Kleinkind an Masern verstorben

Gestern veröffentlichten mehrere Medien die Nachricht, dass ein Kleinkind in Berlin an den Folgen einer Maserninfektion ver­starb.

Die häu­fig als harm­lose Kinderkrankheit her­un­ter­ge­spielte hoch­an­ste­ckende Infektionskrankheit hat ein Menschenleben gefor­dert - zu einer Zeit, da die Masern eigent­lich so gut wie aus­ge­rot­tet sein soll­ten.

In der Süddeutschen heißt es: "Der andert­halb­jäh­rige Junge sei am Mittwoch ver­gan­ge­ner Woche in einem Krankenhaus der Infektionskrankheit erle­gen."

In der ZEIT wird noch einmal erklärt, wie es zu der Schutzlücke in der Impfung kommt und weshalb der sog. "Herdenschutz" nicht funktioniert.

Kommentare (2)

Matthias Berlandi (nicht überprüft)

Fr. 27 Feb 2015 - 09:19

Ein Arzt aus meinem familiären Umkreis kennt den beschriebenen Fall. Das verstorbene Kind litt an einem schweren Herzfehler und hatte mehrere operative Eingriffe hinter sich. So sehr ich die Aufklärungsarbeit des hpd schätze, umso bestürzter bin ich, dass bereits zum wiederholten Male Fehlinformationen aus dem Kontext medialer Impfkampagnen unkritisch übernommen werden.
Verstehen Sie mich nicht falsch; ich bin kein 'Impfgegner'. Eine Panik-Mache zur Vermarktung von Impfstoffen, die in Fachkreisen umstritten sind, sollte nicht unterstützt werden. Nicht jede Kritik an Impfstoffen ist homöopathisch oder anthroposophisch motiviert. Im Sinne eines wissenschaftlichen Diskurses sollte deshalb darauf geachtet werden, die fachwissenschaftlichen Argumente gegen bestimmte Impfstoffe angemessen zu berücksichtigen, ohne sie mit ideologisch motivierte Kritik gleichzusetzen.

Bielefeld (nicht überprüft)

Sa. 28 Mär 2015 - 23:28

Antwort auf von Matthias Berlandi (nicht überprüft)

Abgesehen davon, dass ich keine glaubwürdige Quelle für den besagten schweren Herzfehler finden konnte (es kursiert im Netz eine Vermutung eines Heilpraktikers, der das Kind gar nicht kannte) -- macht das etwas besser wenn er wirklich schwer herzkrank war? Das Risiko an Masern zu sterben ist selbstverständlich besonders hoch, wenn eine schwere Grunderkrankung vorliegt. Vielleicht stand auch wegen dem Herzfehler die zweite MMR-Impfung noch aus (die erste hatte er wohl), vielleicht war aufgrund der Vorerkrankung die Immunreaktion nicht ausreichend. Trotzdem wäre der Junge ohne Masern wohl noch am Leben (und hätte vielleicht nach weiteren OPs ein Leben ohne oder mit geringen Einschränkungen führen können) und ist eher ein Beispiel dafür, warum es hilfreich wäre, wenn alle die können geimpft sind -- um genau solche Menschen wie diesen kleinen Jungen zu schützen -- denn es gibt Menschen, die noch nicht, nicht zeitgerecht oder gar nicht geimpft werden können (z.B. auch krebskranke Kinder). Und ich würde doch denken, dass die gerade Schutz verdient haben oder?

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