Kommentar

Alle bekloppt

Corona-Panik, Hamsterkäufe und Europas menschenverachtende Flüchtlingspolitik bestimmen gegenwärtig die Berichterstattung. Ist die Menschheit noch zu retten oder einfach nur hoffnungslos bekloppt, fragt hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg.

Zur Zeit haben es Humanisten echt schwer. Zumindest dann, wenn man Humanismus als Vertrauen in den guten Kern und die Entwicklungsfähigkeit des Menschen versteht. Ein schwacher Trost ist dabei, dass es den Gottgläubigen auch nicht besser geht. Denn wer den Menschen als Ebenbild Gottes oder Krone der Schöpfung betrachtet, sollte sich gegenwärtig ernsthaft fragen, ob sein Schöpfer wirklich so dufte ist wie vermutet.

Aktuell kann man sich des Eindrucks einfach nicht erwehren, dass alle irgendwie bekloppt geworden sind. Im Land herrscht Corona-Panik. Halbe Supermärkte sind durch Vorratskäufe leergefegt und im Gesundheitswesen werden Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken zur Mangelware, weil Otto Normalbürger die Sachen hortet. Und warum das alles? Wegen eines Virus, bei dem Wissenschaftler derzeit in Gebieten mit gut entwickelter medizinischer Versorgung von einer Durchschnittssterblichkeit ausgehen, die nicht wesentlich höher liegt als bei den üblichen saisonalen Grippeviren.

Nicht dass wir uns missverstehen: Ich halte Vorsichtsmaßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung einer neuartigen Erkrankung aus medizinischer und politischer Sicht für absolut sinnvoll. Es ist die völlige Unfähigkeit vieler Menschen, auf solche Umstände angemessen zu reagieren, die mich verzweifeln lässt.

Auf der einen Seite Menschen, die Hunderte andere anstecken, weil sie trotz bestehender Symptome Großveranstaltungen besuchen oder weil sie nach Kontakt mit einem Infizierten ihrer Arbeit nachgehen, als wäre nichts gewesen. Leute, bleibt zuhause, wenn ihr krank seid! Und das gilt nicht nur für Corona, sondern auch bei jeder Grippewelle und bei allen anderen ansteckenden Krankheiten. Ihr mögt mit euren Keimen fertig werden, andere mit schwachem Immunsystem dagegen nicht. Also behaltet die fiesen kleinen Dinger gefälligst für euch!

Auf der anderen Seite Menschen, die vollkommen in Panik verfallen und mit ihren Hamsterkäufen Supermärkte in öde Regalwüsten verwandeln, als stünde ein Atomkrieg unmittelbar bevor. Menschen, die in Krankenhäusern Desinfektionsmittel aus den Spendern klauen, weil andere zuvor die Apotheken leergekauft haben. Tonnenweise gammeln nun Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel in weitgehend ungefährdeten deutschen Haushalten vor sich hin, die Krankenhäusern, Arztpraxen und chronisch Kranken, die sie wirklich benötigen, fehlen. Ob all die Hamsterkäufer und Desinfektionsmittel-Horter wohl dieselben sind, die der Fridays for Future-Bewegung irrationale Panik unterstellen?

Das gegenwärtige Verhalten der Bevölkerung schürt den Verdacht, dass es sich bei Menschen primär um egoistische Arschlöcher handelt, denen allein ihr eigenes Wohl am Herzen liegt, während ihnen der Rest der Menschheit einfach nur am Allerwertesten vorbeigeht. Ein Verdacht, der sich durch die gegenwärtigen Ereignisse an der griechisch-türkischen Grenze erhärtet. Griechische Neonazi-Schlägertrupps hindern Flüchtlingsboote am Anlegen auf Inseln in der Ägäis. Europa schickt bewaffnete Grenzschützer an die griechisch-türkische Grenze, um Kriegsflüchtlinge vom Betreten der EU abzuhalten. Frauen, Kinder und – ja, ich weiß – auch viele junge Männer - doch auch für die gelten Menschenrechte. Flüchtlinge, die aus der Türkei busladungsweise an die Grenze gekarrt werden, missbraucht von Erdogan als Spielball zur Erpressung der EU, damit sie ja seiner perfiden Politik nicht im Wege stehen möge.

