten, weshalb er das Leid bewusst und kontrollierbar zulässt. Wenn Menschen aufgrund des "freien Willens" Gewalt und Todschlag zulassen, werden sie interessanterweise nicht angebetet, sondern wegen unterlassener Hilfeleistung vor Gericht gebracht.

Keine Sorge. Die Theodizee kann weder der Teufel, noch seine zehntausende Mitarbeiter aushebeln. Diesem Galgen kann man nicht mit solchen plumpen Erfindungen wie etwa dem "personifiziertem Böse" entkommen ;)

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Di. 20 Sep 2016 - 10:59

Antwort auf von Kay Krause (nicht überprüft)

Es gibt nicht nur einen "Über-Gott".

Der, den die Christen anbeten ist nur der Assistent eines unbedeutenden Provinz-Verwaltungsfachangestellten in Sektion III/B im Sternquadranten ZY-Beta 08/15. Der ist der Regionalverwaltung des östlichen Orionarms West-7 untergeordnet, der wiederum dem Direktorat P-15 der galaktischen Hauptverwaltung untersteht. Darüber ist noch Cluster-Zentralrat mit seinen 359 Sektions-Gouverneuren. Der Verwaltungsstrukturen oberhalb der Cluster-Ebene sind weitgehend unbekannt, aber die pflegen sowieso keine engen Kontakte zu den untergeordneten Dienststellen.

So ist das!

Klaus Bernd (nicht überprüft)

Mo. 19 Sep 2016 - 15:19

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Zu dem folgenden Text hat mich der Teufel inspiriert:-)
Immer wenn dieser Kampf Teufel gegen Gott zur Sprache kommt muss ich
an die dämliche Dramaturgie der Rocky-Filme denken: Gott kriegt 11 Runden lang gnadenlos auf die Fresse (Katastrophen ...) kann ab und zu einen harmlosen Treffer landen (Wunder) und lässt in der 12. Runde die
Apokalypse über seinen Gegner hereinbrechen.
Es kann aber auch sein, dass uns Satan seit Jahrtausenden klar zu machen
sucht, dass er der Schöpfer und Herrscher der Welt ist und nicht dieses
dreifaltige Weichei. Vielleicht sollten wir zur Kirche des Satan (gibts die außer in den USA auch in D ?) konvertieren ? - Gibt es da eigentlich Gottesaustreiber ? - Wenn seine Kirche genügend Mitglieder hat, ist der Teufel vieleicht zufrieden gestellt und führt auf Erden wieder das Paradies ein !

Kay Krause (nicht überprüft)

Di. 20 Sep 2016 - 07:34

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Lieber Bernd Kammermeier! Religiöser Glaube an sich grenzt an Schizophrenie. Ich habe es schon oft gesagt und begründet, und Ihnen muß ich es nicht erklären. Einerseits - egal, ob wir das alte oder neue Testament zu Rate ziehen - handelt es sich bei dieser von Menschen erfundenen "Gottes-Figur" nicht um einen gütigen, verständnisvollen, liebenden und verzeihenden Gott, sondern in der großen Mehrzahl der biblischen Märchen um einen bösen, rachsüchtigen, drohenden und strafenden Gott. Dem gegenüber steht die biblische Aussage, dass Gott den Menschen nach "seinem Ebenbilde" schuf. Ja Himmelherrgottsacklzement, dann ist ja (logisch analysiert) Euer Herrgott selbst der Teufel in Person, wobei wir wieder bei der Schizophrenie angekommen sind!

Wolfgang (nicht überprüft)

Mo. 19 Sep 2016 - 14:01

Ohne den Teufel hätte das Christentum nicht seine Perfektion erhalten.

Peter Ustinov

Und ohne jene teuflische Dummheit auch nicht.

von mir!

