Rezensionen

Fremdkontrolle nur ein Mythos?

WEIMAR. (hpd) Im Zentrum des “westlichen” Menschenbildes stehe die Idee des selbstbestimmt entscheidenden und handelnden Individuums, heißt es von den Herausgebern des Buches “Fremdkontrolle. Ängste – Mythen – Praktiken”. Dennoch würde aber gerade in diesem Zivilisationskreis die Vorstellung einer Bewusstseinskontrolle von außen viele Menschen in den Bann ziehen.

Der dschihadistische Terrorismus in Deutschland

(hpd) Der Islamwissenschaftler Guido Steinberg legt mit “Al-Qaidas deutsche Kämpfer. Die Globalisierung des islamistischen Terrorismus” eine ausführliche Darstellung zur Entwicklung des Phänomens mit Deutschland-Bezug dar. Es handelt sich um eine überaus informative und sachkundige Darstellung, die große Aufmerksamkeit verdient, hier und da aber wäre etwas mehr Analyse wünschenswert gewesen.

"… in der Ritterrüstung zur Olympiade"

(hpd) Mit dem Bild des geharnischten und deshalb sich selbst behindernden und auch sonst (mangelnde Sicht wie beschränkte Aussicht) benachteiligten Sportlers beschrieb Klaus von Dohnanyi in “Der Spiegel” vom 24. September 1990 (Ausgabe 39) die für ihn weitgehend aussichtslose Lage ostdeutscher Betriebe nach der deutsch-deutschen Wirtschafts- und Währungsunion Mitte 1990.

Peter Kropotkins "Die Eroberung des Brotes"

(hpd) Der anarchistische Theoretiker Peter Kropotkin legte in seinem Buch “Die Eroberung des Brotes” von 1892 die Grundzüge einer Gesellschaft auf Basis des Gemeineigentums ohne Staat vor. Zwar geht der Klassiker der politischen Theorie von einem einseitig altruistischen Menschenbild aus, welches sein Modell letztendlich scheitern lässt, er macht aber auch auf eine Fülle von heute noch beachtenswerten Forderungen, Legitimationsproblemen und Missständen aufmerksam.

Affen reden nicht über das Wetter

BERLIN. (hpd) Gedanken können nicht versteinern, und Gedanken hinterlassen keine Spuren. Dennoch schrieb Michael Tomasello “Eine Naturgeschichte des menschlichen Denkens”. Ganz in der alten humanistischen Tradition, in der Biologie als Naturgeschichte verstanden wurde. Darin steckt freilich zugleich einiges utopische Potential.

Die Arbeitslampe ist erloschen

(hpd) Rechtzeitig zu einem aktuellen Jahrestag hat Katrin Rohnstock eine wichtige Anthologie von Erinnerungen herausgegeben: “Mein letzter Arbeitstag. Abgewickelt nach 89/90. Ostdeutsche Lebensläufe.” Das ebenso spannende wie aufklärende Buch erschien pünktlich 25 Jahre nach der “Wende” in der DDR.