Was wir derzeit erleben, ist vermutlich nur ein Vorgeschmack auf das, was die Zukunft bringt. Und damit meine ich nicht die kurz bevorstehende Heuschnupfensaison, die durch die allgemein erhöhte Niesfrequenz in diesem Jahr womöglich zu einer exorbitanten Sterblichkeit durch panikinduzierte Herzinfarkte führen könnte. Ich rede von jener Zukunft, in der durch immer weiter zunehmenden Flugverkehr Pandemien zum regelmäßigen Phänomen werden und in der es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir dabei mit einem richtig gefährlichen Keim irgendwann den Jackpot absahnen. Ich rede von einer Zukunft, in der durch den ungebremsten Klimawandel immer mehr Gebiete der Erde unbewohnbar oder unfruchtbar werden und in der sich die Menschen massenweise aus jenen Regionen nach Europa aufmachen, weil es für sie ums pure Überleben geht.  

Dabei hätten wir so vieles selbst in der Hand. Die aktuell in Windeseile eingerichteten Heim-Arbeitsplätze und Telefonkonferenzen anstelle internationaler Meetings weisen den Weg in eine sinnvollere Arbeitszukunft mit weniger Pandemiegefahren und weniger überflüssigem Individualverkehr und Klimaemissionen. Natürlich reicht das nicht, um den Klimawandel zu stoppen. Aber es wäre ein Anfang. Wenn wir dann noch die Sache mit unserem Egoismus wenigstens halbwegs in den Griff kriegen würden, könnte man in Erwägung ziehen, der Zukunft mit zaghaftem Optimismus entgegenzusehen. Wenn. 

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Kommentare (19)

Madoc (nicht überprüft)

Do. 5 Mär 2020 - 14:23

Das mit dem Egoismus werden wir vermutlich nie hinbekommen. So sind Menschen eben. Wer weiß, vielleicht sind wir ja irgendwann beteiligt an dem Entstehen von künstlichen Intelligenzen, die sich an unserer statt im weiteren Universum ausbreiten. Die hätten eine gute Chance, nicht so egoistisch zu sein. Aber es wäre auch erstaunlich, wenn das menschliche oder tierische Individualbewusstsein bei denen wieder finden liesse. Meiner Ansicht nach ist diese notwendige Vorbedingung für die Führung eines Ich-betonten Daseins eine Folge unserer biologischen Eigenschaften. Und ich kenne derzeit keine zwingenden Gründe, warum sie notwendig sein sollte für komplexes, zielgerichtetes Denken.

Und klar, ich kann mir gut vorstellen, auf diesen Zug aufzuspringen und mich über das Gros der Menschheit in ihren Eigenschaften als Egozentriker zu beschweren. Aber das würde vermutlich in mir den Eindruck aufkommen lassen, dass ich etwas besseres bin. Vielleicht nicht platt und deutlich, aber zumindest als Unterton. Die Befriedigung, welche mir dieser Unterton verheissen könnte, wäre dann ein möglicher Motivator, meine negative Haltung zu vertiefen. Und das würde -- so vermute ich -- langfristig zu Frust und Engstirnigkeit bei mir führen, und nicht zur erhofften Befriedigung. Das würde nichts zum Besseren verändern, sondern nur zum Schlechteren. Also sähe ich das nicht als eine gute Entscheidung an, trotz allen Verständnisses für diese Haltung.

Also akzeptiere ich lieber bewusst, dass Menschen nunmal so sind. Das bringt zwar etwas weniger Frust mit sich, aber leider auch keine einfachen neuen Lösungsstrategien. Immerhin bemerke ich so, dass jeglicher Weg zu einer Lösung nicht nur vernunftmäßig korrekt, sondern auch menschlich adäquat sein muss, also an die Natur des Menschen angepasst. Ansonsten haben wir zwar ein schönes Ideal, das sich aber nicht umsetzen lässt, mit der Menschheit, die wir nunmal haben und sind.

Und das wiederum bedeutet, dass realistischen Lösungsansätzen noch eine weitere Hürde auferlegt wird. Da dünnt sich der Horizont für Hoffnungen ganz schön aus. Für den Augenblick bin ich ziemlich ratlos, und ich fürchte, das könnte ein Dauerzustand sein. Aber zumindest will ich meinen Ärger über die Menschen im Zaum halten. Wie es der Zufall so will, bin ich ja selber einer davon.

