Gebetsprozession für Regen in Frankreich

Infolge des Klimawandels leidet Südfrankreich unter immer stärkerer Dürre. Landwirte aus Perpignan entschlossen sich, dem Problem auf spirituelle Weise zu begegnen: Am vergangenen Wochenende hielten sie eine Prozession ab und beteten für Regen.

Seit Jahren wird es in Frankreich immer trockener. Laut Meteorologen in Frankreich wie auch in anderen Teilen Europas eine Folge des Klimawandels. Nach dem Dürresommer im vergangenen Jahr hatten die Landwirte in Frankreich auf die Niederschläge im Winter gehofft. Doch die blieben vor allem im Süden des Landes weitgehend aus.

In Perpignan, der Hauptstadt des südfranzösischen Départements Pyrénées-Orientales an der Grenze zu Spanien, entschloss man sich deshalb nun, den Folgen des Klimawandels nicht mittels moderner Technik, sondern auf traditionelle spirituelle Weise zu begegnen: Man veranstaltete eine Gebetsprozession, um beim lieben Gott um Regen zu bitten. Eine mittelalterliche Tradition, die man in Perpignan eigentlich bereits vor Jahrzehnten aufgegeben hatte.

Organisiert wurde die Prozession von der zuständigen Diözese. Rund 100 Menschen sollen sich an dem Gebetszug, der am 18. März von der Kathedrale bis zum Fluss Têt durch die Straßen von Perpignan zog, beteiligt haben. Um auf Nummer Sicher zu gehen, richtete man die Gebete hierbei nicht nur an den lieben Gott persönlich, sondern auch an den zuständigen Heiligen Gaudéric, den Schutzpatron der Bauern der Region, von dem gleich mehrere blumengeschmückte Statuen und Reliquien mitgeführt wurden.

Und tatsächlich wurden die Gläubigen erhört, berichtet der französische Fernsehsender TF1. Jedenfalls kurzfristig: In den Stunden nach der Prozession soll es geregnet haben…

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Kommentare (14)

Rene Goeckel (nicht überprüft)

Di. 21 Mär 2023 - 12:30

Nehmen wir mal an es würde funktionieren, die Leute beten und es beginnt zu regnen. Ich würde nie wieder ein französisches Produkt kaufen. Zu gruselig!

wolfgang (nicht überprüft)

Di. 21 Mär 2023 - 12:48

Und beten hat noch nie genützt, wenn der "liebe Gott" nicht schützt.

Was soll er denn machen, selbst kein Wasser auf seinen Mühlen und zum Gießen kommt er auch nicht runter!

tomato soßus (nicht überprüft)

Di. 21 Mär 2023 - 13:32

Nicht zu fassen, dieser Aberglaube. Einfach zum Fremdschämen.
Bin sofort in den Garten gegangen und einen Regentanz vollführt. Ich denke, der einzig wahre Gott, das Spaghettimonster, wird mich erhören und es heute Abend regnen lassen.
Der Wetterbericht bestätigt schon einmal die Erhörung durch das Monster.
Ein erhebenes Gefühl, wenn sich ein metaphysisches Wesen gemüßigt sieht, meine Wünsche zu erfüllen ...

Klaus Bernd (nicht überprüft)

Di. 21 Mär 2023 - 13:55

Nun, man wird sich schon bei Météo-France informiert haben bevor man um den in der Wettervorhersage angekündigten Regen gebetet hat.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Di. 21 Mär 2023 - 15:47

Frankreich ist nicht nur in Richtung Rechtsradikalität zurückgefallen, sondern teilweise auch zurück ins finsterste Mittelalter. Ein Menschengemachtes Wetterphänomen kann auch
ein erfundener Gott nicht in Ordnung bringen, da hilft das inbrünstigste Beten nichts.

Roland Fakler (nicht überprüft)

Di. 21 Mär 2023 - 16:01

Warum gibt es noch keine wissenschaftliche Untersuchung, ob Prozessionen, Flüche oder Nichtstun mehr Regen bringen. Man könnte auch noch detaillierter untersuchen, ob vielfach wiederholte Gebete vielfache Regenmengen bringen und welche Flüche am wirksamsten sind usw.

wolfgang (nicht überprüft)

Mi. 22 Mär 2023 - 09:40

Antwort auf von Roland Fakler (nicht überprüft)

Weil es keine wissenschaftlichen Möglichkeiten gibt und lieber das dumme Volk weiter gepflegt wird,bei jedem Scheiß: "Lasset und Beten!" Einfach, erfordert kein Denken und der Himmel ist doch so nah!

Rene Goeckel (nicht überprüft)

Mi. 22 Mär 2023 - 11:04

Antwort auf von Roland Fakler (nicht überprüft)

Ich glaube mal von einer Untersuchung gelesen zu haben zum Thema Gebet -> Heilung. Die Patienten, für die gebetet wurde, haben schlechter abgeschnitten. Vermutlich weil sie sich mehr auf die Gebete verlassen haben als auf die Ärzte.

tomato soßus (nicht überprüft)

Di. 21 Mär 2023 - 18:32

Inzwischen brach der Abend ein. Es ist 18:20 Uhr. Und, wie heute Mittag erbeten: Das Spaghettimonster lässt es regnen. Ich sollte ernsthaft einen Artikel über dieses Wunder in unserer Regionalzeitung verfassen. So werden auch die letzten verbliebenen Gläubigen der abrahamitischen Fraktion erkennen, wer das Sagen über die Elemente hat und ihrem trinitaren Gott den Rücken kehren ...

Thorsten (nicht überprüft)

Di. 21 Mär 2023 - 20:03

domradio? Ich las flüchtig domparodie, freute mich über eine neu entdeckte, kritische Seite... schade ;-) Nun, Beten ist wohl die einfachste Form, dem Klimawandel zu begegnen. Nur abwenden wird ihn damit niemand und Reselienz wird damit auch nicht geschaffen.

Bruder Spaghettus (nicht überprüft)

Mi. 22 Mär 2023 - 09:23

Was für ein schöner Nachweis, dass es falsch ist, zwischen Glaube und Aberglaube zu unterscheiden.

FalkAlexander (nicht überprüft)

Mo. 27 Mär 2023 - 14:13

Die spinnen, die Franzosen. Es ist doch allgemein bekannt, dass Beten alleine nicht hilft. Man(n) muß dabei auch bei Vollmond eine Jungfrau opfern.

wolfgang (nicht überprüft)

Mo. 27 Mär 2023 - 16:10

Die franzosen beten um Regen, ich habe es mal so versucht: "Herr lass Geld vom Himmel
regnen!! Brachte auch nix und mit dem Heiligen Geist werde ich es erst gar nicht versuchen!

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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