Bildung

Irland könnte Religionsunterricht als Kernfach abschaffen

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Schule

In Irland könnte der Religionsunterricht schon bald als verpflichtendes Kernfach abgeschafft werden. Laut aktuellen Medienberichten plant der Nationale Lehrplan-Rat eine entsprechende Reform, die schon länger zur Diskussion steht.

Bereits im letzten Jahr hatte das irische National Council for Curriculum and Assessment (NCCA) ein Gutachten veröffentlicht, das sich für einen neutralen Ethik- und Religionskundeunterricht in den Grundschulen Irlands aussprach. Die Bildungsministerin Jan O'Sullivan hatte folglich die Streichung eines Schulordnungsparagrafen veranlasst, um die bis heute geltende Vorrangstellung des konfessionellen Religionsunterrichts abzuschaffen. Den Pragrafen bezeichnete sie als "archaisch" und als "Symbol der Vergangenheit", da dem Religionsunterricht ein höherer Stellenwert als den Naturwissenschaften eingeräumt werde. 

Derzeit nimmt der Religionsunterricht in der Regel zweieinhalb verpflichtende Stunden pro Woche ein. Mit den neuen Plänen des NCCA sollen die Grundschulen nun flexibel darüber entscheiden können, wie viel Zeit sie dafür einrichten wollen. Die entsprechenden Reformen zum Schulcurriculum sollen demnächst in einer Konsultation diskutiert werden. Im Frühjahr des kommenden Jahres ist dafür eine große Konferenz in Dublin Castle geplant. 

Die Debatte um den Religionsunterricht steht in engem Zusammenhang mit der Rolle der katholischen Kirche im irischen Bildungssystem. Etwa 90 Prozent der irischen Grundschulen befinden sich derzeit in kirchlicher Trägerschaft. Viele Eltern haben deswegen große Schwierigkeiten, für ihre nicht getauften Kinder eine Schule in zumutbarer Entfernung zu finden. Eine Initiative der Regierung, zunehmend Schulen aus der Trägerschaft der katholischen Kirche herauszulösen, wird jedoch nur schleppend umgesetzt. 

Kommentare (4)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Fr. 30 Dez 2016 - 16:02

Siehste. Geht doch!

David (nicht überprüft)

Fr. 30 Dez 2016 - 16:06

warum sind die menschen nur in den kirchen mitglied. einfach der gemeintschaft wegen, weil es halt dazu gehört, der unmündigkeit wegen damit man selber nicht denken braucht. wenn man 1 und 1 zusammenzählen kann tritt man doch aus.

Kay Krause (nicht überprüft)

Sa. 31 Dez 2016 - 10:29

Congratulation dear Irishmen and Irishwomen! Dafür plädiere ich seit Jahren!!!
Es ist keine Frage, dass die unterschiedlichen weltweiten Religionen zu unseren Historien und Taditionen gehören, darum: nichts gegen einen Religions-Geschichtsunterricht in öffentlichen Schulen, welcher im Zuge des Geschichtsunterrichtes erteilt werden kann.
Ein konfessionsbezogener Religionsunterricht hat in öffentlichen Schulen nichts zu suchen. Die Kirchen verteufeln zwar alle Mitbürger und sprechen ihnen das ewige Leben nach dem Tode in Gottes Himmelreich ab (die Bibel geht da noch wesentlich weiter!) die keiner Religion bedürfen, um ein anständiges Leben zu meistern, haben aber nichts
gegen den Eingang von jährlichen Milliarden (!) von Steuergeldern auf ihren irdischen Konten, welche mittlerweile von gut einem Drittel der nichtreligiösen Bürger in Deutschland mitfinanziert werden!
Konfessioneller Religionsunterricht: ab damit in die privat bezahlte Sonntagsschule!
Irland, ich wünsche Dir, ein Vorreiter auf diesem Gebiet zu sein!
In Deutschland - befürchte ich - ist die Macht der Kirchenlobby noch (!) zu groß.
Ein gotteskriegerfreies, fröhliches und friedliches Jahr 2017 Euch allen!

Rainer Bolz (nicht überprüft)

Sa. 31 Dez 2016 - 11:36

Da kann man dem irischen Volk nur gratulieren.
Die irische Medizin >>Guinness << scheint doch zu wirken.

Florian Chefai

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