"Also akzeptiere ich lieber bewusst, dass Menschen nunmal so sind."
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"Wie Menschen sind", hängt ganz wesentlich davon ab, wie und was sie zu denken gelernt haben. Es bedarf also "nur" einer bestimmten und am besten frühestmöglich in der Kindheit einsetzenden Bildung, um die Bereitschaft zu entwickeln, den eigenen Egoismus ethisch zu zügeln. Hat man sich erst daran gewöhnt, Leidensfähigkeiten und die an sie gebundenen Interessen Anderer nach Belieben zu mißachten, sind Denk- und Verhaltenskorrekturen nur noch sehr schwer zu realisieren.
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"Immerhin bemerke ich so, dass jeglicher Weg zu einer Lösung nicht nur vernunftmäßig korrekt, sondern auch menschlich adäquat sein muss, also an die Natur des Menschen angepasst."
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Nein, er muß (selbstverständlich rational, aber darüberhinaus) nur Ihrer ganz persönlichen Entwicklungsfähigkeit angepaßt sein. Was andere Leute nicht zu können meinen (während sie es vielleicht nur nicht wirklich wollen), braucht für Sie keine Rolle zu spielen - und sollte es auch nicht.
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"Ansonsten haben wir zwar ein schönes Ideal, das sich aber nicht umsetzen lässt, mit der Menschheit, die wir nunmal haben und sind."
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Egal. Alle nachhaltig positiven Veränderungen gehen von Individuen aus, die präziser und weiter denken als andere. Jeder Mensch kann sich entscheiden, es ihnen gleichzutun und so seinerseits zum Vorbild werden.
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"Für den Augenblick bin ich ziemlich ratlos, und ich fürchte, das könnte ein Dauerzustand sein."
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Es liegt ganz bei Ihnen, denn SIE entscheiden, ob und inwieweit Sie Teil von Problemen oder doch lieber Teil ihrer Lösungen sein wollen.

Ich stimme zu in dem Punkt, dass das Verhalten von Menschen durch ihre frühe Erziehung maßgeblich geprägt ist. Doch ich füge hinzu: Sich darüber lediglich zu beschweren, wie man das Verhalten der Mitmenschen wahrnimmt, ist nicht zielführend, sondern erzeugt langfristig eher persönlichen Frust. Die Menschen, die jetzt handeln, und die vermutlich das Subjekt dieses Artikels sind, sind ja bereits erzogen worden. Wie sie schreiben, sind spätere Änderungen an der grundlegenden Denk- und Verhaltensweise schwierig. Ich sehe nicht, wie eine möglicherweise gerechtfertigte Echauffage über deren Verhalten irgend im relevanten Maßstab zum positiven verändern könnte.

Und zu akzeptieren, dass Menschen nunmal so sind, ist für mich nicht gleichbedeutend damit, nichts daran ändern zu wollen. Das Aufregen ist meiner Auffassung nach das Nicht-Akzeptieren. Doch ich glaube, wenn man Lösungsansätze finden will, dann sollte man zunächst einmal den derzeitigen Zustand als das annehmen, was er ist. Also akzeptieren. Dazu gehört auch, zu verstehen, wie es dazu gekommen ist, wobei sich meines Erachtens auch eine gewisse Wertschätzung für zugrunde liegende Mechanismen entwickeln kann, die das Aufkommen einer desktruktiv-kritischen Haltung drosseln kann. Und von dieser Perspektive aus kann man sich dann sinnvoll Gedanken darüber machen, welche Wege zur Besserung es geben kann. Ich bin also für einen umsichtigen Umgang mit der Thematik.

Ansonsten sehe ich die Gefahr, dass man in eine verbitterte Haltung gerät, in der man die fehlgeleiteten Menschen als das Problem sieht, denen man sich überlegen fühlt. So ensteht ein geistiger Elfenbeinturm, und ehe man es sich versieht, urteilt man von oben herab über andere und bildet sich ein, dass das Ausbleiben einer Besserung lediglich am mangelnden Willen der anderen liegt, das einzusehen, was man selbst für das Richtige hält. Und diese Art von Denkansatz ist meines Erachtens zum Scheitern verurteilt.

Es ist eben einfach nicht sinnvoll, der hier kritisierten Masse der Menschheit die Botschaft zu übermitteln: "Ihr habt's alle nicht verstanden, aber ich schon. Ihr macht vieles falsch, und jetzt erkläre ich euch, wie ihr es besser machen sollt. Nur wenn ihr das akzeptiert, seid ihr klug, ansonsten seid ihr das, was der Titel des Artikels ist, nämlich alle bekloppt." -- Ich denke, dass keine wichtige gesellschaftliche Änderung in der Menschheitsgeschichte auf diese Weise hervorgebracht wurde.

