Kirchenaustritt

"Ich muss mal dringend austreten!"

Wer jetzt seinen Willen bekundet, aus der Kirche austreten zu wollen, kann sich später darauf berufen! Dies verdeutlicht die Kunstaktion "11. Gebot" mit ihrer aktuellen Kampagne "Ich muss mal dringend austreten!" Dass die Standesämter und Amtsgerichte mit der hohen Zahl der Kirchenaustrittswilligen überlastet sind, "darf nicht zum Nachteil der Bürgerinnen und Bürger ausgelegt werden!"

Die Dortmunder Reinoldikirche während des Evangelischen Kirchentags 2019

Nach Kirchentag: Dortmund und Münster Spitzenreiter bei Kirchenaustritten

Das hatten sich die Kirchentagsbetreiber der katholischen sowie der evangelischen Kirche wohl etwas anders vorgestellt: Im Jahre 2019 unserer Zeitrechnung traten im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen genau 120.188 Menschen aus den beiden großen Kirchen aus. 2018 hatten bereits 88.510 Menschen der katholischen und evangelischen Kirche den Rücken gekehrt. Dies entspricht einer Zunahme der Kirchenaustritte in NRW um über 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Freiburger Münster

Nur 54 Prozent der Kirchenmitglieder denken nicht an den Austritt

Beide Kirchen verlieren in Deutschland rasant an Mitgliedern. Dass sich dieser Trend wohl fortsetzen wird, zeigt eine Umfrage der Tagespost: Denn ein nicht unerheblicher Teil der Schäfchen denkt laut über das Austreten nach. Außerdem ist fast die Hälfte der Bundesbürger – und auch der Katholiken – der Meinung, dass sich Institutionen wie die katholische Kirche an den Zeitgeist anpassen sollten.

Karteileichen machen Kirchen größer als sie sind

Im Jahre 2019 haben 543.000 Menschen ihre Mitgliedschaft durch Austritt in den beiden großen Amtskirchen gekündigt. Die Statistiken der Bischöfe geben noch andere Informationen preis, die manchem Säkularen ein frohes Lachen entlocken können. Als erstes westdeutsches Flächenland ist Schleswig-Holstein unter die 50-Prozent-Quote gerutscht (Bremen knapp über 40 und Hamburg 34 Prozent).