Natalie Grams
Homöopathie-Kritikerin für besten Twitter-Account des Jahres ausgezeichnet
Foto: © Gudrun-Holde Ortner
Die Homöopathie-Kritikerin Natalie Grams wurde gestern für den "besten Twitter-Account des Jahres" ausgezeichnet. Der Social-Media-Preis "Der Goldene Blogger" wurde zum zwölften Mal im Rahmen einer Gala in Berlin verliehen.
Natalie Grams war einst überzeugte Homöopathin. Bei Recherchen für ein Buch, mit dem sie selbst hartgesottene Skeptiker von der Wirksamkeit der kleinen Zuckerkügelchen überzeugen wollte, kamen jedoch Zweifel an den eigenen Ansichten auf. Je mehr sie sich mit der den Argumenten der Kritiker befasste, desto stärker wurde ihr bisheriger Glaube erschüttert. Was sie Jahre lang in einer erfolgreichen Praxis in Heidelberg praktiziert hatte, hielt einer wissenschaftlichen Prüfung nicht stand. Grams zog die Konsequenzen aus den neu gewonnenen Einsichten: Sie wandte sich von der Homöopathie ab und entschied sich für die Praxisaufgabe.
Heute gilt sie als eine der profundesten KritikerInnen der homöopathischen Methode und als leidenschaftliche Aufklärerin rund um falschen Glauben, Esoterik und unehrliche Medizin. In dieser Sache arbeitet sie mittlerweile als Angestellte für Verbraucherschutz-Organisationen wie die GWUP und den Deutschen Konsumentenbund. Ehrenamtlich engagiert sie sich darüber hinaus als Vize-Präsidentin des Humanistischen Pressedienstes, als Beirätin der Giordano-Bruno-Stiftung sowie im Münsteraner Kreis und setzt sich öffentlich auf vielfältige Weise für kritisches Denken ein.
Auszeichnung für besten Twitter-Account
Für ihre Aufklärungsarbeit in den sozialen Netzwerken wurde Grams am gestrigen Montag der Social-Media-Preis der "Goldenen Blogger" verliehen. In der Kategorie "bester Twitter Account des Jahres" setzte sie sich gegen die mitnominierten Konkurrenten Robin Alexander und Sophie Passmann durch. Ihr Twitter-Account zählt inzwischen mehr als 8.000 Follower.
Nach der Preisverleihung zeigte sich Grams sehr erfreut und erklärte: "Sicherlich gibt es politische Themen, die noch viel wichtiger sind, aber wir können von der Homöopathie vielleicht exemplarisch lernen, was passiert, wenn man auf 'Fakenews' nicht aufpasst. Deshalb bedanke ich mich unendlich für diese Chance und für die Aufmerksamkeit."
Neben Grams wurden zahlreiche andere Blogger und Influencer ausgezeichnet. So gewann in der Kategorie "bester Blogtext des Jahres" ein Text mit dem Titel "Raus aus meinem Uterus" von Nina Straßner, die den umstrittenen § 219a StGB ("Werbung für den Schwangerschaftsabbruch") kommentierte. Zum Hashtag des Jahres wurde #WirSindMehr gekürt, der 2018 zum Slogan gegen Rechtsextremismus und als Antwort auf die Ausschreitungen in Chemnitz avancierte.
Kommentare (7)
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verdienten Gückwunsch,
verdienten Gückwunsch, Natalie Grams!
Davon abgesehen meine Anmerkung:
Sowenig, wie man die Märchenerzählungen über einen möglicherweise existierenden "Gott" nicht als Wissenschaft anerkennen kann, genausowenig kann man auch (wie hier geschehen), eine unehrliche Medizin als Medizin bezeichnen! Ansonsten wäre man quasi gezwungen, in Zukunft zwischen ehrlicher und unehrlicher Medizin, ebenso wie zwischen ehrlicher und unehrlicher Religion (respective Glauben) zu unterscheiden. Wer weiß, vielleicht würde das uns Humanisten in der Argumentation weiterbringen?
Homöopathie ist aus dem
Homöopathie ist aus dem Bereich der Geisteswissenschaft und nicht der Naturwissenschaft - diesen "Streit" gibt es doch seit Anbeginn der Zeit. Wenn man sich für diese Ausbildung entscheidet, sollte man dies bereits wissen. Wenn Ausbildungsinstitute Aussagen treffen wie: wissenschaftlich gesichert, dann dürfte das tatsächlich falsch sein. Jedenfalls für den Moment - aber wer weiß das schon. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind so lange wahr, bis halt neue Erkenntnisse die alten ablösen. Placebo wird ja mittlerweile auch anerkannt, auch wenn es noch keine abschließende Erklärung dafür gibt. Sehr empfehlen kann ich einen Vortrage von Thorwald Dethleffsen "Homöopathie als Urprinzip". Man sollte sich nicht abschrecken lassen vom Wort Esoterik und das Kind mit dem Bade ausschütten. Aber wie alles ist es eine Frage der Offenheit, sich von anderen Ansichten erstmal anstoßen zu lassen, nicht alles sofort abzulehnen, sich ein eigenes Bild machen und ohne den Anspruch dies gleich als die letzte Wahrheit zu erklären - denn die hat nicht einmal die Wissenschaft.