Diese beschriebene Art des "Elfenbeinturm-Denkens" ist der leichte Weg. Sich aber wirklich mit der Realität auf konstruktive Weise auseinanderzusetzen, das erfordert die Bildung einer differenzierten Haltung und darauf folgend differenzierter Lösungswege. Das ist schwierig. Ich schlage vor, hier nicht nach der tief hängenden Frucht zu greifen. Natürlich muss ein guter Lösungsweg an die real existierende Situation angepasst sein.

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"Egal. Alle nachhaltig positiven Veränderungen gehen von Individuen aus, die präziser und weiter denken als andere. Jeder Mensch kann sich entscheiden, es ihnen gleichzutun und so seinerseits zum Vorbild werden."

In dem Moment, wenn man sich selbst für so ein Individuum hält, das präziser und weiter denkt als andere, besteht die Gefahr, in eine narzisstische Perspektive zu gleiten, die niemandem dient ausser sich selbst.

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"Es liegt ganz bei Ihnen, denn SIE entscheiden, ob und inwieweit Sie Teil von Problemen oder doch lieber Teil ihrer Lösungen sein wollen."

Ach, dieser alte Spruch. Er teilt die Menschheit in zwei Kategorien ein, gleichsam Güteklassen. In der Realität gibt es nicht nur zwei Abstufungen, sondern ein Spektrum. Und es ist oft unmöglich, wenigstens halbwegs objektive Kriterien dafür zu finden, wie sehr jemand nun auf der Seite des Problems oder auf der Seite der Lösung steht. Sowas ist leicht gesagt, aber nicht praktikabel.

"Doch ich glaube, wenn man Lösungsansätze finden will, dann sollte man zunächst einmal den derzeitigen Zustand als das annehmen, was er ist. Also akzeptieren."
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Das ist nicht mein Verständnis von "Akzeptanz". Etwas ändern zu wollen, setzt voraus, es eben NICHT zu akzeptieren (nachdem man es als Mißstand ERKANNT hat).
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"Ihr habt's alle nicht verstanden, aber ich schon. Ihr macht vieles falsch, und jetzt erkläre ich euch, wie ihr es besser machen sollt. Nur wenn ihr das akzeptiert, seid ihr klug, ansonsten seid ihr das, was der Titel des Artikels ist, nämlich alle bekloppt."
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Wo ist das Problem? Es steht doch jedem frei, den Nachweis zu führen, daß und inwiefern diese Beurteilung falsch ist. Also: überwinden Sie Ihre "Ratlosigkeit", und werfen Sie sich ins Zeug!
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"In dem Moment, wenn man sich selbst für so ein Individuum hält, das präziser und weiter denkt als andere, besteht die Gefahr, in eine narzisstische Perspektive zu gleiten, die niemandem dient ausser sich selbst."
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Nur, wenn man bereits narzisstische Neigungen hat, und selbst dann muß man ihnen ja nicht nachgeben. Im Übrigen ist der Wahrheitswert von Aussagen unabhängig von den "Perspektiven" dessen, der sie trifft. Auch Narzissten können also einfach recht haben, und nur darauf kommt es an.
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"Ach, dieser alte Spruch. Er teilt die Menschheit in zwei Kategorien ein, gleichsam Güteklassen. In der Realität gibt es nicht nur zwei Abstufungen, sondern ein Spektrum."
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In ethischer Hinsicht gibt es tatsächlich nur zwei Alternativen: entweder, man ist ein moralischer Mensch, weil man sich um möglichst systematisches und lückenloses leidvermeidendes Verhalten nach dem ethischen Gleichheitsgrundsatz im zentralen Interesse aller empfindungsfähigen Wesen bemüht, oder aber nicht. Wie gut das in jedem Einzelfall gelingt, ist eine andere Frage und hängt von vielen Faktoren ab.
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"Und es ist oft unmöglich, wenigstens halbwegs objektive Kriterien dafür zu finden, wie sehr jemand nun auf der Seite des Problems oder auf der Seite der Lösung steht."
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Nö, es ist meist sogar recht einfach, jemandes Verhalten mit dem abzugleichen, was er (unter den ganz spezifischen Umständen seines Lebens) moralischerweise tun oder unterlassen KÖNNTE.

