JugendFEIER-Auftakt in Berlin

Bundesfamilienministerin stärkt "Fridays for Future" den Rücken

"Friday for Future"-Demonstration am Brandenburger Tor
"Fridays for Future"-Demonstration am Brandenburger Tor

Bei der Eröffnung der JugendFEIER-Saison des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg sprach sich Giffey zudem für die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre aus. 400 Jugendliche und ihre Familien starteten am Samstag im Friedrichstadt-Palast Berlin in die JugendFEIER-Saison 2019.

"Jugend ist eine ganz besonders prägende Lebensphase", sagte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Franziska Giffey, als Festrednerin der Auftaktfeier. "Es geht darum, selbstständig zu werden und seinen Platz in der Gesellschaft zu finden." Jugendliche hätten eigene Perspektiven und brächten wichtige Themen auf, "die wir ernstnehmen wollen und müssen", sagte Giffey weiter und ermutigte junge Menschen, sich einzumischen. Giffey reagierte auch auf die Forderung, die jungen "Fridays for Future"-Demonstranten sollten sich erst einmal auf die Schule konzentrieren: "Ich finde es auch gut, wenn man sich auf die Schule konzentriert. Und dennoch, es ist sehr besonders, wenn junge Menschen sagen, ich interessiere mich für mehr als für mich selbst." Zudem sagte sie, dass sie es "legitim" findet, wenn junge Menschen ab dem 16. Lebensjahr ihre Stimme abgeben wollen.

In Videogrußbotschaften richten sich bei den JugendFEIERn des Humanistischen Verbandes zudem Prominente wie Bundesjustizministerin Katarina Barley, Rammstein-Keyboarder Christian "Flake" Lorenz und die junge Klimaaktivistin Luisa Neubauer an die Gäste und Teilnehmenden. Bei dem mit Tanz, Theater und Musik gestalteten Festprogramm stehen vor allem die Jugendlichen selbst im Mittelpunkt. Der Verband begleitet in diesem Jahr insgesamt 6.500 Jugendliche aus Berlin und Brandenburg bei ihrem symbolischen Schritt ins Erwachsenenleben.

Insgesamt nehmen knapp 2.500 Jugendliche an den 14 JugendFEIER-Festveranstaltungen teil, die bis zum 1. Juni im Friedrichstadt-Palast stattfinden. Damit feiern mehr als neun Prozent der Berliner Schüler und Schülerinnen der achten Klassen mit dem Humanistischen Verband den Übergang ins Erwachsenenleben. An den vom Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg und seinen Regionalverbänden organisierten JugendFEIERn in Brandenburg nehmen mehr als 4.000 Mädchen und Jungen teil. Fast jede fünfte Brandenburger Familie feiert so mit dem Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg, der in der Region die Interessen von Religionsfreien vertritt.

Mit seinen JugendFEIERn begleitet der Humanistische Verband Jugendliche und Familien, die bewusst auf ein Glaubensbekenntnis verzichten möchten. Dazu gehört neben den Festveranstaltungen auch ein sechsmonatiges, freiwilliges Vorbereitungsprogramm, in dem sich die TeilnehmerInnen mit vielen Fragen des Erwachsenwerdens auseinandersetzen. Die Tradition der humanistischen Jugendweihen reicht in Berlin und Brandenburg zurück bis zum Jahr 1889 und ist ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Der Humanistische Verband ist in Berlin und Brandenburg zusammen einer der größten Veranstalter von Lebenswendefeiern im Jugendalter.

Kommentare (4)

David Zahn (nicht überprüft)

Mo. 15 Apr 2019 - 13:54

"Zudem sagte sie, dass sie es "legitim" findet, wenn junge Menschen ab dem 16. Lebensjahr ihre Stimme abgeben wollen."

Warum nicht gleich auf 6 Jahre reduzieren?

Mit 16 kann man schon Beurteilen ob etwas gut oder schlecht für alle ist, mit 6 Jahren ist man noch auf der Suche danach. Also bitte, was soll der spöttische Kommentar?

David Zahn (nicht überprüft)

Di. 16 Apr 2019 - 14:56

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Das kann man mit 15 auch. Oder mit 14. Oder mit 13. Oder mit 12. Und selbst mit 6 Jahren. Genau so, wie es Menschen über 18 gibt, die NICHT beurteilen können, "ob etwas gut oder schlecht für alle ist."

Also nochmal, warum 16 und nicht 6? Was ist das Kriterium? Ihr Bauchgefühl? Frau Giffeys Populismus?

A.S. (nicht überprüft)

Mo. 15 Apr 2019 - 22:03

Vor einigen Jahren hatte ich das Vergnügen an einer Veranstaltung der hiesigen Kommune teilzunehmen, auf der die Einführung des Kinderwahlrechts ab Alter null gefordert wurde.
Den Sinn in solchen Forderungen sehe ich in drei Bereichen:
- Wer Demokratie lächerlich machen will, lässt Säuglinge wählen.
- Wer leicht manipulierbares Wahlvolk will, lässt Kinder und Jugendliche wählen. Die haben noch keine Lebens- und Politikerfahrung.
- Wer bestimmten Personen politische Macht zuschanzen will, fordert ein Wahlrecht für Kinder, das auf bestimmte Erwachsene übertragen werden soll. Die Kirchen stellen sicher gerne ihr vertrauenswürdiges Personal für diese Aufgabe zur Verfügung, z.B. Priester, Religionslehrer, Kindergärtnerinnen,...

Humanistischer Verband Deutschlands

Der Humanistische Verband Deutschlands vertritt die Interessen und Rechte von Konfessionsfreien in Staat und Gesellschaft. Er bringt sich in aktuelle ethische Debatten ein und engagiert sich auf der Basis von Toleranz, Selbstbestimmung und Solidarität für eine menschlichere Gesellschaft. Als Weltanschauungsgemeinschaft ist er den Kirchen gemäß Art. 140 Grundgesetz gleichgestellt.

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