Noncredist (nicht überprüft)

Mo. 19 Sep 2016 - 14:39

>> Dem Teufel ist es ganz recht, wenn Sie nicht an ihn glauben. Dann kann er ungestört wirken. <<

Ich kann nicht überprüfen, ob diese Behauptung tatsächlich stimmt. Mir ist die Existenz der Prämisse vollkommen unbekannt. Etwas nicht dargelegtes ist es nicht nachweisbar, ob es wirkt. Diese Beliebigkeit, ob eine Handlung nun zum "Willen" oder "Unwillen" eines unmessbaren "Etwas" geschah, dürfte selbst für den simpelsten aller Theologen als unhaltbar auffallen. Oder ist der Sonnenaufgang vielleicht dem Wirken von Russels Teekanne zu verdanken? Ich kann ja nicht beweisen, dass es eine solche Teekanne gibt, noch dass es irgendetwas mit einem Sonnenaufgang zu tun haben kann. Und weil ich den Fehlschluss der Ignoranz anwende und behaupte, dass der Sonnenaufgang dem Willen und der Handlung von Russels Teekanne zu verdanken habe, muss ich ja Recht haben! Logisch, nicht wahr? ;)

Ob der Teufel tatsächlich so sein soll, wie es die Schreiber des NT behaupten, darf bezweifelt werden. Sie haben keine Nachweise und keine Überprüfungsmöglichkeit dargelegt. Es entsprach einzigst ihrer Weltanschauung, so wie die Sonnenbewegung als Nachweis für die Existenz von Sonnengöttern vor langer Zeit der Anschauung der damaligen Menschen zu verdanken ist. Auch - und insbesondere! - das Unwissen und der Drang es erklären zu wollen, mit Mitteln die man im Alltag besitzt, trägt "Schuld" daran. Wahrer wird es aber weder durch das Alter noch durch die Masse der "Gläubigen". Dazu haben wir heute wesentlich bessere Möglichkeiten entwickelt, Fantasie von der Realität trennen zu können. Wer sich davon nicht trennen mag, wird aber weiterhin in dieser knallbunten und gewaltigen archaischen Bildsprache namens "Religion" fündig.

Thomas (nicht überprüft)

Mo. 19 Sep 2016 - 16:16

Antwort auf von Noncredist (nicht überprüft)

Die Theologik funktioniert viel einfacher:
Der Teufel muss existieren, sonst hätte ja der Exorzismus nicht funktionieren können... (und das 70.000 mal!)
qed

Wolfgang (nicht überprüft)

Mo. 19 Sep 2016 - 19:08

Antwort auf von Noncredist (nicht überprüft)

Einen Teufel hat es nie gegeben aber leider viele teuflische Menschen und das jeden Tag.

pavlovic (nicht überprüft)

Mo. 19 Sep 2016 - 23:15

Wer sich mal aus nächster Nähe ein Bild verschaffen möchte über die psychische Gesundheit eines im Christentum allseits anerkannnten Heiligen - "Athanasius" zu verschaffen der schaue im Web unter: "Wälzen sich Christen wie die Hunde und Schweine in ihrem Auswurf und Kot?"

Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Di. 20 Sep 2016 - 00:54

Der Mann war ein einfaches Beispiel für die Weisheit: Gib jemand einen Hammer, und er sieht überall Nägel.

Das "Lebenswerk" dieses ehrenwerten Mannes dürfte darin bestanden haben, -zigtausenden Leuten den Frieden in ihrem Leben genommen zu haben.

Rudi Leitner (nicht überprüft)

Mi. 21 Sep 2016 - 10:06

Wenn Pater Gabriele Amorth mit 21 Jahren seine erste Teufelsaustreibung begangen hätte, käme er immerhin auf einen beachtlichen Schnitt von von ca. 1.000 Teufelsaustreibungen im Jahr, also knapp 3 Stück am Tag. Eine beachtliche Leistung. Rationalisierung macht anscheinend vor kirchlichen Handlungen nicht halt. Leider leidet die Ratio unter dieser Art der Rationalisierung!

Lieber Herr Leitner: Sie haben eine sehr zutreffende Feststellung aufgezeigt!
Denn um Exorzismen (und ähnlichen Unfug) in den gehobenen fünfstelligen Zahlenbereich zu wuchten - dafür braucht man ja keine Grundrechenarten zu beherrschen; die 'connection' mit dem Teufel genügt vollauf!

emerson (nicht überprüft)

Mi. 21 Sep 2016 - 22:01

das ist jetzt aber schon eine richtig spannende sache, so eine austreibung.

ich verstehe nur nicht so richtig, wieso sowas funktionieren soll.

also wenn da jetzt so ein teufel in einen gläubigen, ( es werden doch immer nur gläubige befallen? ( is schon komisch )) hineingefahren ist, dann kanner ja mit dem eine menge lustiger sache anstellen.