Wolfgang (nicht überprüft)

Do. 5 Mär 2020 - 15:41

Sie haben etwas vergessen: Die Kirchen, sie schweigen, sie stellen keine Räumlichkeiten für Flüchtlinge zur Verfügung, sie wählen lieber Bischöfe, Vorsitzende und andere Karnevalspräsidenten. Lasset uns beten, für die Armen, für die Flüchtlinge und für die Angehörigen der Opfer in Hanau. Und wir haben offen bei einer Tasse Kaffee über die vielen Übel gesprochen und lasset uns jetzt in Ruhe, der Herr wird es schon richten.
Dummheit unser, wir lieben dich in Ewigkeit, Amen.

A.S. (nicht überprüft)

Do. 5 Mär 2020 - 16:28

Liebe Daniela, ja, Du hast recht, der Mensch ist jeder für sich ein egoistisches Arschloch. Ich auch. Zu glauben, der Mensch sei "an sich gut" ist naive Tagträumerei. Mit mehr Realismus wäre die Menschheit besser bedient. Leider ist Realismus unbequem und unschön.
Aus der Biologie wissen wir, dass wir zweibeinige Säugetiere sind, die in Gruppen durch die Lande ziehen, jagen und sammeln - und wenn der Hunger nagt, auch Artgenossen überfallen und denen die Vorräte weg nehmen.
Ist hingegen die Menschenhorde satt, ist sie friedlich und die einzelnen Expemplare der Horde fangen an einander zu streicheln.

Ja, Erdogan macht eine zynische Politik auf dem Rücken der Flüchtlinge. Und uns zerrt er unsere Lebenslügen vor Augen. Realität ist, wir können nicht allen helfen und im Zweifel sitzt ein jedem von uns das Hemd näher als der Frack.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Do. 5 Mär 2020 - 17:11

Liebe Daniela Wakonigg, ein sehr treffender Artikel, nur leider werden die beschriebenen
Leute diesen nicht lesen, und wenn doch, dann einfach ignorieren wie es ihrer Mentalität entspricht. Trotz allem, nicht den Optimismus verlieren und weiter für Humanismus kämpfen, nach dem altbekannten Motto, "wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat
schon verloren.

Jann Wübbenhorst (nicht überprüft)

Do. 5 Mär 2020 - 21:30

Danke, Daniela Wakonigg - jetzt weiß ich, dass doch noch nicht (ganz) alle bekloppt sind.

Fredrit Beman (nicht überprüft)

Do. 5 Mär 2020 - 21:41

"Ich rede von einer Zukunft, in der durch den ungebremsten Klimawandel immer mehr Gebiete der Erde unbewohnbar oder unfruchtbar werden und in der sich die Menschen massenweise aus jenen Regionen nach Europa aufmachen, weil es für sie ums pure Überleben geht."
"Ob all die Hamsterkäufer und Desinfektionsmittel-Horter wohl dieselben sind, die der Fridays for Future-Bewegung irrationale Panik unterstellen?"
Nein, die sind Teil der Fridays for Future-Bewegung, die von einer Zukunft reden, bei der es ums pure Überleben gehen soll? Und alle sind nicht bekloppt!

Dreivel (nicht überprüft)

Do. 5 Mär 2020 - 23:45

Wenn wir dann noch die Sache mit unserem Egoismus wenigstens halbwegs in den Griff kriegen würden, könnte man in Erwägung ziehen, der Zukunft mit zaghaftem Optimismus entgegenzusehen. Wenn.
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Das wird nichts, liebe Frau Wakonigg, und ich glaube, dass Ihnen
das auch bewusst ist.
Wie heißt es noch, die Hoffnung stirbt zuletzt?
Ja, dass wird Sie tun.

Arno Gebauer (nicht überprüft)

Fr. 6 Mär 2020 - 08:34

Moin,

die Corona-Panik kommt den Politikern gerade zur richtigen Zeit.
Mit Hilfe der Corona-Panik lenken die Politiker vom Versagen der
menschenverachtenden EU-Flüchtlingspolitik ab.