Jetzt haben Sie aber die
Jetzt haben Sie aber die gesamte Homöopathiefraktion gegen sich aufgebracht. Selbstverständlich halten die Homöopathie für reine Naturwissenschaft auf höchstem Niveau.
Gut, sie können das Wassergedächtnis nicht nachweisen, die Verdünnungen jenseits 10^24 nicht erklären und die Notwendigkeit eines Lederpolsters nebst der Anzahl Schläge darauf, die peinlichst genau eingehalten werden müssen, auch nicht.
Aber alles andere schon! Was war das nochmal?
Wer von den Herrschaften weiß, warum Hundescheiße gegen Migräne hilft?
Weil die Migräne wie weggeblasen ist, wenn man mit dem Gesicht hineinfällt?
Ja, wäre eine Möglichkeit...
Homöopathie [...] Wenn
Homöopathie [...] Wenn Ausbildungsinstitute Aussagen treffen wie: wissenschaftlich gesichert, dann dürfte das tatsächlich falsch sein. Jedenfalls für den Moment - aber wer weiß das schon. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind so lange wahr, bis halt neue Erkenntnisse die alten ablösen."
Was bei diesem "Argument" immer gerne übersehen wird: Was durch die Naturwissenschaft *widerlegt* wurde, kommt eigentlich nie wieder (Geozentrismus, Elektrizität/Wärme als unwägbare Flüssigkeit, Phlogiston, Äther, ...). Pech für die Homöopathie.
ich warte mal darauf, wie ein
ich warte mal darauf, wie ein Twitter-Account prämiert wird, der sachlich gegen den Impfwahnsinn aufklärt. Doch solche Preise, da wird man wohl ewig drauf warten können. Und so lassen sich die Menschen weiter blenden von Verbänden und der Politik und alles, was nicht dem globalen Kommerz dient wird stigmatisiert. Wir leben in einer Welt in der die Wahrheit sich nur dem erschließt, der sich selbst auf die Suche begibt. Es gibt so viele Indizien und Belege dafür, dass die Methode der Homöopathie mehr sein muss als reine Einbildungkraft. Bestes Beispiel sind die Erfolge in der Tiermedizin - Tiere können sich nciht einbilden, dass ein Glubuli hilft. Jeder Praktiker - von Tierärzten bis hin zu Humanmedizinern - der sich auskennt, würde niemals die Wirksamkeit der Homöopathie in Abrede stellen. Na, sollen sich die Narren und Ignoranten ruhig feiern und Preise verleihen, letztendlich hat der Recht der heilt und nicht wer am lautesten schreit.
Wenn es nicht so traurig wäre
Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man brüllend loslachen.
"Es gibt so viele Indizien und Belege dafür, dass die Methode der Homöopathie mehr sein muss als reine Einbildungkraft" Nein, mein lieber Ignorant, es gibt keinerlei Indizien und Belege für eine Wirkung der Homöopathie jenseits des Plazebo-Effektes. Wenn die lege artis belegt wäre, wäre die Homöopathie Teil der evidenzbasierten Medizin. So aber ist sie Voodoo pur.
Dein Beispiel aus der Tiermedizin zeigt überdeutlich, dass Du Dir nicht einmal die Mühe gemacht hast, Dich mit dem Thema zu beschäftigen. Tiere, Babys und Kleinkinder sind Meister der nonverbalen Kommunikation und fühlen sehr genau, wann Bezugspersonen ihnen besondere Zuwendung und Fürsorge schenken.
"... letztendlich hat der Recht der heilt und nicht wer am lautesten schreit". Auch wenn man diesen Unfug noch lauter in die Welt hinausposaunt, bleibt er falsch. Was heilt, sind die richtigen Medikamente und die körpereigenen Reparaturmechanismen und nicht der "Heiler". Der Anteil des Arztes ist die Auswahl der besten Arznei, um den Körper in seinem Gesundungsprozess möglichst gut zu unterstützen. Bei den meisten Krankheiten kann das der Körper sogar ohne Eingreifen eines Arztes.
"letztendlich hat der Recht
"letztendlich hat der Recht der heilt und nicht wer am lautesten schreit."
Den Spruch "Korrelation ist nicht Kausation" kennen Sie offensichtlich auch nicht. D.h.: Wenn nach einer homöopathischen Behandlung eine Besserung eintritt, kann man daraus *nicht* folgern, dass die Homöopathie "heilt". Der Spruch muss also korrekt heißen: Wer belegen kann, dass er heilt, hat recht.
Am Belegen scheitert aber die Homöopathie seit fast 200 Jahren.
Der Quark mit "Impfwahnsinn" ist nicht einmal einen Kommentar wert.