mit ganz tiefer stimme sprechen, den kopf auf den rücken drehen, über dem boden schweben, die wände hochkrabbeln usw. usf.

was ich nicht verstehe ist: bei all den netten sachen, die ein teufel so auf der pfanne hat, warum der aus einem besessenen wieder ausfahren soll, nur weil da ein schamane anfängt rumzuhampeln und mit wattebäuschchen zu werfen?

aber muss ja wohl so sein.

ich behaupte jetzt mal, dass der teufel ja ganz viele sind. so wie gott drei ist (sind), so ist ( sind ) der teufel ganz, ganz viele.

das kann man auch messen, man muss bei jeder austreibung nur protokoll führen, datum und uhrzeit notieren und den teufel, wenn er dann wieder draußen ist, unterschreiben lassen. ach ja: den namen notieren, ganz wichtig, nicht dass es da noch trittbrettfahrer gibt.

so diese daten, werden dann in eine zentrale datenbank ( ich schlage den vatikan als unabhängiges institut vor ) eingepflegt und dann kann man jede menge spannender sache rausfinden, von denen die anzahl personen des teufels nur die geringste ist.

wo geschehen die meisten austreibungen? wann? welcher austreiber ist besonders rege? usw. usf.

am ende ist die gleiche teufelsperson zur selben zeit an ganz verschiedenen orten tätig?

nach einer endlichen anzahl trivialer umformungen, lässt sich dann auch mit guter sicherheit der nächste befall voraussagen.

verdammt wichtig für die auswahl vor ort und zeit für eine wallfahrt oder einen kirchentag.

aber auf so praktische sachen kommt ja wieder keiner, da begnügt man sich damit, dass der typ wieder raus ist....

Keine Panik mit dem "Ausgetriebenen" dem Teuflischen. Der sucht sich dann ein anderes Chr.-A-Loch und Schwupps ist er wieder bei einem Christen - Zuhause. Ja wo soll er denn sonst hin, oder? Nur hier hat er ein Betätigungsfeld. Einen Teufel bei einem Satan austreiben, ist ja wohl langweilig, oder?

emerson (nicht überprüft)

Fr. 23 Sep 2016 - 18:47

Antwort auf von Alex (nicht überprüft)

nun weiß ich nicht ganz genau, was sie mit "Chr.-A-Loch" meinen. mein assioziationsvermögen macht daraus jedenfalls etwas wirklich häßliches.

auch wenn ich religiöse themen ironisch, zynisch, sarkastisch vortrage, werde ich mich niemals in eben jener weise äussern. nicht allgemein und schon garnicht persönlich.

meine gesamte verwandtschaft hängt dem katholischen glauben an und ich bin das einzige Ath.-A-Loch. niemand aber hat ein problem mit mir schwarzem schaf. im bekanntenkreis kann ich auf ähnlich erfahrungen verweisen.

aber vielleicht haben sie auch etwas ganz anderes gemeint und ich muss meine assoziation neu kalibrieren.

ich werde mal mit meinem therapeuten darüber reden.

@emerson. Vielen Dank. Ich hab mich gebogen vor Lachen. Schade nur, dass man einem Doofgläubigen das nicht vermitteln kann.

Andrea Diederich (nicht überprüft)

Mo. 26 Sep 2016 - 15:24

Man sollte mal darüber nachdenken wieviel Unheil der Glaube an den Leibhaftigen in der Geschichte angerichtet hat.
Gingen nicht die Hexen, schwarze Katzen, Frauen als Opfer dieses Wahns hervor.
Wann endlich wird die Religion von der Vernunft besiegt?
Geistig scheinen wir immer noch in Mittelalter zu leben.

Horst Herrmann

Horst Herrmann, (geb. 1940), Studium der kath. Theologie und der Rechtswissenschaften in Tübingen, München, Bonn und Rom, Dr. theol., Habilitation, 1971-1981 ord. Professor des Kirchenrechts in Münster, 1975 Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis, 1977 auf Vorschlag von Heinrich Böll Mitglied des PEN, 1981-2005 ord. Professor der Soziologie in Münster, über 200 wissenschaftliche (patriarchats- und religionskritische) und belletristische Veröffentlichungen, Tätigkeit als Herausgeber, Vorträge im In- und Ausland, zahlreiche Einladungen zu Rundfunk und Fernsehen, 60 Bücher (z.T.

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