Viele Grüße
Arno Gebauer

Thomas R. (nicht überprüft)

Fr. 6 Mär 2020 - 09:06

"Das gegenwärtige Verhalten der Bevölkerung schürt den Verdacht, dass es sich bei Menschen primär um egoistische Arschlöcher handelt, denen allein ihr eigenes Wohl am Herzen liegt, während ihnen der Rest der Menschheit einfach nur am Allerwertesten vorbeigeht."
-
Für jeden geschichtskundigen und ethisch denkenden Menschen ist das eine Binse.
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"Dabei hätten wir so vieles selbst in der Hand."
-
AL-LER-DINGS! Tatsächlich ist der weit überwiegende Teil der Mißstände, unter denen Menschen leiden, menschengemacht, und auch Billionen nichtmenschlicher Tiere ginge es umso besser, je weniger Menschen Speziesisten wären.

Konrad Schiemert (nicht überprüft)

Fr. 6 Mär 2020 - 13:57

"Corona-Panik, Hamsterkäufe "
Es ist noch nicht ganz eindeutig bewiesen, aber Hamsterkäufe könnten gegen das Virus helfen. Offen ist nur, wie man den Hamster zubereitet.

MartinT (nicht überprüft)

Fr. 6 Mär 2020 - 18:01

Ich hab mich gefragt: Warum kaufen die nur all die süßen Hamster? Ganz klar, die herzhaften sind vermutlich schon ausverkauft...

Martin Winkler (nicht überprüft)

Sa. 7 Mär 2020 - 00:22

Erdogan macht das „Problem“ syrischer Flüchtlinge nur wieder sichtbar, nachdem wir ihn lange fürstlich dafür bezahlt hatten einen Mantel des Schweigens und des Verschleierns darüber zu legen. Fakt ist aber auch, dass die Mehrheit der Menschen in der EU keine offenen Grenzen für Menschen haben möchte, die zu großen Teilen noch immer zutiefst von einem patriarchalen sowie Frauen verachtenden Menschenbild geprägt sind und sie wissen auch, dass wir nicht alle Flüchtlinge dieser Welt aufnehmen können. Egoistisch mag das sein, es ist aber auch zutiefst menschlich. Oberste Maxime eines evolutionären Humanismus sollte es auch sein sich am Menschen zu orientieren, so, wie er ist und nicht, wie man ihn sich wünschen würde. Deshalb nutzen diese Art von Appellen auch gar nix. Vielmehr müssen Handlungsstrategien erdacht werden, die das Leid der weniger begünstigen Menschen in dieser Welt lindern und dabei dem Egoismus des Menschen trotzdem gerecht werden. Utopien scheitern letztlich an der Realität, so wie der Glaube an den guten Gott und an den guten Menschen in den westlichen Ländern. Einem Humanismus, der sich zu weit von der sichtbaren erlebbaren Natur des Menschen entfernt, dem wird es ebenso ergehen.

chucky (nicht überprüft)

So. 8 Mär 2020 - 12:03

Vor nicht allzu langer Zeit vernahm ich die Behauptung, jemand würde den von uns rund 31 Lichtjahre entfernten Planeten mit der abstrakten Bezeichnung "GJ 357 d" zum unverhandelbar feststehenden Preis von nur 18456208357 Dollar und 5 Cent anbieten. Aber ob nun dieses Angebot tatsächlich gemacht wurde, oder nicht, scheint doch eindeutig zu sein, wie "bekloppt" eine solche Idee in jedem Fall wäre. Denn ebensogut könnte man auch Bosonen als gleichsam Kleinstteilchen zum Kauf für finanziell nicht so gut "Betuchte" zu ebenso Kleinstpreisen anbieten. Ungleich schwieriger hingegen wäre, jemanden zu finden, der/die sich den Kauf des Universums im Ganzen leisten kann, steht hingegen weniger infrage, in wieweit sich der Mensch zumindest in einem relativen Umfang berechtigt sieht, Eigentümer des Selbigen sein zu können bzw. sein zu dürfen.
In diesem Sinne würde ich meinen, dass die Menschheit tatsächlich hoffnungslos bekloppt geworden ist.

Christoph (nicht überprüft)

Di. 10 Mär 2020 - 16:56

Sehr geehrte Frau Wakonigg,

vielen Dank für Ihren gut geschriebenen Appell, und irgendwie auch Danke an all die Kommentatoren hier, die zeigen, dass es so viele verschiedene Ansätze gibt, um Dinge falsch zu verstehen.
Ohne Menschen, die sich hinstellen und laut ihren Unmut über die Zustände in der Realität äußern, wird sich nichts, aber auch absolut gar nichts, zum Besseren hin entwickeln, das lehrt uns die Geschichte. Wer behauptet, man solle, oder schlimmer noch dürfe, sich selbst nicht über andere stellen, der missversteht den Grundgedanken des Humanismus auf eine sehr konsequente Weise. Jede Person, die sich für den Humanismus entscheidet und für die Ideale des Humanismus, ist per sé schon besser als alle, die sich in religiöse Weltbilder flüchten und sich hinter irgendwelchen antiken Göttern verstecken. Jeder Humanist ist ein Kind der Aufklärung, das erkannt hat, dass sich Dinge ändern müssen, weil Stillstand und Fremdgläubigkeit zwangsläufig in den Untergang führt.

Sich hinter dem Gedanken zu verstecken, man könne sowieso nichts ändern, also solle man es gar nicht erst versuchen, hilft nur jenen, denen es (noch) gut geht. Jemand, der so etwas tut, verweigert sich dem Humanismus, weil er fatalistisch Fremde über sich bestimmen lässt. Fremde, denen es wirklich egal ist, wo uns die aktuelle Entwicklung hin führen wird, nämlich in eine zuerst gesellschaftliche und dann humanitäre Katastrophe unbekannten Ausmaßes.
Uns wird erzählt, wir sollen auf irgendwelche Götter vertrauen, die es schon richten würden, denn deren Wege seien bekanntlich unergründlich. Jeder Humanist weiß, dass aus dieser Aussage noch nie etwas Gutes entstanden ist, im Gegenteil. Es waren noch nie zuvor in unserer Gesellschaft so viele Menschen an Depression erkrankt. Warum? Weil wir noch nie zuvor in einem so umfassenden Ausmaß die Ungerechtigkeit in der Welt erkennen konnten.

Aufrufe, sich selbst nicht über andere zu stellen, widersprechen auch dem Selbsterhaltungstrieb des Menschen, eine zutiefst menschliche Eigenschaft. Menschen entwickeln sich über Erfahrungen und Erlerntes. Die Behauptung, man könne Erwachsene nicht umerziehen, ist ebenfalls schlichtweg falsch, nur nennt man das dann Propaganda. Dabei wird Information so aufbereitet, dass gezielt ein gewolltes Weltbild vermittelt wird. Seit über 100 Jahren forschen Sozialwissenschaftler darüber, wie man Menschen und Massen steuern kann. Leider wird derzeit kein humanistisches, sondern ein sehr autoritäres Weltbild vermittelt. Eingeteilt in "gute" und "böse" Menschen. Die "Guten" sind unsere politischen Führer in Berlin, Brüssel und Washington, die uns zeigen, wie gut es uns angeblich geht. Die "Bösen" sind alle jene, die das vermittelte Weltbild hinterfragen, all jene, die aufzeigen, dass es uns eigentlich wirklich bescheiden geht, all jene Menschen, die "islamophob" oder religionskritisch sein sollen.
Es ist absolut vielsagend, wie die "Guten" mit Menschen wie Julien Assange umgehen, einem dieser "Bösen", der zeigt, was so alles schief läuft in der Welt der "Guten".

Über "Gut und Böse" und Moral im Allgemeinen lässt sich etwas sehr simples aussagen: "Gut und Böse" liegen immer im Auge des Betrachters, es gibt keine allgemein gültige Moral. Eine Tat mag in dem einen Wertesystem als zutiefst falsch betrachtet werden, während sie in einem anderen Wertesystem als absolut gerechtfertigt gilt. Als Beispiel möchte ich die Steinigung von "Verbrechern" anführen. Während es in Deutschland als verachtenswerte Abscheulichkeit gilt, einen Menschen bis zur Hüfte einzugraben und dann eine beliebige Menge an Steinen auf das Opfer zu werfen, ist es in diversen islamischen Ländern eine übliche Strafe für (überwiegend weibliche) Ehebrecher. Dort beteiligen sich viele (gläubige) Menschen an solchen Hinrichtungen, denn im Regelfall stirbt das Opfer an den Folgen, und falls nicht, wird es ein Leben lang gezeichnet sein mit Schädelverformungen, Narben, Blindheit und/oder fehlenden Zähnen usw.
Auch dies ist ein Grund für die Aussage, dass jeder Humanist besser ist als jene Gläubige, die denken, dass eine solche Tat als Strafe für ein Verbrechen angemessen sei.

Akzeptanz ist ein gefährliches Wort, denn es beinhaltet, dass wir ein bestimmtes Verhalten als angemessen oder verständlich bewerten. Ich kann es nicht akzeptieren, dass Menschen auch im 21. Jahrhundert noch immer denken, der Islam sei eine "Religion des Friedens". Ich muss es tolerieren, aber akzeptieren werde ich es nie, und schon gar nicht respektieren, das jemand so denkt oder gar so redet. Selbiges gilt für unsere "Guten" in Berlin. Ich muss tolerieren, dass sie Dinge tun, mit denen ich nicht einverstanden bin, aber ich muss es weder respektieren noch akzeptieren. Als Demokrat kann ich andere Parteien wählen als die "etablierten". Als selbstständig denkender Mensch kann ich mich kritisch dazu äußern und mich mit gleichgesinnten organisieren. Als neugieriger Mensch kann ich mich informieren und mich mit mehr als nur den leicht zugänglichen (Staats-)Medien auseinander setzen. Vor allem aber kann ich den Menschen in meinem sozialen Umfeld helfen.

Genauso gut kann man sich aber auch zurücklehnen, behaupten, man könne nichts tun und gemütlich noch eine Folge "Berlin Tag und Nacht" oder Tagesschau gucken.

Elke Metke-Dippel (nicht überprüft)

Do. 26 Mär 2020 - 11:52

Danke für den super Beitrag, Daniela Wakonigg :)

... Dieser Satz: "... dass es sich bei Menschen primär um egoistische Arschlöcher handelt, denen allein ihr eigenes Wohl am Herzen liegt, während ihnen der Rest der Menschheit einfach nur am Allerwertesten vorbeigeht" ... ist genau meine Meinung und ich fühlte mich schon etwas "schecht", weil ich nicht in das Solidaritäts-Geschunkel einstimmen mag.

Franz Sternbald (nicht überprüft)

So. 29 Mär 2020 - 10:45

Schwurbeleien des k&k-Propheten Karl Kraus

„.. unser Dank gilt den Helden der pharmazeutischen Wissenschaft für ihre Bemühungen anläßlich der Corona-Pandemie ..“

Während des Ersten Weltkriegs stellte Karl Kraus fest, daß die Verdienstorden stets an die Verdiener einer Krise gehen, nie an deren Opfer.
Etwa ein Jahr vor der großen Spanischen Grippe im Jahr 1918 schreibt er in der „Fackel“:
„Da nun die Hamletfrage nach Sein oder Nichtsein zur letzten Frage aller Staatsweisheit wurde, könnte man sich darein finden, daß der Übermut der Ämter und die Schmach, die Unwert schweigenden Verdienst erweist, zu jenen täglichen Erfahrungen zählen, aus denen vor dem Einschlafen die tröstliche Erkenntnis gewonnen wird: Krieg ist halt Krieg (gegen die Makro- oder Mikrobiologie). Was wollt ihr von der Menschennatur, die einmal Macht und Maschine geschmeckt hat, anderes erwarten und verlangen? Wenn Krieg Krieg ist, hilft einem Weisen, der noch von früher her zur Melancholie neigt, dennoch die bessere Einsicht, daß die armen Tyrannen, die gemäß dem unerforschlichen Ratschluß ihrer Gottähnlichkeit uns das bißchen Dasein, wenn nicht verkürzt, so doch versperrt haben, am Ende die letzten Sklaven ihrer eigenen Laune gewesen sein werden.
Im Angesicht Sterbender wird eine Kreatur, die mit dem Lorgnon zuschaut, für Tapferkeit dekoriert; Finanzgauner deren Sprache kaum zur Verständigung über die notwendigen Berufspraktiken reicht, tragen ein Ehrenkleid; ... Nun denke man sich diese Sorte eines nach unten ausstoßenden Menschentums mit erhöhter Machtbefugnis ausgestattet – sieht dann die Welt nicht plötzlich so aus, als ob die propagierte Notwendigkeit nur eine Verabredung wäre, um dessen tieferes Bedürfnis des Nächstenhasses endlich auf eine inappelable Art befriedigen zu können? Wird nicht Menschenwürde jenes rarste, sofort vom Staat beschlagnahmte Lebensmittel sein, dessen Mangel erst ein Durchhalten durch ein so verwandeltes Leben ermöglicht?“
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Franz Sternbald – „Das pyramidale Prinzip 2.0“; die Welt als Wille zur Macht

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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